
von Sisilia D.S.
Vielen Dank für das Review. Mysteriös soll es sein, ja. Und auch wenn du es mir vielleicht nicht glaubst ... eigentlich war ich auch kein Fan von Next Generation, doch das hat sich geändert. Ich schreibe jetzt an einer FF die sich vom HP Universum sogar ziemlich abwendet. Es spielen nur noch die Potters und Weasleys (next Generation) mit, aber die FF wird anders sein und dennoch ohne die HP-Welt nicht auskommen, die das Fundament für die FF sein wird.
Aber jetzt genug geredet, hier kommt Kapitel 2. Und über Kommis würde ich mich freuen. Denn ich hab eigentlich einen Ausflug in einen Bereich gemacht, der mir eigentlich etwas fremd ist. Also bitte scheut euch nicht, zu sagen, ob es gut oder Schrott ist.
Liebe Grüße eure Sisilia
Kapitel 2. Vertraut und doch Fremd
Der nächste Tag verlief wie die Tage zuvor auch ohne etwas Besonderes, bis zu dem Moment, als Al nach dem Nachmittagsunterricht gedankenverloren, durch einen der Gänge schlenderte und an das Tagebuch dachte, das noch immer unter dem Kopfkissen lag und drauf wartete, weiter von ihm ergründet zu werden.
Erschrocken keuchte er auf, als er plötzlich gegen eine andere Person rannte, sie hart zusammenstießen und der andere sogar das Gleichgewicht verlor und auf seinen Hintern stürzte.
„Potter, kannst du nicht aufpassen, wohin du gehst?“
Die Stimme des blonden jungen Mannes klang wirklich wütend und durch ihren scharfen Unterton sogar leicht gefährlich.
„Tut mir so leid, Scorpius. Ich hatte dich nicht gesehen. Ich …“
„Hast wohl wieder geträumt, was?“ Die Stimme des jungen Malfoys, der weder seinem Vater noch seinem Großvater in Arroganz nachstand, klang verhöhnend.
Warum nur musste Scorpius immer so herablassend sein. Wollte er damit seiner Familie imponieren? Glaubte er, seinen Vater und Großvater noch übertrumpfen zu können?
Trotz des grimmigen Tons, streckte Al ihm hilfsbereit die Hand entgegen, um ihm aufzuhelfen. Nur zögernd ergriff Malfoy sie und ließ sich schließlich hochziehen.
?Wie zart die Hand in seiner doch war', dachte Al. ?Lange feingliedrige Finger, die Haut so weich und die alabasterartige Farbe, ließ sie vornehm erscheinen.'
Als Albus Potter den Kopf hob, blickte er in die sturmgrauen Augen, eine Farbe, wie sie nur bei den reinblütigsten Zauberern vorkam und die ihn schon fasziniert hatten, seit er das erste Mal so deutlich in sie geblickt hatte. Scorpius war perfekt im Aussehen, groß und kräftig, breitschultrig, mit schmalen Hüften. An den Po seines Gegenübers mochte Al lieber nicht denken, denn sonst würde sein Körper gleich wieder Kapriolen schlagen, vor Begehren nach diesem Mann.
Ja, er begehrte Scorpius Malfoy. Auch wenn dieser ihn immer herablassend behandelte, ihn im Grunde kaum wahrzunehmen schien. Schon lange war es so, auch wenn er es erst jetzt, nachdem dieser beruflich nach Hogwarts gekommen war, erkannt hatte. Er hatte sich in Scorpius Malfoy verliebt, auch wenn die ganze Sache noch so absurd schien.
Al war schon länger aufgefallen, dass er den Blonden noch nie in Begleitung eines Mädchens gesehen hatte. In der Schule war er zwar von vielen umringt gewesen, die versucht hatten, seine Gunst zu erlangen, doch noch nie, seit er denken konnte, hatte er ihn mit einer rumknutschen sehen.
Und genau dies, war die Hoffnung, an die er sich klammerte. Die einzige Hoffnung, die er in seinem Herzen trug, dass er und Scorpius … dass sie vielleicht doch eine kleine winzige Chance hatten.
„Du darfst mich wieder loslassen, Potter. Ich habe nicht die Absicht, mich gleich wieder flach zu legen.“
Schnell, fast hektisch zog Al seine Hand zurück und er spürte deutlich wie seine Ohren heiß wurden, was ihm sagte, dass er sicherlich knallrot geworden war.
Ihm war nicht bewusst gewesen, dass er die Hand so lange gehalten und er ihn angestarrt hatte. Doch zu seiner eigenen Überraschung war Malfoy nicht böse. Im Gegenteil, dieser setzte ein verschmitztes Grinsen auf und stupste mit seinem langen Zeigefinger gegen Als' Brust.
„Keine Angst, Kleiner. Ich habe keine ansteckenden Krankheiten, musst dir also nicht deine Hände desinfizieren“, gab er sarkastisch von sich und näherte sich Albus' Gesicht soweit, dass nur noch wenige Zentimeter sie trennten.
Al hielt die Luft an, da er nicht wusste, was jetzt passieren würde. Sein Herz schlug so heftig in seiner Brust, dass er Angst hatte, Scorpius würde es hören. Vielleicht tat er das ja sogar.
Für einen winzigen Moment sah es fast so aus, als hätte der Blonde vor Al zu küssen, dessen Herzschlag für genau diese Sekunde aussetzte. Doch dann ging Malfoy leise lachend einfach weiter und verschwand im nächsten Gang.
Die Knie von Al Potter zitterten und auch seine Hände musste er fester um seine Bücher klammern, damit er sie ruhig halten konnte. Sein Bauch fühlte sich an, als würden Bowtruckles einen Stepptanz darin aufführen.
So nahe waren sie beide sich noch nie gewesen. Immer noch sah er das wundervolle Gesicht vor sich, glaubte den edlen Duft des Rasierwassers von Scorpius zu riechen und dessen Hand in der Seinen zu fühlen.
Mindestens zwei Minuten blieb der junge Professor Potter noch an dem Platz stehen, bis er Schritte hörte, die sich ihm näherten.
Eindeutig ein paar Schüler.
Schnell wollte Albus seinen Weg fortsetzen, als er etwas Glänzendes auf dem Boden sah. Er bückte sich danach und erkannte die silberne Anstecknadel von Scorpius, eine Schlange, die er normal am Revers trug. Er musste sie verloren haben, als er gestürzt war. Schnell hob er sie auf und steckte sie in die Tasche, bevor die Schüler um die Ecke bogen und ihn sehen konnten. Dann schritt er rasch davon und betrat seine Büro, wo er sich an seinen Schreibtisch setzte, das Kleinod heraus zog und es vor sich auf den Tisch legte.
Klar würde er es zurückgeben. Doch was würde es schaden, wenn er das erst morgen tun würde? Oder übermorgen?
Lange hatte er das silberne Schmuckstück betrachtet, war in Gedanken wieder und wieder das Geschehene durchgegangen und hatte versucht, es zu deuten. Doch nachdem er zehn verschiedenen Erklärungen von Scorpius Handeln zusammen hatte, - so nach dem Motto: Er liebt mich, er liebt mich nicht, er liebt mich, er … - seufzte er, steckte es zurück in seine Jackentasche und stand auf. Dabei fiel sein Blick auf das immer noch offene Geheimfach, in dem er am Abend zuvor das Buch gefunden hatte, und erneute Neugier überkam ihn. So ging er ins Schlafzimmer, setzte sich aufs Bett und zog Snapes Tagebuch unter dem Kopfkissen hervor.
In dem Moment, als er es an der Stelle aufgeschlagen hatte, wo er letzte Nacht aufgehört hatte zu lesen, war das Zusammentreffen mit Scorpius schon wieder weit nach hinten in seine Gedanken gerutscht, nur ab und an versuchend wieder die Oberhand zu ergreifen. Es war als würde das Buch ihn in seinen Bann ziehen.
Wieder war eine Seite frei bevor es weiterging. Und erneut begann es mit einem Datum nur neun Tage später.
9. Januar 1983
Der Tag begann wie jeder andere, bis D mich am Abend zu sich rief. Natürlich wunderte ich mich, und fragte mich was er von mir wollte. Doch schon als er mir mit einem Lächeln entgegen kam, in dem Moment, wo ich sein Büro betreten hatten und er mir die Hand entgegenstreckte, fiel es mir wieder ein.
Heute war mein Geburtstag!
Ich für meinen Teil feiere diesen schon viele Jahre nicht mehr. Warum auch. Soll ich mich vor den Kamin setzen und mir selber zuprosten? Das wäre doch zu albern, deshalb habe ich schon vor Längerem beschlossen, ihn einfach zu vergessen.
Nun ja, nur dass D das nie zulässt. Jedes Jahr ist er es, der mich wieder daran erinnert. So auch heute.
Auf der einen Seite finde ich es rührend, wenn er das tut, und dennoch ist es mir auf der anderen Seite auch irgendwie unangenehm.
Mit guter Laune und einem freundlichen Lächlen bat mich der Schulleiter platz zu nehmen und mit ihm ein Schlückchen Wein zu trinken, den er extra für meinen Ehrentag besorgt hatte. Höflichkeitshalber konnte ich ihm diese Einladung unmöglich abschlagen.
Tja, doch bei dem einen Schlückchen blieb es dann aber nicht und eine gute Stunde später hatte ich bestimmt schon alleine die halbe Flasche geleert, und das, wo ich doch keinen Alkohol vertrage. Und jetzt kommt der peinliche Teil des Abends.
Inzwischen bin ich ganz sicher, dass der Wein daran schuld war, denn mit einem Mal begann ich D von meinen schrecklichen Träumen zu erzählen und ohne dass ich es verhindern konnte, schossen mir Tränen in die Augen. Die Erinnerungen und die Last dieser schrecklichen Träume, die mich seither quälen, all diese Gefühle überwältigten mich mit einem Mal, ich konnte einfach nichts dagegen tun.
D saß da, hörte mir zu, unterbrach mich nicht. Er machte sich auch kein einziges Mal lustig über mich, er lachte mich nicht aus und als ich schon einige Zeit geendet hatte, und nur noch in Gedanken für mich weiter redete, erhob er sich aus seinem Sessel kam zu mir herüber und streckte mir seine Hand entgegen.
Zwar hatte ich keine Ahnung, was er wollte, dennoch ergriff ich sie und ließ mich auf die Beine ziehen.
Was dann kam, werde ich mein Leben lang nicht mehr vergessen.
Liebevoll zog er mich zu sich heran, schlang väterlich die Arme um mich und hielt mich fest, während ich mein Gesicht an seiner Brust barg.
[i]
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