
von goldenangel
Hey liebe Leute!
Leider muss ich euch mitteilen, dass sich die Story bald dem Ende zuneigt, doch hoffe ich trotzdem noch auf den ein oder anderen lieben Kommentar. Ich mache ab hier ein paar Sprünge, z.B. schreibe ich nichts über das 4. Schuljahr, da sich hier für Severus und Rommy nichts entscheidendes ereignen wird. Ich hoffe ihr nehmt es mir nicht krumm. Ebenso werde ich das 6. Schuljahr nur kurz anschneiden, da erst der Schluss dieses Schuljahres Auswirkungen haben wird und dann ja das 7. Jahr beginnt. Ich hoffe ihr versteht es, ich wollte die Geschichte vorantreiben und mich nicht damit im Kreis drehen, wie in diesen beiden Jahren der Alltag der beiden aussieht.
So, nun wünsche ich euch viel Spaß.
LG
goldenangel
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Kapitel 8 - Verluste
Ein Jahr verging und die Dunkelheit warf ihre Schatten voraus. Harry hatte beim Trigmagischen Turnier antreten müssen und den Dunklen Lord auferstehen gesehen. Nun stand sein 5. Jahr in Hogwarts an und das dritte Jahr für seine Schwester als Lehrerin in Zaubertränke. Mittlerweile war sie nach England gezogen, beim Ministerium registriert und besaß ein kleines Haus auf dem Land. Zu Harrys eigenem Schutz konnte der Junge aber nicht zu seiner Schwester ziehen, war das Haus seiner Tante doch durch Zauber vor Voldemort und seinen Schergen sicher, auch wenn mittlerweile alle Mitglieder des Ordens von Rommys und Harrys Verwandtschaft wussten. Evans war in den Orden eingetreten und arbeitete weiterhin mit Severus zusammen um nun Tränke für den Orden herzustellen und neue zu erproben für den – mit Sicherheit – bevorstehenden Kampf, da die Arbeit für das Ministerium beendet war. Ihre Beziehung blieb weitestgehend geheim, nur der Orden des Phönix wusste davon. Ihre Beziehung – konnte man es denn so nennen – verlief eigentlich nicht viel anders als vorher, abgesehen davon, dass Rommy die Nächte öfter bei Severus verbrachte und wenn sie alleine waren versuchte er sich zusammenzureißen und nicht ganz der zu sein, den er allen anderen in der Öffentlichkeit präsentierte.
Alles verlief ganz gut, bis auf die gelegentlichen Streitigkeiten, die immer wieder aufkeimten sobald Snape und Black an einem Tisch saßen. So auch heute.
„... Und wenn jemand das Recht hat es zu erfahren, dann ist es Harry. Wenn er nicht gewesen wäre, wüssten wir nicht mal etwas von Voldemorts Rückkehr. Er ist kein Kind mehr.“, begehrte Sirius auf.
„Aber ist auch noch kein Erwachsener.“, fuhr Molly Weasley empört auf und verschränkte die Arme vor der Brust.
„Molly hat Recht Sirius.“, wand Rommy ein und beugte sich auf dem Tisch etwas vor um Black ansehen zu können. „Er ist nicht Dad, doch genau DAS ist es, was du in ihm siehst. Aber er hat eine eigene Persönlichkeit Sirius, einen völlig anderen Charakter, aber DU willst es nicht sehen, deshalb denkst du wir könnten es riskieren ihn einzuweihen.“
„Er ist wie ein Sohn für mich und ich werde...“, schimpfte der Zauberer lautstark.
„Oh wie sentimental.“, Severus Snape rümpfte die Nase. „Bei solcher Behandlung wird er genau wie sein Pate.“
„Halt die Schnauze Schnief...“, bellte der schwarzhaarige Ex-Häftling zurück, doch Rommy schnitt ihm das Wort ab.
„Klappe! Alle beide!“, sie stemmte die Hände auf den Tisch und erhob sich. „Er ist mein Bruder und es liegt in meiner Verantwortung. Und würdet ihr beide...“, sie sah zuerst Sirius und dann Severus eindringlich an, „... nicht James Potter in ihm sehen, sondern Harry, dann wüsstet ihr, dass er nicht so ist, wie ihr ihn seht oder ihn gerne sehen würdet. Er ist ein starker Junge, verdammt stark und er wird es erfahren wenn die Zeit reif ist. Aber ICH entscheide wann es soweit ist. Ich bin seine nächste Verwandte und wenn auch nur inoffiziell, so habe ich doch zu entscheiden.“ Der Blick der Hexe ging zu Sirius, welcher die Arme verschränkt und ihr säuerlich entgegen sah. „Es tut mir leid Sirius, ich weiß dass du Harry liebst als wäre er dein eigenes Kind, aber Tatsache ist, dass du dir einen Kumpanen wünscht und dass kannst du von Harry nicht verlangen, er ist noch ein Kind.“
„Genau das sage ich auch.“, rief Mrs. Weasley aus, erleichtert, dass noch jemand ihrer Meinung war.
„Er wird es früher oder später erfahren.“, murrte Black erneut auf.
„Also warum es ihm nicht gleich sagen nicht war Black?“, Snape hob eine Augenbraue und sah provozierend zu ihm hinüber.
„Das meinte ich nicht.“, knurrte Sirius und die beiden Männer fixierten sich mit Blicken.
„Oh würdet ihr zwei das lassen!“, schimpfte Evans. „Ihr benehmt euch wie Kinder. Lasst die Vergangenheit verdammt noch mal ruhen, es gibt wesentlich wichtigeres als eure dummen Zwistigkeiten. Wartet damit bis alles vorüber ist, dann könnt ihr euch meinetwegen die Köpfe einschlagen. Ich werde freudig dabei zusehen.“
Sirius schmunzelte der rotblonden Hexe entgegen, sah dann zu Severus, der neben ihr saß. „Sie ist ganz schön wild. Sicher dass du damit fertig wirst Severus?“
Snape war sich durchaus bewusst, dass Sirius ihn nur provozieren wollte und deshalb hielt er sich zurück, allerdings auch weil Rommy ihm einen drohenden Blick zu warf und er keine Lust hatte später, wenn sie alleine waren, mit ihr darüber zu diskutieren. Warum hatten sie es überhaupt den anderen sagen müssen?
Weil es sowieso raus kommt., schossen ihm ihre Worte durch den Kopf. Zumindest der Orden sollte es wissen, damit es nicht zu irgendwelchen Missverständnissen kommt. Wir müssen uns trauen, auch wenn’s dir schwer fällt Severus. Ja, das hatte sie gesagt und er hatte nachgegeben, konnte ihre Argumente nicht von der Hand weisen, obwohl es wohl eher ihr Blick und ihre Haltung war in diesem Moment, als sie fast schon wie eine Racheengel vor ihm gestanden hatte.
„Sirius.“, presste die junge Potter zwischen den Zähnen hervor. „Was mit mir und Severus ist tut hier nichts zur Sache.“
„Ach und wieso bist du ständig gleicher Meinung mit ihm?“, nun war es Sirius, der sich erhoben hatte.
„Harry ist zu jung. Er hat schon zuviel erlebt. Wenn er es wüsste dann... es ist meine Entscheidung und dabei bleibe ich und wag es nicht Harry etwas zu erzählen sonst...“, ihre Drohung blieb unausgesprochen, jedoch setzte sich Black darauf hin grummelnd hin und kurz darauf wurde die Versammlung aufgelöst. „Ich werde noch zum Abendessen bleiben. Ich möchte Harry sehen.“, erklärte die rotblonde Frau am Eingang ihrem Liebsten.
„Wie du wünscht.“, schnaubte der Professor. „Ich hoffe du erwartest nicht, dass ich an diesem...“, er macht eine ausladende Bewegung mit der Hand und sein Blick klang abwertend, „... Familientreffen teilnehme.“
Rommy lächelte liebevoll, sah den Flur entlang, dass niemand der anderen sie bemerkte und hob ihre Hand, strich über seine Wange und küsste ihn flüchtig auf die Lippen. „Bis später.“, wisperte sie und lies ihn dann los, sie hörte nur noch die Türe auf und wieder zuschlagen.
„Harry!“
„Sirius!“
Die Professorin für Zaubertränke schmunzelte als sie sah wie sich Pate und Patensohn in den Armen lagen und räusperte sich, als sie näher trat. Augenblicklich lösten sich die beiden voneinander.
„Rommy!“
„Hey Bruderherz.“
Schwester und Bruder umarmten sich kräftig, ehe man gemeinsam in die Küche zum abendlichen Essen ging.
„... Ich verstehe nicht was das Ministerium gegen mich hat.“, seufzte Harry als das Gespräch auf seine bevorstehende Anhörung kam.
„Die Anhörung findet vor dem gesamten Zauberergamot statt. Ich habe allerdings keine Ahnung warum. Es ist nicht gerade ein Fall, bei dem das ganze Straftribunal anwesend sein muss.“, erklärte Mr. Weasley.
„Zeigt es ihm, er findest eh heraus.“, kam es brummig von Moody.
Rommy seufzte während Sirius wissend zu ihr hinüber sah. „Es ist so Harry...“, begann sie, „... das Ministerium und allen voran Fudge weigern sich strikt zu glauben, dass Voldemort zurück ist und stellen sowohl dich als auch Dumbledore als aufmerksamkeitsheischende Zauberer hin.“
„Fudge denkt, dass Dumbledore hinter seinem Posten her ist.“, fügte Remus Lupin hinzu, welcher ebenfalls zum Essen geblieben war.
„Er hat Angst, es lässt ihn alles verdrängen und er nutzt auch seinen Einfluss auf den Tagespropheten, um seine Meinung, dass alles in Ordnung sei, zu verbreiten und bringt jeden zum Schweigen der laut auftritt und dir und Dumbledore glauben schenkt.“
„Angst lässt Leute schreckliche Dinge tun.“, seufzte Sirius und Harry sah zu ihm. „Das letzte Mal als Voldemort an der Macht war zerstörte er fast alles was wir hatten.“ Er kratzte sich an der Wange.
„Wir denken, Voldemort will seine Armee reorganisieren. Vor 15 Jahren hatte er eine große Zahl von Anhängern und es waren nicht nur Zauberer sondern alle möglichen Arten von dunklen Kreaturen.“
„Er rekrutiert und wir tun genau dasselbe für unsere Seite.“, sprach nun Mr. Weasley.
„Aber seine Anhänger um sich zu sammeln ist nicht das einzige worauf er aus ist.“, Sirius räusperte sich als er Rommys und auch Mrs. Weasley Blick sah. „Wir glauben, er ist hinter etwas her. Hinter etwas, was er das letzte Mal nicht hatte.“
„So was wie eine Waffe?“, fragte Harry mit deutlicher Unsicherheit in der Stimme.
„Genug. Er ist doch nur ein Junge.“, rief Mrs. Weasley aus und lies ihr Messer fallen. „Noch mehr und du kannst ihn gleich in den Orden einführen.“
„Prima. Ich will mitmachen.“, sagte Harry ernst. „Wenn Voldemort eine Armee aufstellt will ich kämpfen.“
Sirius klatschte die Hände zusammen, warf Molly und Rommy einen wissenden Blick zu und lehnte sich mit einem zufriedenen Grinsen zurück.
„Harry du versteht nicht. Es ist zu gefährlich. Du bist nicht alt genug und...“, begann seine Schwester, wurde jedoch von Harry unterbrochen.
„Du traust mir gar nichts zu nicht wahr? Genau wie Snape.“, spie er aus und zeigte damit deutlich, was er von der Beziehung seiner Schwester zu dem Zaubertränkemeister hielt.
„Du entscheidest für mich. Ich bin aber kein Kind mehr. Ich habe Voldemort zurückkehren sehen!“, schrie er seine Schwester an so dass diese erschrocken zurückwich.
„Sie macht sich nur sorgen um dich Harry.“, mahnte nun Black, der doch ein schlechtes Gewissen hatte, da der Junge seine Schwester so anfuhr, nur weil er vielleicht ein wenig zuviel gesagt hatte. „Beruhige dich. Du wirst es erfahren, doch nicht jetzt.“
Er war aufgestanden und hatte seinem Patensohn die Hand auf die Schulter gelegt, welcher heftig atmete aufgrund des Wutausbruchs.
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Als Rommy an diesem Abend oder eher in der Nacht nach Hogwarts zurückkehrte fühlte sie sich schlecht. Harry hatte sich zwar wieder gefangen, doch da war noch immer der Ausdruck in seinen Augen gewesen, der ihr deutlich zeigte, dass er nicht wie ein Kind behandelt werden wollte. Aber was sollte sie tun, er war ihr Bruder, sie musste ihn beschützen und ihm mehr zu erzählen, als gut für ihn war, könnte verheerende Auswirkungen haben.
Selbst Dumbledore war dagegen dem Jungen mehr zu erzählen, also konnte es doch nicht falsch sein. Und auch, wenn sich Rommy dessen bewusst war, so hatte sie der Blick ihres Bruders doch mehr geschmerzt als es alle vermuteten.
Kaum in Hogwarts angekommen führten sie ihre Schritte hinunter in die Kerker. Allerdings ging sie an der Türe zu ihren Privaten Räumen vorbei, steuerte geradewegs die Türe von Professor Snape an. Sie musste weder anklopfen noch ein Passwort verwenden, da sie beide ihre Türen so verzaubert hatten, dass der jeweils andere ohne größere Umstände eingelassen wurde. Der Raum lag fast gänzlich in Dunkelheit, nur das Feuer des Kamins und ein paar Kerzen spendeten nur spärlich Licht. Langsam tastete sich die junge Frau vor, bis sich ihre Augen an das diffuse Licht gewöhnt hatten.
„Severus?“, rief sie leise, wollte nicht riskieren ihn zu wecken, wenn er schon zu Bett gegangen sein sollte.
„Du hast dir Zeit gelassen.“, raunte plötzlich eine Stimme dicht hinter ihr, so dass es ihr die Nackenhaare aufstellte. „Ich hatte schon befürchtet du könntest dich gar nicht mehr von Black und Potter losreißen.“
Rommy schmunzelte und senkte den Kopf, schüttelte ihn sanft. „Ich würde doch immer zu dir zurück kommen.“, sagte sie dann und drehte sich zu ihm um.
Augenblicklich schlang sie ihre Arme um seine Hüfte, während Severus konzentriert ihren Reiseumhang öffnete und über einen Stuhl in der Nähe warf. Er sah ihr keinen Moment in die Augen, auch nicht, als er ihre Jacke aufknöpfte. Er ignorierte das zittrige Atmen der rotblonden Hexe und warf das Kleidungsstück ebenso beiseite. Seine Hände fuhren rau und doch sanft zugleich über ihren Rücken und hoch zu ihren Haaren, lösten die unzähligen Spangen und Klammern darin, lies seine Hände durch ihr Haar streifen, bis es in sanften Wellen ihr Gesicht umrahmte. Snape lächelte leicht und hob sie urplötzlich auf seine Arme.
„Severus.“, lachte Rommy und schlang ihre Arme um seinen Nacken.
„Du musst ins Bett.“, brummte der schwarzhaarige Mann nur und ging mit ihr ins Schlafzimmer.
„Du bist manchmal so romantisch, weißt du das?“, lächelte sie und küsste ihn auf die Wange.
„Ganz sicherlich nicht.“, empörte er sich und hob eine Augenbraue.
Es waren nur noch ein paar Schritte zum Bett, die wie eine Ewigkeit erschienen, da Rommy ihn immer wieder mit Küssen und Berührungen ihrer Hände aus dem Gleichgewicht brachte. Kurz vor dem Bett veränderte sich auf einmal Severus’ Haltung, er versteifte sich und alles was er zustande brachte war, Rommy auf das Bett zu werfen und ins Badezimmer zu verschwinden. Die Lehrerin sah erschrocken auf und war sofort auf den Beinen, stieß die Tür zum Badezimmer auf und.
„Severus was...“, er saß auf dem Rand der Badewanne und hielt sich seinen linken Unterarm fest, umklammerte ihn regelrecht mit der anderen Hand.
„Es ist nichts. Geh zu Bett. Ich brauche nur einen Moment.“, zischte er hinter zusammengepressten Zähnen hervor und es klang dadurch weitaus bösartiger als es gemeint war.
„Das Mal? Es schmerz wieder oder?“, fragte die junge Frau und kniete sich vorsichtig neben ihn.
Er antwortete ihr nicht und dass war ihr Antwort genug. Seit Harry von Voldemorts Wiederauferstehung berichtet hatte, begann Severus Todessermal immer wieder zu brennen und kurz darauf war er jedes Mal verschwunden, sagte ihr nicht wohin und sie wusste, dass er nicht wollte, dass sie ihn fragte und so tat sie es auch nicht, hoffte, dass er es ihr selbst irgendwann sagen würde, auch wenn sie eine finstere und schreckliche Ahnung hatte, diese aber einfach nicht akzeptieren wollte.
„Ich muss gehen.“, knurrte er und wollte sich erheben, doch ihre Hände drückten ihn zurück.
„Lass mich dir wenigstens einen Trank gegen die Schmerzen geben. Dieses eine Mal Severus.“, bat Rommy ihn.
„Nein. Das geht nicht.“, rasch erhob er sich und die junge Frau sank auf den Boden zurück. Snape sah zu ihr hinunter und er bedauerte es, dass er sie wieder alleine lassen musste, dass er ihr nichts sagen konnte, aber gleichzeitig war er ihr auch unendlich dankbar, dass sie keine Fragen stellte bevor er ging und auch nicht wenn er wieder kam – meistens arg lädiert.
„Pass auf dich auf.“, bat sie mit leiser Stimme und sah zu ihm hoch.
Severus lächelte und beugte sich zu ihr hinunter, gab ihr einen Kuss auf die Stirn und ging. Mehr konnte er sich jetzt nicht erlauben. Er musste seinen Geist verschließen wenn er vor dem Dunklen Lord erschien, damit er nichts von Rommy oder seinen wahren Beweggründen erfuhr und dies war härter, als es jede körperliche Arbeit je sein könnte. Er war froh, dass sie seine Wunden versorgte, sowohl seine physischen als auch seine psychischen und einfach da war, ohne Fragen nach der Ursache zu stellen, so wie er es von ihr verlangt hatte.
Sie war eine erstaunliche Frau, so mutig und tapfer und bereit, ihm bedingungslos zu vertrauen, auch wenn es hieß, manches nicht zu wissen, auch wenn die Fragen heiß in ihr brannten; wie er es jedes Mal wieder in ihren Augen sehen konnte, die ihn sowohl besorgt aber auch bohrend betrachteten wenn er von einem Treffen wieder kam.
Auch dieses Mal, als er erst im Morgengrauen zurückkehrte, lag sie auf dem Sofa und las in einem Buch. Kaum hatte er den Raum betreten war sie aufgestanden und im Badezimmer verschwunden nur um kurz darauf mit diversen Tränken und Verbänden zurückzukommen. Severus hatte sich bereits auf das Sofa gesetzt und sich aus seinem Umhang geschält.
Er sah deutlich die Fragen in ihrem Gesicht, doch tat sie nichts anderes als ihm stumm aus der Kleidung zu helfen und seine zahllosen Prellungen und offenen Wunden zu versorgen. Sie reichte ihm Tränke, welche die Schmerzen linderten und die Heilung beschleunigten während sie die Wunden ordnungsgemäß abdeckte und verband. Dann erhob sie sich und führte Snape in das Schlafzimmer, half ihm in seine Schlafkleidung und legte sich neben ihn und beide schliefen für die restlichen Stunden bis es Zeit wurde aufzustehen. Oft verließ Severus am nächsten Morgen seine Privaten Räume nicht, um sich auszuruhen, frühstückte alleine während Rommy in der Großen Halle mit den anderen Lehrkräften speiste, ehe sie wieder zu ihm kam. Noch konnte er es sich leisten einen Tag zu fehlen, doch wenn der Unterricht wieder begann, würde er zu stärkeren Mitteln greifen, dessen war er sich bewusst und es bereitete ihm jetzt schon Kopfschmerzen wenn er daran dachte.
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Das neue Schuljahr begann und mit ihm mischte sich das Ministerium in die Angelegenheiten von Hogwarts ein. Die neue Lehrerin für Verteidigung gegen die Dunklen Künste war die erste Untersekretärin des Ministers: Dolores Umbridge. War sie zuerst nur äußerst lästig, so entwickelte sich die rosarot gekleidete Dame in ein ärgerliches Problem. Sie wurde von Cornelius Fudge zur sogenannten Großinquisitorin ernannt und unterzog sämtliche Lehrkräfte einer eingehenden Prüfung.
„Diese Frau ist einfach unmöglich. Ich verstehe nicht dass Dumbledore es zulässt.“, Rommy war in ihren Privaten Räumen und lief aufgeregt durch den Raum, gestikulierte wild mit den Armen.
„Er kann nichts tun. Fudge hält ihn für eine Bedrohung.“, kam es gelassen von Severus und er nippte von dem Glas Wein, welches er in der Hand hielt und seufzte.
Eigentlich hatte dies ein gemütlicher Abend werden sollen, doch in letzter Zeit kannte seine Liebste kein anderes Thema als das wandelnde Zuckerbonbon namens Umbridge. Natürlich missfiel es ihm ebenso, dass sie alles kontrollierte und auch wenn sein Unterricht und seine Art zu unterrichten tadellos war, so hasste er es, wenn jemand seinen Unterricht störte, auch wenn es kein Schüler war.
„Sie lässt die Schüler Strafarbeiten schreiben, die sich dann auf den Handrücken einritzen. Das ist barbarisch.“, schnaubte sie. „Und dann erst was sie gesagt hat, als sie in meinem Unterricht war.“ Rommy versuchte die piepsige Stimme der Untersekretärin zu imitieren: „Meine Liebe, ich denke Ihre Unterrichtsmethoden sind etwas eigen. Auch wenn sie eine modernde Ausbildung in den Vereinigten Staaten genossen haben, so sind wir hier doch in England und hier gelten andere Richtlinien an die Sie sich als Lehrkraft zu halten haben. Sehen Sie dass nicht auch so?“ Die Hexe gab ein zischendes Geräusch von sich und lies sich in den anderen Sessel fallen, griff nach ihrem Glas Wein und lehrte es in einem Zug. „Ich würde dieser Frau am Liebsten ihr Gesicht giftgrün hexen.“
„Du solltest dich beruhigen. Es wird sich alles regeln. Glaub mir, Gelassenheit ist das beste Mittel und sich scheinbar zu fügen.“, bei seinen letzten Worten hatte Severus sie eindringlich angesehen und sich erhoben um ihr Wein nachzuschenken, setzte sich dann auf das Sofa um näher bei ihr zu sein.
„Was hat sie über deinen Unterricht gesagt?“, Sie ging gar nicht auf seine Worte und den dazugehörigen Blick ein.
„Sie fand es angebracht zu erwähnen dass ich mich nicht gerade erfolgreich all die Jahre immer wieder für den Posten des Lehrers in Verteidigung gegen die Dunklen Künste beworben habe.“, murmelte er in sein Glas und nippte davon.
„Oh wunderbar, der grandiose Professor Snape bleibt verschont.“, maulte Rommy und lehrte ihr drittes Glas Wein an diesem Abend.
„Langsam mit dem Wein. Ich hab ihn nicht gekauft damit du dich betrinkst. Genieß ihn.“, mahnte er mit verdrießlicher Miene.
„Ja, ja.“, damit hob die Hexe ihr Glas an die Lippen und leerte es vollständig, nur um ihn zu provozieren und lächelte ihn keck an. Langsam erhob sich Rommy, stellte ihr Glas auf den Couchtisch und setzte sich quer auf Severus Schoß, legte ihre Beine auf die Couch. „Der Wein ist köstlich und ich danke dir dafür.“, wisperte sie und leckte mit ihrer Zungenspitze über seine Lippen, nahm den Geschmack des Weines auf.
„Was tust du?“, brummte er mit gespielter Widerwilligkeit und umfasste mit einer Hand ihren Rücken, während die andere über ihren Hals hinunter zu ihrem Dekollete und weiter zwischen ihren Brüsten entlang fuhr.
„Ich bedanke mich.“, murmelte die rotblonde Frau und küsste verlangend seinen Hals.
Ein Plopp-Geräusch war zu hören und Severus schob die Frau augenblicklich von seinem Schoß. So war es immer, Zuneigungsbekundungen vor anderen konnte er nicht ertragen, selbst wenn es nur ein Hauself war. Rommy seufzte, strich sich ihr Kleid glatt und erhob sich, ging um das Sofa herum auf den Hauself zu, welcher dort in demütiger Verbeugung stand.
„Dobby.“, sprach Evans den Elf freundlich an. „Was gibt es denn?“
„Professor Evans Master Dumbledore schickt nach Ihnen, er sagt es geht um den jungen Harry.“, er Elf sah erst jetzt auf und dicke Tränen kullerten auf seinen großen Augen. „Master Harry geht es nicht gut.“
Rommy riss die Augen auf, sah kurz zu Snape hinüber, welcher sich zu den beiden umgedreht hatte und über die Lehne hinweg zu ihr blickte, nur die Augenbraue hob. „Ich danke dir Dobby.“, bedankte sich die Lehrerin und kaum war der Hauself verschwunden hatte Rommy sich den Umhang übergeworfen. Ein letzter Blick zu Severus, welcher sie nur gleichgültig ansah, auch wenn es in seinen Augen kurz aufleuchtete, dann verließ sie ihre Räumlichkeiten und machte sich auf zum Büro des Schulleiters.
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Als die Professorin für Zaubertränke das Büro des Schulleiters betrat hatte sie nur Augen für Harry, stürzte auf ihren Bruder zu und zog ihn in ihre Umarmung. „Alles okay? Geht es dir gut Harry? Was ist passiert?“
„Ruhig meine Liebe. Ganz ruhig.“, Professor McGonagall zog sanft aber bestimmt an Rommys Schulter und zog sie von ihrem Bruder weg – der ihre Umarmung in keiner Weise erwidert hatte – und schüttelte nur den Kopf.
Und so blieb die junge Frau stumm und folgte den Erzählungen und Fragen, die Dumbledore an Harry richtete, bis dieser schließlich schrie, dass er wissen wollte, was mit ihm passierte. Anscheinend hatte er eine Art Vision gehabt, in der Mr. Weasley von eine Schlange angegriffen worden war. Doch ehe Dumbledore ihm antworten konnte erschien Severus im Büro. Er sah kurz zu den Anwesenden, ein wenig irritiert darüber, dass sämtliche Weasleys anwesend waren, wand sich dann jedoch Albus zu.
„Sie wollten mich sehen Schulleiter?“, Snape trat neben Harry, würdigte ihn jedoch keines Blickes.
„Oh Severus. Ich fürchte wir können nicht länger warten. Nicht mal mehr bis zum Morgen. Ansonsten sind wir angreifbar.“, der langhaarige Zauberer sprach eindringlich und keinen Augenblick später packte Snape Harrys Handgelenk und zerrte ihm aus den Raum. Rommy wand sich um und wollte ihnen nach, doch Albus hielt sie zurück. „Rommy.“, sagte er mahnend und die Hexe stoppte, wand sich um, wollte etwas sagen, doch kam ihr der Schulleiter zuvor. „Bitte sorge dafür dass die Weasley Kinder sicher am Grimmauldplatz ankommen.“, bat er mit matter Stimme.
„Natürlich.“, Evans nickte und streckte die Hand nach den vier Kindern aus. „Kommt.“, sprach sie und schenkte den besorgt dreinblickenden Geschwistern ein Lächeln.
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Als sie endlich in ihre Räume zurückkehrte begegnete ihr auf dem Flur Severus. Er nickte ihr zu und ließ ihr den Vortritt in die Räumlichkeiten, sprach kein Wort. Erst als er sich auf das Sofa setzte, sich von dem Wein etwas einschenkte und auch Rommy platz genommen hatte, redete er.
„Du weißt von der Verbindung zwischen den Gedanken des Dunklen Lords und Potter. Dumbledore bat mich, ihn in Okklumentik zu unterweisen um seine Gedanken zu verschließen.“, es war knapp und bündig, wie so oft und es genügte Rommy dieses Mal nicht, schließlich ging es hier um ihren Bruder.
„Wie geht es ihm?“, fragte sie und lies sich von Severus ein Glas Wein reichen, nahm es in die Hand aber beachtete es erst mal nicht weiter.
„Er ist schwach und verweichlicht.“, kam die Antwort des schwarzhaarigen Zauberers prompt.
„Ich meinte nicht wie er sich in dem Unterricht macht sondern wie es ihm geht.“, die rotblonde Hexe rollte genervt mit den Augen. „Außerdem ist er weder schwach noch verweichlicht. Er ist erschöpft und verängstigt. Völlig typisch nach solch einer Erfahrung.“ Rommy seufzte. „Dumbledore bat mich, dass ich mich von Harry fern halte solange diese Verbindung nicht sicher ist. Er befürchtet Voldemort könnte herausfinden dass ich seine Schwester bin... sofern er es nicht längst weiß.“, sie senkte ihren Blick in ihren Schoß, drehte das Glas Wein in ihren Händen. „Es ist nicht fair. Er fühlt sich schon genug im Stich gelassen und jetzt soll ich ihm auch noch aus de Weg gehen.“
Severus musterte die Frau neben sich über den Rand seines Weinglases hinweg und nippte davon. Er wusste, dass es keinen Zweck hatte mit ihr darüber zu diskutieren, dass Potter kaum geeignet dafür war Okklumentik zu lernen, doch würde er davon anfangen, dann fände er diese Nacht wohl gar keinen Schlaf mehr. Er stellte sein Glas auf den Couchtisch und erhob sich.
„Wir sollten schlafen gehen. Für heute bringt es nichts mehr sich zu sorgen.“, er hielt ihr seine Hand hin und seine sanfte Stimme schienen Rommy zu beruhigen, denn sie stellte ebenfalls ihr Glas ab und ergriff seine Hand, ließ sich von ihm in ihr Schlafzimmer führen.
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Neujahr kam und mit dem neuen Jahr einher gingen große Veränderungen. Offenbar hatte Harry mit anderen eine Art Kampfclub gegründet um Verteidigung gegen die dunklen Künste richtig zu lernen. Nur leider deckte Umbridge dies auf und da sich dieser Club „Dumbledores Armee“ nannte wollte der Minister den Schulleiter nach Askaban bringen. Dumbledore jedoch floh, allerdings war nun Dolores Umbridge neue Schulleiterin von Hogwarts und das Leben schien schwerer und schwerer zu werden.
Rommy schmerzte es in der Seele zu sehen wie die Schüler gequält wurden und sie konnte nichts tun, ebenso wenig wie alle anderen Lehrer. Doch am meisten quälte es die Hexe, dass sie Harry nicht beistehen konnte. Die Okklumentik-Stunden bei Severus waren anstrengend, dass sah man ihm eindeutig an und mehr als nur einmal musste sie sich zurückhalten nicht zu ihm zu gehen und mit ihm zu reden. Doch so wie Albus es ihr gesagt hatte, mahnte nun auch Snape sie fast täglich, den Kontakt zu Harry nicht aufzunehmen. Heute reichte es ihr, sie wollte sehen was während der Okklumentik-Stunden vor sich ging und erreichte den Unterrichtsraum von Snape als Harry herausstürmte, sie gar nicht wahrnahm sondern an ihr vorbei lief und die Kerker verließ. Rommy sah ihm nach und Widerstand der Versuchung Harry nachzulaufen. Sie atmete tief durch und ging in den Unterrichtsraum.
„Was hast du mit ihm gemacht?“, fauchte sie sogleich Severus an, welcher mit dem Rücken zu ihr stand.
„Geh.“, die Stimme des Zaubertränkemeisters klang erschöpft und rau. Als er hörte, dass sie statt zu gehen näher an ihn heran trat wirbelte er herum. Sein Blick war voller Zorn und Hass, und auch wenn er sich nicht gegen Rommy richtete, so ließ er ihn nun an ihr aus:
„Verschwinde! Hast du nicht gehört du dummes Weib?!“ Er brüllte so laut, dass es von den steinernen Wänden widerhallte und Rommy erschrocken zurückwich, an den Tisch hinter sich stieß. „Geh! Geh endlich!“, schrie er sie an und holte im Affekt aus um sie zu schlagen, doch das erstickte
„Nein“ der Frau vor sich holte ihn zurück in die Realität und seine Wut verpuffte. Ängstlich stand sie da, das Kinn zitterte und ihre Hände hatte sie schützend vor ihr Gesicht gehoben. Severus Hand sank und er trat auf sie zu, streckte die Hand nach ihr aus.
„Verzeih.“, sprach er mit kratziger Stimme, doch Rommy blickte ihn nur erschrocken an und verließ dann hastig den Unterrichtsraum.
Am selben Abend noch, als Snape die Hexe in ihren Räumlichkeiten aufsuchen wollte, ließ ihn die Türe nicht ein; der Zauber, der ihn erkannte war zurückgenommen worden. Es versetzte Severus einen Stich ins Herz, dass sie soweit gegangen war, doch immerhin war auch er soweit gegangen, dass er sich vergessen und sie beinahe geschlagen hätte. Und das obwohl es nicht ihre Schuld war, sondern die ihres verdammten Bruders. Ihm war klar, dass sie Zeit brauchte, doch die hatten sie nicht. Voldemort war auf dem Vormarsch und es gab wichtigeres, dass musste ihr klar sein. Und so klopfte er nun energisch an die Holztür zu den Privaten Räumen der Hexe. Es dauerte mehrere Minuten ehe sich endlich die Tür öffnete. Sie sah nicht verweint aus, so wie er es erwartet hatte, im Gegenteil sie wirkte verstört und schockiert und Severus war sich sicher, dass es nicht an ihm lag.
„Was willst du?“, fragte sie matt und wand sich dann ab, ließ ihn stehen und ging in den Wohnraum zurück, achtete nicht darauf ob er ihr folgte oder nicht.
„Ich wollte dich nicht so anschreien.“, sprach Snape und folgte ihr in den Raum, betrachtete die junge Frau, die zusammengesunken in einem Sessel saß und ins Feuer starrte.
„Dein Bruder er... er hat sich gegen den Unterricht gewehrt und ist in meine Gedanken eingedrungen. Gedanken die ich erfolgreich in den hintersten Winkel verbannt hatte.“ Severus trat vor den Sessel und ging in die Hocke, blickte zu der rotblonden Hexe auf.
„Ich war wütend auf ihn und habe es an dir ausgelassen.“ Er klang sanft, doch dann wurde sein Blick ernst.
„Ich denke wir sollten uns einige Zeit nicht sehen.“, begann er und endlich sah Rommy ihn an.
„Mein Verschwinden regelmäßig.... es sind Todesser-Treffen, wie du dir wohl schon längst gedacht hast. Der Dunkle Lord wähnt sich immer noch meiner Loyalität. Es wird jedoch immer schwerer dich vor ihm zu verbergen.“
„Was heißt das?“, hauchte sie und ihre Augen, die noch eben von Schock gezeichnet waren wieder von einem Feuer entflammt. „Wir haben gesagt dass wir es schaffen. Was lässt dich nun daran zweifeln?“
Severus legte seine Hände auf ihre Knie und sah ihr fest in die Augen, seine Stimme war ernst als er sprach:
„Er weiß dass du Harrys Schwester bist. Er hat es in seinen Gedanken gesehen. Doch zu unserem Glück weiß er nicht, dass du und ich zusammen sind. Wir sollten es nicht provozieren und deshalb müssen wir uns für eine Weile trennen.“ Wenn es ihm schwer fiel, dies zu sagen, so verbarg er es hervorragend.
Rommy brachte es auf jeden Fall in Rage und sie schob seine Hände von ihren Knien und sprang auf. „Und dir fällt keine andere Lösung ein als einfach einen Schlussstrich zu ziehen, nicht wahr? Warum überhaupt nach einer anderen Lösung suchen und nicht einfach die bequemste nehmen.“, blaffte sie den schwarzhaarigen Zauberer an.
„Du weißt dass ich es...“, begann er mit drohender Stimme. Sie hatte kein Recht so wütend zu sein als wäre es seine Schuld. Wieso konnte sie nicht einmal vernünftig sein und auf ihn hören?
„Ich weiß gar nichts!“, schrie sie lautstark. „Ich weiß gar nichts mehr von dir. Du verschwindest ohne zu sagen wohin, kommst schwer verletzt zurück und ich muss dich pflegen. Und bei alledem verlangst du, dass ich keine Fragen stelle, dass ich dir vertraue und nun wischt du es einfach mit einem Handstrich weg. Gerade jetzt wo...“, sie stoppte und blinzelte erfolgreich gegen die Tränen an.
„Würdest du aufhören so zu schreien und mir zu hören!“, harschte Severus und trat an sie heran, packte Rommy grob an den Oberarmen.
„Fass mich nicht an!“, keifte sie und schlug seine Hände weg.
„Tu mir einen Gefallen und höre einmal auf mich.“, knurrte der Zauberer dunkel und seine Augen sahen sie drohend an.
„Oder sonst was? Willst du mich schlagen?! Ja?! Willst du?!“, ihre Stimme geriet ins Kreischen und mit einem Mal stand sie vor ihm und es klatschte als sie ihm eine Ohrfeige verpasste.
„Raus hier.“, keuchte sie und ihre Brust hob und senkte sich rasch. „Ich will dich nicht mehr sehen.“ Sie ließ sich einfach zurück in den Sessel plumpsen und starrte stur ins Feuer. „Es ist vorbei. Ganz wie du es willst.“, murmelte sie ins Feuer als Severus nicht sofort bewegte.
Er stand wie vom Donner gerührt da. Die Ohrfeige hatte er nicht kommen sehen. Sie war augenscheinlich mehr als nur wütend. Seine Hand fuhr an seine brennende Wange und er sah auf die Frau hinunter. Kurz fragte sich ein Teil von sich, ob er sich vor sie knien und schütteln sollte, sie zwingen sollte ihm zuzuhören, doch der Stolz in ihm verbot es ihm. So ist es besser., dachte er bei sich, denn so war sie geschützt und es würde ihm leichter fallen seine Arbeit zu machen. Wahrlich, so hatte er dies alles nicht geplant, doch nun sah er ein, dass er von Anfang an recht gehabt hatte, es konnte einfach nicht gut gehen und jetzt, da Voldemort zurück war, erst recht nicht und Rommy würde es noch frühzeitig einsehen. Ein letzter Blick, bedauernd, sehnsüchtig, dann verließ er die Privaten Räume von Evans, sein Umhang wehte hinter ihm her und er hörte nicht mehr wie die Frau aus dem Sessel auf die Knie rutschte und stumme Tränen über ihre Wangen liefen.
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Einen Tag später hatte Rommy ihre Kündigung bei Umbridge eingereicht und Hogwarts verlassen. Sie packte ihre Sachen zusammen und zog in den Grimmauldplatz, wollte im Moment nicht alleine sein. Sie war nun schon viele Woche hier und doch vermisste sie Hogwarts, vermisste Harry und... nein, sie vermisste Snape nicht, sie vermisste, was sie gehabt hatten oder eher was die junge Hexe geglaubt hatte, dass sie hätten. Es war früher Abend, Molly und Arthur waren in der Winkelgasse um einige Einkäufe zu erledigen und so waren Rommy und Sirius alleine, saßen in der Küche bei einer Tasse Tee.
„Du hast kaum ein Wort gesprochen seit du hier wie aus dem Nichts aufgetaucht bist.“, begann Sirius das Gespräch. Er bemerkte, dass Rommy noch intensiver in ihre Teetasse starrte, fuhr jedoch fort.
„Irgendetwas ist in Hogwarts geschehen und es hat nichts mit Harry oder Umbridge zu tun, dass sehe ich dir an. Und auch wenn ich dich zuletzt als junges Mädchen gesehen habe, so glaube ich doch noch zu erkennen, wenn dich etwas bedrückt.“, er schmunzelte als es im Gesicht der Hexe zuckte. Seine Hand streckte sich über den Küchentisch hinweg aus und er legte sie auf die kleine Frauenhand, welche unter der Berührung zusammenzuckte. „Was ist los Prinzessin?“, sprach er sie zum ersten Mal mit dem Kosenamen an, den er ihr als kleines Mädchen gegeben hatte, da sie von ihrem Vater alles bekam was sie wollte; wie eine Prinzessin eben.
Rommy lachte durch diese Bezeichnung auf und sah endlich hoch und in Sirius Augen, welche sie aufmerksam musterten. Stumm saß er da, hielt ihre Hand und wartete, wollte sie zu nichts drängen. Die Hexe senkte den Blick wieder als sie zu sprechen begann.
„Severus und ich haben uns getrennt. Er... er meinte es wäre sicherer für mich und... ich kann mich nicht mehr an alles erinnern. Ich weiß nur noch, dass ich viel geschrieen habe und er auch nicht gerade freundlich war.“, sie lachte auf und schüttelte den Kopf.
„Und dabei hatte ich gerade erfahren dass ich schwanger bin und wir trennen uns.“, sie hob den Blick und sah Black direkt in die Augen, welche sich nun vor Schock geweitet hatten. „Lächerlicher Scherz des Schicksals nicht wahr?“ Ein falsches Grinsen umspielte ihre Lippen ehe ihr Gesicht wieder in sich zusammensackte und Rommy einen Schluck von ihrem Tee nahm.
„D... du bist... sch… schwanger? Von Schniefelus?“, die Stimme des ehemaligen Askaban Inhaftierten klang fast schon angewidert. Doch er wusste, dass seine Anfeindung gegen Snape nun alles andere als angebracht war und so räusperte er sich. „Willst du es ihm noch sagen?“, fragte er vorsichtig.
„Nein.“, kam es wie aus der Pistole geschossen und Evans schüttelte heftig den Kopf.
„Aber vielleicht würde er dann seine Entscheidung überdenken.“, warf Sirius ein, der nicht glauben konnte, was er gerade gesagt hatte.
„Nein, das will ich nicht.“, Rommy sah kurz hoch, blickte dann wieder auf die Tasse Tee, welche sie nun in ihren Händen drehte. „Ich möchte nicht, dass er zu mir zurück kommt aus einem Pflichtgefühl heraus. Er soll wiederkommen weil er MICH will... UNS. Weil er mich liebt.“ Das Schlucken des dicken Kloßes in ihrem Hals war deutlich zu hören.
„Wie lange bist du schon... ich meine seit wann weißt du...?“
„Bevor wir uns gestritten haben habe ich den Test gemacht.“, erzählte die rotblonde Hexe. „Ich hab mich schon seit einiger Zeit ständig unwohl gefühlt und irgendwie war es so ein Gefühl. Ich kann es selbst nicht genau erklären.“
„Und in der wievielten Woche bist du?“, er fragte so vorsichtig, dass es der ehemaligen Lehrerin für Zaubertränke ein Lächeln auf die Lippen zauberte ob der Fürsorglichkeit, die Black auf einmal an den Tag legte.
„Ich schätze so in der 10. bis 15. Woche. Genau konnte ich es selbst nicht bestimmen, da müsste ich zu einem Heiler gehen. Ich hatte nur noch keine Zeit einen Termin im St. Mungos zu vereinbaren.“, Rommy sah ihn an und als sie das breite Grinsen auf Sirius’ Gesicht sah, blinzelte sie ihn verwirrt an. „Was ist so komisch?“
„Nichts.“, lautete die schlichte Antwort. „Es ist nur... ich werde so was wie Großonkel.“, laut lachte der Zauberer auf. „Wer hätte gedacht, dass ich das erleben darf.“
Nun lachte auch Rommy und wirkte zum ersten Mal seit ihrer Ankunft im Grimmauld Platz glücklich. Der glückliche Moment wurde zerstört als es einen lautstarken Knall vom Kamin her gab und Remus Lupin erschien. Sein Gesicht war von Entsetzen verzerrt.
„Harry... er ist in der Ministeriumsabteilung. Voldemort hat ihn hereingelegt. Snape hat es mir gerade mitgeteilt.“, keucht er und kaum hatte er geendet sprangen sowohl Sirius als auch Rommy auf und machten sich so schnell es ging zusammen mit dem Werwolf auf ins Ministerium.
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Zusammen mit Moody, Tonks und einigen anderen Ordensmitgliedern apparierten sie in die Ministeriumsabteilung und der Kampf begann augenblicklich. Schockzauber, Flüche, Entwaffnungszauber und einiges mehr wirbelte durch die Gegend. Und als einer der Todesser einen Fluch auf Harry richtete, der Neville gerade aus der Schusslinie schleppte warf sich Rommy dazwischen und wehrte ihn ab, setzte den Gegner außer Gefecht.
„Harry.“, keuchte sie. „Ihr müsst hier verschwinden. Bring deine Freunde hier raus. Der Orden kümmert sich darum.“
„Nein. Ich möchte kämpfen.“, begehrte er auf und lies Ron Neville stützen.
„Oh Harry ich...“, begann seine Schwester und musterte ihren Bruder für einen Moment. Er sah so entschlossen aus und bevor sie hier eingetroffen waren hatten er und seine Freunde sich wacker gegen die Todesser geschlagen. Es fiel ihr schwer, doch schließlich sagte sie: „Okay, kämpfe, aber bleib dicht bei mir. Verstanden?“, sagte sie scharf, so wie es Harry noch nie von ihr gehört hatte.
„Verstanden.“, dann stürzten er und seine Schwester sich wieder zurück in den Kampf.
Jeder hatte seinen eigenen Gegner mit dem er nun zu kämpfen hatte und letztlich blieb nur noch ein Paar, dass sich bis aufs äußerste traktierte: Sirius Black und Bellatrix Lestrange. Dann tauchte auf einmal Dumbledore auf, erledigte einen Todesser, welcher bewusstlos gewesen und nochmals ins Geschehen eingreifen wollte als ein grüner Lichtblitz aufflammte.
Harry, der noch eben an seine schwer keuchende Schwester gelehnt stand, sah hoch. Sirius lächelte, aber seine Augen zeigten das Entsetzen, dass er es nicht fassen konnte verloren zu haben. Dann bog sich sein Körper nach hinten und er fiel in den Steinbogen hinein in den Schleier und verschwand. Bellatrix ließ ein Triumphgeheul von sich und verschwand durch die nächste Türe.
„Sirius.“, keuchte Rommy, wollte nach Harry greifen, doch der Junge rannte auf das Podium und schrie Blacks Namen.
Lupin fing ihn ab und umschlang Harry, hielt ihn davon ab in den Steinbogen zu rennen. In diesem Moment starrte jeder auf das Podium und keiner bemerkte, dass Lucius Malfoy sich erhob und einen Fluch auf Rommy schleuderte, welche ihm am nächsten Stand. Moody bemerkte es, allerdings nicht rechtzeitig, ein Fluch traf Rommy mit aller Wucht und um sie herum wurde alles schwarz. In weiter Entfernung hörte sie Harry immer noch nach seinem Paten schreien.
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Eine Woche später schreckte Rommy hoch wie aus einem schlechten Traum und blickte direkt in das Gesicht von Albus Dumbledore, welcher sie freundlich anlächelte, allerdings lag in seinen Augen etwas Trauriges. Die Hexe blinzelte verwirrt und sah sich in dem Raum um, erkannte den Krankenflügel von Hogwarts wieder und ein Lächeln trat auf ihr Gesicht. Allerdings verschwand das Lächeln augenblicklich als die Erinnerung an die letzten Ereignisse zurückkam.
„Sirius... er ist... tot. Oder?“, ihr Blick ging zu Dumbledore welcher tief durchatmete und nickte.
„Leider ja meine Liebe. Und es tut mir sehr leid. Hätte ich einige Dinge anders gestaltet, dann würde er vielleicht noch leben.“
Rommy hörte ihn nicht, schüttelte den Kopf und hob die Hände vors Gesicht um die Tränen zu verbergen.
„Warum denn noch ein geliebter Mensch?“, schluchzte sie. „Wieso Sirius?“ Es mochten nur wenige Minuten sein oder eine Stunde, die rotblonde Hexe vermochte es nicht zu sagen wann ihre Tränen verebbten. Mit einem letzten Schluchzer nahm sie die Hände vom Gesicht und sah zu Dumbledore. Ihre Stimme klang seltsam fremd in ihren Ohren als sie sprach: „Wie geht es Harry?“
„Den Umständen entsprechend. Er hat einiges der Wahrheit erfahren und ich fürchte es dauert noch, bis er es verarbeitet hat, dass er wieder einen Menschen verloren hat.“, kurz hielt der Schulleiter inne. „Er braucht jetzt seine Schwester und ich denke seine Schwester braucht ihn auch. Ihr habt noch ein paar Wochen bis das Schuljahr endet. Nehmt euch Zeit füreinander und gebt euch gegenseitig den Halt und die Stütze, die ihr braucht.“
Evans nickte und fuhr mit der Hand unbewusst über ihren Bauch. Ihre Augen wurden groß. „Ich... Professor ich bin... ähm... ich bin schwanger.“, brachte sie stammelnd heraus und sah ihm drängend in die Augen. „Wissen Sie ob es dem Baby gut geht?“
Albus senkte den Blick und trat näher an das Bett heran, beugte sich zu der Hexe hinunter und ergriff ihre Hand, drückte sich und es ließ Rommy erstarren. Sie brauchte keine Antwort mehr, sein trauriger Blick des Bedauerns und die Schuld darin sagten mehr als Worte es gekonnt hätten. Sein „Es tut mir leid.“ nahm sie gar nicht war. Die Frau entzog ihm ihre Hände und nickte.
„Gut. Das ist gut.“, ihre Stimme klang äußerst gefasst und Rommy war überrascht, dass sie sich so beherrschen konnte.
„Severus weiß noch nicht...“
„Nein.“, fiel ihm die junge Hexe ins Wort. „Er... er sollte es nicht erfahren. Wir... wir haben... wir haben uns getrennt. Es ist gut dass... dass es vorbei ist. Jetzt muss ich mich nicht damit quälen. Das Problem ist... erledigt.“, sie lächelte künstlich zu dem Schulleiter hoch und er bedachte sie mit einem bedauernden Blick, legte seine Hand auf ihre Schulter und drückte sie kurz. „Ich komm klar. Es geht mir gut. Es ist... puh... überstanden.“, Rommy lachte leise auf.
„Ihr braucht euch jetzt mehr denn je, auch wenn keiner vor euch dass jetzt einsehen mag.“, meinte Albus nur. „Ich werde Harry unterrichten, dass Sie aufgewacht sind.“, damit ließ er ging er zur Türe, wand sich dann nochmals zu ihr um. „Ihre Kündigung betrachte ich selbstverständlich als gegenstandslos.“, mit einem Zwinkern ließ er sie alleine in dem großen Krankenflügel.
Als sie alleine war ließ sich die Tochter von James und Lilly Potter in die Kissen fallen und starrte die Decke an. Sie schloss die Augen und öffnete sie sofort wieder, da augenblicklich ein glückliches Bild von ihr und Severus als stolze Eltern erschien mit einem kleinen entzückenden Baby zu ihren Füßen. Auch wenn Severus und sie sich im Streit getrennt hatte, so hatte sie in ihrem Bett im Grimmauldplatz jede Nacht davon geträumt wie es wäre, eine glückliche Familie zu sein; ja sogar mit Harry hatte Snape sich verstanden und die Streitereien mit Sirius beschränkten sich auf das Mindeste.
Nun war dies alles wirklich nur noch ein Traum, ein geplatzter Traum. Sie war zwar nicht lange schwanger gewesen, aber sie hatte das Baby trotzdem schon lieben gelernt und nun war es einfach wieder weg, einfach so... Puff.
Als wenig später Harry zu ihr kam verbarg sie ihre Gefühle so gut es ging und sie redete mit Harry bis spät in die Nacht. Auch wenn der Schmerz über den Verlust des Babys noch da war, so war die Trauer um Sirius Tod doch ein wenig gemildert worden, bei allen beiden. Es würde dauern bis diese Wunden heilen würden, doch Narben würden bleiben, so wie es schon immer gewesen war wenn man einen geliebten Menschen verlor. Es war längst Zeit für alle Schüler Hogwarts in den Betten zu sein, so dass Madam Pomfrey Harry aus dem Krankenflügel scheuchte, da Rommy angeblich noch Ruhe brauchte.
Aber Ruhe war alles andere was die Hexe jetzt brauchte und als Madam Pomfrey ein letztes Mal nach ihr gesehen hatte und in ihre Räume gleich neben dem Krankenflügel verschwunden war stand Rommy auf. Sie trug ein langes Nachthemd und warf sich einen Morgenmantel über und verließ den Krankenflügel um sich die Beine etwas zu vertreten.
Natürlich hatte sie nicht vor nach Draußen zu gehen, dazu fühlte sie sich zu schwach. Der Fluch von Malfoy war gewaltiger gewesen als sie vermutet hätte, und nicht nur weil es zu einem Schwangerschaftsabbruch geführt hatte. Langsam lief Rommy durch die Gänge der Schule, den Zauberstab als Lichtquelle nutzend. Sie sah gerade aus einem der Fenster als sie Schritte den Gang entlang gehen hörte, schnelle und schwere Schritte und es war als würde sie es erahnen und dann stand er auch schon vor ihr, doch die rotblonde Lehrerin sah einfach weiter aus dem Fenster, atmete tief durch. Er trat dicht hinter sie und für einen kurzen Moment glaubte sie zu spüren wie er die Hand hob und kurz bevor er sie berührte innehielt. Ihr Blick war immer noch nach Draußen auf die Sterne gerichtet und sie hörten ihren Herzschlag in den Ohren. Und auf einmal spürte sie einen Lufthauch und hörte Schritte die sich entfernten. Rommy drehte sich herum und sah nur noch seine Robe in der Dunkelheit verschwinden. Also war es tatsächlich vorbei.
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