
von goldenangel
Kapitel 3 – Die Tochter
Um die Mittagszeit desselben Tages begann sich Rommy zu regen. Ihr Magen knurrte und so musste es wohl Essenszeit sein, doch auch das Licht der Sonne, welches durch das eine Fenster in den Raum drang, sagte ihr, dass es wohl Zeit war in die große Halle zu gehen. Räkelnd wand sich die junge Frau herum und kam auf dem Rücken zum Liegen, drehte den Kopf, doch das Bett war leer, keine Spur von Snape.
Die Zaubertränkelehrerin richtete sich auf und fuhr sich durch ihr zerzaustes Haar. Natürlich hatte sie mit so etwas gerechnet, sie hatte gehört wie er ihr auf ihre Frage doch noch mit einem knappen „Später“ geantwortet hatte, auch wenn es in diesem Moment nicht gänzlich zu ihr durchgedrungen war, so hatte sie es dennoch aufgenommen. Es war erstaunlich genug gewesen, dass sie aneinander gekuschelt eingeschlafen waren, oder war nur sie eingeschlafen? Sie konnte es nicht sagen, doch was sie definitiv wusste, waren die starke männliche Arme, die sie umfangen hatten und ihren Rücken an seine Brust gezogen hatten.
Mit einem Stöhnen streckte Rommy ihre Beine aus dem Bett und erhob sich, schwankte für eine Sekunde und griff nach dem Bettpfosten. Ihre Beine schmerzten und etwas anderes noch sehr viel mehr, doch das lies nur ein kleines Grinsen auf ihrem Gesicht entstehen. Einen Moment nahm sie sich Zeit und begutachtete seinen Schlafraum. Ein großer dunkler Schrank, ein Liegesessel in der Ecke und im Zentrum des Raumes ein großes Bett mit Baldachin. Erst jetzt viel ihr auf, dass das Bettzeug in diversen Brauntönen gehalten war, nicht in den Farben Slytherins, wie sie es vermutet hätte. Langsam glitt ihr Blick wieder zu dem Sessel und sie lächelte, als sie ihre Kleidung fein säuberlich darauf liegen sah, sogar ihre Bluse war repariert, und sie zog sich an. Ein paar Mal strich sie durch ihre Haare um diese wieder zu glätten und dann betrat sie den Wohnraum. Kurz sah sie sich um, hatte aber nicht viel Zeit irgendeinen näheren Eindruck zu bekommen, denn Severus erschien in der Türe, welche zum Labor führte.
„Wir sollten endlich mit der Arbeit weitermachen.“, sagte er schlicht und mit vor der Brust verschränkten Armen, wand sich wieder um und verschwand zurück ins Labor.
Seine Stimme hatte völlig neutral geklungen, weder bösartig oder gemein, noch höflich oder gar nett und dies verwirrte Rommy fast mehr als wenn er ihr einen bissigen Kommentar an den Kopf geworfen hätte. Sie lächelte ein wenig und fragte sich, ob er es sich doch überlegt hatte und sie des Öfteren in seinem Bett haben wollte. Nach diesen paar Stunden würde die junge Frau es definitiv nicht ablehnen, egal was er sonst für ein Ekel sein mochte. Sie hatte gesehen, dass er durchaus anders sein konnte, und wenn es nur im Bett war.
Mit langsamen Schritten folgte Evans dem schwarzhaarigen Lehrer zurück in das Laboratorium. Er war bereits wieder vor einem Kessel, schnitt Zutaten, gab diese in den Kessel und schrieb dann einige Notizen auf ein Stück Pergament. Seine Miene war so versteinert und undurchdringlich wie sonst und Rommy atmete tief durch als sie neben ihn trat.
„Kann ich helfen?“, fragte sie mit einem Lächeln.
Das Lächeln gefror ihr mitten auf dem Gesicht als Severus sie ansah. Seine Miene war kalt und herablassend, doch die Worte kamen so neutral und so dermaßen gleichgültig, dass es die blonde Frau mehr verletzte als jedes beleidigende Wort, das er hätte sprechen können.
„Ich denke MIR haben Sie genug geholfen Rommy.“, ein befriedigender Ausdruck trat für einen Moment auf sein Gesicht, ehe er sich wieder seiner Arbeit zu wandte.
Er hörte wie die Hexe nach Luft schnappte und spürte förmlich, wie sie nach Fassung rang, ihr Körper war nah genug neben ihm, dass er bemerkte wie sie zu zittern begann, doch Severus ignorierte es erfolgreich und konzentrierte sich auf die Arbeit vor ihm.
„War es wenigstens gut mit Lilly Evans zu vögeln?“, kam es gezischt an sein Ohr und er horchte auf, hob den Kopf und drehte selbigen langsam zu Rommy herum.
„WAS?!“ fuhr er sie an mit einer Stimme, die jeden hätte zurückweichen lassen, doch Evans stand wie ein Fels in der Brandung vor ihm und diesmal loderte zwar der Zorn in ihren Augen, dennoch lies sie sich nicht davon beherrschen.
„Sie sagten selbst, dass ich Lilly Potter sehr ähnlich sehe und ich weiß, dass sie in ihrer Schulzeit befreundet waren, sich von ihr mehr erhofft hatten, aber zu feige waren den einen Schritt zu wagen.“ ihre Arme verschränkten sich vor der Brust um das aufkeimende Zittern ihrer Hände zu unterdrücken.
„Haben Sie es sich so vorgestellt wie es sein würde, wenn Sie sie doch bekommen hätten und sie sich nicht für James Potter entschieden hätte?“ Ihre Stimme war ruhig und doch laut genug um ihm zu zeigen, dass es keinesfalls eine Kleinigkeit war.
„Wie können Sie es wagen...“, schnaubte Severus.
Ja verdammt, er hatte sich von ihr angezogen gefühlt, da sie Lilly so Gott verdammt ähnlich sah, doch was ihn letztlich angezogen hatte war etwas anderes gewesen, ihre Leidenschaft, körperlich wie geistig. Den Teufel würde er allerdings tun und ihr dies zu sagen, davon abgesehen, dass sie es ihm im Moment eh nicht abkaufen würde. Außerdem war er empört darüber, dass sie sich erdreistete so über ihn zu urteilen. Sie kannte ihn nicht und sie kannte weder Lilly noch Potter. Aber woher wusste sie dies? Hatte sie es geraten? Aus Nachforschungen konnten sie es kaum haben, denn seine Gefühle hatte er schon in der Schulzeit gut verborgen, einzig und alleine Lilly hatte es hin und wieder bemerkt.
„Sie haben keine Ahnung von mir oder von Lilly.“, knurrte der ehemalige Todesser scharf. „Und erlauben Sie sich nie wieder ein Urteil über mich oder Sie werden es bereuen.“, fuhr er sie an und war einen Schritt nach vorne gegangen und hatte Rommy dabei ein Stück nach hinten geschubst.
Ohne das Rommy es verhindern konnte stiegen ihr die Tränen in die Augen und auch wenn sie ihr Gesicht verzog und die Tränen daran hinderte über ihre Wangen zu laufen, so sah Snape doch das Glitzern in den Augen. Hatte er sie jetzt verletzt? Wie dumm war sie denn eigentlich? Hatte er sie so überschätzt? War sie doch nur ein verweichlichtes kleines Frauenzimmer, welches nur die Starke spielte?
„Ich habe Ahnung. Ich habe sogar sehr viel Ahnung. Mehr als mir lieb ist.“, presste sie zwischen den Lippen hervor. „Ich wünschte mir manchmal es wäre nicht so, dass ich nichts damit zu tun hätte, dann würde er Schmerz aufhören.“, Evans lies den Blick zu Boden wandern. Sie wusste es war gefährlich was sie hier tat, soviel preiszugeben, aber er hatte sie verletzt, zu behaupten sie hätte keine Ahnung. Oh wenn er nur wüsste.
Das Ärgernis über diese junge Frau wuchs in Snape. Maß sie sich allen ernstes an etwas über Lilly zu wissen? Über ihn zu wissen? Doch ihr letzter Satz lies ihn verwundert die Stirn runzeln. Er wusste, dass sie damit die Bilder meinte, die er gesehen hatte, er hatte dabei soviel Schmerz und Kummer gespürt, dass es jeden normalen Zauberer wohl überwältigt hätte, doch er hatte sich unter Kontrolle. Aber was hatte dies mit Lilly zu tun oder gar mit ihm? Ein leises Schluchzen erklang und als er ihr wieder ins Gesicht sah, sah der Zaubertränkelehrer, dass die Blondine weinte, die Tränen nicht mehr hatte aufhalten können. Verdammt, was sollte er jetzt denn tun? Er war verärgert über sie und er hatte keine Lust ihr Trost zu spenden. Und davon mal abgesehen wusste er auch überhaupt nicht, wie so etwas funktionierte, denn erhatte es nie zuvor getan.
Ihr Schluchzen wurde stärker und ihr Körper begann sich zu schütteln von dem Weinkrampf der sie nun erfasste und leise Laute des Wehklagens traten über diese Lippen, die er noch vor wenigen Stunden liebkost hatte. Seufzend löste Snape seine verschränkten Arme und griff nach Rommys Schultern, zog sie zu sich an seine Brust und blieb so stehen. Mehr konnte er nicht tun, und das schien ihm auch das vernünftigste. Seine Augen wurden vor Überraschung größer als Rommy ihn nicht sofort wegstieß, wie er es eigentlich erwartet hatte, sondern ihre Arme zittrig um seinen Körper schob, sich auf seinem Rücken in seine Gehrock krallte, den er wieder trug.
„Oh Gott.“, wimmerte sie nach Atem ringend, spürte dann plötzlich ihre Beine nachgeben und sackte nach unten.
Doch da waren Arme, die sie festhielten, sanft mit ihr in die Knie gingen und sich auf den Boden setzten. Snape lehnte sich mit dem Rücken gegen die Wand der Arbeitsanrichte und zog Rommy zu sich. Wie ein kleines Häufchen Elend rollte sie sich an seiner Seite zusammen, presste ihr Gesicht an seine Brust und ihre Finger krallten sich immer noch fest in den Stoff seines Gehrocks. Was war nur mit ihr los? So angefahren hatte er sie nun auch nicht, also warum reagierte diese Frau so heftig? Langsam löste Severus seine Hände von ihren Schultern und fuhr auf ihren Rücken strich in langsamen Bahnen darüber; das hatte er bei Schülern gesehen und er war sich nicht sicher, ob er zu fest rieb, aber sie würde es sicher sagen, wenn es weh tat.
Rommy war noch nie so dankbar dafür gewesen, dass Snape bei ihr war. Er hielt sie einfach fest, lies sie Weinen und stellte keine Fragen, akzeptierte, dass sie sich beruhigen musste und dass keine Worte dies bewirken könnten. Warum hatte sie so die Fassung verloren? Sie wusste es selbst nicht, aber seine Aussage, dass sie keine Ahnung hatte von Lilly, es hatte eine Wunde so tief aufgerissen, dass alles auf einmal wieder auf sie eingeströmt war, sämtliche Erinnerungen.
Erinnerungen, die sie hatte wieder haben wollen und dann so schockiert darüber war, dass sie diese gleich wieder verdrängte, ehe sie wusste, was sie zu tun und wie sie damit umgehen sollte.
Einen Moment in ihrem hysterischen Weinkrampf schoss es ihr durch den Kopf Severus alles zu sagen, einfach alles und endlich diese Last loszuwerden die sie ganz alleine mit sich herumschleppte wie einen schweren Mühlstein, der an ihrem Hals baumelte. Doch Rommy wusste, dass sie es nicht riskieren konnte, es musste ein Geheimnis bleiben, er durfte es nicht erfahren, denn wenn es Voldemort erfuhr oder gar Harry... nein, sie musste schweigen. Solange schweigen, bis die richtige Zeit gekommen war. Doch es war hart, sich niemandem anvertrauen zu können. Ihre Zieheltern waren so weit weg, in den USA und sie war hier, musste alleine damit klar kommen. Wie gerne würde sie es Severus einfach zeigen, damit er verstand, damit er wusste, was sie in diesem Moment so quälte, was sie eigentlich dauernd quälte, nur dass sie es niemanden sehen ließ. Demonstromens, dies war ein Zauber mit dem man seine Gedanke und Erinnerungen freiwillig mit einem anderen Teilen konnte und obwohl Rommy nur daran gedacht hatte, den Zauber nicht ausgesprochen hatte, so spürte sie die Veränderung und schloss keuchend die Augen und hörte nur entfernt wie Severus scharf die Luft in seine Lungen sog als in seinem Kopf Erinnerungen von Evans auftauchten.
Er war jetzt nicht einfach nur Beobachter wie bei Legilimens sondern er WAR Rommy, erlebte alles aus ihrer Sicht, mitsamt aller Gefühle. Er war ein lachendes kleines Mädchen, welches auf ihre Eltern zurannte und dann von ihrem Vater hochgehoben wurde. Es war James Potter, und die Frau neben ihm...
„Lilly.“, schoss es ihm durch den Kopf als sie ihre Tochter liebevoll anlächelte. Die Szene wechselte und wieder war da dieses schwarz und rot und die Blitze, doch dann sah er klar. Rommy hatte mit ihren Eltern einen kleinen Ausflug an einen See unternommen und patschte freudig im seichten Wasser herum als plötzlich wie aus dem Nichts Todesser auftauchten. Ihre Eltern schrien ihr oder in diesem Fall Snape zu er solle weglaufen, so schnell sie konnte, doch das kleine Mädchen rührte sich nicht, blieb wie versteinert im Wasser stehen. Und als sie sah, wie beinahe ein Fluch ihre Mutter erwischt hätte, ging ein Rucken durch ihre Beine. „Mama! Mama!“, schrie Severus mit Rommys kindlicher Stimme und rannte durch das Wasser auf seine Mutter zu. Sie stolperte fast als sie an Land kam, verlor beinahe ihren geliebten Stoffpanther. „Bleib weg Rommy!“, rief ihr James entgegen und dann tauchten endlich Mitglieder des Ordens auf und schlugen die Todesser in die Flucht. Plötzlich kreischte Snape mit Rommys Stimme auf als einer der Todesser plötzlich vor ihr erschien. Er hörte nur noch die Schreie von Lilly und rannte einfach in Panik los in den Wald, der Todesser war hinter ihr und sie stolperte, blieb mit ihrer Jacke an einem Ast hängen und sie zerriss. Dann wurde Rommy herumgerissen und sie sah oder besser gesagt Severus den bekannten grünen Lichtblitz... ein Avada Kedavra. Doch dann spürte er ein Ziehen in seinem Bauch, merkte nur noch wie das Stofftier aus ihrer Hand glitt und alles schwarz wurde.
Als Severus die Augen öffnete starrte ihn ein verweintes und gerötete paar blauer Augen schockiert an. Offenbar hatte sie dies nicht geplant gehabt. Sein Mund öffnete sich und schloss sich wieder. Die Kehle kam ihm wie ausgetrocknet vor und er bekam keinen Ton heraus. Was er da gerade gesehen hatte... er hatte gewusst dass Lilly und James eine Tochter gehabt hatten, doch wusste er von ihr weder den Namen noch was genau passiert war als sie gestorben war. Na ja, angeblich gestorben war.
„Wieso der Name Evans?“, war der erste Satz den er mit belegter Stimme fertig brachte. Es war nicht der beste Satz, den man in so einem Moment wohl sagen sollte, aber er war Snape und er war nicht dafür bekannt auf Gefühle anderer einzugehen oder verständnisvoll zu sein und auch jetzt tat er es nicht.
„Meine Zieheltern heißen so und ich hab den Namen angenommen.“, erklärte Rommy mit einem traurigen Lächeln. „Als ich erfuhr, wer meine Eltern waren fand ich es wie eine Ironie des Schicksals, dass ich den Mädchennamen meiner Mutter trug.“ Sie atmete tief durch und entschied, dass es jetzt egal war. Nun konnte er auch alles erfahren.
„Ich bin damals disappariert, vor lauter Schreck. Ziemlich große Magie für ein 8-jähriges Mädchen, aber ich denke es war die Angst.“, sie zuckte leicht mit den Schultern, bewegte sich ein Stück neben Snape und legte ihren Kopf an seine Schulter als sie zu erzählen begann, malte Muster auf seinem Rücken.
„Ich weiß nicht wie ich das fertig gebracht habe, ich weiß nur dass ich vor den Füßen von Richard und Liz Evans landete. Sie sind beide Zauberer und waren gerade dabei England zu verlassen und nach Amerika auszuwandern. Er hatte dort ein sehr verlockendes Jobangebot erhalten und natürlich waren sie auch froh vor Voldemort und seinen Anhängern zu fliehen.“, sie schluckte kurz und erzählte dann weiter und ihre Stimme wurde mit jedem Wort klarer, auch wenn Severus die Angst daraus hören könnte und sie ein wenig fester an sich zog.
„Sie wussten nicht wer ich war und ich brachte keinen Ton heraus. Ich stand unter Schock und sie konnten mich ja nicht einfach hier lassen und die Zeit um mich ins St. Mungo nach London zu bringen hatten sie nicht mehr, ihr Portschlüssel ging bald und so nahmen sie mich mit, wollten in den Vereinigten Staaten herausfinden wer ich war und meine Eltern informieren aber... ich hab nicht geredet. Ich konnte es nicht mehr. Ich hatte keine Erinnerungen mehr an den Vorfall, mein kleines Hirn hatte es einfach verdrängt, doch die Auswirkung war, dass ich nicht mehr sprach.“, Rommy hob ihren Kopf und sah Snape in die Augen.
„Den Rest kennst du ja zum Teil.“, sie grinste ihn leicht an, doch er wusste, dass es ein falsches Grinsen war.
„Sie konnten nicht herausfinden wer ich war, aber irgendwie hatten sie es auch nicht sehr eilig. Sie hatten jahrlang versucht selbst Kinder zu bekommen und dann landete ich bei ihnen. Na ja... es war selbstsüchtig und heute schämen sie sich auch dafür, aber ich kann es ihnen nicht verübeln, sie waren für mich da und haben mir geholfen.“ Ein Brummen von Severus zeigte ihr, dass er dies nicht so sah und kurz lächelte Rommy ehrlich erheitert.
„Ich fing wieder zu sprechen an und als ich alt genug war hat mir ein Heiler die Erinnerungen wiedergegeben, die sich in meinem Gedächtnis vergraben hatten.“ Wie von selbst hob sich eine von Rommys Händen und sie fuhr über Snapes Wange. Sie war ein wenig rau von kleinen feinen Bartstoppeln überzogen, doch es fühlte sich trotzdem auf ihrer Handfläche gut an. Und sie sprach ruhig weiter während sie ihm über die Wange strich, erzählte von dem Schock, durch den sie fast nicht mehr zur Schule hatte gehen können, denn ihre Eltern waren mittlerweile tot. Und sie hatte einen kleinen Bruder, irgendwo in England. Doch was sollte ein Teenager dagegen ausrichten? So beendete sie die Schule und absolvierte eine Ausbildung zum Auror um dann nach England zu gehen und sich zu rächen. Aber ihre Ausbildung lehrte sie, dass Rache nicht der richtige Weg war um sein Ziel zu erreichen, und auch wenn sie ihre Ausbildung mit Auszeichnung schaffte, so wusste sie selbst, dass sie noch nicht soweit war. Sich noch nicht ihrer Vergangenheit stellen konnte, und auch aus diesem Grund hatte sie Zaubertränke studiert. Und dann hatte sich das Schicksal eingemischt indem das Ministerium in England sie bat an einem Projekt mitzuarbeiten und als Lehrerin in Hogwarts zu unterrichten.
„Alles Weitere ist wohl überflüssig zu erklären. Ich hielt es für einen Wink des Schicksals, dass ich endlich zurückkommen sollte um meinen Bruder zu schützen und zu helfen den Dunklen Lord zu vernichten. Dumbledore denkt ich wäre einfach eine leidenschaftliche Kämpferin, die sich dem Orden anschließen möchte.“
Ihre Hand strich über seine Wange und Snape versteifte sich, doch ihr warmer und weicher und so unendlich trauriger Blick machte ihm klar, dass dieses Streichen über seine Wange eher zu ihrer Beruhigung war und er lies sie gewähren, entspannte sich sogar ein bisschen. Ihre Erzählung war wie aus einem Drama herausgegriffen und er konnte sich vorstellen wie es war, als sie erfahren hatte dass ihre Eltern tot waren, so war es ihm ergangen, als er erfuhr, dass Lord Voldemort Lilly getötet hatte. Severus ergriff ihre Hand an seiner Wange und drückte sie, drückte sie fest und sah ihr in die blauen Augen die ihn so traurig und wehmütig anblickten. Er war nicht der Typ Mann der eine Frau tröstete, der die passenden Worte hatte um ihr den Kummer und Schmerz zu nehmen, aber dennoch wollte etwas in ihm ihr das Leben erleichtern. Woher das plötzlich kam, dass wusste Severus selbst nicht. Solche Gefühle hatte er seit Lilly nicht mehr gehabt.
Ob es doch daran lag, dass sie seiner ehemals großen Liebe so ähnlich sah? Vermutlich schon, aber er fühlte nicht dasselbe, wie er einst für Lilly empfunden hatte. Es fühlte sich so anders an... soweit er sich noch erinnerte. Erst jetzt wurde ihm klar, dass er mit der Tochter von Lilly geschlafen hatte. Bei Gott, was hatte er getan. Würde James dies wissen, er hätte gekocht vor Wut. Aber dennoch, es war Lillys Tochter, ihre eigene Tochter. Kaum zu glauben dass sie ihr so ähnlich und doch so anders war.
Langsam kehrten sich die Gefühle in Snape wieder nach innen, er lies Rommys Hand los und stand auf, ließ die verwirrte junge Frau auf dem Boden sitzen. Es kam ihn fast vor als hätte er Lilly hintergangen indem er mit ihrer Tochter geschlafen hatte. Dass sie die Tochter von James und die Schwester von Harry war, war ihm gleichgültig. Sie war außerdem zu jung. Oh fällt dir ja früh auf Severus., meckerte seine kleine innere Stimme.
Rommy hatte sich in der Zwischenzeit ebenfalls erhoben und sah ihn fragend an. „Du darfst es niemandem sagen. Das musst du mir versprechen.“, bat sie ihn und trat einen Schritt auf ihn zu.
Der ehemalige Todesser wich ihr aus, ging zu dem kleinen Arbeitspult und sprach ohne aufzusehen: „Ich werde gar nichts versprechen. Gehen Sie jetzt.“ Es klang hart und als er hochsah waren seine Augen so kalt, dass es Rommy doch ein wenig fröstelte.
„Aber ich dachte...“, begann sie ein wenig unsicher. Er hatte sie gehalten, ihr geholfen nachdem er gesehen und verstanden hatte. Warum verhielt er sich so als wäre nichts geschehen? Dass er vergessen wollte, dass sie miteinander geschlafen hatten, hatte sie vorhin ja noch verstanden, aber jetzt? Und alles andere was er nun wusste?
„Aber Sie dachten falsch... Evans.“, sprach er sie wieder mit ihrem Nachnamen an. „Wenn Sie glauben diese rührselige Geschichte würde etwas ändern, dann sind Sie naiver als ich geglaubt habe.“, er wand sich ab und ging zu einem Regal um eine Zutat herauszuholen. Ihr so zuzusetzen war nicht fair, dass war ihm klar, doch er sah keine andere Möglichkeit sie von sich fern zu halten. Sie hatte etwas in ihm bewegt, ihn berührt und dies musste er wieder verschließen. Er konnte und er wollte es nicht zulassen und so stieß er sie von sich. „Ich muss zugeben, ich hatte mir allerdings immer so vorgestellt mit Lilly zu schlafen. Sie sind vermutlich wirklich die Tochter ihrer Mutter.“, sprach Snape während er die Flasche zur Arbeitsfläche brachte ohne Rommy auch nur einen Moment eines Blickes zu würdigen.
„W... was?“, fiepte die junge Frau mit dünner Stimme. „Aber...“, sie stoppte und schluckte schwer, nickte. „Natürlich. Ich werde Morgen wiederkommen und dann können wir... weiterarbeiten.“, das letzte Wort kam erstickt zwischen ihren Lippen hervor und dann griff sie nach ihrem Umhang und eilte aus dem Labor.
Snape hob den Kopf als die Türe sich schloss und war erstaunt, dass sie selbige nicht zugeschlagen hatte. Sie war eigentlich ganz ruhig gegangen und auch ihre Stimme war zwar traurig aber ruhig geblieben. Erstaunliche Frau., schoss es ihm durch den Kopf. Sie hatte nun wirklich nicht ein leichtes Leben gehabt und war trotzdem so stark und selbstsicher geworden und vor allen Dingen allen anderen gegenüber so nett und stets schenkte sie jedem ein Lächeln. Woher nahm sie diese Kraft? Severus schnaubte und schüttelte über sich selbst den Kopf. Er sollte sich nicht so viele Gedanken über diese Frau machen, egal wer sie war. Aber er musste mit Dumbledore sprechen, denn sollte doch herauskommen, wer sie war, dann war sie in Gefahr.
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Das Mittagessen war längst beendet und die meisten Schüler tummelten sich entweder Draußen herum um das letzte Sonnenlicht, das den Schnee zum glitzern brachte, zu genießen oder vertrieben sich innerhalb der Schule in ihren Gemeinschaftsräumen die Zeit, während wieder andere nach Hogsmead unterwegs waren. Rommy brauchte jetzt einfach ihre Ruhe. Sie musste einen klaren Kopf bekommen um wieder klar denken zu können.
Ihre Schritte führten sie zum See, allerdings nicht dorthin, wo sich eine große Zahl von Schülern aufhielt, sie ging ein gutes Stück weiter, direkt am Rand des Verbotenen Waldes und lies sich einfach auf den Boden fallen. Er war eiskalt vom Schnee und die Kälte kroch langsam in ihr hoch, doch das war Evans im Moment einfach nur egal. Sie zog die Knie an und legte die Arme darauf, starrte auf den See und blinzelte im Wind, war allerdings dankbar dafür, da so ihre Tränen nicht laufen konnten. Seufzend schloss Rommy die Augen und versuchte ihren Geist zu fokussieren. Sie war so in sich versunken, dass sie nicht bemerkte wie drei Schüler in ihrer Nähe stehen blieben und sich unterhielten.
„Also ich finde du solltest das nicht noch einmal tun Harry. Nach Hogsmead ohne Erlaubnis und dass wo überall Dementoren sind...“, mahnte Hermine kopfschüttelnd und mit besorgter Stimme.
„Ach Hermine nun hab dich nicht so, es ist doch nichts passiert.“, winkte Ron ab.
Harry wollte gerade etwas erwidern, als er plötzlich rotes Haar im Wind wehen sah. Eine Gestalt saß im Schnee am Ufer des Sees. Sie saß völlig regungslos da, so als wäre sie nicht wirklich hier. Und während Hermine und Ron sich darüber stritten, ob es gut war für Harry, nach Hogsmead zu gehen, wenn Sirius Black auf freiem Fuß war und Harry noch dazu auf Rache wegen dem Verrat an seinen Eltern sann, ging er näher an das Ufer heran, und musterte die junge Lehrerin.
Sie sah ihr so ähnlich. Sie sah aus wie Lilly Potter, seine Mutter und auch wenn Harry sie nur von Bildern kannte und wusste das es nicht möglich war, so glaubte er doch, dass sie hier vor ihm saß. Er sah ihr Gesicht nicht, denn die Sonne schien darauf und verbarg genaue Züge.
„Mum?“, fragte der schwarzhaarige Junge leise und stand nun fast neben ihr.
Rommy braucht einen Moment bis sie wahrnahm, dass jemand zu ihr gesprochen hatte. Sie öffnete die Augen und blinzelte gegen das gleißende Licht der Sonne an, wand ihren Kopf herum. „Harry.“, kam es atemlos über ihre Lippen und sie wich ein Stück zurück, erschrocken ihn jetzt hier zu sehen, hatte sie doch gerade an ihn und ihre Eltern gedacht.
Auch Harry war erschrocken, dass es nicht eine Mutter war sondern...
„Professor Evans.“, schluckte er. „Ich... es...“ Er konnte nicht weitersprechen, denn plötzlich erfasste ihn eine Eiseskälte, kroch von seinen Füßen hinauf in seinen Körper und ein Gefühl, als wäre jegliche Freude aus ihm genommen erfasste ihn.
Evans riss die Augen auf als plötzlich hinter Harry ein Dementor erschien. Auch sie ergriff dasselbe Gefühl wie Harry, welches von dieser großen Gestalt in dem dunklen Umhang verursacht wurde. Doch war die Lehrerin wesentlich erfahrener als Harry und lies sich davon nicht beherrschen. Mit einem Satz war sie auf den Beinen, den Zauberstab gezogen und riss Harry hinter sich.
„Lass ihn in Ruhe!“, schrie sie den Dementor an, zeigte mit ein wenig zitterndem Zauberstab auf die Kreatur, doch diese war wenig beeindruckt. Der Dementor schwebte näher und gab rasselnde Geräusche von sich und seine skelettartigen Hände kamen zum Vorschein. „Nein nicht Harry!“, schrie Rommy.
„Harry! Harry!“, von weit her schienen die Stimmen zu kommen und Harry realisierte auch nicht, dass sie von Ron und Hermine stammten.
Harry stand starr vor Angst hinter Rommy, war nicht in der Lage sich zu bewegen und dann, als sie diesen letzten Satz schrie, da war es, als würde er seine Mutter sehen, sie presste seinen kleinen Körper an sich und legte ihn in ihr Bett und dann... dann war sie gestorben.
Ungläubig blinzelte er. Evans, natürlich. Wie hatte er dies vergessen können. Seine Mutter hatte so geheißen, bevor sie seinen Vater geheiratet hatte. Harry schreckte hoch als er wieder diesen Sog spürte und den Schrei seiner Mutter hörte... Moment, dies war nicht der Schrei seiner Mutter. Professor Evans schrie. Sie war vor Harry auf die Knie gesunken und der Dementor schwebte näher an sie heran. Der Dementor entzog ihr ihre Energie und sie keuchte schwer, murmelte unverständlich.
„Pro... Professor.“, wisperte Harry, sank neben sie, konnte sich nicht mehr auf den Beinen halten und sah zu ihr.
Die junge Frau blickte zu dem Jungen neben sich und ein kleines aber schwaches Lächeln erschien auf ihren Lippen. Sie schien Kraft zu sammeln und mit einem Mal hatte sie die Kraft laut zu sprechen. Sie stieß mit dem Arm, welcher den Zauberstab hielt in Richtung des Dementors.
„Expecto Patronum!“, rief Rommy und aus der Spitze ihres Zauberstabes drang zuerst nur weißer Rauch, doch dieser wandelte sich letztlich in eine Raubkatze – in einen Panther - und vertrieb den Dementor. Keuchend fiel sie vorne über, stützte sich mit den Handflächen ab. „Alles okay Harry?“
Harry war neben ihr nach vorne gesunken und nickte japsend. „Ja.“, schaffte es der Junge gerade zu sagen.
„Harry, Harry!!!“, hörte er seine Freunde abermals schreien, dann waren sie bei ihm und mit ihnen Professor Lupin.
Und während sich Ron und Hermine sofort auf Harry stürzten, wand sich Lupin an Rommy. Er hielt der Zaubertränkelehrerin seine Hand entgegen und als die rotblonde Hexe die dargebotene Hand ergriff, zog er sie mit einem Ruck hoch, so dass sie dicht vor ihm stand und nur sie hören konnte, was er ihr zu flüsterte.
„Ein Panther? Lillys und James’ Tochter liebte diese Tiere.“, er hatte die Augen skeptisch zusammengekniffen und musterte sie, hier im Sonnenlicht wirkte ihr Haar um so viele Nuancen roter und fast schon gar nicht mehr blond. Sein Blick war so durchdringend wie man es noch nie bei Remus Lupin gesehen hatte.
„Ich...“, Rommy war zu erschöpft. Es hatte sie ihre ganze Kraftreserven gekostet, sich gegen den Dementor zu behaupten. Sie hatte grauenvolles erlebt und der Dementor hatte es gefühlt, sich davon genährt, genauso wie er es bei Harry getan hatte. Nur durch den Blick von Harry und der Gedanke, dass ihm nichts passieren durfte, hatten ihr den Kraftschub gegeben, den sie brauchte um den Patronus-Zauber zu auszusprechen und den Dementor in die Flucht zu schlagen.
„Hier.“, Lupin hielt ihr ein Stück Schokolade hin, drückte es ihr in die Hand und kniete sich dann zu Harry, gab ihm ebenfalls etwas von der Schokolade.
Und während Lupin dafür sorgte, dass es Harry besser ging, ihn fast schon zwang die Schokolade zu essen, glitt selbige aus den Fingern von Rommy. Sie starrte hinunter zu Harry und ihr Blick blieb dann bei Remus haften. Er erinnerte sich noch. Nach all der Zeit erinnerte er sich noch daran, was als kleines Mädchen ihr Lieblingstier gewesen war. Doch was hätte sie denn tun sollen? Nur ein Patronus, ein vollkommener Patronus vertrieb einen Dementor. Sie durfte sich nichts anmerken lassen. Es war schlimm genug, dass sie es Severus gesagt oder eher gezeigt hatte. Ob er es für sich behielt war die Frage, denn versprochen hatte er es ihr nicht. Verdammt sie war so nachlässig, was war nur mit ihr los? Wo war die toughe Aurorin in ihr hinverschwunden? Irritiert über sich selbst schüttelte Rommy den Kopf und ging mit schnellen Schritten davon, hörte nicht auf Remus’ rufen und wusste, er würde ihr nicht folgen sondern bei Harry bleiben.
Und dafür war sie dankbar.
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Evans beschleunigte ihre Schritte, fing fast schon an zu laufen als sie das Schlossgelände hinter sich gelassen hatten, an der Abzweigung nach Hogsmead vorbei lief in Richtung der Berge. Sie wollte hier weg, wollte einfach nur noch hier weg. Sie lief um Hogsmead herum, rannte so schnell, dass der Schnee unter ihren Füßen nur so wegspritzte. Irgendwann versagten ihre Beine den Dienst und keuchend lehnte sich die junge Lehrerin gegen einen Baum, vergrub ihren Kopf unter ihrem Arm und schluchzte laut auf.
„Verdammt. Du bist so ein Idiot.“, schalt die rotblonde Frau sich selbst und drückte ihre Stirn gegen ihren Arm. „Wie konnte ich alles so aus dem Ruder gleiten lassen?“, murmelte Rommy und keuchte schwer, als sie plötzlich das Gefühl hatte, beobachtet zu werden.
„Beherrschung heißt das Zauberwort.“, ertönte plötzlich eine kalte Stimme hinter ihr und die Hexe wusste genau zu wem sie gehörte.
„Severus.“, murmelte sie leise, hob ihren Kopf und straffte sich als sie sich zu ihm umwand und ihm ein reizendes Lächeln schenkte, auch wenn es gespielt war. „Werde ich jetzt schon verfolgt?“
Der Zaubertranklehrer war in einen dicken Mantel über seine Umhang und der restlichen Kleidung gehüllt und trug einen grauen Schal. Er stand mit verschränkten Armen vor ihr und hob streng eine Augenbraue, sah sie missbilligend an. „Hätten Sie ihre Gefühle besser unter Kontrolle, wäre der Fehler, dass Sie mir ihre Erinnerungen mitteilten, nie passiert. Lupin scheint auch bereits auf der richtigen Fährte zu sein. Aber für ein schnüffelndes Etwas wie ihn sicher kein Problem.“, er grinste herablassend.
„Du hast keine Ahnung Sever... Snape. Sie haben keine Ahnung wie schwer es ist, wie schwer es die ganzen Jahre war.“, antwortete sie mit zusammengekniffenen Augen.
„Nein, wohl nicht auf diese Art, dennoch rechtfertigt es nicht, dass Sie dermaßen Ihre Position verraten haben. Stellen Sie sich vor, ich wäre noch ein Todesser. Diese Information ließe sich mehr als bestens gegen Potter verwenden.“, es sprach Harrys und ihren Familiennamen mit einer Verachtung aus, die Rommy rasend gemacht hätte, wäre es nicht so kalt.
Jetzt kam ihr auch, dass sie überhaupt keinen Mantel trug. Sie hatte nur ihre dünne Jacke und darüber den Umhang an. Fröstelnd hob sie ihre Arme und umarmte sich selbst, rieb sich die Oberarme und warf Snape einen vernichtenden Blick zu. „Was werden Sie jetzt tun Snape, hm? Werden Sie zu Dumbledore rennen und mich verpetzen?“
Severus seufzte. Diese Frau war wirklich zu viel für ihn. Er öffnete seinen Mantel und ging näher auf sie zu und hob abwehrend die Hände als sie zurückwich, um ihr zu zeigen, dass er ihr nur den Mantel geben wollte. Rommy lies es wortlos geschehen und augenblicklich wurde ihr wärmer als der schwarzhaarige Zauberer seinen dunkelgrauen Mantel um ihre Schultern legte. Kurz verweilten seine Hände auf ihr, dann zog er sie zurück als habe er sich verbrannt, ging einige Schritte rückwärts von ihr weg.
„Ich denke Sie sollten selbst so klug sein und mit dem Schulleiter über diese Situation reden. Er wird bestimmt eine Lösung kennen um zumindest Harry gegenüber und der anderen Seite ihre... Tarnung aufrechtzuerhalten.“ Mit einem Schmunzeln hatte er das Wort „Tarnung“ ausgesprochen, da er selbige für mehr als nur schlampig gemacht ansah. „Kommen Sie, wir sollten ins Schloss zurück. Ich will mir wegen Ihnen hier nicht den Tod holen.“, er wand sich um und schritt zurück in Richtung Schloss ohne darauf zu warten ob Rommy ihm folgte oder nicht.
Die kleine Professorin seufzte, zog seinen Mantel enger an sich und kurz ertappte sie sich dabei, wie sie ihre Wange sanft an dem Stoff rieb und seinen Duft tief in sich einsog. Benimm dich nicht wie ein Teenager., ermahnte sich Evans selbst und folgte Snape dann mit schnellen Schritten.
Der ehemalige Todesser ging zielstrebig voran, während er seinen Gedanken nachhing. Sie war schon etwas Außergewöhnliches. Nein, ungewöhnlich, sie war ungewöhnlich. Außergewöhnlich würde ja bedeuteten dass Severus sich für sie interessierte. Er hatte einen kurzen Spaziergang gemacht und war dabei Lupin und Potter samt Anhang begegnet und der Werwolf hatte ihm von dem Vorfall berichtet und irgendwie hatte er Sorge in den Augen des anderen Mannes gesehen und einem inneren Instinkt folgend hatte Snape die Spur von Evans bis hierher verfolgt. Natürlich hatte er sich keine Sorgen um sie gemacht, sie war alt genug um auf sich selbst aufzupassen. Doch war ihm bewusst, was für einen Kraftakt es erforderte einen Dementor zu vertreiben, selbst für einen erfahrenen Zauberer und so wäre es durchaus vorstellbar gewesen, dass sie irgendwo mitten im Nirgendwo zusammenbrach und dafür wollte er nun keine Verantwortung übernehmen.
Als er ihre Schritte hinter sich hörte, das Keuchen bemerkte, verlangsamte er seinen Gang ein wenig und lies sie aufholen.
Gemeinsam erreichten sie Hogwarts.
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