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Fanfiction

All I need - Können wir...???

von goldenangel

Hallo meine lieben Leser,

das Ende ist da. 10 lange Kapitel über habt ihr Severus und Rommy begleitet und auch wenn nicht jeder einen Kommentar hinterlassen hat, so sehe ich doch an der Anzahl der Aufrufe und Abonnierungen. Ich freue mich, dass euch die Story gefallen hat und hoffe ihr empfindet mein Ende bzw. den Epilog nicht als zu kitschig, wobei ich sagen muss, dass ich nicht anders konnte als es ein wenig "süß" werden zu lassen.
Kurze Rede langer Sinn... nein, anders rum...
Ich danke euch für die Treue und wünsche euch viel Spaß mit dem letzten Kapitel und dem Epilog.

Ganz liebe Grüße
goldenangel
**************************

Kapitel 10 – Können wir...???

Drei Monate später...

„Rommy ich gehe jetzt. Wenn du mir die Einkaufsliste nicht gibst dann musst du selbst gehen.“, rief der Teenager vom oberen Ende der Treppe hinab und polterte dieselbe dann hinunter.

„Ist ja schon gut. Hier ist sie ja.“, eine junge Frau mit rotblonden Haaren kam mit einem Lächeln aus der Küche, hielt ein Stück Pergament in der Hand und reichte es dem Jungen. „Wieso willst du eigentlich mit dem Zug fahren? Du kannst doch das Flohnetzwerk benutzen.“

Der schwarzhaarige Junge lächelte, aber seine Züge waren kaum noch die eines Jungen, der Krieg hatte ihn erwachsen werden lassen, doch manchmal blitzte es in seinen Augen immer noch schalkhaft auf und seine Schwester wusste, ganz war das Kind in ihm nicht gestorben. Und es war gut so, er hatte noch so viele glückliche Jahre vor sich, würde sein letzte Schuljahr im Herbst wiederholen und dann eine Ausbildung zum Auror antreten.

„Ich bin einmal falsch gelandet... dass hat mir gereicht. Vielleicht gewöhne ich mich ja irgendwann dran. Aber bis dahin... nehme ich normale Verkehrsmittel.“, er griff sich das Pergament und stopfte es in seine Tasche.

„Vergiss bitte nichts auf der Liste. Nicht, dass ich wie beim letzten Mal...“

„Schon gut. Ich vergesse schon nichts.“, kam es knirschend und die Frau lachte auf, umarmte den brillentragenden Jungen, küsste ihn auf die Wange.

„Grüß mir Ron und Hermine.“, bat sie und löste sich von ihm.

„Wieso kommst du eigentlich nicht selbst mit?“, fragte Harry seine ältere Schwester und zog sich seine Jacke an, die auf dem Kleiderständer im Flur stand.

„Weil ich für das neue Ministerium die Tränke des Ordens nachbraue um sie ihnen zuzusenden. Du weißt genau dass das wichtig ist und deshalb darfst du auch nicht...“

„... Die Zutaten auf der Liste vergessen. Ich weiß.“, er runzelte die Stirn, hob seine Hand zum Gruß und trat hinaus in den strahlenden Sonnenschein.

Rommy Potter sah auf die geschlossene Türe und schüttelte dann grinsend den Kopf, ehe sie in die Küche zurückkehrte um weiter an den Zaubertränken zu arbeiten. Sie arbeitete schweigend vor sich hin und wie so oft in den letzten Monaten ließ sie die Ereignisse nach der großen Schlacht Revue passieren:
Die überlebenden Todesser waren nach Askaban gebracht worden und alle anderen finsteren Gestalten der Dunkelheit hatte man vertrieben. Verwundete und Tote wurden weggebracht, während schon die ersten Reparaturen am Schloss erfolgten. Noch am selben Abend wurde ein neues Ministerium ins Leben gerufen mit dem besten Minister, den das Ministerium wohl je gehabt hatte. Und eine Woche später wurde in der Nähe von Dumbledores Grab ein Denkmal errichtet für all jene, die im Kampf gefallen waren.
Harry und Rommy hatten gemeinsam dafür gesorgt, dass Severus Snape als der Mann anerkannt wurde, der er wahr. Natürlich hatten sie nur die wichtigsten Erinnerungen an das Ministerium weitergegeben, erschien es beiden nicht richtig, Snape nach seinem Tode noch zu demütigen, in dem bekannt wurde wie es in seinem Inneren ausgesehen hatte.
Die Wochen waren hektisch gewesen und als sich alles langsam legte, zog Harry mit Rommy zusammen in das Haus, welches sie sich außerhalb Londons gekauft hatte. Der Presserummel war natürlich groß, doch gab es Zauber, die sie von dem Haus fernhielten und gezielt eingesetzte Interviews befriedigten die Presse, so dass mittlerweile nur noch vereinzelt Reporter nach weiteren Sensationen gierten.
Das Klingeln der Türglocke ließ die rotblonde Hexe aufsehen und holte sie aus ihren Gedanken zurück. Rasch stellte sie noch den Wecker, um nicht zu vergessen, den Kessel rechtzeitig vom Feuer zu nehmen und lief dann hinaus in den Flur. Sie wischte sich die Hände kurz auf der Schürze ab, welche sie über ihr Sommerkleid angezogen hatte um nicht allzu schmutzig zu werden.

„Was hast du jetzt vergessen Harry? Du wirst langsam ziemlich vergesslich Bruderh...“, das „Herz“ blieb ihr im Hals stecken als sie die Türe öffnete und nicht ihr Bruder vor ihr stand.

Das Sonnenlicht fiel gleißend in den Flur des Hauses, und mehr als einen großen Schatten, der definitiv nicht ihr Bruder war, konnte sie im ersten Moment nicht erkennen. Als die Person jedoch über die Schwelle, ein Stück näher trat, aus dem Licht heraus, wurde das Gesicht deutlicher und Rommy hielt den Atem an.

Scharfe Wangenknochen, eine Hakennase, schmale und fein geschwungene Lippen, eine tiefe Falte auf der Stirn, schwarze Augen und fast schon alabasterfarbene Haut. Die Hexe erschrak innerlich fürchterlich als sie den Mann vor sich musterte, sah er doch fast ein wenig so aus wie... nein, er sah so aus wie Snape, doch dies war unmöglich und außerdem waren die Haare ganz anders, sehr viel kürzer und ein paar einzelne Strähnen fielen in das markante Gesicht. Ihr Blick wanderte über die Kleidung: schwarz, von der Hose über das Hemd bis zum Leinensakko.
Nein, nein. Unmöglich. Er ist tot. Du hast ihn sterben sehen., dachte sie. Gut, als sie später nochmals zur Heulenden Hütte gegangen war, hatten Rettungskräfte des St. Mungos seinen Leichnam bereits mitgenommen und dann stand sie erst wieder vor seinem Grab. Rommys Blick glitt zurück in sein Gesicht und blieb an seinen Augen hängen. Die Augen waren tiefer als jeder Ozean, schwärzer als jeder Sternenhimmel. Ein feines Lächeln, welches kaum zu erkennen war zierte seine Lippen, es sah so liebevoll aus und sein Blick war so verlangend, als hätte er Jahre auf diesen Moment gewartet. Seine Hand hob sich und strich sanft, einem Windhauch gleich, über ihre Wange. Und da, durch diese einzige Berührung durchzuckte es Rommy, als hätte sie einen Stormschlag bekommen und sie ergriff die Hand, besah sie sich so eingehend, als suche sie darauf etwas.
Ihre Hände wanderten über seine Arme zu seinem Gesicht und der Mann ließ es stumm geschehen. Ihre Fingerspitzen strichen über die steile Falte seiner Stirn, an den Schläfen hinunter zu seinen Wangen bis zu seinem Mund. Fassungslos betrachtete sie sein Gesicht und konnte es nicht glauben, und doch schien es wahr zu schein. Oder war dies wieder einer ihrer Träume? Doch der warme Atem, den sie auf ihrem Gesicht spürte, sagte ihr dass es Realität war, und dass er jetzt vor ihr stand.

„Oh Gott.“, kam es erstickt über ihre Lippen und sie schlug sich die Hände vor den Mund, starrte ihn mit weit aufgerissenen Augen an, wie ein erschrockenes Reh.

Severus hatte nicht gewusst, warum er ausgerechnet heute hierher gekommen war, er hätte einfach nur warten zu brauchen, bis das Ministerium seinen Tod offiziell widerrief, doch er hatte es nicht länger ausgehalten. Drei Monate hatte er sie nicht gesehen, drei Monate in denen er abgewartet hatte, bis ihm seine Schuld erlassen wurde und dann hatte er sich beim Ministerium gemeldet.
Natürlich hatte es für Wirbel und Unruhe gesorgt, doch die Magierwelt außerhalb des Ministeriums bekam vorerst davon nichts mit. Und jetzt stand er vor ihrem Haus, hatte beobachtet wie der junge Potter das Haus verlassen hatte und sich schon überlegt einfach zu gehen, würde sie ihn doch spätestens dann wiedersehen, wenn die Schule wieder begann. Aber dann hatte er vor der Türe gestanden und geläutet und als sie geöffnet hatte, da konnte er nicht anders als zu lächeln, zu groß war das Gefühl in ihm, dass ihn schier überwältigte.
Sie war so wunderschön, genauso wie er sie in Erinnerung gehabt hatte. Im ersten Augenblick erkannte sie ihn nicht wieder, was auch kein Kunststück war, er sah anders aus, vor allem sein kurzes Haar trug wohl dazu bei. Es gab viele Gründe dafür, dass es sie sich abgeschnitten hatte, unter anderem wollte er so mit der Vergangenheit abschließen, einen Neubeginn setzen und auch einfach für sie ansehnlicher wirken, auch wenn er sich vorher nie etwas daraus gemacht hatte.

Das laute Kreischen des Weckers riss beide aus ihrem gegenseitigen Anstarren und Rommy zuckte erschrocken zusammen.
„Der Kessel... Küche... ich muss... Moment.“, damit machte die rotblonde Hexe auf dem Absatz kehrt und rannte in die Küche.

Der Kessel wackelte bereits ein wenig und der Inhalt blubberte schon verdächtig nahe am Rand des selbigen. Ohne lange nachzudenken zerrte sie ihn von der Flamme herunter und schrie im nächsten Moment auf als die Hitze durch ihre Finger fuhr.

„Verdammt!“, schimpfte die junge Frau und wedelte mit den Händen durch die Luft, pustete darauf um den Schmerz zu lindern.

Sie drehte sich herum um ihre Hände unter das kühlende Wasser des Wasserhahns zu halten und prallte gegen ihn. Rommy wich zurück, doch Snape war schneller und er fasste sie an den Unterarmen, zog sie zu sich und zückte dann seinen Zauberstab. Ein paar leise gemurmelte Worte und angenehme Kühle legte sich auf die Hände der Hexe, ließ den Schmerz schwinden.

„Besser?“, fragte der dunkelhaarige Mann mit rauer Stimme, als hätte er eine ganze Weile nicht viel gesprochen.

Lilly Potters Tochter sah auf ihre Hände, die in den seinen Lagen und starrte dann in sein Gesicht.
„Du lebst.“, hauchte sie benommen, so als hätte sie ihn eben erst jetzt wahrgenommen und realisiert, dass er tatsächlich hier war und es keine Fantasie war.

Severus hob eine Augenbraue und wenn auch der Sarkasmus nun aus seiner Stimme deutlich wie immer zu hören war, so lag doch Schalk in seinen Augen, etwas, was Rommy noch nie bei ihm gesehen hatte.
„Ist es so offensichtlich?“, fragte er.

„Aber wie? Du warst... tot. Ich habe...“, ein Auflachen und doch traten Tränen in ihre Augen.

„Fawkes. Dumbledore hat ihn wohl schon vor seinem tot geschickt.“, erklärte er der schwarzhaarige Zauberer. „Ich habe gewartet bis ich von allen Anklagen freigesprochen wurde und mich erst vor kurzem beim Ministerium gemeldet. Sie werden offiziell bekannt geben, dass ich nicht tot bin.“, seine Augen hatten sich für einen Moment verdunkelt und die rothaarige Frau wusste, er dachte an jene Nacht, an jenen Moment als die Schlange ihn gebissen hatte und er gestorben war.

Immer noch war es unfassbar. Er lebte, Severus Snape lebte, war von Dumbledores Phoenix zurück ins Leben gebracht worden. Jetzt konnten sie... ja, konnten sie denn nun ein gemeinsames Leben aufbauen? Es war viel geschehen und ob da Liebe genug war, das wusste die junge Potter nun wirklich nicht. Würde Severus denn überhaupt eine Beziehung wollen und wenn ja, wer sagte ihr, dass er sie nicht wieder wegstoßen würde, wenn Gefahr drohte? Und konnte sie sich damit abfinden, einen Mann an der Seite zu haben, der das Alleine sein seit über einem Jahrzehnt praktiziert hatte, seine Freiräume und Rückzugsmöglichkeiten brauchte und der ihrem Bruder so gar nichts Gutes abgewinnen konnte? Würde sie mal loslassen können? Würde eine Beziehung überhaupt funktionieren? Sie hatten es nie wirklich praktizieren können, zu kurz war die gemeinsame Zeit gewesen.

„Was starrst du mich so an?“, seine Arme verschränkten sich vor der Brust und erinnerten sie so sehr an den alten Snape, dass sie sich fragte, ob er sich nur äußerlich verändert hatte oder ob es auch im inneren des Tränkemeisters eine Wandlung gegeben hatte.

„Ich hab Angst, dass wenn ich wegsehe, alles nur wieder mal ein Traum war. Ich wache auf und bin in meinem Bett und weine eine halbe Stunde, ehe ich mir klarmachen kann, dass du wollen würdest, dass ich weitermache und nicht aufgebe.“, ihre Stimme klang leer, als habe sie alle Kraft verloren als er gestorben war. Sie atmete tief durch und es war als würde sie die Trauer aus sich herauslassen, die sich die ganzen Monate über in ihr versteckt und nur des Nachts herausgebrochen war.
Ihre Hände griffen einer urplötzlichen Eingebung folgend an den Kragen seines Sakkos, zogen sein Gesicht dicht vor sich, dass sich ihre Nasenspitzen fast berührten.
„Sag mir, dass du keine Einbildung bist, verursacht durch den vielen eingeatmeten Rauch der Tränke, die ich gebraut habe in der letzten Zeit.“, sie bat ihn verzweifelt darum, so als hinge ihr Leben davon ab was er ihr nun antworten würde.

„Wie wäre es, wenn ich es dir zeige?“, seine Stimme war warm und weich wie samt als er seinen Kopf ein wenig neigte und ihre Lippen sich berührten.

Der Kuss war im ersten Moment sanft, so als küssten sie sich zum ersten Mal, doch dann, von einer Sekunde auf die nächste erfasste sie eine Flut aus Leidenschaft, mit deren Intensität wohl beide nicht gerechnet hatten. Sie starrten sich in die Augen, blaue trafen auf schwarze und dann schlangen sich die Arme um den Körper des anderen. Snape zog die rotblonde Frau mit einer Kraft an sich, als wollte er ihren Körper mit sich verschmelzen lassen. Rommys Finger krallten sich in Severus Rücken in sein Sakko, so als wollte sie es auseinanderreißen um darunter ihn zu spüren. Der schwarzhaarige Zauberer umfasste ihre Taille und hob sie auf einen freien Platz auf der Anrichte, löste in hastigen Bewegungen den Knoten ihrer Schürze und zerrte sie ihr vom Körper. Während der ganzen Zeit lösten sich ihre Lippen nicht eine Sekunde voneinander, ihre Lippen fochten einen wilden Kampf miteinander aus und keiner wollte aufgeben. Severus hatte seine Augen die ganze Zeit geöffnet, wollte sie ansehen, musste ihr Gesicht sehen, die strahlend blauen Augen, die auch nicht geschlossen bleiben konnten – immer noch aus Angst, dass dann alles vorbei wäre. Das rotblonde Haar war in dicken Strähnen aus ihrem Zopf gerutscht und kitzelte seine Wangen. Irgendwann benötigten beide den lebensnotwendigen Atem und während sie schwer atmend voreinander standen, strich der Tränkemeister über Rommys Seiten, schob das beerenfarbene Sommerkleid dabei ein Stückchen weiter nach oben.

„Du bist so wunderschön.“, murmelte er, als er sich etwas zurückgelehnt hatte um sie zu betrachten. Er gab ein untypisches verzücktes Seufzen von sich und sah die junge Hexe an, als würde er sie zum ersten Mal sehen.

„Du hast mir gefehlt. Seit ich damals zum Grimmauldplatz geflüchtet bin.“, flüsterte Rommy und rang immer noch nach Atem, während ihre Finger längst wieder auf Wanderschaft gegangen waren und die obersten Knöpfe seinen Hemdes öffneten, um etwas Haut zu befreien und darüber streichen zu können. Als Severus wohlig brummte lächelte die Frau wissend.
„Die ganze Zeit über konnte ich nicht aufhören dich zu lieben. Selbst als ich dich bekämpft habe, da hat dich ein Teil stets geliebt. Ich konnte nie ganz aufhören dich zu lieben, dich nie aus vollstem Herzen hassen.“, sie starrte auf sein Hemd, so konzentriert, dass Snape seine Finger unter ihr Kinn schob und sie zwang ihn anzusehen.

„Ich bin stolz auf dich.“, eindringlich sah er sie an. „Du hast gekämpft und bist Harry zur Seite gestanden.“ Noch nie hatte er den Namen ausgesprochen und er sah die Überraschung in Rommys Augen und schmunzelte für einen Moment. „Ich hatte dich unterschätzt. Doch du hast meine Erwartungen weit übertroffen. Du hast dich tapfer geschlagen und nicht gezögert mich... den Feind zu vertreiben. Ich bin stolz auf dich, dass du gekämpft hast und nicht gestorben bist.“, die letzten Worte waren Severus nur noch als heiseres Flüstern über die Lippen gekommen ehe seine Stimme erstickte.

Die Tränen rannen jetzt ungehindert über ihre Wangen und mit einem nervös-peinlichen Lachen wischte sie sich mit der Hand darüber. „Ich dachte damals ich hätte keine Tränen mehr aber mittlerweile... haben sich die Vorräte wieder gefüllt.“, scherzte sie und schniefte einmal kräftig. „W... willst du vielleicht was... was trinken? Ich... ich habe selbstgemachten Eistee.“

Die Leidenschaft hing noch genauso in seinem Blick, wie Snape es in ihren Augen sehen konnte, doch beiden war klar, dass sie so nicht weiterkamen, so nicht anfangen konnten mit etwas Neuem. Seine Hände ließen von ihr ab und er trat einen Schritt zurück, ließ ihr den Platz, damit sie von der Anrichte konnte. Die Hexe ergriff ihren Zauberstab und mit einer kurzen geschwungenen Bewegung war die Küche kein Labor mehr für das Brauen von Zaubertränken. Sie hob die Schürze auf, welche auf dem Boden lag und hängte sie über einen Küchenstuhl.

„Das Wohnzimmer ist auf der anderen Seite des Flurs.“, forderte Rommy den Zauberer auf schon mal vorzugehen.

Als die Hexe mit einem Tablett mit Gläsern und einer Karaffe in den Wohnraum kam, stand Snape am Kamin und betrachtete die Bilder, welche darauf standen. Einige waren von Harrys und Rommys Eltern, andere zeigten Harry mit seinem Freunden und einige waren wohl in den letzten Monaten entstanden, zeigten sie doch Rommy zusammen mit ihrem Bruder. Severus hörte ihre Schritte über das Parkett und dann über den Teppichboden und drehte sich um, setzte sich auf die Couch und ließ sich von der rotblonden Frau ein Glas Eistee reichen.

„Hm... Earl Grey?“, fragte Snape als er daran roch und dann nippte. Seine Augenbrauen zogen sich nach oben als er den Geschmack des Tees aufnahm.

„Eine selbstgemixte Kräutermischung.“, lächelte Rommy und setzte sich neben ihn, nippte von ihrem Glas.

Sie saßen stumm nebeneinander, tranken den Eistee und keiner sprach ein Wort, jeder hing seinen eigenen Gedanken nach. Snape war derjenige, der das Schweigen brach. Nachdenklich saß er da, beobachtete wie sich das Licht in der Flüssigkeit des Glases brach.

„Ich hab mein Leben an mir vorbeiziehen sehen. Wie in einem kleinen Spiegel hab ich es gesehen und manches waren erstarrte Bilder. Doch ein Bild wurde ganz klar, so deutlich.“, kurz wand er den Kopf und sah in Rommys Gesicht, in diese wunderschön leuchtend blauen Augen. „Ich möchte keinen Tag länger verschwenden und im Schatten der Vergangenheit feststecken. Ich möchte dich fühlen, du gehst mir unter die Haut, brennst dich in mich hinein.“ Severus Hände drehten das Glas in seinen Händen während er auf einen Punkt in der Ferne starrte, deutlich den Blick der rotblonden Frau auf sich spürte. „Du weißt, dass ich gebrochen bin, ich bin nur noch zur Hälfte der Mann, der ich einmal war und so gar nicht der Mann, den du dir wünscht.“ Er hörte sie atmen, wusste, das sie den Mund geöffnet hatte, doch hob Snape nur kurz die Hand, damit er weitersprechen konnte, schüttelte leicht den Kopf. „Du kannst mich haben. Du kannst haben was von mir übrig ist. Ich bin gestorben Rommy. Nicht in der Heulenden Hütte, sondern schon Jahre zuvor. Stückchen für Stückchen.“ Ein Seufzer entrann leise seinem Mund und er nippte kurz von dem Eistee. „Ich hab keine Aufgabe mehr. Spion zu sein, Harry zu schützen, es war alles was ich je getan habe. Nun bleibt mir nur noch das Unterrichten.“, Snape zuckte kurz mit den Schultern. „Etwas anderes kann ich auch kaum machen, selbst als ich freigesprochen wurde von allen Anschuldigungen, so wird kaum jemand mit einem ehemaligen Todesser zusammenarbeiten wollen, egal ob Spion oder nicht.“

„Ich bin vor mir selbst weggelaufen, vor den Erinnerungen. Ich konnte nicht stehen bleiben, musste weiter und weiter machen. Durfte nicht aufgeben, konnte nicht zulassen, dass mich die Kraft verließ.“, begann Rommy und im Gegensatz zu dem Mann sah sie ihn unverwandt an, ernst. „Du hast mir einen Grund gegeben stehen zu bleiben. Wegen dir konnte ich wirklich wieder hoffen eine Familie zu haben.“, sie biss sich auf die Lippe, wusste, dass sie vielleicht zuviel gesagt hatte, mehr als er vielleicht hören wollte.

„Wenn ich nur daran glauben könnte.“, das Glas fand seinen Platz auf dem Tisch und Severus strich sich durch die Haare, vergrub sein Gesicht dann halb darin. „Ist es nicht nur in unseren Köpfen, dass es funktionieren könnte? Ich weiß nicht ob ich wieder ganz werden kann, aber du...“, er sah hoch und in seinem Blick lang alles Leid was er in seinem ganzen Leben erfahren hatte, mehr als für ein einziges Leben reichte,
„... du gibst mir dass Gefühl, dass ich wieder ganz sein könnte, dass ich so sein könnte, dass mein Leben so sein könnte, wie ich es mir wünsche.“ Ein erneutes Seufzen. „Ich weiß nicht ob es klappen wird. Ich kann nichts versprechen. Du weißt ich war nie einfach und sich zu ändern ist schwer, wenn alte Gewohnheiten wie eine zweite Haut um einen liegen.“ Der schwarzhaarige Zauberer hob seine Hand und strich ihr über die Wange in welche sich Rommy schmiegte und sie mit ihrer Hand festhielt.

„Alles verändert sich so unglaublich schnell. Ich weiß dass es irgendwie hoffnungslos ist und wir eigentlich nicht hoffen sollen aber... wir sind hier. Du und ich, wir beide, hier sind wir, jetzt in diesem Moment und es ist ein Anfang.“, die rotblonde Hexe hatte leise gesprochen und war näher an den Zaubertränkemeister herangerückt. „Ich werde an deiner Seite bleiben so lange ich lebe... wenn du es zulässt. Ich liebe dich und ich will es unbedingt versuchen.“

„Es wird nicht einfach werden. Nie. Es wird...“

„Streit geben. Ich weiß.“

„Manchmal wird einer von uns oder vielleicht sogar beide aus dieser Sache raus wollen. Ich kann dir nicht garantieren dass es gut geht.“, er zog sie an sich, auf seinen Schoß. „Aber ich kann dir eins versprechen, Ich höre auf zu existieren wenn ich dich nicht an meiner Seite habe.“

Rommy lächelte und ihre Arme schlangen sich um seinen Nacken. „Ich denke da ließe sich was einrichten.“, murmelte die rotblonde Hexe lächelnd und dann trafen ihre Lippen auf seine und sie verschmolzen in einen Kuss, der weitere Worte und Zweifel überflüssig machte und vertrieb.


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Es gibt einen Grund dafür, warum alle großen Fantasy- und Science-Fiction-Filme im Gedächtnis der Leute geblieben sind. Sie haben eine große Tiefe und nicht nur eine oberflächliche Handlung. Und deswegen werden wir in 50 oder 100 Jahren auch immer noch die Harry-Potter-Bücher lesen und hoffentlich die Filme anschauen.
Michael Goldenberg