
von GinnyNic
„Lily, du weißt, dass wir uns sehr bald von ihr verabschieden müssen?“ Es war doch tatsächlich ein Mädchen! Und sie war das perfekte kleine Ebenbild von Lily mit ihrem roten Flaum auf dem Kopf und den schon jetzt strahlend grünen Augen. James fragte sich ehrlich, ob er an diesem wundervollen Wesen mitgewirkt hatte.
Lily begann zu weinen. Je näher der Geburtstermin gerückt war, desto deprimierter war seine Frau geworden. Wer konnte es ihr verdenken. Aber sie mussten an dieses kleine Wunder denken, dass keine Chance hatte, sollte Voldemort sie angreifen. Wenigstens hatte sie nun eine Chance. Niemand hatte Wind von Lilys Schwangerschaft bekommen. (Bei Merlins Bart gab es zum Glück Tarnkleidung, die den unaufhaltbar anschwellenden Bauch, der ihr Kind umgab, verbergen konnte)
Und jetzt, nach vielen Monaten, in denen Lily und James es nicht gewagt hatten, diesen Moment auch nur auf den Lippen zu tragen, war er herangerückt und nichts konnte ihn nun mehr stoppen. Mary war aus Amerika mit dem Flugzeug gekommen (James konnte es kaum fassen, dass sie sich in diese Muggeltodesmaschine gewagt hatte) um Maya Lily Potter abzuholen.
Widerwillig gab Lily das kleine Geschöpf in die Arme ihrer besten Freundin. Ein Hauch von Hass mischte sich in ihre traurigen Augen, als sie realisierte, was sie jetzt nicht haben konnte. Als ihr klar wurde, dass jemand anderes IHRE Maya in seinen Armen in den Schlaf wiegen würde.
„Du weißt, dass, sollte dies hier alles vorbei sein, wir Maya sofort holen werden!“ Bemerkte Lily mit schroffer Stimme, nur um klar zu stellen, dass Maya ihr Kind blieb und sie das keinesfalls freiwillig tat.
„Lils, ich werde so gut es mir möglich ist für eure kleine Tochter sorgen, aber ich weiß, dass sie euer kleines Mädchen ist, denkst du ich werde mich um dieses kleine Wesen streiten. Ich bin mir sicher, dass es nicht leicht für euch ist...natürlich ist es das nicht. Aber ihr tut das richtige. Was, wenn ‚Ihr-wisst-schon-wer’ sich für Harry entscheidet. Er würde Maya nur zur Sicherheit gleich mit aus dem Weg räumen, da bin ich mir sicher. Macht euch keine Sorgen.“
Lily zitterte am ganzen Leib. „Mary, geh jetzt bitte, bevor ich mich anders entscheide, lass mich sie nur noch einmal umarmen“, kleinlaut, als wüsste sie es besser fügte Lily hinzu“...ein letztes Mal.“
Auch James, der geschwiegen hatte, weil er keine Worte finden konnte, die seine Gefühle ausdrückten, schloss sein kleines Wunder ein letztes Mal in seine Arme und entließ sie dann in die Obhut von Mary McDonald.
Entließ sie in ein Leben, weit weg von ihrer Heimat, nichts ahnend von ihrer Herkunft und vom schweren Opfer ihrer Eltern.
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