
von MelRU
Hallo liebe Leser!
Herzlich Willkommen zu meinem ersten Oneshot! Es ist das erste Mal, dass ich so etwas mache, also würde ich mich über eure ehrliche Meinung freuen!
Der Abschied
Nach einem langen, anstrengenden Tag stand James Potter an den Türpfosten gelehnt und blickte in das Zimmers seines Sohnes.
Harry James Potter.
Sein und Lilys Sohn.
Sein ein und alles.
Heute hatten sie alles für ihr Verschwinden vorbereitet, ab Mitternacht würden sie den Kontakt zur Außenwelt für ein Jahr abbrechen und untertauchen. Außer der Krieg würde vorher beendet werden, doch diese Hoffnung war sehr gering.
Während er so dastand, beobachtete er die Szene die sich ihm bot. Sein bester Freund hielt seinen Harryboy in den Armen, wiegte ihn leicht hin und her und sang ihn dabei im Flüsterton in den Schlaf. Als der Junge eingeschlafen war legte ihn Sirius in das Gitterbettchen, welches sich in der Mitte des Raumes befand und deckte ihn fürsorglich zu. Zuletzt gab er ihm einen liebevollen Kuss auf die Stirn.
Als sich der junge Auror wieder erhob sah James, dass ihm eine Träne über das Gesicht lief.
„Es war das Richtige ihn zu seinem Paten zu machen“, dachte er und lächelte sanft bei diesem Gedanken. Er wusste, dass wenn ihnen etwas zustoßen würde, Harry gut bei seinem Paten aufgehoben sein würde.
„Ich habe gar nicht gewusst, dass du so gut singen kannst, Padfoot?“, stichelte James. Sirius fuhr herum und blickte James kurze Zeit verwirrt an, lächelte aber dann spitzbübisch „Du weißt doch, dass ich alles kann. Ich bin schließlich nicht um sonst Sirius Black“, stolz reckte er die Brust nach vorne, während er hochnäsig antwortete.
Sie begannen zu lachen, doch dadurch weckten sie den kleinen Harry wieder auf und dieser begann zu weinen. James ging zu ihm und nahm ihn in den Arm. Langsam schritt er mit seinem Sohn durch das Zimmer und schaukelte ihn somit nach wenigen Minuten wieder in den Schlaf. James Potter spielte seine Vaterrolle wirklich sehr gut, denn egal was auf ihn zukommen würde, für seinen kleinen Sonnenschein würde er alles geben. Als er den kleinen Hosenmatz wieder in sein Bettchen gelegt hatte, ging er auf Sirius zu und legte seinen Arm freundschaftlich um dessen Schulter.
„Ich kann das nicht, Prongs“, sagte dieser unerwartet und zusammenhangslos. „Was?“, fragte James verwirrt. „Es kommt mir so vor, als würde ich euch im Stich lassen“, erklärte sich der Black. „Sirius, sie mich an!“
James sah seinem besten Freund tief in die Augen und sagte: „Du lässt uns nicht hängen, du machst das doch nur um uns zu beschützen!“ „Ja, ich weiß. Aber es ist so schwer. Jetzt werden wir uns lange nicht sehen und ich werde nicht mit Harry spielen können …“, flüstere Sirius ehe ihm seine Stimme versagte. James sah ihn traurig an. „Wir stehen das durch, versprochen“, sagte er entschlossen und drückte aufmuntern Sirius‘ Schulter.
Sirius sah James in die Augen, wenn dieser etwas versprach dann hielt er es auch! Aber war es in dieser Situation überhaupt machbar? „Ja, okay“, sagte er deshalb nicht wirklich überzeugt. „Ich frage Lily, ob das Abendessen schon fertig ist, versuch derweilen dich von Harry … zu verabschieden, okay?“ James sah Sirius unsicher an, doch dieser blickte entschlossen zurück. James wusste das Sirius sich nicht unterkriegen lassen würde, so begab er sich hinunter in die Küche, wo seine bezaubernde Frau, eifrig in den Töpfen rührte und ließ er seinen besten Freund mit seinem Sohn allein in dessen Zimmer zurück.
Fünfzehnminuten Minuten später kam Sirius mit verheulten Augen ins Esszimmer der Potters, wo Lily und James schon am Tisch saßen aber noch nicht zu essen begonnen hatten. „Danke, aber ihr hättet ruhig schon beginnen können. Ihr hättet nicht auf mich warten müssen.“ „Schon okay, setz dich. Es wird Zeit, dass du mal wieder etwas Ordentliches isst, du bist ja viel zu dünn“, begutachtete Lily Potter den Paten ihres Sohnes.
„Was würde ich nur ohne dich machen, allerliebste Lily?“ James sah Sirius belustigt an und begann leise zu kichern, sodass Sirius sich ein Grinsen nicht verkneifen konnte. „Setz dich endlich du alter Schmeichler“, warf Lily leicht errötet ein.
Während sie aßen, sprachen sie über belanglose Dinge, so als ob alles wie immer wäre, doch dem war nicht so. Heute würde Sirius zum letzten Mal mit seinem besten Freund, der wie ein Bruder für ihn war, und dessen bezaubernden Frau zu Abend essen. Das letzte Mal für unbestimmte Zeit hatte er seinen Patensohn in den Armen gehalten. Das letzte Mal würde er sich bei ihnen verabschieden …
„Sirius?“ Er fuhr erschrocken hoch „Was?“ „Schmeckt es dir nicht?“, fragte Lily, welche bemerkt hatte, dass er aufgehört hatte zu essen. Sirius stand unwillkürlich auf. „Es tut mir leid, aber ich kann nicht so tun als ob nichts wäre. Ich glaube es ist besser, wenn ich jetzt geh.“ Mit diesen Worten verließ er übereilt das Zimmer.
Doch er hatte die Rechnung ohne James gemacht, der sofort aufsprang und seinen Freund noch vor der Tür aufhielt. „Möchtest du dich nicht verabschieden?“, fragte er und etwas Verletztes lag in seinem Blick. Abschiede taten, nach Sirius‘ Geschmack zu sehr weh. Doch bevor er etwas einwenden konnte umarmte ihn James brüderlich und drückte ihn fest an sich.
„Ich werde dich vermissen, Padfoot“
„Ich dich auch, Prongs“
Als er sich aus James’ Umarmung löste, liefen ihm bereits vereinzelte Tränen über das Gesicht. Tränen die er sich eigentlich ersparen wollte, doch als ihn nun auch noch Lily herzlich umarmte und ihm einen Abschiedskuss auf die Wange drückte, wusste er, dass es auch einem Sirius Black erlaubt war für seine besten Freunde, die für ihn wie eine Familie waren, einige Tränen zu vergießen.
Nun standen sie da, im kleinen Vorraum im Hause Potter. Keiner wollte so wirklich Abschied nehmen. Je länger umso schmerzhafter, dachte Sirius und trat entschlossen zur Tür, dort angekommen drehte er sich noch einmal um, nickte ihnen zu und verschwand im dunkel der Nacht.
In eine ungewisse Zukunft.
Als die Tür hinter ihm zu fiel, begann der kleine Harry einen Stock höher hemmungslos zu weinen. James und Lili begaben sich zu ihrem aufgelösten Sohn um ihn zu beruhigen, doch dieses Mal gelang es ihnen nicht. Während Lily mit Harry etwas durch das Zimmer wanderte, trat James ans Fenster und ließ seinen Gedanken freien Lauf, sodass er alles um sich herum vergaß.
„Wir werden dass alles überstehen und Harry wird in einer glücklichen Zeit aufwachsen. Mit seinen Eltern, Freunden und natürlich seinen Paten. Sirius, du wirst das alles schaffen. Das weiß ich, Padfoot. Bleib einfach so wie du bist, dann wird alles gut.“
Wie hat es euch gefallen? Ziemlich traurig, ich weiß :(
Freu mich über jedes Kommentar,
eure Mel
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