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Fanfiction

All I need - Ende und Anfang... ein Kreis schließt sich

von goldenangel

Hallo ihr Lieben!

Tja, was soll ich jetzt sagen? Wir sind am Ende angelangt, zumindest so ziemlich. Es wird zwar noch ein Kapitel und natürlich den Epilog, doch letztlich ist es nun doch irgendwie vorbei. Aber es ist gut so, ich habe die Geschichte so zu Ende gebracht, wie es sich von Anfang an in meinem Kopf geformt hat und bin zufrieden damit, wie es sich entwickelt hat.
Ich würde mich freuen, wenn der ein oder andere von euch mir vielleicht einen Kommi hinterlassen könnte, wie ihr den Ablauf der Story empfandet.
Ach ja, das Lied gehört natürlich nicht mehr sonder dem Songwriter, Sänger usw.

So, aber nun erstmal das Kapitel.

LG
goldenangel

***************************************

Kapitel 9 – Ende und Anfang... ein Kreis schließt sich

Der Sommer verging und das 6. Schuljahr begann, die Zeiten wurden dunkler und erreichten ihren Höhepunkt, als am Ende des Schuljahres Albus Dumbledore von niemand anderem als Severus Snape getötet wurde.
Harry, Ron und Hermine hatten vor Beginn des 7. und letztes Jahres auf die Suche nach den Horkruxen gemacht, während seine Schwester in Hogwarts mit allen anderen Lehrern darum bemüht war, dass es den Schülern gut ging und sie nicht allzu sehr unter der neuen Schreckensherrschaft zu leiden hatten. So sehr sie auch ihrem Bruder beistehen hatte wollen, so wusste sie, dass er mittlerweile sehr gut auf sich selbst aufpassen konnte. Als sie sich das letzte Mal gesehen hatten, gab sie ihm ein Medaillon, dessen zweite Hälfte sie selbst trug, so konnten sie den anderen Rufen wenn es notwendig war, fast wie ein Portschlüssel sozusagen.
Die erste Hälfte des Schuljahres war vorüber und Weihnachten war vorbei. Rommy war auf dem Weg zum Büro des neuen Schulleiters: Severus Snape. Im Gegenzug zu den anderen Lehrern, die nur aus dem Verborgenen gegen die beiden Todesser agierten, welche nun den Unterricht für Muggelkunde und Verteidigung gegen die Dunklen Künste inne hatten, so ging die rotblonde Hexe offensiver vor und schützte ebenso offensiv ihre Schüler.
So war es nicht verwunderlich gewesen, dass sie nur knapp von einem Kerzenleuchter oder eine Statue erschlagen worden wäre, wenn sie nicht rechtzeitig ihren Zauberstab gezückt hätte. Natürlich war den zwei Carrow Geschwistern nichts nachzuweisen gewesen und selbst wenn, Snape bevorzugte sie genauso wie alle Schüler des Hauses Slytherin. Er schien kälter und härter als jemals zuvor, doch Rommy wäre nicht die Tochter ihrer Eltern, wenn sie nicht versucht hätte sich zu rächen. Natürlich ging sie nicht so brutal und offensichtlich vor wie die Carrows, doch eindeutig genug, dass die Carrows es verstanden und leider nur mit noch mehr Bosheiten aufwarteten, die sich dann gegen die Schüler richteten. Und offensichtlich zielten sie darauf, dass die junge Hexe flog, denn sie hatten sie bei Severus angeschwärzt und nun musste sie zu ihm gehen.

„Herein.“, kam es gedämpft von der anderen Seite der Tür als sie geklopft hatte.

Die Hexe atmete tief durch und griff nach der Klinke und drückte sie nach unten, betrat das Büro dahinter. Severus saß hinter dem großen Schreibtisch, war gerade damit mit der Feder ein Pergament zu bekritzeln und sah nicht hoch, als die junge Frau den Raum betrat.

„Du wolltest mich sprechen?“, sie versuchte gar nicht erst höflich zu klingen, denn darüber war sie bei Severus längst hinaus.

Der neue Schulleiter von Hogwarts stoppte und sah hoch, seine Miene war die pure Unnahbarkeit. „Ich denke Sie sollten mich etwas förmlicher ansprechen.“, er hob dabei eine Augenbraue.

Rommy seufzte und trat näher heran. „Gut. – SIE wollten mich sprechen?“, betonte sie nun die Siezung.

„Ich denke ein ‚Sie wollten mich sprechen, SCHULLEITER’ wäre angebracht.“, er hatte sich wieder dem Pergament zugewandt und schrieb weiter.

„Nun, um diesen Titel zu tragen müsste man wirklich Schulleiter sein.“, kam es herablassend. „Diese Bezeichnung muss man sich verdienen und nicht erstehlen durch Mord.“, sie stand einige Meter vom Schreibtisch entfernt und sah das kurze Zucken auf seinem Gesicht. Sicher, jeder andere hätte es nicht bemerkt, doch sie kannte ihn doch gut genug um zu erkennen, wann sie ihn doch treffen konnte oder gerade vielleicht auch wenn es von ihr kam, traf es ihn.

Snape legte nun endgültig die Feder zu Seite und sah hoch. „Mir wurde berichtet dass Sie einige der Kollegen attackiert haben.“, er lehnte sich zurück und hob eine Augenbraue. „Haben Sie mir etwas zu sagen?“

Evans verschränkte abwehrend die Arme vor der Brust. Sie begegnete dem schwarzhaarigen Todesser mit einem furchtlosen Blick, der keine einzige Regung zeigte. Sie würde kein einziges Wort der Verteidigung über ihre Lippen kommen lassen, denn es war doch von vorneherein klar, dass es nicht gehört wurde und sie als der Buhmann aus der Sache raus ging, also ließ es die rotblonde Hexe bleiben. Einfach stehen bleiben und stur in seine Augen starren.

„Ich warte.“ Seine Stimme klang hart und schneidend und sein Blick bohrte sie ihr entgegen.

„Ich werde nichts dazu sagen.“, kam es nun von Rommy. „War’s dass? Kann ich dann gehen?“, fragte sie noch hinterher in gelangweiltem Tonfall und drehte sich schon zur Türe um das Büro zu verlassen.

„Wo hält sich Potter auf?“, die schneidende Frage kam und lies die Hexe so deutlich zusammenzucken, dass er es nicht übersehen konnte.
„Also?“ Severus erhob sich und trat um den Schreibtisch herum und war nach wenigen Schritten bei ihr.

Die junge Lehrerin presste ihre Lippen aufeinander, so dass sie eine schmale Linie ergaben. Sie würde ihm mit Sicherheit nicht sagen, dass sie durch das Medaillon jederzeit ihren Bruder aufspüren konnte, egal was er versuchen würde. Das wäre ja noch schöner, da müsste dieser Mistkerl schon schwerere Geschütze auffahren. Aber offenbar waren schwere Geschütze nicht notwendig, denn er hatte, ohne dass sie es gemerkt hatte, Legilimentik angewandt und ihre Gedanken gelesen. In einer ruckartigen Bewegung drehte Snape sie herum, griff die Kette um ihren Hals und mit einem Ruck hatte er die Kette mit dem Medaillon in seiner Hand. Es würde ihm helfen Potter zu finden und ihm das Schwert von Godric Gryffindor unbemerkt zu kommen zu lassen.

„Nett.“, kommentierte er nun als Rommy ihn schockiert ansah und steckte die Kette weg als die Hexe danach fasste. „Die ist neu nicht? Ich werde sie mir mal genauer ansehen.“, sein Gesicht verriet nichts, dass er über das Medaillon bescheid wusste.

„Es ist ein harmloses Schmuckstück.“, versuchte sie so gleichgültig wie möglich zu klingen.

„Dann werden Sie es auch wieder bekommen meine Liebe.“

Die Hexe verdrehte die Augen, doch innerlich lächelte sie triumphierend, denn er wusste nicht, dass man ein Passwort für das Öffnen des Medaillons brauchte und auch nicht, was es für ein Zauber war. Doch sie unterschätzte Severus, er wusste, dass sie eine kluge Hexe war und es wäre für ihn ein leichtes das Ding zu öffnen, da war sich Severus sicher.

„Du bist ein Schwein.“, es war ihr herausgerutscht, noch bevor sie recht darüber nachdenken konnte.

„Ich habe weitaus schlimmere Beschimpfungen ertragen.“, kam es gelassen und er setzte sich wieder hinter seinen Schreibtisch.

„Nun wie wäre es mit ‚scheiß Vater’?“, wieder rutschte es ihr heraus und Rommy verfluchte sich dafür, dass ihr ausgerechnet DAS zwischen den Lippen hervorgeschlüpft war.

„Was?“, überrascht sah er auf, war sich nicht sicher ob er sie richtig verstanden hatte.

Die Hexe trat den Angriff nach vorne an und trat an den Schreibtisch heran. Ihre Handflächen knallten hart auf das Holz. „Wäre dein Todesser Kumpane Lucius und sein Fluch nicht gewesen, dann wärst du Vater geworden. Aber Gott sei Dank hat sich dieses Problem erledigt. Es wäre eine Schande dem Kind erzählen zu müssen, dass sein Vater ein Mörder ist.“, fauchte sie

Severus’ Gesicht regte sich nicht, nur das Heben und Senken seiner Brust zeigte, dass er atmete. Und dann blinzelte er auf einmal heftig und Fassungslosigkeit zeigte sich in seinen Augen. Er wäre Vater geworden? Wieso hatte sie es ihm nicht gesagt? Er wäre bei ihr geblieben bis das Kind auf der Welt wäre.

„Du bist Schuld dass es nicht so ist. Hättest du uns schneller benachrichtigt, dann wäre es vielleicht nicht passiert. Aber du wolltest ja, dass es zu einem Kampf kommt und deshalb ist es DEINE Schuld, dass dieses Kind nicht leben konnte.“, die Wut brach mit einem Mal heraus und sie konnte sie nicht länger zurückhalten. Mit einer einzigen Bewegung war der Schreibtisch leer gefegt. „Du hast es zu verantworten dass Harry keinen Paten mehr hat. Du hast das, was wir hatten, zerstört.“ Heiße Tränen liefen ihr nun über die Wangen und dass Severus einfach nur dasaß, ihr zusah wie sie das Büro verwüstete, ließ ihre Wut nicht verrauchen.
„Du hat meine Mutter geliebt und trotzdem willst du, dass Voldemort Harry tötet. Du willst alles zerstören und wofür? Für Macht? Für SEINE Anerkennung?“, spuckte sie hervor. „Es ist ja ein Wunder, dass ich noch hier bin. Voldemort weiß doch schon längst dass ich Harrys Schwester bin.“

„Ich enttäusche Sie vielleicht, aber Sie sind nicht wichtig genug.“, kam es tonlos. „Der Dunkle Lord sieht in keine Bedrohung in Ihnen. Er sieht keinen Nutzen in Ihnen meine Liebe. Harry Potter zählt. Sie sind nichts für ihn.“ Severus wollte, dass sie noch wütender wurde. Sie musste rasend sein um die Stärke aufzubringen die der große Kampf erfordern würde, denn nur so würde sie überleben, wenn sie stark genug war und rücksichtslos mit ihren Gegner vorging... und wenn er der Gegner sein sollte.

„Du hast keine Ahnung.“, kam es leise, bedrohlich leise, ehe sie erneut zu keifen begann. „Ich schwöre dir, ich werde Harry beistehen, bis zum Schluss und ihm den Rücken freihalten, wenn er Voldemort dorthin schickt, wo er und alle die ihm dienen hingehören!“, sie hatte so laut gebrüllt, dass einige der Bilder von ehemaligen Schulleitern erschrocken zusammenzuckten oder empört schnaubten.
„Ich hasse dich Severus Snape. Ich hasse die Art wie du alle behandelst. Ich hasse es, dass du denkst, ein Genie was Zaubertränke betrifft zu sein. Ich hasse es, dass du Voldemort dienst. ICH HASSE DICH!!!!“ Sie schrie sich förmlich die Seele aus dem Leib, so dass sie rot anlief und schnaufte, als wäre sie einen Marathon gerannt. Doch auf einmal, genauso schnell wie die Wut explodiert war, verschwand sie plötzlich und die Schultern sackten herunter. Sie schüttelte traurig den Kopf und lachte mit tränenverhangener Stimme lauthals auf.
„Weißt du was das Schlimmste ist? Ich kann dich für all das, für den Tod an Sirius, an unserem Baby, an Dumbledore und der Verfolgung von Harry, ich kann dich einfach nicht dafür hassen. Ich KANN es nicht Severus.“, verzweifelt schrie sie ihm seinen Namen entgegen. „Ich versuche es, aber es... Du hast uns alle getäuscht. Du hast MICH getäuscht und trotzdem... es tut mir nur leid.“, sie schluchzte und wischte sich über die Nase.
„Es tut mir leid dass ich es nicht erkannt habe, dass ich nicht die Stärke hatte dich zu überzeugen, dass unsere Seite die Richtige ist. Und dass meine Liebe nicht ausgereicht hat und auch nicht reicht um dich davon zu überzeugen dass es noch nicht zu spät ist.“ Die Tränen flossen in Sturzbächen über ihr Gesicht und sie starrte ihn an, einfach nur noch mit einer unendlichen Traurigkeit.
„Es tut mir leid dass du denkst, es gäbe nur den Weg von Voldemort. Ich wünschte du würdest...“, die junge Hexe schüttelte den Kopf. „Es ist wohl zu spät.“, dann wand sie sich rasch ab und stürmte aus dem Büro des Schulleiters.

Der schwarzhaarige Zauberer saß da wie vom Donner gerührt. Er hätte Vater werden können und Lucius hatte ihm diese Chance genommen. Ein Baby könnte jetzt in seinen Armen liegen, statt der schweren Last, die er zu tragen hatte. Und sie liebte ihn immer noch, konnte ihn nicht hassen. Soviel hatte ihr Snape angetan und trotzdem hasste sie ihn nicht, liebte ihn immer noch. Wie war so etwas möglich? War sie wirklich so stark? Wäre sie stark genug gewesen alles zu ertragen? Hätte er ihr die Wahrheit sagen sollen, dass er immer noch auf der richtigen Seite stand, dass er durch und durch für die gute Seite arbeitete?

„Es tut mir so leid, Severus.“, ertönte eine Stimme hinter ihm und es lief ihm eiskalt den Rücken herunter als ihn die Erkenntnis traf, dass der alte Mann alles gehört hatte.

„Du hast es gewusst oder? Das Baby?“, die Stimme des Todessers war blechern und rau. Dumbledore wusste doch immer alles, es hätte ihn auch gewundert, wenn dem nicht so wäre.

„Ich bat sie, es dir zu sagen. Doch sie wollte nicht, dass du aus einem Pflichtgefühl heraus zu ihr zurückkommst. Und als das Baby dann... sie war so tapfer, hat es überspielt. Ich denke sie ist weitaus stärker als du vermutest. Sie wird das alles durchstehen und sie wird Harry die Stütze sein, die er braucht. Auch wenn er am Ende alleine dem gegenübertreten muss, was kommt.“ Albus Dumbledores Stimme klang traurig und die Schuld die er auf sich trug war deutlich herauszuhören.
„Du darfst nicht aufgeben Severus. Wenn alles läuft wie es sein soll... dann wird mehr als nur einmal der Tod besiegt werden.“, es klang prophezeiend und dem derzeitigen Schulleiter waren die letzten Worten von Dumbledore nicht klar und wahrscheinliche würde er nie ihre vollständige Bedeutung begreifen... erst am Ende wohl.

Ein paar Wochen später hatte Snape es geschafft das Medaillon zu knacken und konnte Harrys Aufenthaltsort lokalisieren. Er apparierte in einiger Entfernung zu dem Standort, wo sich Potter aufhalten musste. Ein geschickter Zauber und er erkannte die Schutzzauber und wusste, wie nah er sich heranwagen konnte. Als er nur noch wenige Meter von der Grenze entfernt war hob er seinen Zauberstab und sprach den Patronus-Zauber. Weißlich-silbernes Licht drang wie ein Nebel aus der Spitzes des Zauberstabes und verwandelte sich letztlich in ein Tier, eine Hirschkuh, welche sich nun langsam in die Richtung von Harry bewegte. Snape wartete bis die Kuh aus seinem Blickfeld entschwunden war und nur noch als helles Licht zu sehen war und zog sich langsam zurück, an einen kleinen Weiher, welchen er entdeckt hatte. Unter seinem Umhang zog der schwarzhaarige Zauberer ein Schwert, musterte es kurz und warf es dann auf die dünne Eisfläche, welche augenblicklich in viele Schollen zerbrach und das Schwert sank in die Schwärze hinunter. Ruhig und lautlos zog Snape sich in die Dunkelheit zurück und wartete ab. Es dauerte nur wenige Minuten ehe der junge Potter auftauchte und kurze Zeit darauf tauchte der Rotschopf Weasley auf und mit grimmiger Zufriedenheit bewegte Severus sich weg vom Ort des Geschehens, disapparierte in dem Wissen, dass es bald nur noch eine letzte Pflicht gab, die er zu erfüllen hatte.

++++++++++++++++++++++++++++++

„... Es gibt etwas Wichtiges, das wir tun müssen –„

„Was denn?“

„Das – das kann ich euch nicht sagen.“

„Warum kannst du es uns nicht sagen? Es hat was mit dem Kampf gegen Du-weißt-schon-wen zu tun, stimmt’s?“

„Natürlich hat es das Neville.“, ertönte die Stimme einer älteren Frau und sie trat aus dem Schatten wo sie sich aufgehalten hatte, seit sie den Raum betreten hatte und ihr Blick den schwarzhaarigen Jungen mit der Brille erfasst hatte. Im ersten Moment wollte sie auf ihn zu laufen, ihn umarmen, so lange hatte sie ihn nicht gesehen, doch war ihr klar, dass es wichtigeres gab und so trat sie erst jetzt aus dem Schatten.

Sie trug Jeans und ein Shirt, hatte die Haare zu einem Zopf zusammengebunden, so war es einfacher sich zu bewegen. Schon vor vielen Wochen hatte sie die Schreckensherrschaft der Carrows nicht mehr ertragen und beide öffentlich attackiert.
Rommy hatte es nicht länger ausgehalten mit anzusehen wie die Schüler gequält wurden. Sie war aus dem Schloss geflohen und hatte sich im Eberkopf versteckt und war dort auf Neville gestoßen, der ihr vom Raum der Wünsche erzählte und so schloss sie sich den Schülern an, nahm sie unter ihre Fittiche, brachte ihnen Zauber bei, die weit über das Niveau von Siebtklässlern gingen. Sie war längst keine normale Lehrerin mehr für diese Kinder, sie war ihre Mentorin und ihre Freundin, die sie ermutigte die Hoffnung niemals aufzugeben und weiterzumachen.
Langsam ging sie auf den Jungen mit der Narbe zu, welcher sie nur stumm anstarrte, doch sie sah in seinen Augen die Fassungslosigkeit und noch mehr die Freude sie wieder zu sehen.

„Hey Bruderherz.“, lächelte sie, und keiner der anderen war überrascht über diese Aussage, denn im Zuge des Zusammenhalts hatte die rotblonde Hexe sich allen zu erkennen gegeben.

„Rommy.“, es war nur ein Hauch der über Harrys Lippen kam und dann zog die Erwachsene ihn in eine Umarmung und sie hielten sich wie Ertrinkende an einem Rettungsschlauch aneinander fest, drückten sich so sehr, dass es schmerzte, als wollten sie ineinander hineinkriechen um nie wieder ohne den anderen sein zu müssen.

„Ich habe dich so vermisst.“, wisperte die Hexe und schob ihn von sich und erkannte mit Überraschung, dass vor ihr kein Junge mehr stand, sondern ein angehender junger Mann und es erfüllte sie mit Stolz. „Ron, Hermine. Schön euch zu sehen.“, wand sie sich nun an Harrys Freunde, umarmte jeden der beiden kurz, was diese mit Unbehagen zur Kenntnis nahmen, immerhin war sie ihre Lehrerin gewesen.

„Was ist jetzt mit dem Kampf?“, rief einer der Schüler und schon bald entbrannte eine Diskussion

„Hört zu!“, erhob Rommy ihre Stimme und hob die Hände in die Luft um sich Gehör zu verschaffen. „Es ist eine schwierige Aufgabe die vor den dreien liegt und die sie alleine erfüllen müssen. Allerdings...“, sie sah zu Harry, „... nicht alles muss man alleine machen. Die Rückendeckung ist ein wichtiger Bestandteil im Kampf.“

Und letztlich ließ sich Harry breitschlagen, sah ein, dass man nicht alles alleine tun musste. Er wollte sich nun zusammen mit Luna die Statue im Rawenclaw Gemeinschaftsraum ansehen und Rommy begleitete sie um ihren im Ernstfall Rückendeckung zu geben, sollte jemand sie sehen.

++++++++++++++++++++++++++++++

Während des Weges zog Rommy ihren Bruder ein wenig hinter Luna, redete leise auf ihn ein. Sie erzählte ihm davon, dass Albus einige Zeit vor seinem Tod ihr von den Horkruxen erzählt hatte und er sie bat in Hogwarts zu bleiben und die Schüler zu beschützen, während Harry seine Aufgabe zu erfüllen hatte und dass er nicht mehr alleine war und wenn auch zögernd, so erzählte ihr Harry in knappen Worten, was sie bisher erreicht hatten und seine Vermutung, dass sich Rawenclaws Diadem irgendwo in Hogwarts befand und ein Horkurx war. Sie standen vor der Statue als plötzlich Alecto Carrows auftauchte, den Zauberstab auf die drei Zauberer richtete. Rommy reagierte nicht schnell genug und die Todesserin konnte ihr Mal berühren um Voldemort zu benachrichtigen, doch ehe sie einen Zauber sprechen konnte hatte Luna die Frau geschockt.

„Beeindruckend Luna.“, sagte Rommy anerkennend und Luna lächelte zufrieden.

Kurz darauf erschien Alectos Bruder im Rawenclawturm, zusammen mit Professor McGonagall. Harry und Luna versteckten sich unter dem Tarnumhang, während Rommy hinter eine Couch in Deckung ging. Amycus Carrow tobte und als er Minerva, die kurze Zeit später auftauchte, bespuckte, war es zuviel: Harry streckte ihn nieder und die drei kamen aus ihrer Deckung hervor.

„Potter! Rommy!“, hauchte die ältere Hexe. „Was tun Sie hier? Sie müssen sofort verschwinden. Alle beide.“

„Nein. Voldemort ist auf dem Weg hierher.“, begehrte Harry auf und erzählte ihr von dem Diadem.

„Dann werden wir die Schule sichern. Rommy?“, McGonagall wand sich an die andere Hexe und diese nickte ernsthaft.

„Wir sollten Voldemort und seine Anhänger lange genug aufhalten können um Harry so die Zeit zu verschaffen, die er braucht.“, erklärte die rotblonde Frau.

Die beiden Frauen sahen sich in die Augen und als würden sie sich stumm verstehen, schickten beide stumm zahllose Patroni los, und zusammen mit Harry und Luna verließen sie den Rawenclaw Turm. Sie eilten eine Korridor entlang, Harry und Luna unter dem Tarnumhang, als Rommy abrupt stehen blieb, Minerva es ihr gleich tat und skeptisch die Stirn runzelte und dann trat er aus dem Schatten, hinter eine Rüstung hervor.

„Wie bist du wieder reingekommen?“, fragte er sofort die rotblonde Hexe.

„Fahr zur Hölle, Severus.“, zischte diese nur zurück und schleuderte sofort einen Fluch auf den Todesser und ein Kampf entbrannte, der mehrere andere Lehrer auf den Plan rief. „Überlasst ihn mir, dass ist meine Sache!“, schrie Rommy ihnen zu als sie einen Schutzzauber errichtete und kurz darauf die Rüstung zum Leben erweckte.

Severus keuchte schwer und er musste sich tatsächlich eingestehen, dass er die Stärke der Magie in der jungen Frau deutlich unterschätzt hatte. Sie war ihm wahrlich ebenbürtig. Sie schenkten sich nichts und Rommy kämpfte wirklich bis aufs Blut, genau das, was sich Snape erhofft hatte.
Sie mochte vielleicht noch Gefühle für ihn haben und dennoch fand sie die Kraft, ihn zu bekämpfen und dies gab ihm Hoffnung, die Hoffnung, dass alles doch noch gut werden könnte. Als Snape nun die Flucht ergriff folgte Rommy ihm und ein helles Licht blitzte auf und sie kreischte laut seinen Namen.

„Du elender Feigling!!!“, schrie sie ihm hinterher, als er aus dem Fenster und in der Nacht verschwand.

„Ich hoffe, ich mache dich nie SO wütend.“, erklärte Harry süffisant und seine Schwester grinste ihn an, wischte sich einige Strähnen aus dem Gesicht, die sich aus ihrem Zopf gelöst hatten.

„Beindruckende Leistung.“ – „Perfekt ausgeführte Bewegungen.“ – „Großartige Magie.“, so ertönte es von den Lehrern.

„Wir sollten uns aufmachen die Schule zu sichern. Die Hauslehrer wecken ihre Schüler. Wir treffen uns alle in der Großen Halle.“, sprach McGonagall und alle gingen, bis auf Harry und Rommy.

„Ich muss den Lehrern helfen.“, sprach die Hexe mit belegter Stimme.

„Ich weiß und ich muss...“, er sprach es nicht zu Ende, seine Schwester wusste es auch so.

Beide sahen sich in die Augen und wussten was der andere dachte. Es bedurfte keiner Worte, sie wussten es einfach. Schließlich legte Rommy ihre Hände auf die Schultern ihres Bruders, drückte zu und lächelte ihn an. „Mum und Dad wären unendlich stolz auf dich Harry. Und ich bin es auch.“

„Sie wären stolz auf UNS.“, korrigierte sie der schwarzhaarige Junge und dann trennten sich die Wege der Geschwister.

++++++++++++++++++++++++++++++

Doch bald schon trafen sie sich wieder. Der Kampf zwischen Todessern und Hogwartsianern war aufs heftigste entbrannt, Flüche schossen umher, trafen Mauern und ließen Fenster zersplittern, Menschen schrien, die einen vor Schmerz, die anderen vor Wut.
Rommy war nahe der äußeren Mauern von Hogwarts dabei, weitere Schutzzauber zu errichten und Todesser davon abzuhalten, zu nah an das Schloss heranzukommen, als sie drei paar Füße sah die aus dem Schloss kamen. Schnell war sie dort und griff nach dem unsichtbaren Umhang, zog ihn von den dreien herunter.

„Harry! Was.. was tut ihr...“ die Hexe sah furchtbar aus. Schrammen zierten ihr Gesicht und Blut klebte ihr überall am Körper, doch es machte nichts, denn sie lächelte ihren Bruder an.

„Wir müssen in die Heulende Hütte. Nagini... ein Horkrux. Wir müssen es zerstören.“, keuchte Hermine.

„Aber Voldemort, er wird...“

„…auch dort sein, ja.“, stimmte Ron zu und wischte sich die Haare aus der Stirn.

„Ich begleite euch.“, kam es grimmig von der rothaarigen Hexe, und so geschah es dann auch.

Bei der peitschenden Weide angekommen verwandelte sich Rommy in den Panther und lief voraus, sicherte so den Weg der drei Schüler. Harry wollte aus dem Tunnel steigen, da erschien der Panther vor ihnen, peitschte wild mit dem Schwanz und lief dann voraus. Sie hörten Stimmen aus einem Raum in der Nähe und folgten Rommy, welche sich vor einem Riss in der Wand niedergelassen hatte, wodurch man in den Raum dahinter blicken konnte. Voldemort und Snape waren dort zu sehen und der Dunkle Lord sprach mit seinem Anhänger.

Severus Snape ahnte was kommen würde, Dumbledore hatte es ihm gesagt, was seine letzte Pflicht war, was es ihn kosten würde und er war bereit dazu. Und dennoch… dennoch empfand er Furcht ob des nahenden Todes.
Es war nicht die Furcht vor dem Tod selbst, die Angst davor nicht mehr zu sein, nein, es war die Angst, IHR Lächeln nicht mehr zu sehen, IHRE wundervollen blauen Augen – ein Erbe ihrer Großeltern -, welche ihn einst angestrahlt hatte, IHR Gesicht, so weich und wundervoll, einfach ihre ganze Erscheinung, nie mehr wiederzusehen. Und er wünschte sich, dass das letzte, was er getan hatte, nicht der Kampf zwischen ihnen beiden gewesen wäre, doch es hatte sich nicht vermeiden lassen. Severus spürte schon den Avada Kedavra auf sich, doch Voldemort hatte offenbar etwas anderes mit ihm vor.

Auch wenn er bereit war, so schrie er doch auf, als er mit dem Oberkörper in dem Schlangenkäfig von Nagini gefangen genommen wurde. Die Schlange wickelte sich um ihn und biss zu. Jedes letzte bisschen Farbe wich aus seinem Gesicht. Und kurz glaubte er das leise Aufjaulen eines Tieres zu hören, doch vermutlich hatte er sich getäuscht, denn Voldemort verließ mit Nagini die Heulende Hütte ohne jeden weitern Blick auf den schwarzhaarigen Zauberer.

Snape sank auf die Knie und dann fiel er zur Seite und spürte, wie die kalte Hand des Todes nach ihm Griff. Angst machte sich in ihm breit und der ehemalige Zaubertränkemeister wünschte sich, nur noch einmal ihr Gesicht zu sehen und ihr zu sagen dass er mehr für sie empfand als er es ihr je gezeigt hatte.

Und dann war da auf einmal der Potter-Junge und Snape wusste, dass er seine letzte Aufgabe doch noch erfüllen konnte und er gab Harry alle seine Erinnerungen um ihm zu zeigen, was Dumbledores Plan war, was Harrys letzter schwerer Gang sein würde.

„Nimm... es... Nimm... es...“, röchelte er und kurz schloss er die Augen, rang nach Atem und als er die Augen wieder öffnete war da ein paar gelbleuchtender Augen die ihn anstarrten: ein Panther.

Der Panther verwandelte sich zurück in eine rotblonde Frau die Tränen in den Augen hatte. „Oh Severus. Du verdammter... Idiot.“, brachte sie mit tränenerstickter Stimme hervor.

„Immer …noch… keine Schimpfworte die… mich treffen.“, versuchte er sarkastisch zu klingen und hustete. „Ich hatte... hatte gehofft dich... noch mal... zu sehen.“, schaffte Snape heiser zu sagen.

„Ich liebe dich Severus. Ich werde dich immer lieben. Egal was du getan hast. Es... es ist einfach so.“, schluchzte sie und ihre Finger krallten sich in seinen Umhang und sie beugte sich zu ihm hinunter und küsste ihn sanft auf die Lippen.

There's another world inside of me that you may never see
There are secrets in this life that I can't hide
Somewhere in this darkness there's a light that I can't find
Maybe it's too far away
Or maybe I'm just blind


Seine Hände zitterten als er sie in ihrem Haar vergrub. Es war so weich und die Wärme ihres Körpers schien von ihren Lippen aus in seinen Körper überzugehen, ihn ein letztes Mal zu erwärmen. Und es gab nichts mehr, was er vor ihr verbergen musste.

So hold me when I'm here
Right me when I'm wrong
Hold me when I'm scared
And love me when I'm gone


Seine Hände, von seinem eigenen Blut verschmiert fuhren in ihr Gesicht, strichen über die weiche Haut und besudelten Rommys Gesicht, doch der jungen Frau war es gleich. Diesen Moment festhalten, ihn für immer bewahren, wenn sie es doch nur könnte. So konnte sie ihn jetzt nur halten und ihn lieben, bis er von ihr ging und nicht mehr zu ihr zurückkam.

Everything I am and everything in me
Wants to be the one you wanted me to be
I'll never let you down, even if I could
I'd give up everything, if only for your good

When your education x-ray cannot see under my skin
I won't tell you a damn thing that I could not tell my friends
Now roaming through this darkness I'm alive but I'm alone
Part of me is fighting this but part of me is gone


“Ich liebe dich.”, ein gehauchter Atem, mehr war es nicht als sich ihre Lippen nach schier endloser Zeit trennten, dann sank er zurück, einen letzten Blick auf die Frau werfend, die er nach ihrer Mutter so sehr liebte, dass es ihm da Herz zerriss.

Seine Augen schlossen sich und seine Hände, die an ihren Wangen ruhten rutschten nach unten, wurden von ihren zittrigen kleinen Händen gefasst und sie presste selbige an ihre Lippen, drückte kleine Küsse unter lauten Schluchzern darauf.
Geh nicht. Bleib bei mir. Verlass mich nicht. Nicht jetzt. Bitte., schrie sie in Gedanken.

Doch dann wurde sie ruhig, nahm ihre Umgebung wieder war, die Worte, welche Harry zu ihr sprach, den sanften Druck seiner Hand auf ihrer Schulter. Ein letztes Mal beugte sie sich über den toten Leichnam ihres Geliebten und küsste ihn auf seine toten Lippen, die sich schon jetzt eiskalt anfühlten, dann erhob sie sich und alle Trauer lag nur noch in ihren Augen, nicht mehr auf ihrem Gesicht.

Sie wand sich zu den drei Teenagern um und wollte sprechen, als Voldemorts Stimme ertönte, ihnen eine Stunde zeit gab sich zu ergeben. Und als die vier die Heulende Hütte verließen bemerkte niemand den wundervollen großen Phoenix der mit einem leisen Schrei durch ein Fenster in den Raum flog.

++++++++++++++++++++++++++++++

Im Schloss angekommen begaben sie sich in die Große Halle und vor ihnen tat sich ein Meer aus Verwundteten, Toten und Trauernden auf. Ron und Hermine liefen sofort auf die Weasley Familie zu, während Rommy und Harry am Eingang standen und nur auf das Bild vor ihnen starrten. So viele Menschen, so viele zahllose Wunden ob tödlich oder nicht. Als Harry rückwärts taumelte wand sich die Hexe zu ihm um und sah gerade noch wie er die Marmortreppe hoch rannte.

„Harry!“, schrie sie ihrem Bruder hinterher und lief ihm hinterher.

Nur wenige Minuten nach Harry kam sie keuchend im Büro des Schulleiters an. Er stand beim Denkarium und schüttete gerade Snapes Gedanken hinein. Die rotblonde Frau trat hinter ihren Bruder, legte ihre Hand auf seine Schulter und als er zu ihr hochsah, mit einer Zerrissenheit im Blick, dass es kaum auszuhalten war, da beugte sie sich hinunter und küsste ihn auf die Wange und flüsterte ein „Zusammen“ in sein Ohr, ließ ihre Hand von seiner Schulter gleiten und ergriff seine Hand, drückte sie so fest, dass sie Angst hatte, sie würde ihm etwas brechen und dann beugten sich beide über die steinerne Schale und tauchten hinein in die Erinnerungen eines Fremden.
Sie sahen Lillys uns Severus gemeinsame Vergangenheit, ihre Schulzeit und wie es zu dem Bruch gekommen war, die Beweggründe, warum Severus sich an Dumbledore gewandt hatte und so vieles mehr. Es war, als wäre Snape ein Puzzle, dessen Teile sich vor den beiden nun Stück für Stück zeigten. Sie sahen wie Severus Rommy ihr Medaillon nahm und letztlich Harry damit lokalisierte, wie er mit dem Porträt von Dumbledore sprach und erfuhren, was notwendig war.
Die beiden wurden mit einem Ruck aus den Erinnerungen gezogen als diese endeten, und taumelten zurück. Harry war zu Boden gefallen und rührte sich nicht, während Rommy sich an eine Säule lehnte, sich an die Brust fasste und schwer atmete.

Keiner der beiden brachte ein Wort über die Lippen, es herrschte eine beängstigende Stille. Es vergingen Minuten in denen jeder seinen Gedanken nachhing. Die rotblonde Hexe fasste es nicht. Severus war die ganze Zeit auf der richtigen Seite gewesen, hatte sie nur beschützen wollen, sie bereit gemacht für einen Kampf der unausweichlich war. Er hatte sie geliebt, die ganze Zeit über und hatte es verborgen um sie zu beschützen. Er hatte ihre Mutter geliebt und Harry beschützt, seit er nach Hogwarts gekommen war und Rommy war ihm unendlich dankbar dafür, dankbar, dass er ihn bis zu seinem Tode beschützt hatte; auf seine Weise. Sie atmete tief durch und sah zu Harry, der sich langsam aufsetzte. Da kamen ihr Severus Worte wieder ins Gedächtnis, beinahe hätte sie diese vergessen, diese so alles entscheidenden Worte: „... dass Sie ihn wie ein Schwein zum Schlachten aufgezogen haben –“. Ihr Herz zog sich zusammen und der Hexe wurde übel. Nein, es musste einen anderen Weg geben, eine andere Lösung. Dumbledore musste doch etwas... wie konnte er so berechnend handeln, all die Jahre über. Rommy löste sich von der Säule, ging auf ihren Bruder zu, wollte ihm tröstende Worte sagen, ihm klar machen, dass er es nicht nun musste, es nicht tun sollte, dass niemand – auch nicht Dumbledore – es von ihm verlangen konnte, dass er sie nicht alleine lassen durfte. Mit einem Satz war Harry auf den Beinen und dann traf der Schockzauber die Hexe. Geschockt starrte sie auf ihre Brust, wo der Zauber sie getroffen hatte, dann sah sie zu Harry, streckte verzweifelt ihre Hände nach ihm aus.

„Es tut mir leid... Leb wohl.“, hörte sie ihren Bruder noch sagen und als sie seinen entschlossen Blick sah, seine Ausstrahlung, welche nichts mehr von dem Kind, dass er eigentlich noch war zeigte, da wusste sie, er würde seine Aufgabe erfüllen, so wie es Dumbledore für ihn vorgesehen hatte und sie... sie konnte ihn nicht davon abhalten, ihn nicht beschützen, denn er hatte seinen Weg gewählt... Er würde sterben.

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In der Heulenden Hütte saß derweil ein Phoenix auf dem Brustkorb des toten Severus Snape und sang ein wehmütiges Lied während der langsam seinen Kopf senkte und Tränen über seinen Schnabel auf die tödliche Bisswunde fielen, die Nagini verursacht hatte. Es verging eine halbe Stunde, während der Vogel so da saß, sein Klagelied sang und die Tränen auf die Wunde tropften. Der Biss hatte sich längst geschlossen, doch das Gift im Körper von Severus Snape benötigte noch einige Zeit, bis es durch die Phoenix-Tränen verschwand.
Dann, ganz plötzlich, gab Severus einen kräftigen und ruckartigen Atemzug von sich, der Phoenix stoppte seinen Gesang und flatterte von der Brust des schwarzhaarigen Zauberers, setzte auf dem Boden auf und beobachtete mit aufmerksamen Augen, wie er langsam wieder ins Leben zurückfand. Die Augen des Mannes waren noch geschlossen und er fragte sich ob dies hier so etwas wie das Paradies sei, wie es die Muggel bezeichneten, eine Art Leben nach dem Tod. Aber warum fühlte er dann diesen Schmerz, der sich durch seinen gesamten Körper zog? Sein Rücken schmerzte unermesslich, und als er die Augen aufschlug, brannte sich die Realität mit einem Schlag in sein Gehirn: Er lebte. Ein leiser melodischer laut lies ihn den Kopf zur Seite drehen und er sah direkt in die Augen von Dumbledores Phoenix.

„Fawkes.“, kam es krächzend über Severus’ Lippen und zittrig hob sich seine Hand und streckte sie nach dem Tier aus, welches bereitwillig seinen Kopf in die Hand schmiegte.

Dumbledore hatte ihn sterben lassen und seinen Phoenix angewiesen ihn zu retten. Er hatte ihm auch nach dem Tod noch eine Hand gereicht. Die Augen des Phoenix starrten ihn an und mit einem Mal drehte sich alles in Snapes Kopf und es war als würde er Albus’ Stimme in seinem Kopf hören, doch es waren nur Gedanken, Gedanken, die ihm Fawkes schickte, in Dumblesdores Auftrag. Er könnte neu beginnen wenn dieser Kampf vorbei war, die Wolken würden weiterziehen und die Sonne würde scheinen, auch wenn jetzt nur schwerlich daran zu glauben war; der Sieg würde der ihre sein. Die Vergangenheit war gefüllt mit Schmerz und die Zukunft schien so unklar wie je und je, doch es gab jemanden der ihm die Hand reichen würde, jemand der ihn mit Küssen willkommen heißen würde: Rommy. Snape würde nicht länger davonlaufen, er würde sie für den Rest seines Lebens, welches ihm neu geschenkt worden war, lieben und bei ihr bleiben, wenn sie es zuließe. Doch da waren noch mehr Gedanken in seinem Kopf. Er solle sich zurückziehen, sich einen ruhigen Ort suchen und ausharren bis alles vorüber sei, warten bis das Ministerium seine Gedanken bekam und ihn von allem endgültig freisprach und dann in sein neues Leben zurückkehren. Es widerstrebte Severus so etwas zu tun, er wollte kämpfen, er wollte helfen, wollte SIE beschützen, doch die Gedanken schienen ihn zu übermannen und dann umarmte ihn wohlige Schwärze, ehe er sich gegen diese Gedanken wehren konnte.

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Als Rommy aus der Bewusstlosigkeit erwachte war es draußen immer noch finster, doch langsam lichtete sich die Finsternis und kündigte den kommenden Tag an. Mit grimmigem Blick richtete sich die Hexe auf. Langsam wird es eine lästige Angewohnheit ständig bewusstlos zu sein., schoss es ihr in einem Anflug von Humor durch den Kopf. Dann war sie auf den Beinen und die Trauer legte sich wie ein schwerer Stein um ihr Herz.
Harry!
Er war tot. Sie konnte nicht sagen woher sie es wusste, aber irgendetwas in ihr spürte es, spürte, dass ein Teil von ihr gestorben war, dass ihr Bruder tot war und sie alleine war auf dieser Welt. Sie wollte weinen, aber es gab keine Tränen mehr, alle Tränen waren geweint und da war nur die erdrückende Einsamkeit, die sich um sie schlang und die Erkenntnis, dass sie zusammen mit den anderen Harrys Opfer ehren musste in dem sie es zu Ende brachten, Voldemort töteten.
Ihre Schritte waren schwer aber fest. Sie wirkte entschlossen, ihr Gesicht war hart wie Stein, die Hände zu Fäusten geballt als sie die Treppen nach unten schritt, sich unter die Menschen mischte, die auf die Schlossgründe hinausdrängten als Voldemorts Stimme ihnen laut verkündete dass Harry Potter tot war. Sie sah Ron, Hermine und all die anderen, nahm sie jedoch nicht wirklich war, schob sich durch diese hindurch, war nur noch eine Reihe entfernt um ihn sehen zu können. Schreien drangen an ihr Ohr, Harrys Name wurde gerufen und lautes Schluchzen war zu hören, doch für Rommy zählte es nicht. Ihr Blick glitt zwischen den Köpfen vor ihr hindurch und sie fixierte die Schlange neben Voldemort, zog langsam ihren Zauberstab und wartete, wartete auf den richtigen Moment. Voldemort war mit Neville beschäftigt und dies schien für die rotblonde Hexe der richtige Moment. Sie zwängte sich durch die Menge hindurch und schickte einen Fluch auf die Schlange, doch der Dunkle Lord reagierte schnell genug und lenkte den Zauber ab.

„Crucio!“, schrie er und Rommy wurde durch die Luft geschleudert. Sie spürte Schmerzen, doch waren sie weniger stark als sie es erwartet hatte, und da war noch etwas anderes, ein Funken in ihr, etwas, was sie in diesem Moment nicht zu deuten wusste.
„Sieh an, sieh an. Die Schwester.“, Voldemort trat neben die am Boden liegende Frau, beugte sich zu ihr hinab. „Ich wusste es, seit ich deinen dummen Bruder in die Mysteriums Abteilung lockte. Viel zu schwach war sein Geist und seine Gefühle dir gegenüber zu stark. Aber du warst unwichtig für mich. Ich habe meine Ziele auch ohne dich erreicht.“, flüsterte er ihr zu.

Diesen Moment, in dem Voldemort nicht auf Neville achtete, geschah es, und noch viele Dinge gleichzeitig. Longbottom warf den Fluch von sich und zog aus dem Sprechenden Hut, der noch eben brennend auf seinem Kopf gesessen hatte, einen glitzernden und rubinbesetzten Griff an dessen Ende eine Klinge hing: Gryffindors Schwert.
Ein schneller Hieb und der Kopf der Schlange war ab. Voldemort schrie auf und wollte auf Neville stürzen, doch dann schrie jemand nach Harry und alle sahen, dass die Leiche verschwunden war. Aus dem Wald stürmten Zentauren und beschossen die Todesser; alles wurde ins Schlossinnere gedrängt. Evans wusste nicht, wie sie es auf die Beine geschafft hatte, aber sie folgte den anderen, den Blick nur auf Voldemort gerichtet, schoss Flüche nach ihm, verfehlte ihn aber durch die drängenden Menschenmassen und dann, in der Großen Halle, da war er plötzlich, am Leben und Wohlauf: Harry.
Ein Kreischen ging durch die Halle und dann wurde es mucksmäuschenstill als der finale Kampf sich nur zwischen Harry und Voldemort austrug. Rommy stand da und sah auf das Geschehen und sah es doch nicht, hörte Harrys und Voldemorts Worte und hörte sie doch nicht. Sie konzentrierte sich auf ihren Bruder und darauf ihm im Geiste all ihre Kraft zu übertragen, all ihre Magie. Es war kein richtiger Zauber, eher ein Aberglaube den man sich in Märchen erzählte und dennoch versuchte sie es über das Band, welche sie verband ihm beizustehen, ihm das zu geben, was er jetzt brauchte um zu siegen.
Und sie spürte, wie alle Kraft und alle Magie sich für einen Moment ballte und auf Harry überströmte, in dem Moment als er Voldemort ein für alle Mal von dieser Welt verbannte, dann kam es zurück und Rommy sank erschöpft auf die Knie.
Die Jubelschreie die kurz darauf ertönten nahm sie nicht wahr, hörte nicht das Getrampel und Gekreische der Freude über den Sieg, sie war zu erschöpft und wenn sie auch von unendlicher Dankbarkeit erfüllt war, dass Harry noch lebte, so kehrte auch die Traurigkeit zurück, die Trauer über den Tod von Severus.
Doch da war ein Funken, ein Funken der Hoffnung, der angefangen hatte in ihrem Herzen zu brennen, der ihr sagte, dass es jetzt eine Zukunft gab, eine Zukunft als Familie mit Harry und dass Snape in ihrer Erinnerung weiterleben würde.
Ein Gesang erregte ihre Aufmerksamkeit, der Gesang eines Vogels, und wie von selbst erhob sich die rotblonde Hexe auf ihre zitternden Beine und folgte der Stimme. Es war als könne nur sie diesen Gesang hören, denn niemand aus der Großen Halle reagierte darauf. Der Gesang führte sie in das Büro des Schulleiters und dort, auf dem Schreibtisch saß der Phoenix und sah ihr stumm entgegen als sie eingetreten war.

„Fawkes.“, hauchte die Hexe und trat an den Vogel heran, die Hand nach ihm ausstreckend und strich ihm über das samtene Gefieder.

Und sie wusste mit einem Mal, was sie zu tun hatte, warum der Vogel sie hierher gelockt hatte, als der Blick des Tieres auf das Denkarium fiel. Ja, sie würde Severus Snapes Namen reinwaschen. Seine Taten sollten angemessen gewürdigt werden, so wie es schon lange der Fall hätte sein sollen. Niemand würde mehr daran zweifeln, dass er Dumbledores Mann gewesen war, dafür würde sie sorge tragen. Ihre Schritte hatten sie zum Denkarium geführt und Rommys Hände strichen über den steinernen Rand. Als die Türe sich öffnete schrak sie herum. Fawkes war verschwunden, dafür betrat Harry den Raum, gefolgt von Hermine und Ron.

„Rommy.“, die klare Schlichtheit, mit der er ihren Namen gesagt hatte, war schöner als alles was sie bisher gehört hatte.

„Harry.“

Die Geschwister schritten aufeinander zu, trafen sich in der Mitte des Raumes und sahen sich nur an. Eine Umarmung war nicht nötig und auch keine Worte. Sie wussten einfach, es bestand eine Verbindung zwischen ihnen, die tiefer ging und beiden wurde klar, dass es die Liebe war, die diese Verbindung erschaffen hatte. Sie waren eine Familie und nichts und niemand konnte ihnen dies nehmen, selbst im Tode nicht, dass war ihnen nun bewusst geworden.

Und dann umarmten sie sich, hielten sich nicht fest wie zwei Ertrinkenden, sondern wie zwei Überlebende, drückten ihre ganze Freude und doch auch ihre Trauer über den Verlust geliebter Menschen aus. Sie lösten sich, als der tosende Applaus sämtlicher Bilder sie wieder auf den Boden holte.


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Ich habe diese Bücher für mich selbst geschrieben. Was passiert ist, ist ein Schock für mich. Ich dachte mir, dass die Bücher vielleicht drei Menschen gefallen werden, neben mir meiner Schwester und, vielleicht, meiner Tochter.
Joanne K. Rowling