
von GinnyNic
Der Raum der Wünsche verwandelte sich in ein großes Schlafzimmer mit cremefarbenen Wänden, einem Himmelbett aus tiefbraunem Holz mit grünen Vorhängen und cremefarbener Bettwäsche. Auf der einen Seite befand sich ein Kamin, in dem schon ein wärmendes Feuer loderte. Ansonsten befanden sich nur noch zwei Nachtschränke an beiden Seiten des großen Bettes. Harry zog bei diesem Anblick beide Augenbrauen hoch, sagte aber nichts.
Draco zog den Jüngeren näher zu sich und verwickelte ihn in einen zärtlichen Kuss, der langsam und gefühlvoll war und alle Gefühle Dracos für Harry widerspiegelte, die er noch nicht auszusprechen vermochte. Langsam erkundete der Slytherin den Mund seines Löwen und lud dessen Zunge zum Spielen ein, was diesem ein Stöhnen entlockte.
Noch nie hatte Harry solche Leidenschaft empfunden, als Draco ihn so küsste. Er wollte mehr und immer mehr. Doch allzu schnell löste der Blonde sich von ihm und ging schwer atmend einen Schritt zurück, was Harry verwirrt aufblicken ließ. „Ich möchte nichts überstürzen.“, flüsterte der Slytherin zur Erklärung, als würde ein lauterer Ton die Stimmung zerstören. Er nahm die Hand des Jüngeren und trat mit diesem auf das Bett zu. „Komm, leg dich mit mir hin.“ Harry tat dies, ohne Fragen zu stellen, auch wenn ihn das Verhalten seines Verlobten immer noch verwirrte. Beide streiften sich ihre Schuhe ab und zogen sich die Mäntel aus, dann stiegen sie gemeinsam ins Bett und Draco zog Harry zu sich, so dass dieser seinen Kopf auf der Brust des Größeren betten konnte. Der rechte Arm Dracos lag dabei unter dem Körper des Schwarzhaarigen und die linke Hand strich über den Rücken seines Verlobten.
Der Slytherin räusperte sich und spannte sich um Harry merklich an, bevor er erklärte: „Mein erstes Mal mit einem anderen Jungen war schrecklich. Es hat höllisch wehgetan, ich hatte Angst auseinandergerissen zu werden und fühlte mich danach, als wäre ich missbraucht worden. Als er endlich aus mir glitt, wurde ihm erst bewusst, was er getan hatte. Er hatte selbst genau so wenig Erfahrung wie ich und war schockiert, als er sah, dass sein Penis von meinem Blut überzogen war. Er wich zurück und ließ mich so in meinem Bett liegen, immer und immer wieder hörte ich, wie er sich entschuldigte, bevor er mich allein ließ.“, Draco erzählte dies, als sei dieses schreckliche Erlebnis einem anderen passiert. Harry unterdessen hatte ihre Positionen geändert, damit er seinen Verlobten in die Arme nehme und fest an sich drücken konnte. „Merlin, Draco.“, japste der Gryffindor, brachte aber kein weiteres Wort hervor. Der Blonde hob seinen Kopf und setzte einen Kuss in Harrys Halsbeuge, bevor er diesen beruhigte: „Shhh...du musst jetzt nichts weiter sagen. Es liegt schon lange zurück. Ich musste es aber mit dir teilen, bevor wir den nächsten Schritt gehen konnten. Ich möchte es diesmal anders machen. Ich möchte es langsam angehen.“ Harry nickte zustimmend, küsste Dracos blonden Haarschopf und flüsterte dann: „Was hältst du davon, wenn wir jetzt einfach schlafen? Ich bin müde und morgen ist wieder ein langer Schultag mit Hausaufgaben und nervigen Mitschülern.“ Draco nickte nur und Harry schlug vor, dass sie ihre Kleider noch schnell in Schlafsachen verwandeln sollten, bevor sie sich unter die Bettdecke legten. Dies wurde von Draco mit einem weiteren Nicken quittiert. Harry vollzog schnell die Verwandlungen, dann zauberte er die große Bettdecke unter ihren Körpern weg und über sie. Er legte schließlich seinen Zauberstab auf dem Nachttisch ab und zog seinen Verlobten wieder an sich, um mit einem geflüsterten „Gute Nacht.“ einzuschlafen. Draco kuschelte sich tief in die Arme des Schwarzhaarigen und hauchte ein „Ich glaube, ich liebe dich.“ bevor er selbst einschlief. Harry bekam von den Worten des Blonden nichts mehr mit, da er schon längst ins Land der Träume entschwunden war.
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Am nächsten Morgen erwachte Harry eine Weile vor Draco, blickte kurz auf die Uhr, die er an seinem 17. Geburtstag von den Weasley-Eltern bekommen hatte und bemerkte, dass noch ein wenig Zeit bis zum Frühstück blieb. Kurz fiel ihm ein, dass sie am Vortag nicht einmal einen Wecker gestellt hatten und Harry glücklicherweise rechtzeitig aufgewacht war. Dann blickte er zu dem neben ihm liegenden Blondschopf, der noch friedlich schlief. Seine Gesichtszüge waren entspannt und der Mund leicht geöffnet. Am liebsten hätte der Gryffindor seinen Verlobten sofort geküsst, wollte diesen aber nicht aus seinem friedlichen Schlaf reißen. So blieb er einfach liegen und war fast versucht, wieder abzudriften. Während dem Schwarzhaarigen gerade die Augen zufielen, kam ihm wieder in den Sinn, dass sie bald zum Frühstück mussten, er riss die Augen unwillkürlich auf, blinzelte noch kurz und erhob sich dann mit einem Stöhnen aus dem Bett. Dabei bemerkte er die an seine Bedürfnisse angepasste Tür auf der einen Seite des Raumes gegenüber dem Kamin. So trat er ins Bad, machte sich schnell fertig und weckte dann den immer noch müden Slytherin, damit sich dieser ebenfalls duschen und seine Schlafsachen provisorisch in eine Schuluniform verwandeln konnte. Als der Blonde fertig war trat er zu seinem Verlobten und gab ihm erst einmal einen Guten-Morgen-Kuss, der ein wenig eskalierte. Kaum hatte das Paar sich voneinander gelöst, meinte Harry auch schon wenig unromantisch: „Ich will ja kein Spielverderber sein, aber wir sollten uns etwas beeilen. Immerhin müssen wir noch unsere Schulsachen holen, bevor wir zum Frühstück gehen.“
Sich seinem Schicksal ergebend, seufzte Draco theatralisch: „Recht hast du, oh weiser Gryffindor, wir müssen uns dem kommenden Tag stellen.“, was besagtem Gryffindor nur ein leichtes Schmunzeln entlockte, während das Paar den Raum der Wünsche hinter sich zurückließ. Harry und Draco gingen noch Hand in Hand bis zum Gemeinschaftsraum der Gryffindors, wo sich der Slytherin mit einem kurzen Verstärken seines Händedruckes und einem knappen Kopfnicken von seinem Verlobten verabschiedete und die Treppe nahm, während Harry den Gemeinschaftsraum betrat, um seine Schultasche zu holen.
Der Gryffindor war froh, dass der Gemeinschaftsraum so gut wie leer war. Schnell betrat er den Schlafsaal der Jungen, packte seine Tasche, die er wohlbedacht bereits gepackt hatte (Hermine hatte ihn so lange genötigt, bis er eingesehen hatte, das dies eine gute Idee war; er würde sich später noch bei seiner besten Freundin bedanken) und lief zur Großen Halle.
Noch bevor Harry diese allerdings betreten konnte, hielt ihn Professor McGonagall auf und teilte ihm mit, dass Samuel an der magischen Grippe erkrankt war und seine Schwester unter Beobachtung stand, damit keine Komplikationen mit den Zwillingen auftraten, sollte sich Maya angesteckt haben. Die Schulleiterin beantworte dem besorgten Siebtklässler noch einige Fragen, bevor Harry seinen Weg fortsetzte.
Mit leichten Sorgenfalten auf der Stirn, betrat er schließlich die Große Halle und aß nur schnell eine Schüssel Haferbrei, weil ihm nun doch nicht mehr soviel Zeit blieb, wie er sich für ein ausgiebiges Frühstück gewünscht hätte.
„Hast du es schon gehört?“, erkundigte sich Hermine, als Harry das Klassenzimmer für Verwandlung erreichte und sich neben den leeren Platz Mayas auf seinem Stuhl niederließ. Halb drehte sich der Zauberer zu der Hexe um und fragte: „Meinst du das mit Maya und Sam?“
„Genau.“, bestätigte die Gryffindor Harrys Vermutung. „Ich hoffe, du machst dir nicht zu viele Sorgen. Prof. McGonagall hat heute Morgen erklärt, dass es sich um eine Krankheit handelt, die mit ausreichender medizinischer Versorgung schnell wieder vorbeigeht und dass die Beiden am Sonntag wieder hier sein werden.“
„Ja, ich weiß, danke.“, gab der Schwarzhaarige zurück und richtete seine Aufmerksamkeit sodann auf den vorderen Teil des Klassenzimmers, wo Fleur gerade begonnen hatte, den Unterricht aufzunehmen.
Der Tag flog ohne Vorkommnisse dahin. Trotz den klaren Worten der Schulleiterin, entstanden immer wahnwitzigere Gerüchte bezüglich der Abwesenheit von Sam und Maya. Harry indessen warf unablässig sehnsüchtige Blicke zu Draco, wann immer er ihn zu Gesicht bekam. Er konnte aber weiter nichts tun, da er Hermine Gesellschaft leisten musste, die sich am Valentinstag wohl mit Ron verkracht haben musste, was sie Harry allerdings nicht näher erläutern wollte. Der Zauberer jedoch war geduldig und drängte seine beste Freundin nicht zu einer Erklärung. Wenn sie bereit war, würde sie schon zu ihm kommen. So war der Schwarzhaarige am Ende des Tages mehr als dankbar, als er sich in die Laken seines Bettes im Jungenschlafsaal werfen konnte und schlief ohne Umschweife ein.
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