
von Morgan
Ich war unterwegs zum Quidditchfeld. „Ich glaube es nicht!“, murmelte ich. Ich glaubte es echt nicht!! Da hatte sie mich doch tatsächlich während Zaubertränke überredet zu fliegen!! Ich schnaufte. Ich war echt total dämlich! Mich konnte man wirklich leicht zu etwas überreden! Vor allem, wenn man mir versprach die Hausaufgaben in Zaubertränke zu machen! Ich kickte einen Kiesel weg. Ich schnaufte nochmal. Ich hasste Kira! Nein, eigentlich nicht, doch, manchmal. Endlich war ich angekommen und bestieg den Schul-Besen. Ich merkte schon, dass ich leicht panisch wurde. Ich stieß mich ab und schwebte ca. 1 Meter über den Boden. Ich schloss meine Augen und ich sah bildlich vor mir, wie ich damals zuerst gegen einen Pfosten geflogen und dann gefallen bin. Tief gefallen. Ich klammerte mich an den Bestenstil. Mein Herz klopfte und ich hatten den Eindruck, dass es so fest schlug, dass mir gleich der Brustkorb platzen würde. Da fing der Besen an zu bocken. Hm..Hatte nicht mal irgendjemand gesagt, dass Besen wie Pferde waren? Naja, war mir in dem Moment so ziemlich egal. Ich fiel runter. Ziemlich blöd, fiel ich runter. So richtig ‚Arsch vorraus’. Der Besen landete neben mir und blieb leblos liegen. Vor Wut fing ich an zu heulen. Warum war ich damals so scheiße gefallen? Und warum zum Teufel hatte ich jetzt so tierische Angst? Ich nahm den leblosen Besen und schleuderte ihn ein paar Meter von mir weg. „Ich werde nie wieder nen Besen besteigen!“, murmelte ich wütend und riss Gras raus. „Was ist denn bei dir kaputt?“, fragte plötzlich jemand. Ich zuckte zusammen und starrte auf zwei Beine, die ich gerade vorhin nicht bemerkt hatte. Mein Blick wanderte rauf. Fred Weasley. „Nix ist bei mir kaputt.“, sagte ich genervt. Hatte mir gerade noch gefehlt, dass mir jemand beim Heulen zuschaute. „Ahja und du wirfst den Besen um die Weltmeisterschaft im Besenwerfen zu gewinnen. Heulen tust du, um deine Augen auszuspülen. Und Gras ausreißen, weil es mal gemacht werden muss.“, meinte er grinsend. Wütend schaute ich ihn an. Ich stand auf. „Sag bloß du willst mich jetzt verhexen!“, grinste er spöttisch. „Boa, halt die Klappe!“, fauchte ich. „Kira macht übriegends gerade deine Hausaufgaben.“, sagte er und schaute mich an. „Schön für dich!“, zischte ich und marschierte zum Schloss. Was gings ihn denn an? Im Schloss begegnete ich auf ein paar Slytherins, die mich blöd anmachten, dann noch Mrs Norris, die ich am liebsten gegen die Wand klatschen würde, so blöd wie sie mich anschaute.
Oben im Gemeinschaftsraum waren nicht viel Leute da. Kira saß an einem Tisch und schrieb irgendwas. Ich ließ mich neben sie auf einen Sessel fallen. Sie schaute mich an. „Frag bloß nicht.“, seufzte ich. „Warum?“, fragte sie und schrieb weiter. „Ich bin wieder gefallen, ok? Ich hasse Besen! Und dann ist noch dieser Trottel von Fred Weasley aufgetaucht und hat mich ausgelacht.“, sagte ich angepisst. „Selber schuld, wenn man sich so doof anstellt.“, meinte Kira und drückte mir ein Pergament in die Hand. „Deine Hausaufgabe. Wie versprochen. Bin jetzt weg! Tschüüs!“ Und weg war sie. Ich starrte ihr kurz nach. Würd mich nicht wundern, wenn sie ein Date hätte... „Na, wie gehts?“, fragte Hermine und setzte sich den Sessel, aufdem gerade vorhin noch Kira gesessen hatte. „Naja, eigentlich ganz gut, dir?“, antwortete ich und schaute sie an. „Ich bin aufgeregt wegen den ZAGs. Du hast sie ja schon geschrieben. Sind sie sehr schwer?“ „Du fängst jetzt schon an?“, fragte ich vorsichtig. Hermine schüttelte ihren Kopf. „Nö, noch nicht, aber ich würde gern wissen was so auf mich zukommen wird.“, antwortete sie. Sollte ich ihr sagen, dass ich 2 Wochen vor den Prüfungen angefangen hatte zu lernen? Lieber nicht. So erzählte ich ihr wie die Prüfungen bei mir abgelaufen sind und was man so gefragt hat. Hermine hörte aufmerksam zu und ich hatte den Verdacht, dass sie sich alles merkte. Als ich fertig war nickte sie langsam. „Wie ich gehört habe, schaffst du das locker.“, meinte ich. „Ach, nein, ich weiß nicht.“, wehrte sie ab. Ich musste grinsen. Da fiel mir ein, dass ich meinen Eltern ja noch nen Brief schicken wollte, der schon fertig geschrieben war. „Ich geh schnell nen Brief abschicken!“, sagte ich und stand auf. Hermine nickte. Ich machte mich auf den Weg zum Eulenturm. Schnaufend ging ich die steile Treppe hinauf. Oben rutschte ich erstmal auf dem Eulendreck aus und war voll geschmiert mit dem Zeug. „Ääääh.“ Ich stand auf und schaute auf meinen Umhang runter. Na super! Überall Eulen-Scheiße! Ich wollte meinen Zauberstab rausholen, aber ich hatte ihn vergessen. Dann musste ich wohl oder übel wie ein Misthaufen zurück laufen. Naja, erstmal musste ich meinen Brief abschicken, der wie durch ein Wunder nicht zerknittert und nicht dreckig geworden war. „Cookie?“, fragte ich und schaute mich um. Da kamm auch schon Cookie angeflogen und setzte sich auf meine Schulter. Richtig riesig war er. Und schwer. „Ok, bringst du den Brief Mum und Dad?“, fragte ich ihn. Er klapperte mit seinem Schnabel und zwinkerte. Ob er wirklich zwinkerte, wusste ich nicht, aber es sah so aus. „Danke!“, meinte ich und ging zum Fenster. Dort setzte sich der Gute auf das Fensterbrett und ließ sich den Brief an seinem Bein befestigen. Zur Verabschiedung zwickte er mir nochmal in den Finger, dann flog er los. Ich schaute ihm nach, bis er zwischen weißen Wolken verschwunden war
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