
von goldenangel
So, an dieser Stelle möchte ich mich jetzt mal herzlich bedanken bei den zahlreichen Lesern bedanken, egal ob Kommis hinterlassen wurden oder nicht. Ihr seit, die einem die Freude am Schreiben einer Story erhalten.
Also ganz dicke Danke schön an euch alle.
Und als Belohnung für euch gibt es am Wochenende noch ein Kapitel.
LG
goldenangel
P.S.: Das der benutzte Song gehört mir natürlich wie alles andere außer der Idee nicht, ich hab ihn nur ausgeliehen. :)
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Kapitel 5 - Können Wunden heilen?
Einige Tage später entschied sich Evans am Nachmittag zu einem Spaziergang und ging in ihre Privaten Räume um sich festeres Schuhwerk sowie Schal, Handschuhe und einen warmen Mantel anzuziehen. Sie betrat den Gang des Kerkers und stieß fast mit Snape zusammen, welcher ebenfalls auf dem Weg nach Draußen zu sein schien.
„Entschuldige.“, kam es aus beider Mund und Rommy lachte während Severus nur die Augenbraue hob.
Es kam selten vor dass er sich bei ihr entschuldigte und wenn dann nur, wenn er sicher war, dass keine unerwünschten Ohren es hörten, so wie jetzt in den Weihnachtsferien, wo die Schule praktisch ausgestorben war.
Snape schloss für eine Millisekunde die Augen denn bei dem Zusammenprall ihrer Körper schoss ihm das Bild von vor einigen Tagen in den Kopf, als sie sich in der Nische zu ihm gebeugt und ihn auf die Wange geküsst hatte. Hätte er seinen Kopf etwas weiter gedreht dann... Stopp! Er musste aufhören so zu denken und zwar sofort, ehe er die Beherrschung verlor.
„Du hast Aufsicht Draußen?“, erkundigte sich die junge Hexe und erhielt nur ein Nicken ihres Gegenübers. „Ich wollte ein wenig spazieren gehen. Was dagegen wenn ich dir Gesellschaft leiste?“
„Hm... ja ich...“, er räusperte sich um wieder Herr seiner Sinne zu werden und verfluchte sich als Rommy leicht lächelte. „Ich werde kaum spazieren gehen können da ich auf die wenigen Gören achten muss, damit sie sich nicht irgendetwas brechen in ihrem dummen Gebaren.“, er verschränkte die Arme vor der Brust um seinen Unmut ob dieser Aufgabe noch deutlicher kundzugeben und somit davon abzulenken, dass ihn dieser Körperkontakt kurzfristig aus der Fassung gebracht hatte.
„Ich werde mit dir aufpassen. Vier Augen sind besser als zwei. Ich möchte einfach nur etwas frische Luft schnappen.“, sie lächelte ihn an und hackte sich dann einfach bei ihm unter, überging es, dass er sich unwohl fühlte. „Also gehen wir.“, damit zog sie ihn in Richtung Treppe, die nach oben führte.
Severus ließ es widerstandslos mit sich geschehen. Er wunderte sich immer noch darüber, was er dieser Frau alles durchgehen lesen im Bezug auf ihn. Egal ob es ihre Art war mit ihm umzugehen, der Körperkontakt – welchen sie auffällig oft suchte, wie er fand – oder wie sie ihm über den Mund fuhr, wenn sie diskutierten oder eher fast schon ins Streiten gerieten. Niemandem hätte er je so etwas gestattet, zuletzt bei... ja bei Lilly. Er musste schmunzeln, jedes Mal wenn er daran dachte wie er sich manchmal in die Vergangenheit zurückversetzt fühlte, wenn er mit Rommy sprach und dennoch war es um so vieles anders. War er bei Lilly doch gezwungen gewesen sich zurückzuhalten um nicht deutlich zu machen, wie er zu ihr in Wirklichkeit stand. Natürlich zeigte er Rommy dies ebenso wenig, doch sie war ungebunden und er musste nicht damit rechnen, dass ein Mann alias James Potter ihn verhexte, zumal er jetzt auch nicht mehr so wehrlos war.
Auf den Gründen von Hogwarts angekommen entzog Snape Rommy seinen Arm. Es war eine Sache so etwas zu tun, wenn niemand zu sah, aber hier waren doch noch einige Schüler und er wollte nicht als verweichlichter Hampelmann dastehen der Händchen hielt oder Arm in Arm ging oder eben untergehackt. Außerdem ging ihm immer noch der Kuss durch den Kopf und es lies ihn erschauern, was es in ihm ausgelöst hatte.
Die junge Frau missbilligte zwar seinen Rückzug, dass er sich so wenig zu ihrer Freundschaft bekennen wollte und bedachte ihn jedes Mal wenn er so etwas tat mit einem dementsprechenden Blick, doch sie ließ es geschehen. Rommy wusste das Severus einfach Zeit brauchte, Zeit, die sie auch brauchte, nur war sie einfach wesentlich ungeduldiger. Natürlich war ihre Freundschaft, auch wenn nicht wirklich jemand davon wusste – außer vielleicht Dumbledore, denn wie Evans festgestellt hatte, wusste dieser Mann wohl wirklich ALLES – ein großartiges Geschenk, doch regelmäßig ertappte sich Rommy dabei wie sie sich vorstellte, wie es wohl wäre eine Beziehung mit Severus zu haben. Noch konnte sie sich nicht so recht damit anfreunden, auch wenn ihr klar war, dass sie eindeutig verliebt war, so war sie doch für ihr junges Alter erwachsen genug um zu wissen, dass Verliebtheit nicht mit Liebe zu verwechseln war und auch deswegen ließ sie sich Zeit, ging die Dinge langsam an.
„Potter! Weasley!“, lies Snapes donnernde Stimme Rommy aus ihren Gedanken zucken.
Verwirrt sah sie zu wie der schwarzhaarige Tränkemeister auf die beiden Jungen zustürmte und Ron etwas aus der Hand riss. „Was ist jetzt schon wieder.“, murmelte sie, raffte ihren Rock ein wenig und war kurz darauf bei der Streiterei.
„Professor es ist doch nicht meins, es ist Harrys.“, verteidigte sich Ron.
„Ich hab es zu Weihnachten bekommen. Ich hab ihn nicht gestohlen.“, kam es nun von Harry und Rommy sah worum es ging: Snape hielt einen Schnatz in der Hand.
„Wer sollte Ihnen einen Schnatz schenken Potter? Noch dazu, dass es diese im freien Handel nicht zu kaufen gibt.“, schnarrte Severus.
Evans biss sich leicht auf die Lippe. Das hatte sie von ihrem grandiosen Geschenk, es brachte Harry Ärger ein. Da musste sie eingreifen. Sie griff nach Severus Arm und drückte ihn beschwichtigend, nahm ihm den Schnatz dann aus der Hand.
„Ich denke nicht, dass es sich hier um einen richtigen Schnatz handelt.“, sagte sie und drehte ihn herum, suchte nach der kleinen Registrierungsnummer. „Hier, siehst du?“, sie deutete auf die kleine eingravierte Nummer und die Inschrift darunter. „Es ist ein Spielzeug, nichts weiter, darum flitzt er auch nicht so hoch, bleibt immer knapp über den Köpfen.“, sie lächelte und gab Harry den Schnatz mit einem Lächeln zurück.
„Mir ist nicht bekannt, dass es so was gibt.“, widersprach ihr Severus und schnappte sich den Schnatz wieder. Auf Harrys Gesicht, wo eben noch ein triumphierendes Grinsen war, stand nun wieder die Wut und es war an Snape, triumphierend zu Grinsen.
Die Professorin seufzte innerlich. Wenn sie sagte, dass es diese Dinger nur in den USA gab, dann wäre es fast klar, dass er von ihr war. „Manche Läden importieren. Und ich habe solch einen Schnatz schon Dutzende Mal in Amerika gesehen, dort gibt es die wie Sand am Meer. Völlig harmlos.“, erklärte sie und lächelte Severus an.
Offenbar schien ihm dies zu genügen. „Nun gut, aber treiben Sie es nicht zu weit mit Ihrem Spiel Potter.“, er warf den Schnatz einfach in die Luft, ohne darauf zu achten wohin er flog und wand sich ab, wanderte weiter über die Ländereien um nach anderen Schülern Ausschau zu halten, die wirklich gegen eine Regel verstoßen hatten um ihnen Punkte abzuziehen.
„Dieser...“, knurrte Ron und ballte die Hände zu Fäusten, während Harry dem Zaubertranklehrer nur zornig hinterher starrte.
„Lasst es gut sein, Jungs. Ihr wisst doch das Professor Snape immer ein wenig... mürrisch ist.“, sie lächelte die beiden Jungen an und das Lächeln bewirkte tatsächlich, dass ihre Wut verrauchte. „Sag mal, gefällt er dir denn überhaupt? Ich finde so ein Schnatz ist ein wenig...“
„Soll das ein Witz sein? Es ist großartig. Ein tolles Spielzeug. So kann ich ohne Besen üben.“, fiel ihr Harry ins Wort und Rommy lachte.
„Dann ist ja gut. Viel Spaß noch ihr zwei.“, und mit einem zufriedenen Lächeln machte sich die rotblonde Frau auf die Suche nach Snape.
Etwas weiter im Gelände zog Snape gerade zwei Hufflepuff-Mädchen Punkte ab, warum konnte die junge Frau aus der Entfernung nicht hören, doch so schnell wie sich die Mädchen verzogen waren es bestimmt nicht wenig gewesen.
„Na hast du deinen Ärger wegen Harry und Ron an den armen beiden Mädchen ausgelassen?“, lächelte Rommy und schritt näher auf Severus zu.
Dieser drehte sich um schenkte ihr den bitterbösen Blick, mit dem er wohl die zwei flüchtenden Mädchen bedacht hatte und die Hexe hatte richtig Mitleid mit den Armen Dingern. „Ich überlege ob ich den beiden nicht doch noch den Schnatz nehme.“, entgegnete er ihr.
„Oh Severus.“, Rommy seufzte und legte eine Hand auf seinen Arm, welche er missbilligend versuchte abzuschütteln, doch die rotblonde Lehrerin kniff ihn leicht und krallte sich fest. „ICH hab ihm den Schnatz geschenkt. Es war ein Weihnachtsgeschenk.“, erklärte sie.
„Du? Wieso schenkst du ausgerechnet POTTER etwas.“, der Tränkemeister zog die Nase fast schon angewidert nach oben und sprach in einem ebenso angewiderten Tonfall Harrys Namen aus.
„Also erstens“, schnaubte Evans beleidigt und schlug ihm leicht auf den Arm. „Ich heiße rechtmäßig auch Potter, ich hoffe dass ist dir bewusst, also sprich den Namen nicht aus als wäre es etwas schlimmes. Und zweitens: Er ist mein Bruder und auch wenn er es nicht weiß, wollte ich ihm etwas schenken. Eigentlich hatte ich ja vorgehabt ihm einen neuen Besen zu kaufen, nachdem seiner ja endgültig hinüber ist. Aber ich befürchtete, er hätte rausbekommen können von wem so ein teures Geschenk kommt und daher als kleiner Trost der Schnatz, so kann er trotzdem das Fangen üben.“
Severus hob eine Augenbraue. Er fragte sich, wie diese Frau nur so verflucht nett sein konnte. Schenkte ihrem Bruder etwas obwohl er nicht mal wusste, dass sie existierte. Daraus wurde er nicht schlau. Leise brummend fragte er sich, ob er ihr sein Geschenk geben sollte. Weihnachten war vorbei und bis jetzt hatte er sich nicht dazu durchgedrungen. Aber Weihnachten war noch nicht so lange her, da war es doch noch nicht zu spät. Oder? Sollte er es ihr überhaupt geben? Es war ja nicht so, dass es etwas Besonderes war, ein Geschenk was ihr jeder hätte schenken können, wie Snape fand.
„Könntest du heute Abend vielleicht zu mir kommen? Ich müsste mit dir etwas besprechen, wegen des Projekts.“, bat ihn Rommy und nahm ihm so unwissentlich die Entscheidung ab.
„Können wir das nicht jetzt?“, fragte er und hob eine Augenbraue, runzelte kurz darauf die Stirn, allerdings nicht wegen Evans sondern weil er sich fragte, warum er fast schon enttäuscht war, dass er die Gelegenheit verpasst hatte, ihr sein Geschenk zu überreichen.
„Nein, ich habe gleich noch etwas vor. Ich dachte es wäre gemütlich sich vielleicht bei einem Glas Wein darüber zu unterhalten.“, sie lächelte ihn entwaffnend an und hoffte er würde es dabei belassen.
Und das tat er auch, aber abkaufen, dass sie noch etwas vorhatte, tat er nicht. Es waren Ferien, also konnte es nichts wirklich Wichtiges geben, was es zu erledigen gab. Severus nickte nur einfach und ließ Rommy abermals einfach stehen. Schließlich hat sie ja noch etwas vor., dachte er mit einem ironischen Schmunzeln.
„Nach dem Abendessen dann!“, rief ihm Rommy noch hinterher und verursachte damit ein Grinsen auf Snapes Gesicht als er davon schlenderte.
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Beim Abendessen setzte sich Rommy zum erste Mal, seit sie in Hogwarts war ans andere Ende des Tisches, weit weg von Snape. Und der Tränkemeister war nicht der einzige, dem dies auffiel. Remus ergatterte noch einen freien Platz neben Rommy und die junge Frau seufzte innerlich und hoffte inständig, dass er nicht wieder bohren würde, nachdem er ja schon Dumbledore von dem Vorfall am See erzählt hatte.
„Ich habe hier etwas für dich. Ein verspätetes Weihnachtsgeschenk gewissermaßen.“, raunte ihr Lupin zu als sie beim Nachtisch waren und reichte ihr ein kleines Päckchen.
Evans sah den Lehrer für Verteidigung gegen die Dunklen Künste erstaunt an, sah auf das Päckchen und nahm es entgegen. Völlig perplex starrte sie es an.
„Mach es auf.“, forderte sie der Werwolf auf und lächelte ihr aufmunternd zu.
„Okay.“, murmelte die Hexe und zog die Schleife von dem Päckchen und löste vorsichtig das Geschenkpapier ab.
Ein kleiner unscheinbarer Karton kam darunter zum Vorschein, ein wenig vergilbt, so als würde er schon lange darauf warten ausgepackt zu werden. Interessiert hob sie den Deckel an und schob das weiße Papier zur Seite und erstarrte. Vor ihr lag ein kleiner Stoffpanther. Dem Stoffpanther so ähnlich, welchen sie selbst als Kind gehabt hatte. Ihre Hand griff nach dem Stofftier, zog es hervor und sie schluckte schwer. Es war nicht irgendein Stoffpanther, es war IHR Stoffpanther. Er war ein wenig ramponiert durch die vielen Jahre und schien geflickt worden zu sein, aber er war trotzdem wunderschön. Tränen traten Rommy in die Augen und sie musste heftig blinzeln um sich nicht die Blöße zu geben jetzt zu weinen.
„Das ist... nett.“, kam es rau über ihre Lippen und sie drückte den Kloß in ihrer Kehle nach unten. „Danke.“, sie hob den Blick und lächelte.
„Ein kleiner Wink wegen dem Patronus.“, erklärte Lupin, doch seine Augen sagten etwas anderes und Evans wusste GENAU, was er eigentlich hatte sagen wollen.
„Ja. Witzig.“, sie grinste schief und legte das Stofftier in die Schachtel zurück und schloss selbige. „Ich bin ein wenig müde. Entschuldigen Sie mich Professor Lupin. Gute Nacht.“, hektisch erhob sich die rotblonde Hexe und gab sich alle Mühe nicht allzu schnell vom Lehrertisch zu flüchten.
„Gute Nacht.“, hörte sie Remus noch nachrufen und schloss die Augen als sie die Türe aufdrückte und die Große Halle verlassen konnte.
Den erstaunten Blick von Severus hatte sie nicht bemerkt und auch nicht, dass er sich keine Minute, nachdem sie die Halle verlassen hatte erhob und ebenfalls ging, einen besorgten Ausdruck in den Augen, den man aber nur erkannte, wenn man ihm genau in die Augen sah.
Er sah gerade noch Rommys Umhang wehen, als sie schnell die Treppe zu den Kerkern hinunter lief. Seine Schritte beschleunigten sich und er lief schon fast um sie einzuholen, war nahe genug um ihr Schluchzen zu hören, doch ehe er ihren Namen rufen konnte, war sie in ihren Räumen und schlug lautstark die Türe hinter sich zu. Vor ihrer Türe stoppte Severus und blieb kurz unschlüssig stehen. Was war passiert? Er hatte gesehen dass Lupin ihr ein Geschenk überreicht hatte und dann, als sie es ausgepackt hatte, veränderte sich etwas auf ihrem Gesicht. Sie war blass geworden und starrte auf das Etwas in ihren Händen als würde sie einem gefährlichen Monster gegenüberstehen. Ein lautes Krachen ließ Snape wieder zurück an Ort und Stelle kommen.
Ihr Schreien war selbst durch die dicke Türe zu hören. Es klirrte und erneut schrie sie lauthals, jedoch verstand der Professor nicht was. Es wäre fast schon gefährlich jetzt anzuklopfen, wo sie offensichtlich so rasend war, doch sie in diesem Zustand alleine lassen, egal warum sie sich so verhielt, er konnte es einfach nicht. Irgendeine kleine Stimme in seinem Kopf forderte ihn vehement dazu auf zu ihr zu gehen und ihr zu helfen, bei was für einem Problem auch immer, welches sich aufgetan hatte. Als es abermals krachte hob Severus endlich die Hand und klopfte dreimal kräftig gegen die Tür. Es wurde sehr ruhig im Inneren des Raumes und dann öffnete sich die Tür einen spaltbreit.
„Was willst du?“, ihre Stimme klang erstickt und die Augen mehr als nur gerötet, sie waren leicht angeschwollen und deutlich sah man die Tränen, auch wenn sie versuchte diese mit fortwährenden Wischbewegungen aus ihrem Gesicht zu verbannen. Ihre Haare, die lässig hochgesteckt waren hingen ihr in einzelnen Strähnen ins Gesicht und standen teilweise wirr ab.
Sein erster Impuls war die Türe aufzustoßen und sie in seine Arme zu ziehen, irgendetwas schmalziges zu sagen, wie dass alles gut werden würde und dann könnte sie sich beruhigen. Doch Severus unterdrückte diesen Impuls, er wusste, dass es bei einem emotionalen Zusammenbruch besser war, wenn da jemand war der einen kühlen Kopf bewahrte und die Gefühlsaufbauschungen nicht auch noch unterstützte, alles damit nur noch verschlimmerte.
„Wir sind verabredet so fern ich mich nicht irre.“, seine Stimme klang ruhig, beinahe warm.
„Äh ja... ich... uhm... könnten wir das verschieben? Ich... ich fühl mich nicht sonderlich.“, stammelte sich die blonde Hexe zusammen und wischte sich mit dem Handrücken hilflos über die Nase.
Severus reagierte gar nicht darauf sondern drückte mit einem kräftigen Stoß der flachen Hand die Türe auf und schob Rommy rückwärts in ihre Wohnung. Ein kurzer Tritt mit dem Fuß und die Tür fiel wieder ins Schloss.
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Kaum in Rommys Privaten Räumen, tat sich vor Severus ein Chaos auf, als hätte jemand einen Fluch durch das Zimmer fegen lassen. Die junge Frau riss sich von ihm los und bedachte ihm mit einem trotzigen Blick, ehe sie sich vor dem Kamin auf die Couch setzte und in die Flammen starrte. Snape lies seinen Blick langsam durch den Wohnraum wandern. Eine Kommode mit Büchern und diversen Gegenständen war zu Boden geworfen worden und dabei schien einiges in die Brüche gegangen zu sein. Der Couchtisch vor dem Sofa war umgeworfen und fast schon gefährlich nahe am Feuer, ebenso ein Beistelltisch in der Nähe der Türe. Sämtliche Unterlagen, die sich auf einem kleinen Tisch weiter hinter befanden hatten, waren heruntergefegt worden und ein komplettes Teeservices, welches darauf stand, war auch zerschmettert worden. Und in einer Ecke lag der Pappkarton, geöffnet und das weiße Papier lag irgendwie daneben und da auf dem Boden lag ein Stofftier, welches für den Tränkemeister auf den ersten Blick nicht zu erkennen war. Langsam ging er darauf zu und bückte sich danach, betrachtete prüfend den kleinen Panther. Hatte sie dieses kleine Ding so aus der Fasson gebracht? Aber warum? Was hatte es damit auf sich? Er würde es herausfinden.
„Könntest du BITTE wieder gehen?“, presste Evans zwischen den Zähnen hervor und es war klar, dass sie ihn nur unter Aufwendung ihrer gesamten oder eher noch restlich vorhandenen Selbstbeherrschung nicht anschrie und versuchte ihn hinauszuwerfen.
Der schwarzhaarige Zauberer setzte sich neben sich, legte seine Unterarme auf die Knie. Deutlich spürte Snape den bohrenden Blick auf sich, doch seine Aufmerksamkeit war auf das Stofftier in seinen Händen gerichtet, welches er herum drehte, so als würde er es eingehend mustern.
„Was hat es damit auf sich? Warum bist du deswegen so ausgerastet?“, er hob das Stofftier kurz an und sah über seien Schulter zu Rommy.
Die rotblonde Hexe hatte die Arme verschränkt und blickte augenblicklich, als er ihre Augen suchte, in das Feuer. „Ich bin nicht ausgerastet. Und schon gar nicht deswegen.“, antwortete sie patzig und schob trotzig wie ein kleines Kind ihr Kinn nach vorne.
Was bildete er sich ein, kam einfach in ihre Räume ohne eine Aufforderung ihrerseits und dann besaß er auch noch die Dreistigkeit mit ihr über Dinge reden zu wollen, die ihn eigentlich gar nichts angingen? Nie und nimmer würde ein weiteres Wort ihre Lippen verlassen. Es war ihr gutes Recht wütend zu sein. Wie konnte Remus es wagen ihr DIESES Stofftier zu schenken. Was bezweckte er damit? Wollte er sie herausfordern oder einfach nur verletzende Erinnerungen in ihr wachrufen und sie aus der Reserve locken. Pah, das konnte er vergessen.
„Du hast deine Einrichtung zertrümmert.“, sagte er ganz ruhig und diese ruhige Stimme machte die Professorin schier wahnsinnig. „Ich würde sagen, das spricht für sich.“ Er erhielt keine Antwort, nur dass sich ihr Oberkörper demonstrativ von ihm wegdrehte, ihm signalisierte, dass sie nicht wollte, dass er hier war und redete. „Hör zu, auch wenn dass aus meinem Mund unfassbar klingt,“, seufzte Snape, „aber du solltest reden.“
„Reden? Reden!“, sie fuhr auf und drehte sich wütend zu ihm herum. „Was weißt du denn schon von Reden?!“, blaffte sie und stapfte durch die Wohnung, gestikulierte wild mit den Armen in der Luft. „Es gibt nichts zu reden. Ich will nicht reden.“, Rommy schüttelte vehement den Kopf. „Was weiß er denn schon? Glaubt wenn er mir das Stofftier gibt ich würde ihm lachend um den Hals fallen und alles gestehen?“, sie hielt inne und blickte Severus irritiert an, so als bemerke sie erst jetzt seine Anwesenheit. „Und was tust du noch hier. Du sollst verschwinden. Ich will niemanden sehen und ich brauche auch niemanden. Bin seit meinem Verschwinden prima zurecht gekommen.“, wieder wanderte die Lehrerin für Zaubertränke durch den Raum und dann, urplötzlich blieb sie stehen, wurde ganz ruhig und sprach so leise, dass Severus sich erhob und näher trat um die Worte zu verstehen.
„Es ist alles sinnlos. Ich hab versagt. Ich versage ständig. Ich kann ihn niemals beschützen und er wird wie Mum und Dad...“, der Rest der Worte ging unter in einem heiseren Schluchzen. Hilflos sah Evans auf ihre Hände, drehte sie, so als würde sie daran etwa entdecken, was ihr helfen konnte. „Ich bin so alleine.“, kam es heiser über ihre Lippen. „Ich hab Angst.“, wisperte sie und sank zu Boden.
Doch da waren wieder Arme, diese starken Arme die sie umfassten, zu sich zogen und sie von hinten umschlangen. Snape fasste ihre Handgelenkte und überkreuzte ihre Arme vor der Brust, legte seine eigenen darüber und zog sie fest an seine Brust. Sein Kopf lehnte sich gegen ihr Haar und er drückte einen sanften Kuss darauf, atmete tief ihren Duft ein. Sie wehrte sich augenblicklich, versteifte sich, doch je mehr sich Rommy wehrte, umso fester wurde Severus’ Umarmung und langsam gab sie auf, hing einfach nur in seinen Armen, an ihn gelehnt und lies sich halten.
And I'd give up forever to touch you
Cause I know that you feel me somehow
You're the closest to heaven that I'll ever be
And I don't want to go home right now
And all I can taste is this moment
And all I can breathe is your life
Cause sooner or later it's over
I just don't want to miss you tonight
Langsam wurde Snapes Griff lockerer und er schmiegte seine Wange gegen ihr Haar, schloss seine Augen um der plötzlich aufkommenden Flut an Emotionen Herr zu werden. Auch wenn er ihr Trost spenden konnte, so bereitete ihm der nahe Körperkontakt zu ihr doch einige Schwierigkeiten. In diesem Moment würde er für immer aufgeben um sie so zu berühren wie er es sich wünschte. Seine Hände zogen sich von ihren Handgelenken zurück, strichen über den Stoff ihre Arme hinauf zu ihren Schultern. Rommy erschauderte bei dieser Berührung und gab einen Laut von sich wie Severus ihn noch nie zuvor gehört hatte. Ihr Haar glänzte golden und war durchzogen von weichem rot. Sie sah aus wie ein Engel, so rein und unschuldig.
„Du solltest gehen.“, ihre Stimme war kaum wahrnehmbar und es klang auch nicht so, als hätte sie wirklich vor ihn gehen zu lassen.
„Ich möchte gerade jetzt nicht gehen.“ Er konnte nicht glauben, was er da gerade rau gegen ihr Haar gesprochen hatte, doch als sich die junge Frau in seinen Armen wand und ihm in die Augen sah, da wusste Severus, alles was er jetzt tun konnte war diesen Moment auszukosten, denn früher oder später würde dieser unbeschreibliche Zauber, der sich in ihm ausbreitete, vorüber sein.
„Bleib heute Nacht bei mir. Ich möchte nicht alleine sein.“, Rommys Hände lagen auf seiner Brust und strichen über die Knopfleiste von Snapes Gehrock während sie ihm direkt in die Augen sah und ihrer Bitte zusätzlichen Nachdruck verlieh.
And I don't want the world to see me
Cause I don't think that they'd understand
When everything's made to be broken
I just want you to know who I am
Die Hexe war froh, dass er hier bei ihr war. Sie hätte nicht gewollt, dass irgendjemand sonst sie so sah, sie hätte es nicht zugelassen. Vermutlich könnte auch niemand verstehen was sie empfand. Snape jedoch verstand. Er hatte ebenso schlimmes erlebt und stellte ihr keine Fragen. Langsam griffen seine Hände nach ihrem Umhang und schoben ihn über ihre Schultern.
„Du solltest dir der Konsequenzen sicher sein, darüber wer und wie ich bin.“, ein letztes Mal wollte Severus sie warnen, ihr klar machen was es bedeutete während er in ihre Haare griff, einfach die gesamte Länge durchfuhr.
„Ich weiß wer du bist.“, wisperte sie. „Lass mich einfach nicht alleine.“, bat sie abermals.
Und er gewährte ihr diese Bitte in dem sich seine Lippen auf die ihren senkten. Er war sanft, ja beinahe scheu und einfach unglaublich zärtlich und einfühlsam. „Ich hab dich. Ich hab dich.“, murmelte er, als sich ihre Lippen trennten, dicht bei ihrem Ohr und seine Umarmung wurde noch fester, als sie es ohnehin schon war.
And you can't fight the tears that ain't coming
Or the moment of truth in your lies
When everything feels like the movies
Yeah you bleed just to know you're alive
Normalerweise hätten sich bei solchen Worten ihre Augen mit Tränen gefüllt, doch da waren keine Tränen, gegen die sie ankämpfen konnte und sie konnte sich nicht selbst belügen, wusste dass sie nicht länger verliebt war, sie liebte. Rommy Potter liebte Severus Snape. Er war hier, er hatte sie, hielt sie und gab ihr halt.
Ihre Hände hoben sich langsam und legten sich an seine Wangen. Rommy lächelte und strich mit den Daumen über seine Wangen. Sie öffnete den Mund um ihm diese Erkenntnis mitzuteilen, doch er war schneller.
„Lass uns ins Schlafzimmer gehen.“, sprach er rau und seine Augen sahen sie verlangend an und die junge Hexe vergaß ihre Worte, schließlich war später noch genügend Zeit zum Reden, oder?
In dieser Nacht liebten sie sich nicht nur einmal. Und als Rommy mit dem Rücken zu Severus lag, sich in seine Umarmung schmiegte und schon fast eingeschlafen war, da kamen ihr die Worte über die Lippen: „Ich liebe dich.“
Drei einfach Worte, die eine Starre in dem Zaubertränkemeister auslösten; die junge Frau bemerkte es nicht, war eingeschlafen. Sie bekam nicht mit, wie er seine Arme zurückzog und ungläubig auf das Geschöpf vor sich sah. Sie liebte ihn? Unmöglich. Keiner liebte IHN. Wie kam sie auf solchen Unsinn? Sie kannten sich kaum. Und wenn es wahr sein sollte, dann hatte es keine Zukunft. Er war ein ehemaliger Todesser und kein angenehmer Zeitgenosse, er konnte sich nicht ändern. Wieso glaubte sie, dass es gleich Liebe sein musste? Nur weil sie miteinander geschlafen hatten, hatte es nicht zu bedeuten, dass sich tiefgehende Gefühle entwickelten. Natürlich, er genoss ihre Gegenwart, er genoss ihren Körper, fand sie anziehend, verdammt attraktiv und ihr Intellekt war auch nicht zu verachten. Doch dies war keine Liebe, im allerhöchstens Fall war es Zuneigung. Was sah sie wohl in ihm, dass sie glaubte ihn zu lieben? War es die Verbindung zu ihren Eltern? Weil er sie gekannt und ihre Mutter geliebt hatte? Es spielte keine Rolle, er musste ihr klar machen, dass es nicht mehr war, als es eben war... körperliche Anziehung. Sie verstanden sich so gut, warum dieses Verhältnis also zerstören? Langsam war Snape aufgestanden und hatte sich angezogen. Er war schon dabei den Schlafraum zu verlassen, als sich die rotblonde Hexe regte. Sie murmelte etwas Unverständliches und der schwarzhaarige Zauberer ging zur ihr ans Bett, sah auf sie hinunter und ein dünnes Lächeln erschien auf seinen Lippen. Sie war wunderschön, so wunderschön wie einst ihre Mutter. Bei diesem Gedanken versteifte sich erneut etwas in Severus. Lilly hatte sich von ihm abgewandt als sie sich in diesen Potter verliebt hatte. Wer sagte ihm, dass es mit ihr nicht dasselbe sein würde? Ja, er war sich absolut sicher, dass es das Beste war, ihr diese Gefühle, welche sie glaubte zu haben, von vorneherein auszureden. Leise beugte er sich hinunter zu Rommy und streifte ihre Lippen.
„Es muss sein.“, murmelte er und wusste selbst nicht, ob er es zu Rommy oder eher zu sich selbst sagte, dann verließ er ihre Privaten Räume.
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Als Rommy am nächsten Tag aufwachte fühlte sie sich gut. Die Sonne schien durch die Fenster und kitzelte sie im Gesicht. Die letzte Nacht war der Hexe sofort wieder in Erinnerung und sie wollte sich zu ihrem Liebhaber umdrehen, ihm danken, dass er da war und noch mehr, doch als sie sich umwand, war die Stelle neben ihr verweist. Ihre Hand fuhr über das Laken; es war kalt. Er musste also schon in der Nacht davon sein. Der Magen der Zaubertränkelehrerin verkrampfte sich. Sollte er wieder einen Fehler darin gesehen haben? Nein, dass konnte sie und wollte sie einfach nicht glauben.
In einer Geschwindigkeit, wie Evans es von sich selbst nicht kannte, hatte sie sich zurecht gemacht und war bei seinen Räumen angekommen, dass sie fast glaubte zu fliegen anstatt zu laufen. Sie pochte heftig gegen die Türe, so dass ihre Hand zu schmerzen begann, doch ignorierte die Hexe dies. Es dauerte nicht lange und die Türe wurde weit aufgerissen und ein miesepetrig dreinblickender Severus Snape sah sie an. Doch kaum registrierte er, wer da vor seiner Türe stand und so einen Krawall gegen seine Türe veranstaltet hatte veränderte sich seine Miene und wurde neutral um nicht zu sagen steinern.
„Womit kann ich schon so früh am Morgen dienen?“, seine Stimme triefte nur so vor Gehässigkeit.
„Nun wie wäre es wenn du anfängst mir zu sagen warum du dich davon schleichst nachdem wir uns die Nacht durch geliebt haben?!“, ihre Stimme war laut und beinahe schrill gewesen, so echauffierte sie sich über seine Art mit ihr zu sprechen, nachdem was gewesen war.
„Ich sagte, dass du dir der Konsequenzen sicher sein musst.“, antwortete Snape und verschränkte die Arme vor der Brust.
„Dies ist sie.“, erklärte er ihr. „Keine Gefühlsduselei, keine Beziehung.“
Rommy war, als hätte er sie geschlagen, kräftig und fest mitten in ihr Gesicht. Sie stand da, wie vom Donner gerührt und nahm nur von fern wahr, wie das Schloss langsam erwachte und vereinzelt einige Schüler erwachten und sich auf dem Weg zum Frühstück machten. So knapp, mit so wenigen Worten hatte er ihr verständlich gemacht, dass es für ihn nicht mehr war als Sex. Nein, sie konnte es nicht glauben. Er war so anders gewesen, dies konnte doch nicht einfach sein um...
Severus erriet ihre Gedanken und es fiel ihm schwer so mit ihr zu reden, doch wusste er, es war besser für sie beide. „Ich mag dich, freundschaftlich. Du bist eine gute Kollegin. Das andere ist ein Bonus.“
„Ein Bonus.“, hauchte Rommy atemlos und wich einen Schritt zurück. Sie schwankte und Übelkeit stieg in ihr hoch und ehe sie wusste was geschah, setzten sich ihre Beine in Bewegung. Sie rannte nicht, doch ging sie sehr, sehr schnell einfach nur weg von ihm.
Ein Bonus., schoss es ihr wieder in den Kopf und die Tränen waren kaum aufzuhalten, liefen heiß über ihre Wangen.
Erst als sie in ihren eigenen Räumen war, die Tür hinter sich zu gefallen war, lies sie es zu, dass der Schmerz sie überwältigte. Sie schrie ihren Schmerz hinaus und rutschte an der schweren Holztüre zu Boden, zog die Beine an den Körper. Wie konnte er nur? Wieso sagte er so etwas? War sie wirklich so blind gewesen und hatte seine Reaktion anders interpretiert als sie in Wirklichkeit war? Konnte sie sich so getäuscht haben? Warum hatte er ihr dies nicht eher sagen können, noch ehe sie sich selbst eingestanden hatte, dass da mehr war. Nun war sie gefangen in diesem Wirrwarr von Gefühlen und musste zusehen, dass sie damit klar kam ihn weiterhin jeden Tag zu sehen. Ein Auflachen lies den Fluss ihrer Tränen verebben.
Du musst deinen Bruder beschützen. Und sorgst dich um dein Liebesleben anstatt dich darauf zu konzentrieren ihn zu beschützen., schalt sie sich selbst und wischte ihre Tränen aus dem Gesicht.
Mit steifen Gliedern erhob sich die Lehrerin und strich ihre Kleidung glatt. Ihre Miene wirkte undurchdringlich, auch wenn ihre Augen noch von dem Schmerz zeugten. Rommy wusste, dass sie ihre Gefühle nicht einfach abstellen konnte, doch fürs erste würde unterdrücken genügen. Damit trat sie hinaus in den Flur um sich zum Frühstück zu begeben.
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