
von Ginny_93
Hermine öffnete die Augen und kniff sie augenblicklich wieder zu. Die Sonne schien ihr hell ins Gesicht. Sie lag in einem weichen Doppelbett. Auf einmal wurde ihr schlagartig bewusst, dass sie ab jetzt alleine in ihrem zu Hause schlafen musste. Und dann kam die Erinnerung an den letzten Abend.
Nachdem Hermine sich einigermaßen beruhigt hatte, sah sie sich ein bisschen um. Sie war knapp eine Straße von der Wohnung von Harry und Ginny entfernt. Sie versuchte aufzustehen, hatte aber anfangs erhebliche Schwierigkeiten. Sie musste sich zur Hilfe an der Wand abstützen. So verweilte sie einige Sekunden an der Wand, um sich zu beruhigen. Sie wischte sich noch einmal mit der Hand die Tränen aus ihrem Gesicht und ging danach los auf die Straße. Ihr wehte ein eisiger Wind entgegen. Sie atmete noch einmal tief durch und schritt dann die Straße entlang, bog um die Ecke um und kam zu der Nummer 58. Hier wohnten Ginny und Harry. Sie stieg die Treppen zur Eingangstür auf und klingelte. Nur wenige Sekunden später öffnete sich die Tür unten und sie stieg ins Treppenhaus. Ginny stand an ihrer Haustür und wartete schon auf sie. Die beiden Mädchen umarmten sich und Ginny bat Hermine herein. Sie setzten sich ins Wohnzimmer. „Wo ist denn Harry?“, fragte Hermine. „Oh, der ist bei Ron und wollte ihm bei irgendwas helfen. Wo ich dann auch gleich bei meiner Frage wäre, ob du weißt worum es sich dabei handelt und ob das vielleicht etwas mit deinem traurigem Blick zu tun hat.“ Ginny sah sie mitleidig an. „Wir... Wir, ähm... Wir haben uns getrennt.“ Und schon war es wieder da. Das Gefühl des Schmerzes und der Trauer. Ginny zog die weinende Hermine in ihre Arme und streichelte ihr über den Kopf. „Möchtest du mir erzählen, was passiert ist?“, fragte Ginny vorsichtig. Hermine nickte und begann zu erzählen. Ab und zu stockte sie und versuchte sich wieder zu beruhigen. Sie wollte nicht so viel weinen. Ihr Kopf tat weh. Nachdem es Hermine zumindest was die Tränen anging ein wenig besser ging, machte Ginny für die beiden erst einmal Tee. Gerade, als sie sich wieder auf die Sofas gesetzt hatten, wurde die Tür aufgeschlossen und Harry trat ins Wohnzimmer, um Hermine zu umarmen und Ginny einen Kuss zu geben. Er setzte sich neben Ginny und schwieg. „Ist er jetzt weg?“, fragte Hermine nach einiger Zeit. Harry sah sie an. Und nickte. „Jaah, wie haben seine Sachen eingepackt während er mir erzählt hat was passiert ist. Danach hab ich ihn erst einmal gefragt, ob er sich bewusst ist, was er da getan hat. Er meinte vor einem Monat noch, er denke darüber nach, ob...“ Harry brach seine Erzählung ab. „Ob was?“, fragte Hermine nach. Harry sah gequält zu ihr, danach zu Ginny. Diese wiederum nickte ihn aufmunternd an. Also begann Harry weiter zu erzählen. „Nun ja, er hat darüber nachgedacht, ob es nicht vielleicht an der Zeit wäre, dich zu fragen, ob... Ob ihr heiraten wollt“, schloss er letztendlich. Hermine sah ihn geschockt an. Ron, ihr Ron, hatte sie fragen wollen? Hermine schluckte. „Und wieso hat er mich nicht gefragt, wenn er es doch wollte?“ „Ihr habt euch an dem Abend gestritten, nachdem er mir davon erzählt hatte. Weißt du noch, der Streit wegen der Kinder?“ Hermine dachte nach. Und da wurde ich schlagartig bewusst, was Harry meinte. Hermine hatte zu Ron gesagt, dass sie es mit Kindern nicht eilig hatte und nicht wusste, ob sie überhaupt in naher Zeit welche haben wollte. Er hatte dies nicht eingesehen und es so aufgenommen, als wollte sie nur mit ihm keine Kinder. „Und deswegen hat er seine Meinung geändert?“, fragte sie Harry mit belegter Stimme und glasigen Augen. Harry schüttelte den Kopf. „Nein“, begann er, „er dachte, du wolltest eh nicht. Zumindest hat er das vorhin gesagt.“ Hermine fing an zu schluchzen. Sie nahm sich ein Taschentuch, um die Tränen daran zu hindern, ihre Wangen hinab zu kullern. Ginny setzte sich neben sie und nahm sie in den Arm. „Hey, Süße, das wird bestimmt wieder. Vergiss ihn einfach. Und wenn du möchtest, kannst du solange hier bleiben, wie du möchtest. Wir verstehen, wenn du vorerst nicht alleine bleiben möchtest“, flüsterte ihr Ginny liebevoll ins Ohr und streichelte ihr sanft über die Wange. Sie lächelte Hermine an und diese lächelte schwach zurück. „Danke, ich würde gerne zwei drei Tage hier bleiben, wenn es keine Umstände macht“, sagte sie. „Wollen wir dann eben nachschauen, ob wir ein Nachthemd von mir finden, das dir für diese Nächte gefällt?“ fragte Ginny Hermine aufmunternd. Hermine nickte und so machten sich die beiden auf den Weg ins Schlafzimmer von Ginny und Harry, um ein Nachthemd für Hermine aus deren Schrank zu holen. Danach machten sie noch das Gästezimmer gemeinsam fertig.
Hermine hatte sich an diesem Abend müde ins Bett fallen lassen und sich schluchzend wie ein Kind zusammen gerollt. So schlief sie unter Tränen und mit dem letzten Gedanken an Ron ein.
Doch heute sollte es anders sein. Heute war Samstag, und somit musste sie heute nicht zur Arbeit gehen. Sie blieb noch ein paar Minuten liegen, stand dann aber auf, um nachzusehen, ob Ginny oder Harry vielleicht schon wach waren.
Und tatsächlich, in der Küche saßen beide und unterhielten sich. Hermine hörte vom Flur aus ein paar Dinge, die vielleicht nicht unbedingt für sie bestimmt waren.
„Und trotzdem ist es mal wieder typisch Ronald Weasley, kann einfach nicht auf anderer Leute Gefühle achten und muss gleich so protzig werden und seine Beziehung hinschmeißen, nur weil es für den armen Ronnie ausnahmsweise mal ein wenig kritisch ist und es viel Streit gibt“, zeterte Ginny während sie Rührei machte. Harry saß am Tisch und legte seine Zeitung beiseite. „Ich kann doch auch nichts dafür, er sieht es einfach nicht ein. Ich habe so oft mit ihm gesprochen, aber er wollte es einfach nicht verstehen, dass etwas Streit nun mal auch dazu gehört“, warf Harry zu seiner Verteidigung ein. Man sah ihm an, dass er nicht sonderlich große Lust hatte, Ron in so einem Moment auch noch zu verteidigen. „ich werde nachher zu ihm gehen und ihm so gehörig seine vier Buchstaben versohlen, dass er nicht mehr-“. Doch Ginny wurde von Hermine unterbrochen; „Nein, bitte lass ihn. Es ist seine Entscheidung, und wenn er meint er ist unglücklich mit mir, dann will ich ihm nicht im Wege stehen. Aber ich möchte nicht, dass ihr euch nur deswegen streitet.“ Ginny und Harry hatten etwas geschockt geschaut, als sie bemerkt hatten, dass Hermine sie gehört hatte. „Oh Herm, äh. Hast du gut geschlafen?“, fragte Ginny sie und versuchte somit, die Peinlichkeit zu überspielen. „Es ging, ich habe geträumt, dass ein Elefant durch meine Wohnung rennt und das Sofa aus dem Fenster schmeißt, was immer das auch bedeuten mag, ich glaube nicht, dass es sonderlich gut ist.“ Harry prustete in seinen Kaffee. „Naja, es scheint so als ginge es dir immerhin wieder ein wenig besser.“ Aufmunternd lächelte er sie an und bot ihr den noch freien Platz neben sich an. Hermine setzte sich und frühstückte mit den beiden. „Was habt ihr heute so vor?“, fragte Hermine nach einiger Zeit des Schweigens. „Oh, also Harry wird hier bleiben und sich ein wenig um seine Arbeit kümmern und ich hatte vor in die Winkelgasse zu gehen. Hast du Lust mit mir zu kommen? Es soll dort einen neuen Buchladen und ein neues Kleidergeschäft geben.“ Hermine strahlte Ginny an und lief schon los, um sich noch schnell zu duschen, damit sie recht früh los konnten und genug Zeit hatten.
so, hab einfach schonmal weiter geschrieben, mich überkommt grade die Fantasie und die Lust, schnell weiter zu schreiben ;) Kommis?
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