
von GinnyNic
Maya saß im Wartezimmer zusammen mit Ihren Eltern und Schwiegereltern. Ihr Blick war die ganze Zeit auf die Tür fixiert, hinter der Sam gerade behandelt wurde. Inzwischen war eine halbe Stunde vergangen und die Rothaarige war noch keinen Deut schlauer, was mit ihrem Mann los war. Plötzlichen ging die Tür zu Sams Zimmer auf und die geschäftig dreinblickende Heilerin trat aus diesem heraus. Sie ging auf die Fünf zu und fragte Maya: „Sie sind, wenn ich richtig verstanden habe, die Ehefrau meines Patienten?“ Maya war aufgesprungen und nickte nun eifrig, bevor Sie sich besorgt erkundigte: „Wie geht es Sam? Was hat er? Ist er wach? Kann ich ihn sehen?“
„Mrs....?“, fing die Heilerin an zu sprechen und Maya nannte der Frau ihren Nachnamen: „Diatour.“
„Mrs. Diatour, ich kann Sie leider nicht zu ihrem Mann lassen. Dieser hat eine ansteckende Krankheit, die an für sich schnell vorbeigeht, für ihr Kind aber äußerst gefährlich sein kann. Deshalb würde ich Sie gerne auch noch ein paar Tage zur Beobachtung hier behalten.“ Maya hatte nur gehört, dass die Krankheit für ihre Kinder gefährlich war und schien einer Panikattacke nahe zu sein, deshalb fuhr die Heilerin fort: „Aber am allerwichtigsten ist es, dass Sie jetzt ruhig bleiben!“ Mit diesen Worten ging die junge Frau auf Maya zu, packte diese bei den Armen, setzte sie auf den Stuhl und hockte sich daneben. Mit ruhiger Stimme forderte sie die Jüngere auf, zu atmen und machte es ihr vor: „Einatmen....ausatmen....einatmen...ausatmen....einatmen, so ist es besser.“
Auch die Eltern Sams und Mayas Eltern haben unbewusst bei der Atemübung mitgemacht und konnten inzwischen wieder einen klaren Gedanken fassen. So fragte Mary, besorgt um ihre Tochter und ihre Enkel: „Wie kann sich die Krankheit auf Mayas Schwangerschaft und die Zwillinge auswirken? Wann wissen wir, ob meine Tochter sich angesteckt hat? Und wie lange wollen Sie Maya hier behalten?“ Bevor jedoch die Heilerin zu Wort kommen konnte, warf auch Paula Diatour ihre Fragen ein: „Was genau ist das für eine Krankheit? Wann wacht mein Sohn wieder auf? Dürfen wir zu Samuel gehen? Und wann wird er wieder gesund sein?“
Maya, die vorher den prasselnden Fragen gelauscht hatte, blickte nun aufmerksam zur Heilerin, um auch keine Antwort zu verpassen.
Die Heilerin schmunzelte ob diesen Ansturms an Fragen und begann dann diese zu beantworten: „ Zuallererst einmal, die Krankheit ist eine schwerere Version der magischen Grippe. Diese Krankheit geht im Moment herum und kann, wenn sie nicht behandelt wird, tödlich sein, da das Fieber immer weiter steigt, bis ein Kreislaufversagen eintritt. Da Sie Mr. Diatour rechtzeitig ins Krankenhaus gebracht haben, konnten wir dieses Fieber eindämmen, so dass diese Gefahr gebannt ist. Es wird noch schätzungsweise drei Tage dauern bis Mr. Diatour wieder auf den Beinen ist und es ist besser, wenn Sie diesen nur mit einem magischen Isolationsschild zur Vermeidung der Ansteckungsgefahr besuchen. Aufwachen dürfte mein Patient in wenigen Stunden. Das Fieber hat seinen Körper sehr geschwächt und er war dehydriert, als Mrs. Diatour ihn zu uns gebracht haben, aber jetzt wird Mr. Diatour gut versorgt. Das wichtigste wird jetzt sein, Sie, Mrs. Diatour, in ein Bett zu legen und ein paar Zauber auf Sie zu sprechen, die Ihre Körperfunktionen und die Ihrer Kinder überwachen. Da wir Sie über 24 Stunden am Stück beobachten werden, können wir rechtzeitig erkennen, ob mit den Kindern etwas nicht stimmt und das Problem sofort beheben. Deshalb sehe ich somit keine Gefahr mehr für diese. Ich denke fünf Tage wäre für die Beobachtungszeit zu empfehlen, danach sehe ich keine Ansteckungsgefahr mehr. Gibt es noch Fragen?“
Nach diesem Vortrag, hatte es erst einmal allen Fünfen die Sprache verschlagen:
„Ich weiß, das war jetzt sicher viel auf einmal, aber wie gesagt, am Wichtigsten sind jetzt erstmal Mrs. Diatour und ihre Zwillinge.“, unterbrach die Heilerin die Gedanken ihrer Gegenüber. Alle nickten zustimmend und Maya wurde in das Zimmer neben dem von Sam geführt, wo sie sich ins Bett legte, um mit den vorher erwähnten Zaubern belegt zu werden. Grey Cooper bot an, die Sachen des Paares aus dem Hotel zu holen und sie dort auszuchecken. Außerdem wollte er noch in Hogwarts Bescheid geben, damit sich niemand Sorgen machte. Mary Cooper unterdessen leistete Maya Gesellschaft, während Paula und Charles Diatour ans Bett ihres Sohnes gingen. Alle wurden vorher noch mit einem Isolationschild versorgt und es wurde ihnen geraten, bei dem geringsten Anzeichen einer Ansteckung, dem Krankenhauspersonal Bescheid zu geben.
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Harry machte große Augen. Er konnte nicht glauben, was gerade geschah. Er fühlte sich wie in einem Traum. Draco kniete vor ihm und hielt ihm zwei wunderschöne identische Ringe entgegen. Es waren silberne Ringe, zwei ineinander verschlungene Tiere, eine Schlange und ein Löwe. Die Schlange hatte zwei Amethyste als Augen, der Löwe zwei Smaragde. Die Steine symbolisierten die Augen von Draco und Harry. Der Schwarzhaarige betrachtete die Ringe eine Weile, über die Frage Dracos nachdenkend, wusste aber, dass es für ihn nur eine richtige Antwort geben konnte. Als er bereit war zu sprechen, blickte der Gryffindor auf und sah in die emotionalen Seelenspiegel des Slyterhin, der sein Herz in die Waagschale gelegt hatte. Tränen der Rührung waren Harry in die eigenen Augen getreten. Er nickte und sagte mit belegter Stimme: „Ja, ich will dich heiraten und den Rest meines Lebens mit dir verbringen! Ich kann es gar nicht erwarten!!“ Der Grünäugige hatte den Älteren während dieser Worte zu sich nach oben und in eine feste Umarmung gezogen, bevor er überall auf dem Gesicht seines Verlobten Küsse verteilte.
Draco strahlte und löste sich kurz von dem Kleineren, um diesem und sich selbst die Ringe überzustreifen, dann zog er ihn in einen leidenschaftlichen Kuss, aus dem das Paar sich erst löste, als die Luft knapp zu werden drohte.
Von hinten war ein Kellner auf das Paar zugekommen und räusperte sich, um die Aufmerksamkeit der frisch Verlobten zu erhaschen: „Wenn ich Ihnen eine Erfrischung zur Feier des Tages auf Kosten des Hauses anbieten darf.“ Dabei wies der Herr mittleren Alters auf das Tablett mit den zwei Champagnergläsern, welches er auf einer Hand balancierte. Die zwei Hogwartsschüler waren überrascht, hatten sie doch ihre Umgebung völlig vergessen, freuten sich aber über diese wundervolle Geste und nahmen den Champagner dankend an. Voller Hochgefühl stießen Harry und Draco miteinander an und genossen das prickelnde Getränk. Als die Gläser geleert waren, zahlte das Paar und machte sich auf, um New York weiter zu erkunden. Inzwischen war es später Vormittag und Harry hatte noch ein paar Sachen für den Tag geplant, mussten sie doch auch beachten, dass die Zeit in Englang vorgedreht würde und der nächste Tag ein Schultag war. Im Anschluss an das Frühstück ging das Paar in den Centralpark, wo sie beide das erste Mal Schlittschuh liefen, was ihnen viele Lacher entlockte, da sie sich eher unelegant über das Eis bewegten und immer wieder versuchten, sich am anderen festzuhalten. Dies endete darin, dass das Paar die meiste Zeit lauthals lachend mit dem Hintern auf dem eisigen Glatt verbracht. Als Harry und Draco einfach nicht mehr konnten, verließen sie immer noch lachend das Eis und gaben ihre Schlittschuhe wieder ab. Draco strahlte mit Harry um die Wette, als er fragte: „Was machen wir jetzt?“
Der Schwarzhaarige nahm die Hand seines Verlobten und drehte sie so, dass er kurz einen Blick auf dessen Verlobungsring legen konnte. So richtig konnte er sein Glück noch nicht glauben. „Wir machen jetzt etwas weniger gefährliches. Was hältst du von einer Kutschfahrt um den Park?“, fragte Harry, während er auf eine der bereitstehenden Kutschen zusteuerte.
Draco lächelte seinen Verlobten an, der die Latte für ein zweites Date sehr hoch gelegt hatte und ließ sich von diesem in die Kutsche helfen, bevor der Schwarzhaarige neben ihm Platz nahm und sie beide in eine rote Wolldecke hüllte, um sie von der winterlichen Kälte New Yorks abzuschirmen. Eine Weile genossen Harry und Draco die Winterlandschaft des Centralparks in Stille, bevor Harry in Dracos Ohr flüsterte: „Ich wünschte ich hätte einen Zeitumkehrer. Wie gerne würde ich den Abend und die Nacht mit dir in dieser wundervollen Stadt verbringen. Aber in Großbritannien ist es schon Abend und nach dieser Kutschfahrt müssen wir leider wieder zurück.“ Draco nickte bedauernd, wusste aber, dass in Zukunft noch viele wundervolle Verabredungen kommen würden. „Wie spät werden wir denn wieder in Hogwarts sein?“, fragte Draco interessiert.
„So gegen 21:30 Uhr werden wir wieder da sein.“, gab Harry, ohne überlegen zu müssen, zurück, da er das Date ja mit allem drum und dran geplant hatte (mal abgesehen von der Verlobung).
„Wollen wir denn in Hogwarts mal schauen, ob der Raum der Wünsche frei ist? Gerade in der heutigen Nacht ist es unwahrscheinlich, dass uns jemand in den Schlafsälen vermisst, die sind doch alle zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Was meinst du?“, schlug Draco vor und blickte Harry erwartungsvoll an.
Der Schwarzhaarige bekam beim Gedanken, die Nacht mit dem Blonden zu verbringen, eine wohlige Gänsehaut und musste nicht lange überlegen. Er hoffte nur, dass der Raum nicht schon besetzt war. Dies sagte er auch seinem Verlobten und küsste ihm leicht auf die Wange.
Allzu schnell war die Kutschfahrt und damit ihre Zeit in New York zu einem Ende gekommen. Vieles hatten sie aufgrund der späteren Ankunft und des ausgedehnteren Frühstücks nicht geschafft, aber beide hatten das Date vollkommen genossen. Nun waren sie wieder auf dem Weg zurück nach Großbritannien und erreichten Hogwarts, wie von Harry geplant, 21:30 Uhr. Die Hogwartsgründe betrat das Paar über den Geheimgang in der Heulenden Hütte. Bevor sie aus diesem traten, ließ Harry die Peitschende Weide erstarren und zog sich und seinem Verlobten den Tarnumhang über, damit sie ungesehen ins Schloss kommen konnten. Ohne jemandem zu begegnen, fanden die zwei Schüler ihren Weg zum Raum der Wünsche und hatten Glück, denn dieser war frei.
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