
von _Severus Black_
Gemeinsam mit Harry und Ginny gingen Hermine und Ron nach unten.
Gleich würde die Trauerfeier beginnen. Eigentlich hatte er kein großes Bedürfnis, dort zu erscheinen, aber andererseits war er es allen schuldig.
Die meisten Leute waren schon auf den Weg nach draußen.Sie waren alle in schwarz und in ihren Gesichtern spiegelte sich ihre Trauer wieder,so sehr,
dass Harry es fast nicht mehr ertragen konnte.Die Toten waren nur wegen IHM gestorben! Nur weil sie Harry vertedigt hatten.Seine Schuldgefühle brachten ihn fast um.Ginny schien zu spüren,was in ihm vorgeht, denn sie nahm kurz seine Hand und lächelte ihn an.
Draußen herrschte eine kaum ertragbare Stille, wie damals bei Dumbledores Beerdigung. Die Menschen bildeten einen Kreis um die vielen Särge,die dort waren. Es waren SO viele.So viele Menschen hatten im Krieg ihr Leben verloren.Harry erkannte den Mann, der damals schon bei der Beerdigung von Dumbledore die Rede gehalten hatte. Er räusperte sich kurz:,,Meine Damen und Herren. Wir sind heute hier, um uns von diesen vielen Menschen zu verabschieden. Manche von ihnen gehörten zu Ihrer Familie, waren ihre Freunde..."
Harry versuchte krampfhaft,die Worte nicht zu hören, er starre einfach nur auf die Särge. Einer von denen gehörte Severus Snape. Dem Mann, den Harry so gehasst hatte, den er als Feigling bezeichnet hatte... Er hatte sich so in ihm getäuscht. Hätte er die Möglichkeit gehabt,dann wäre er zu ihm gegangen, ihn um Verzeihung gebeten... Jetzt war es zu spät. Seine Entschuldigung würde er nie hören...
Ron stupste ihn an. ,,Kommst du mit auf den Friedhof?"
Verwundert starre er Ron an,dann fiel es ihm auf: Die Särge waren verschwunden! Einige Leute machten sich auf den Weg nach Hogsmeade, die meisten aber gingen zum Schloss zurück.
,,Nein, ich komme nicht mit.Irgendwann mal vielleicht,aber nicht heute."
,,Ich dachte schon,ich wäre der einzigste, der nicht das Bedürfnis verspürt,mitzugehen", sagte er und versuchte zu lächeln, was ihm jedoch ziemlich misslang.
Auch Hermine und Ginny,die beide Tränen in den Augen hatten, gingen nicht nach Hogsmeade.
Und so setzten sich die Vier ans Ufer des Sees.
Nach und nach kamen noch andere hinzu, wie Neville,Luna,Dean usw.
Sie setzten sich zu ihnen und eine Weile lang saßen sie schweigend da, starrten auf den See,jeder hing seinen Gedanken nach.
,,Kaum zu glauben, dass es vorbei ist", flüsterte Neville.
Sie sahen ihn alle an, jeder von ihnen wusste, dass er damit nicht die Beerdigung meinte.
,,Sirius hatte Recht gehabt", meinte Hermine.,,Er hatte uns von Anfang an gesagt, dass es zu einem Krieg kommen würde. Aber damals hab ich ihn nicht so ernst genommen.Und jetzt..."
Sie verstummte und starrte traurig auf den See. Stille trat wieder ein.
Wahrscheinlich vergingen Stunden, bis die Ersten aufstanden und zum Schloss zurückkehrten.
Nach und nach folgten einige ihrem Beispiel und schließlich erhob sich auch Ron. Er warf Harry einen fragenden Blick zu.
Harry nickte nur, stand auf und streckte Ginny seine Hand aus. Die nahm sie wortlos und schweigend gingen Harry,Ron,Hermine und Ginny zum Schloss zurück.
Sie gingen in die große Halle, wo die meisten Familien saßen und sich gegenseitig trösteten.
Harry erkannte die Familie Weasley, die am Gryffindortisch saß.
Langsam gingen sie auf die kleine Menschentraube zu. Mrs.Weasley sah verzweifelt aus,Fleur hatte anscheinend ziemlich doll geweint,aber kein Gesicht sah so schlimm aus, wie das von George. Er starre ausdruckslos auf die verzauberte Decke,versuchte wahrscheinlich nicht zu weinen.
Sein Anblick versetzte Harry ein Stich ins Herz.Wie gerne hätter er George jetzt getröstet, aber Harry wusste,dass George das nicht wollte.
George hätte nie zugegeben, wie sehr er Trost und Hilfe brauchte. Das war einfach nicht typisch für ihn.
,,Setzt euch doch", meinte Mr.Weasley nur, krampfhaft daurauf bedacht niemanden anzusehen.
,,Wir gehen gleich nach oben", sagte Ginny schnell. Sie wollte sich nicht zu ihrer Familie setzten. Das würde sie nie und nimmer aushalten.
Sie hasste diese Stille, die einen fast erdrücken konnte.Natürlich wollte Ginny für ihre Familie da sein, aber sie brachte es einfach nicht über sich.
Sie wollte es einfach noch nicht wahrhaben,dass Fred ... dass er tot war.
Auf einmal wurde ihr schwindelig,tausend Gedanken schwirrten durch ihren Kopf,sie hörte Freds Stimme, sein Lachen.
Ginny hielt es nicht mehr aus: Sie rannte aus der Halle,einfach nur fort von ihrer Familie,fort von den Gedanken an Fred...
Sie wollte einfach nur weg!
,,Ginny!", rief Harry verzweifelt und rannte ihr nach.
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