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Fanfiction

Eine Art Wunder (leider abgebrochen) - Eine Abmachung

von Lapis

A fool to let you slip away
A./N.: Ein neuer Monat, ein neues Kapitel… Von Annie unverändert nichts Neues, ich entschuldige mich hiermit bei allen, die ich mit dieser Story zum Lesen verführt habe, dafür dass ich nicht gewartet habe bis sie beendet ist… Tut mir echt furchtbar leid…

Vielen Dank an JennaFletcher, Cura, niobe87 und hpdm für eure netten Kommentare und ich hoffe, dass euch die Story auch weiterhin begeistert!



A fool to let you slip away
I chase you just to hear you say
You're scared and that you think that I'm insane

- Maroon 5, “Better That We Break”



Kapitel 19: Eine Abmachung


Draco hätte nicht gedacht, wie sehr er Harry Potter vermissen könnte, bis es zu seinem hauptsächlichen Lebenszweck wurde, ihn zu vergessen. Der Januar verging, der Februar begann, aber immer noch blieb Draco so wild entschlossen, ein möglichst normales Leben ohne Harry zu führen, wie das kalte Wetter unerbittlich war. Dass er den gleichen Stundenplan hatte wie Harry, machte die Sache schwierig, aber obgleich er immer noch jedes Mal errötete, wenn ihm Harry einen forschenden Blick zuwarf, gab Dracos verletzte Würde nicht nach.

Reiß dich zusammen, Malfoy warnte sie ihn. Du hast getan, was du geplant hattest. Nun steh auf, schüttle dir den Staub von den Füßen und vergiss ihn.

Obwohl dieser Gedankengang seinen Reiz hatte, konnte Draco nicht aufhören, darüber nachzudenken, wie er Harry dazu bringen könnte, seine Gefühle zu erwidern. Er sagte sich selbst, dass er nur Punkt dreiundzwanzig abhaken wollte, aber sein Widerstreben, sich für diesen Punkt ein anderes Ziel zu suchen, strafte ihn Lügen. Eines Abends gestand Draco es sich schließlich ein. Er hatte sich geirrt, als er angenommen hatte, dass sich schon alles klären würde, sobald er Harry seine Gefühle gestand. Nun saß er in der Patsche und schmachtete ohne Aussicht auf Entkommen nach jemandem, den er hasste.

Da er fürchtete, dass er sich selbst verrückt machen würde, wenn er zu viel über seine Lage nachdachte, sorgte Draco dafür, dass er den ganzen Tag beschäftigt war. Er teilte seine Zeit zum größten Teil zwischen seiner Arbeit an Felix Felicis und Eine Geschichte von Hogwarts auf, aber er fand auch zunehmend ein seltsames Vergnügen daran, seine Hausaufgaben zu erledigen, was dazu führte, dass er sich immer länger in der Bibliothek einigelte.

Aber ganz gleich, wie ausgefüllt seine Tage sein mochten, von zwei allzu offensichtlichen Tatsachen konnte Draco sich nicht ablenken: Einmal hatte Harry begonnen, seine rothaarige Schlampe in aller Öffentlichkeit mit Zärtlichkeiten zu überschütten und zum anderen lief Dracos die Zeit, um die Nebellilie zu finden, erschreckend schnell davon.

Ersteres hatte Draco zunächst mit einem angewiderten, spöttischen Lächeln beobachtet. Falls Harry sich einbildete, dass er irgendetwas bewies, indem er seine Heterosexualität so betonte, funktionierte es - zumindest nach Dracos Meinung - nicht. Aber im Laufe der Zeit hatte sich Verachtung in ein Gefühl von Übelkeit verwandelt, das in ihm entweder den Wunsch auslöste, sich in das nächstbeste Gefäß zu erbrechen oder dem Weasley-Mädchen mit bloßen Händen die schönen roten Locken auszureißen, wann immer er im zweiten Stockwerk sah, wie Harry sie küsste oder draußen im Freien mit ihr Händchen hielt. Beunruhigt durch diesen Drang vergrub sich Draco noch tiefer in seine Arbeit.

Aber wenn er gehofft hatte, im Zaubertrankbrauen Trost zu finden, hatte er sich gründlich geirrt. Er hatte nun nur noch weniger als eine Woche Zeit, die Nebellilie zu finden, bevor alles umsonst gewesen wäre und er war nicht näher daran, sie zu finden als zwei Monate zuvor. Der Gedanke an den Trank, wie er im Gewölbe vor sich hin blubberte, verursachte Draco große Sorgen. Während die Tage dahinschwanden, begann er Harry während des Unterrichts heimlich nervöse Blicke zuzuwerfen und fragte sich, ob dieser wohl irgendetwas über die wichtige Zutat wusste. Zerrissen zwischen seiner Entschlossenheit zu beweisen, dass er Harry nicht in seinem Leben brauchte und dem Verlangen, den Zaubertrank fertigzustellen, verbrachte Draco seine Nächte damit, Mut dafür zu sammeln, Harry anzusprechen, nur um sich umzudrehen und steif davonzugehen, wenn er Harry am Morgen darauf traf.

Und dann, an einem kalten Freitagmorgen, kam die Post und mit ihr die Chance, seine Arbeit doch noch zu retten.

---

Als Harry eine Blume in der Größe einer Faust mit hellen, durchscheinenden Blütenblättern auf seinem Bett fand, war sein erster Impuls, sie wegzuwerfen. Das würde Draco lehren, gründlich nachzudenken, bevor er mit seinen Wahnideen alles ruinierte. Doch dann machte er sich selbst klar, dass, egal wie feindselig er sich Draco gegenüber im Moment fühlte, es niemandem helfen würde, eine außerordentlich seltene Zaubertrankzutat einfach aus dem Fenster zu werfen und verstaute sie stattdessen vorsichtig in seiner Truhe, bevor er ging, um Dobby zu danken.

Als Harry ohne Socken und mit Süßigkeiten und Knabbereien beladen zurückkam, blickte er kurz zu seiner geschlossenen Truhe, dachte kurz darüber nach, sie zu öffnen, schüttelte dann aber den Kopf und ging daran vorbei. Ein kleiner Teil von ihm beharrte, dass es selbstsüchtig und grausam sei, nicht sofort Kontakt mit Draco aufzunehmen, aber der wesentlich größere Rest ignorierte die nörgelnde Stimme und führte als Rechtfertigung dafür, Draco nicht sofort die Nebellilie zu schicken, Dracos stumme Weigerung an, nach ihrem Streit Harrys Hilfe weiter zu akzeptieren. Schließlich konnte er ebenfalls das Spiel „Wer muss als erster nachgeben“ spielen.

Aber schließlich gewann der rationale Teil seines Gehirns die Oberhand über den störrischen Teil und so kam es, dass er einen großen Teil des folgenden Abends damit verbrachte, nach vielem Hin und Her eine Notiz an Draco aufzusetzen, die folgendermaßen lautete:

Malfoy,

wenn du deine Blume haben willst, komm am Sonntagabend um acht Uhr in den unbenutzten Zaubertrankraum.

HP

Nachdem er mit seinen Initialen unterschrieben hatte, überprüfte Harry noch einmal, ob die kurze Nachricht alles Nötige enthielt, ohne irgendetwas zu enthüllen, was nicht rein auf die Sache bezogen war. In seinen ersten Entwürfen hatte er mehr geschrieben - dass Draco ein Idiot war, der von Liebe nicht die geringste Ahnung hatte, dass er selbst Draco ohnehin nicht brauchte, weil er schließlich Ginny hatte, die immerhin nicht die Augen verdrehte angesichts seines geringen Wissens über Zaubertränke, dass er Dracos gute und schlechte Eigenschaften vermisste und wünschte, Draco würde seinen dämlichen Stolz einfach vergessen und sich von Harry helfen lassen, weil Harrys Leben ohne ihn verdammt noch mal sinnlos war - aber schließlich hatte er alles durchgestrichen und ins Feuer geworfen.

Harry hatte sich zu große Mühe gegeben, Ron zu beweisen, dass Draco und er nur flüchtig miteinander zu tun hatten, um nun das Risiko einzugehen, dabei erwischt zu werden, wie er den Zettel Draco persönlich übergab. Also legte er ihn unter sein Lehrbuch für Verwandlung und ließ nur eine Ecke herausschauen, damit er am nächsten Morgen daran denken würde, ihn zu schicken.

Gerade als Harry zu Bett gehen wollte, wurde die Tür aufgerissen und Ron marschierte mit einem mörderischen Gesichtsausdruck herein. Er blickte auf, bemerkte Harry und rief: „Wieso zum Teufel ist Hermine mit diesem Mistkerl Corner in der Bibliothek?“

Harry sah sich um, aber Dean war nicht da. Dass Ron mit ihm redete, brachte ihn völlig aus der Fassung und er antwortete nicht. Er war überrascht über diese neue Entwicklung. Im Verlauf des vergangenen Monats hatte Ron langsam den größten Teil seiner Feindseligkeit gegenüber Harry fallenlassen, nachdem er hatte erkennen müssen, dass Harry tatsächlich sein Versprechen gehalten und die Freundschaft mit Malfoy beendet hatte, aber Harry war durchaus nicht der Meinung, dass ihre Freundschaft damit wieder in Ordnung war.

„Die zwei verbringen neuerdings zu viel Zeit miteinander… wenn ich es nicht besser wüsste… andererseits hat sie sich in letzter Zeit ein bisschen seltsam verhalten…“

In dieser Art fuhr Ron noch eine Weile fort, wobei er immer leiser wurde, bis nur noch ein unverständliches Gemurmel zu hören war. Harry räusperte sich verwirrt. Ron sah ihn an.

„Äh… sorry“, sagte Harry. „Falls es dir eine Hilfe ist: Ich glaube nicht, dass irgendwas zwischen den beiden ist. Ich schätze, sie verbringt nur mehr Zeit in der Bibliothek, weil die ZAGs näher rücken.“

Ron blickte finster. „Ach, wer weiß es schon“, sagte er und legte sich ins Bett.

Harry wollte Rons momentane Offenheit nutzen und fuhr fort: „Du und Hermine, ihr habt so viel zusammen durchgemacht. Das würde sie nicht einfach wegwerfen. Außerdem mag sie Corner gar nicht. Sie hat gesagt, seit Cho weggezogen ist, ist er unerträglich.“

„Erst seitdem? Ich dachte, das war er schon immer“, brummte Ron.

Harry grinste, verblüfft, wie normal sich in diesem Moment alles anfühlte: Keine Zweifel wegen Ginny, Ron, der sich über Michael Corner beschwerte, kein Malfoy weit und breit, der einem alles versaute. Zu solchen Zeiten, wenn es nicht offensichtlich war, wie sich die Dinge verändert hatten, war es einfach, die Auswirkungen zu vergessen, die der Krieg auf ihrer aller Leben hatte.

„Na dann, gute Nacht“, sagte Ron mürrisch und riss Harry aus seinen Gedanken.

Harrys Grinsen wurde breiter, während er die dunkle Decke anstarrte und versuchte, die störende Stimme zu ignorieren, die ihn daran erinnerte, dass Ron nicht so freundlich wäre, wenn er wüsste, womit Harry den Großteil des Abends verbracht hatte. „Ja. Gute Nacht.“

***

Als Draco am Sonntagabend um halb neun den unbenutzten Zaubertrankraum betrat, war er fast enttäuscht, Harry an der gegenüberliegenden Wand lehnen zu sehen, das Kinn auf die Brust gesunken. Er hatte gehofft, Harry würde wieder gehen, wenn er nicht pünktlich um acht da war. Aber offenbar war Dracos Wunsch, alles zu vergessen, was zwischen ihnen geschehen war, nicht gleichzeitig auch Harrys Wunsch.

„Schläfst du etwa, Potter?“, fragte Draco, während er die Tür hinter sich schloss.

Auf der anderen Seite des Raums zuckte Harrys Kopf hoch. Er blinzelte zweimal und zerzauste sich die Haare. „Sorry“, sagte er und gähnte. „Ginny hat mich heute früh aufgeweckt.“

„Ach, jetzt schlaft ihr schon zusammen?“ Draco schnaubte und zwang die wilde Eifersucht zurück, die in ihm aufstieg und ihn schütteln wollte. Er näherte sich Harry zurückhaltend und erinnerte sich gerade rechtzeitig daran, dass sie sich letztes Mal nicht im Guten getrennt hatten, um in sicherer Distanz stehenzubleiben. „Ich hoffe doch, du hast Weasley das Trauma erspart, seine Schwester in deinem Bett zu finden und hast einen Schweigezauber benutzt.“

„Sie schläft nicht in meinem Bett, du Idiot. Sie kommt nur jeden Morgen in mein Zimmer und weckt mich fürs Frühstück.“

„Aber sicher“, murmelte Draco, war aber trotzdem erleichtert.

„Nicht dass dich das etwas anginge“, fuhr Harry verlegen fort. Er räusperte sich. „Und überhaupt, du bist spät dran. Ich dachte… ich wusste nicht, ob du kommen würdest.“

„Ich habe keine große Wahl, oder?“, gab Draco zurück und stählte sich für die unvermeidliche Spitze über seine Unfähigkeit, es selbst zu schaffen.

Aber Harry zuckte nur mit den Schultern. „Ich dachte, du wärst zu stur, um zu kommen.“

„Und lasse alles verderben, was ich so sorgfältig geplant habe? Ziemlich unwahrscheinlich, ganz gleich, wie sehr du es wünschen magst, Potter.“

Harry blickte völlig überrascht. „Ich wünsche es mir nicht.“

„Ja… wie auch immer. Jetzt gib mir die Lilie und du kannst wieder abzischen.“ Draco streckte die Hand aus. Er war noch nicht einmal neugierig, wie Harry wohl an die Nebellilie herangekommen war. Es war offensichtlich, dass er nur hier war, um seine letzte Verbindung zu Draco zu zerschneiden und das war völlig in Ordnung für Draco… ja, ganz recht.

Langsam griff Harry in seine Tasche und holte ein sorgfältig verpacktes Bündel hervor. Draco griff danach, aber Harry hielt es außer Reichweite. „Warte, erst möchte ich, dass du mir zuhörst.“

„Mir war nicht klar, dass wir darüber erst noch verhandeln müssen.“

„Müssen wir auch nicht.“ Aber im Widerspruch zu seinen Worten, hielt Harry die Blume eng an seiner Brust gepresst. „Ich wollte nur, dass du weißt, dass mein Angebot immer noch steht.“

Das war mir schon klar.“ Draco machte eine ungeduldige Bewegung mit seinem Kinn. „Kann ich sie jetzt haben?“

„Warum willst du mich nicht helfen lassen?“, wollte Harry wissen, während sein Griff um das Päckchen fester wurde. Draco beobachtete es nervös, er hoffte, Harry wusste, wie empfindlich die Blütenblätter der Nebellilie waren.

„Weil ich deine Hilfe nicht brauche“, antwortete Draco und kämpfte gegen den Impuls an, Harry bewusstlos zu hexen und ihm die Nebellilie abzunehmen.

„Doch“, drängte Harry. „Wie willst du einen Thestral finden für deinen Ritt, wenn du dich nicht in den Verbotenen Wald traust?“

„Ich habe keine Angst!“

„Und wie willst du schwimmen lernen? Wer soll es dir beibringen?“

„Wenn ich mich richtig erinnere, kannst du auch nur mit Hilfe einer Handvoll Dianthuskraut schwimmen“, spottete Draco.

Harry hielt Dracos Blick mit blitzenden Augen stand. Draco zwang sich, an der Oberfläche gelassen zu erscheinen, während er betete, dass Harry nicht bemerkte, dass ihm unter diesem Blick die Knie weich wurden.

„Ich habe heute Morgen den perfekten Baum zum Klettern für dich gefunden“, fuhr Harry leise fort. „Das war das erste, was mir dazu in den Sinn kam - dass ich dir davon erzählen müsste.“

Draco fühlte einen Stich. „Oh“, sagte er. Nein, Malfoy, lass dich nicht umstimmen. Denk daran, wie er dich erniedrigt hat. „Das - na und? Es gibt schließlich eine Menge Bäume auf dem Gelände, auf die ich klettern kann.“

„Sei nicht so schwierig, Malfoy“, sagte Harry gequält. „Ich möchte nur, dass du deine Liste schaffst.“ Du fehlst mir.

Draco verengte seine Augen. „Das letzte Mal, als ich dich gesehen habe, warst du nicht so wild darauf, mir zu helfen.“ Beweise es.

Harry errötete. „Das war etwas anderes.“

Draco verschränkte die Arme. „Angenommen, ich würde dein Angebot akzeptieren. Welche Bedingungen gibt es dieses Mal?“

Draco wusste sofort, dass Harry darauf gewartet hatte. „Wir tun es insgeheim“, sagte er. „Du darfst niemandem verraten, dass wir uns sehen.“

Draco schnaubte. „Ist das eine Affäre oder eine geschäftliche Vereinbarung?“

„Das ist das zweite“, fuhr Harry fort und errötete noch mehr. „Du darfst nicht über deine angebliche Verliebtheit reden.“

„Und wieso nicht?“ Draco wagte sich ein paar Schritte näher und sah schadenfroh, wie sich Harry unbehaglich wand. Er senkte seine Stimme, so dass sie, wie er hoffte, verführerisch klang. „Was ist verkehrt daran, in dich verliebt zu sein?“

Aber offenbar durchschaute Harry Dracos Spielchen, denn er funkelte ihn an und antwortete: „Es hat nichts zu bedeuten.“

Draco hob die Augenbrauen. „Das hängt davon ab. Wenn wir uns an deine unvernünftigen Maßstäbe dessen halten, was bedeutungsvoll ist, dann hat es wahrscheinlich nichts zu bedeuten, ja.“ Aber mir bedeutet es etwas. „Warum sollte das ein Problem sein?“

„Weil du offenbar von Liebe keine Ahnung hast, wenn du meinst, es müsse nichts zu bedeuten haben“, knurrte Harry. „Und du kannst nicht verliebt sein, wenn du keine Ahnung davon hast.“

Draco fiel keine Antwort ein, mit der sich nicht in Verlegenheit gebracht hätte, und sah weg. Stattdessen kehrte er kurzerhand zu ihrem vorherigen Thema zurück. „Warum sollte ich deinen Wunsch, das hier geheim zu halten respektieren, wenn du das bei mir auch nicht getan hast?“, fragte er.

„Es tut mir leid, okay? Es war nur… Zu der Zeit konnte ich nicht verstehen, warum du dich so darüber aufregst.“

„Anscheinend nicht. Und nun soll ich deine Entschuldigung annehmen und mein Mitgefühl mit deiner Situation ausdrücken, da ich das ja schon kenne… richtig?“

„Ich will kein Mitgefühl von dir, Malfoy. Ich möchte nur, dass du mich helfen lässt.“

„Und es stört dich nicht, dass ich nur darauf eingehe, weil du mich manipulierst?“

Mit einem dünnen Lächeln hielt ihm Harry die Nebellilie hin. „Absolut nicht.“


***


Am nächsten Tag schickte Harry eine Notiz an Draco worin er ihn bat, ihn am nächsten Freitag im Zaubertrankraum zu treffen. Draco sandte keine Antwort, aber Harry brauchte auch keine, um seine Antwort zu kennen.

„Ich hasse diese Herumschleicherei“, beschwerte sich Harry freitags, als er die Tür hinter sich schloss und den Tarnumhang abnahm.

Draco, der beim Kessel stand und sorgfältig eine blassgrüne Flüssigkeit in eine kleine Glasflasche abmaß, blickte nicht auf. „Das ist nicht mein Problem, Potter“, murmelte er.

„Ich weiß. Nur… es ist eigentlich nicht meine Art. Und ich hasse es, Ron und Hermine anzulügen, besonders jetzt, da Ron endlich wieder mit mir spricht.“

Dracos Hände zitterten leicht und er schnappte: „Das hast du dir selbst eingebrockt.“ Ein winziger Tropfen der abgemessenen Substanz schwappte aus dem Fläschchen und daran entlang und tropfte auf den Teil seines Daumens, der das Fläschchen stützte. Er zog vor Schmerz scharf die Luft ein.

Wie der Blitz war Harry an seiner Seite. „Alles okay?“, fragte er mit besorgt zusammengezogenen Augenbrauen.

„Halt das“, brachte Draco durch die Zähne hervor und streckte das Fläschchen in Harrys Richtung, der es automatisch nahm. „Ich habe mir gerade eine aggressive Flüssigkeit über die Haut geschüttet, Potter“, fuhr er fort, während er schnell die deutlich sichtbare Verbrennung mit Hilfe seines Zauberstabs heilte. „Denkst du, ich bin okay?“

„Was ist das?“, fragte Harry und beäugte die grüne Flüssigkeit besorgt.

„Grindelohblut. Snape ist auf die Idee gekommen, es hinzuzufügen, um das Schwindelgefühl zu bekämpfen, das als Nebenwirkung auftritt.“

„Er hat dir das gesagt?“, fragte Harry überrascht. In seinem Kopf tauchte plötzlich ein Bild von Snape und Malfoy auf, wie sie in Snapes Büro über einer Tasse Tee die Herstellung von Zaubertränken diskutierten und er musste sich ein Lachen verbeißen.

„Nein, er hat es mir gezeigt.“

Draco nahm das Fläschchen mit dem Grindelohblut wieder und füllte es weiter auf.

„Wann hat er -“

„Was denkst du wohl, wann er Felix Felicis gebraut hat?“, unterbrach ihn Draco. Über dem Fläschchen trafen sich ihre Blicke und der Ausdruck in Dracos Augen sagte Harry, dass er sich zu nah an das Thema „Krieg“ gewagt hatte und gut daran täte, sich zurückzuziehen.

Harry gehorchte. Um ein bisschen Abstand zwischen sich und Draco zu bringen, ging er rund um den Kessel auf dessen andere Seite, bevor er fragte: „Wann bist du denn damit fertig?“

„Fertig mit was?“, murmelte Draco, während er das Grindelohblut in den Kessel schüttete. Ein dünner Rauchfaden stieg auf und hing kurz in der Luft, bevor er sich auflöste.

Harry deutete auf den Kessel. „Damit.“

„Warum? Wärst du lieber woanders?“

Harry seufzte. „Ich hab dir doch schon gesagt, dass ich das hier tun möchte.“

„Es gibt keinen Grund, wieso du nach Sonntagabend nicht deine Meinung geändert haben könntest.“

„Warum bist du so versessen darauf, mich dazu zu bringen, unsere Abmachung sausen zu lassen, Malfoy? Du bist nicht unüberwindlich. Du kannst nicht alles allein. Warum kannst du nicht einfach ausnahmsweise ein bisschen Hilfe annehmen?“

Dracos Augen bohrten sich in Harrys. „War dir jemals klar, dass du bald sterben würdest, Potter?“

„Du wirst es nicht glauben, aber ja, das war es.“

Vor Überraschung weiteten sich Dracos Augen leicht. Harry beobachtete, wie er gegen seine Neugier ankämpfte. „Dann verstehst du wohl, dass es eine private Sache ist“, sagte er. „Und entsprechend sind auch alle Dinge, die du bis dahin tust, privat.“

Harry musste über Dracos Worte nicht nachdenken. Vor seinem inneren Auge sah er sich in den Verbotenen Wald gehen, zusammen mit den Geistern derer, die ihn liebten und für ihn gestorben waren und die ihn in durch die dichte Dunkelheit führten. Er schluckte schwer.

„Ich verstehe. Aber warum jetzt? Als du mir deine Liste im Krankenflügel gezeigt hast, warst du damit einverstanden, dass ich dir helfe. Was hat deine Meinung geändert?“

„Gewisse… Dinge.“

Mit einem seltsamen Gefühl in der Magengegend begriff Harry, was Draco zu sagen versuchte: Er vertraute Harry nicht mehr. Er hatte seine Gefühle, oder was er dafür hielt, vor Harry offen gelegt und Harry hatte sie zur Seite gewischt. Und nun fürchtete Draco, dass seine Hoffnungen erneut zerstört werden würden, wenn er sie noch einmal auf Harry setzte.

„Ich werde das hier durchziehen, Malfoy“, sagte Harry. „Dies hier… ist anders als das andere.“

Urplötzlich schien sich Draco wieder zu besinnen. „Versuch bloß nicht, dich zu klar auszudrücken, Potter“, spottete er, als er sich über den Kessel beugte, um nach dem Zaubertrank zu sehen. „Und was war nun der tatsächliche Grund für deine Frage, wann ich hier fertig bin, wenn es nicht war, dass du dich um etwas anderes kümmern musst?“

„Oh, ich habe mich nur gefragt, wann wir rausgehen und probieren könnten, auf den Baum zu klettern, von dem ich dir erzählt habe.“

„Potter, da draußen ist alles voller Eis. Falls du nicht gerade planst mich umzubringen und es wie einen Unfall aussehen zu lassen, gibt es keinen Grund für mich, heute zu versuchen, auf einen Baum zu klettern.“

Er sah zu Harry auf und die Härte in seinen Augen schmolz und ließ sie erschreckend ungeschützt wirken. Harrys Kehle wurde eng. „Lass das“, sagte er leise.

„Was?“, schnappte Draco und die übliche Maske der Abneigung glitt wieder über sein Gesicht. Es schien, als habe er die Veränderung seines Gesichtsaudrucks gar nicht bemerkt und aus irgendeinem Grund fühlte sich Harry dadurch noch unbehaglicher. Mit einem Draco, der seine Gefühle nach Belieben manipulierte, konnte er umgehen. Aber ein Draco, dessen Benehmen sich bei Harrys Anblick unbewusst veränderte, war Beweis für etwas, was Harry nicht als Wahrheit akzeptieren wollte.

„Nichts“, sagte Harry. „Also, hm, ist jetzt mit dem Zaubertrank alles klar, wo du die Nebellilie hast?“

„Potter, ich kann nicht einfach alle Zutaten in den Kessel werfen und erwarten, dass Felix Felicis auf magische Weise erscheint. Das Brauen ist der schwierigste Teil.“

„Zu dumm. Ich könnte gerade ein bisschen Glück brauchen.“

„Wieso?“, wollte Draco wissen, während er den Trank mit langsamen, genauen Bewegungen rührte.

„Es ist Freitag, der dreizehnte.“

Draco prustete. „Erzähl mir nicht, dass du an diesen abergläubischen Mist glaubst.“

„Warum nicht?“

„Hast du heute besonders viel Pech gehabt?“

„Äh…“

„Genau.“ Draco hörte auf zu rühren. „Du solltest nicht hingehen und Dinge glauben, nur weil jeder behauptet, sie würden stimmen. Das hab ich getan und schau, wohin es mich gebracht hat.“

Für einen Moment hielt er Harrys Blick fest, dann wandte er sich zu dem niedrigen Tisch um, den er für sich aufgestellt hatte, nahm ein Messer und begann Ingwerwurzeln zu hacken. Die fehlende Bissigkeit in Dracos Ton verwirrte Harry und er schüttelte den Kopf. Er hatte schon lange den Versuch aufgegeben vorauszusehen, was Draco in einem Gespräch als nächstes sagen würde, aber seine Fähigkeit, so abrupt zwischen Stimmungen zu wechseln, schaffte es immer wieder, Harry völlig zu verblüffen.

„Ähm, planst du eigentlich, deine ZAGs zu machen?“, fragte Harry, nachdem er Draco einige Sekunden bei seiner Schnippelei beobachtet hatte und bereute die Worte, sobald sie seinen Mund verlassen hatten.

Draco hörte auf zu schneiden. „Was denkst du, Potter?“, sagte er und starrte auf seine tadellos gehackten Ingwerwurzeln, als wolle er sie mit seinem Blick zum Verschwinden bringen.

„Du kannst sie immer noch ablegen“, fuhr Harry schnell fort, während sein gesundes Urteilsvermögen schrie, er solle den Mund halten. „Ich meine, sie sind alle Ende Mai, also hättest du noch Zeit dafür - das heißt, wenn du möchtest, aber du hast wahrscheinlich nicht viel Grund dazu…“

Er verstummte und fühlte sich wie mit neun Jahren, als er verzweifelt nach einer Entschuldigung gesucht hatte, nachdem er erwischt worden war, wie er vor Dudleys Fernseher saß. Wäre Hermine hier, würde sie wahrscheinlich wegen seiner Taktlosigkeit einen Anfall bekommen, ohne Rücksicht auf die Tatsache, dass Malfoy das Opfer war.

„Nein“, sagte Draco schließlich und brach damit die gespannte Stille, die sich zwischen ihnen ausgebreitet hatte. Er nahm sein Messer wieder zur Hand und begann, langsamer als vorher, wieder zu schneiden.

Harry nahm das als Zeichen, dass sie für heute fertig waren und wandte sich zum Gehen.

„Moment mal, Potter. Bevor du gehst.“ Harry wandte sich halb um. Draco winkte ihn zu sich. „Halt das.“ Er drückte Harry ein weiteres Fläschchen in die Hand. „Ich nehme eine Probe.“

Harry stand, hielt das Fläschchen und fühlte sich reichlich unnütz, während Draco einen Löffelvoll der dunklen, klebrigen Substanz im Kessel heraus schöpfte. Dann tat Draco etwas Unerwartetes: Anstatt das Fläschchen aus Harrys Hand zu nehmen, legte er seine Hand über Harrys, um es still zu halten, während er den Trank hineinfüllte.

Allein durch den unschuldigen Hautkontakt beschleunigte sich Harrys Atem. Draco kniff die Augen zusammen und konzentrierte sich völlig auf die Substanz, die er einfüllte. Ihm war offenbar nicht bewusst, dass Harry und er so dicht beisammen standen, dass Harry zum ersten Mal klar die wenigen verstreuten Sommersprossen auf seiner Nase sehen konnte. Die Erkenntnis, dass auf Dracos perfekter Haut etwas so Gewöhnliches wie Sommersprossen zu finden war, schien ihm aus irgendeinem Grund wichtig, den Harry nicht benennen konnte, der ihm sogar völlig gleichgültig war, denn in diesem Augenblick… in diesem Augenblick wäre es so einfach, die wenigen Zentimeter, die sie trennten, zu überwinden, alles um sie herum zu vergessen…

„Ich hab's.“ Dracos Stimme riss Harry aus seiner Traumwelt. Er ließ das Fläschchen los, als hätte es ihn gebissen und machte einen schnellen Schritt nach hinten. Draco hob eine Augenbraue und sah ihn mit Augen an, die vor Amüsement dunkel erschienen. Harry dachte betäubt, wie unfair es war, dass ihm die Nähe zu Draco so sehr zu schaffen machte, wo doch Draco derjenige war, der angeblich in ihn verliebt war.

„Ich muss gehen“, stieß Harry hervor.

Draco hielt das Fläschchen ins Licht und betrachtete es genau. Er blickte Harry nicht einmal an, als er antwortete: „Okay. Geh ruhig.“

Harry sagte sich, dass es ihr mangelnder Fortschritt mit der Liste war und nicht Dracos Lässigkeit, was Enttäuschung in ihm aufsteigen ließ. „Bis bald“, sagte er.

Er wartete noch einige Sekunden, aber Draco ignorierte ihn weiterhin und konzentrierte seine Aufmerksamkeit darauf, einige Tropfen einer leuchtend pinkfarbenen Flüssigkeit in das Fläschchen mit dem halb beendeten Zaubertrank fallenzulassen. Seufzend verließ Harry den Raum.

Das erste, was er sah, als er in den dunklen Korridor hinaustrat, war ein Kopf mit langem, rotem Haar, der sich den Gang entlang bewegte. „Ginny!“, rief Harry und beeilte sich, sie einzuholen.

Als sie seine Stimme hörte, blieb sie stehen und wandte sich zu ihm um. Im flackernden Licht der Fackeln wirkte ihr Lächeln angespannt. „Hallo, Harry. Ich bin gerade auf dem Weg zum Gemeinschaftsraum.“

Harry erwiderte ihr Lächeln und hoffte, dass die Schuldgefühle nicht in seinem Gesicht geschrieben standen. Sein Herz raste bei dem Gedanken, wie nahe er daran gewesen war, mit Draco erwischt zu werden. Womöglich war Ginny gerade außerhalb der Tür gewesen, als Draco seine Hand über Harrys gelegt hatte. Harry schauderte und beschloss, bei ihrem nächsten Treffen Schutzzauber zu errichten - falls es ein nächstes Mal geben würde, denn nach seiner Reaktion auf Draco war sich Harry seiner nicht mehr sicher.

Er schob diese Gedanken beiseite und sagte: „Ich bring dich hoch.“ Er nahm Ginnys Hand und drückte sie ein wenig. Nichts. Nur das Gefühl ihrer Hand in seiner und die völlige Abwesenheit des Kribbelns, das eine bloße Berührung von Dracos Hand in ihm auslösen konnte.

Harry war nicht in der Lage, Ginny länger in das vertrauensvolle Gesicht zu blicken, so küsste er sie auf den Kopf und setzte sich in Bewegung.


***


Draco lächelte, als sich die Tür hinter Harry schloss. Die Lösung war so völlig klar vor ihm, dass er fast zornig auf sich selbst war, weil er es nicht früher erkannt hatte. Er hätte es sich denken können, wenn er über die Gerüchte von Harrys früheren Beziehungen nachgedacht hätte. Harry wollte jagen, nicht gejagt werden. Alles, was Draco tun musste, war, ihn denken zu lassen, er hätte seine Gefühle unter Kontrolle - und er würde sich nicht einmal Mühe geben müssen. Dank Harrys schlechtem Gewissen konnte Draco einfach mit seinem neuen Plan fortfahren, ohne weniger Zeit für seine Liste aufzuwenden. Harry würde nicht wissen, wie ihm geschah, ehe es zu spät war.

Ich werde ihm heimzahlen, was er mir angetan hat.

Draco summte vor sich hin, während er das Fläschchen mit der Probe des Zaubertranks vorsichtig schüttelte. Es wurde auf der Stelle durchsichtig - wundersamerweise hatte er es noch nicht geschafft, den Trank zu ruinieren. Zum ersten Mal seit jener Nacht, in der er den Verschwinde-Schrank repariert hatte, war er benommen vor Freude.

Wenn die Dinge sich weiterhin so gut entwickelten, würde er nichts zu bereuen haben, wenn er in fünf Monaten den Hinrichtungsraum betrat.


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