
von FellZunge
Die Zeit des Kampfes war weder an Harry noch an Draco spurlos verbeigegangen. Sie waren beide dünner geworden und blasser. Der ständige Stress, das Versteckspiel. Die ständige Angst und das stetige Kontrollieren der eigenen Worte und Gefühle. Sie liebten einander, ohne Frage, aber eine Frage war, wie lange sie das noch aushalten würden. Tagsüber mussten sie sich hassen.
Das wurde eben von ihnen erwartet. Vor 5 Jahren hatten sie es so entschieden. Draco hatte Harry schon mehr als einmal schlagen müssen. Und Harry hatte ihm den ein oder anderen gehässigen Fluch aufhalsen müssen.
Harry würde Dracos Augen nie vergessen, als er ihn zum ersten Mal schlug. Kalt waren sie gewesen. Emotionslos und seine Stimme abweisend und hart. Harry war zu Boden gefallen, aus seiner Nase strömte Blut. Die eine Gruppe hatte gegröllt, die andere fuhr erschrocken zusammen. Und Malfoy drehte sich um und ging davon. Am selben Abend noch trafen sie sich wieder ihn ihrem Raum. Draco war schon länger da, auf seinem Gesicht unverhohlene Spuren von Tränen. Es waren keine Worte nötig, sie nahmen sich in den Arm und die Tränen fielen wie Glasperlen zu Boden. Das war auch die erste Nacht in der sie gemeinsam einschliefen. Angezogen, sich in den Armen haltend.
* * *
Und auch innerlich gingen sie kaputt. Ganz langsam, Stück für Stück. Weil es einfach unerträglich wurde. Mit jedem Tag wurde es schwerer einzuschlafen, aus Angst wieder aufwachen zu müssen. Sich wieder gegenüber zu stehen, ohne einander in den Arm nehmen zu können. Einander zu berühren ohne sich zu spüren.
Gefühle waren unnötig. Es gab nur ein Ziel und das war Macht. Macht über den anderen, Macht die weder Draco noch Harry wollte, und trotzdem darum kämpften, weil es so sein musste.
Was würden die anderen denn sagen, wenn sie einfach aufgeben würden ?
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