
von GinnyNic
Langsam begann Maya daran zu zweifeln, ob ihr Brief überhaupt angekommen war. Es ist ja eine weite Strecke, aber Odin braucht doch keine 5 Wochen um hin und zurück zu fliegen. Was, wenn ihm etwas passiert war? Maya verdrängte diesen Gedanken wieder aus ihrem Geist, es geht ihm gut, vielleicht musste ja erst noch entschieden werden, ob sie genommen würde. Sie lag auf ihrem Bett und grübelte jeden Grund den es geben konnte durch. Wie sie das Warten hasste und diese unsagbare Langeweile.
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Nun waren es nur noch 2 Wochen bis Schulbeginn, als etwas durch ihr Fenster direkt auf sie zugesegelt kam. Maya sprang auf, packte Odin im Flug und riss der Eule praktisch den Brief vom Fuß, was mit einem bösen, schmerzenden Flügelschlag gegen ihren Kopf kommentiert wurde. „Oh, tut mir so Leid Odin und das nachdem du sooo lange fort warst.“ Sie streichelte Odin, der versöhnlich schuhute – gut, dass er nicht nachtragend war.
Maya riss den Umschlag mit dem Hogwartssiegel auf, Geduld war eindeutig nicht ihre Stärke und las den Brief durch, bevor sie in heillose Panik ausbrach. Minerva McGonagall hatte doch TATSÄCHLICH vergessen, ihr den Brief zu schicken und sie musste in einer Woche schon in Hogsmeade sein!!! Sie hatte weder gepackt, noch einen Flug gebucht, da sie ja keine Ahnung gehabt hatte, wann sie dort erscheinen sollte. Auch wenn es nicht ihre Schuld wäre, UND DAS WAR ES EINDEUTIG NICHT, sie wollte dennoch auf keine Fall zu spät in Hogsmeade ankommen, also sollte sie sich schleunigst aufmachen um einen Flug zu buchen. Maya ging nach unten in die Küche, wo sie ihre Mutter vermutete. „Mom, der Brief von Hogwarts ist endlich gekommen, die hatten mich dort einfach vergessen!!! Ich muss unbedingt noch einen Flug buchen!“
Beruhigend sagte Mary zu ihrer Tochter: „Das Flugzeug ist doch nicht die einzige Möglichkeit, es gibt schnellere, bessere Mittel. Die haben doch vor einem halben Jahr die Subatlantikstrecke fertig bekommen, das ist echt ein ganzes Stück Magie, das da zum tragen kommt.“
„Hmm...“, überlegte Maja. „Wie läuft das, muss ich da irgendwie was buchen oder geh ich da einfach hin und sag zu denen, ich muss mal schnell über den Großen Teich?“
Mary lachte: „Ja, das wäre sicher witzig! Es funktioniert ungefähr so, also würdest du mit dem Zug fahren wollen, du kaufst dir einfach ein Ticket in der Zentrale für subatlantisches Reisen und dann kann es auch schon los gehen. Ganz unkompliziert. Ich besorg dir einfach dein Ticket und du packst deine Sachen zusammen und sagst mir dann noch, was du brauchst.“ Sagt die ältere Frau mit leicht wässrigen Augen.
„Oh Mom!“ Maya umarmte ihre Mutter, der nun ein paar kleine Tränen über das Gesicht kullerten. „Ich werde doch nicht für immer dort bleiben und so oft haben wir uns im Schuljahr auch nicht gesehen, wenn überhaupt dann zu Weihnachten. Also wird es eigentlich gar nicht anders sein. Ich verspreche dir, im Sommer werd ich mit Harry zusammen herkommen und vielleicht bring ich noch ein paar Freunde mit, dann wirst du dir wünschen, dass es hier wieder so ruhig, wie im Schuljahr wäre.“
Diese Worte zauberten ein Lächeln zurück auf das Gesicht von Mary McDonald Cooper. „Ich hoffe nur, du wirst soviel Spaß in Hogwarts haben, wie ich ihn hatte und dass du tolle Freunde findest.“
„Na klar werde ich Freunde finden, daran besteht absolut kein Zweifel.“
Nun musste Mary doch tatsächlich lachen: „Weißt du was, jetzt erinnerst du mich unglaublich an James, deinen Vater. Er war auch...na ja, sagen wir sehr selbstbewusst.“
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Nun war die Zeit gekommen Abschied zu nehmen. Ihre Eltern standen beide in der Vorhalle zum Zugang der Subatlantikstrecke in New York und wollten gerade beginnen ihrer Tochter noch ein paar letzte Anweisungen zu geben, als der magische Lautsprecher ankündete: „ALLE SUBS SOLLTEN SICH NUN IN DIE SCHLEUSE BEGEBEN.“
Dieser Aufruf war Maya sehr willkommen, da sie sich nun nicht noch eine Sei-Verantwortlich-Predigt von ihrem Vater anhören musste. Sie umarmte ihre Eltern noch ein letztes Mal, bevor sie in der Schleuse verschwand. Mary und Gray winkten ihrer Tochter, die noch einen letzten Blick zurückwarf und verließen dann die Halle.
Maya konnte es nicht fassen! Sie war doch tatsächlich unterwegs nach England. Die Tatsache, dass sie sich viele Kilometer unter der Meeresoberfläche befand schien sie wenig zu beeindrucken. Als wäre es das Normalste der Welt, nahm sie im röhrenförmigen Abteil platz und begann ein Buch zu lesen. Es war ihr Lieblingsbuch. Sie musste es schon mindestens 10 mal durchgelesen haben. „Quidditch im Wandel der Zeiten“ Sie konnte es fast schon auswendig, aber dennoch konnte sie nie genug davon bekommen.
Maya hoffte sehr, dass sie in die Quidditchmannschaft aufgenommen würde. Sie selbst hielt sich für eine begnadete Quidditchspielerin. Natürlich würde sie das nie so sagen, man würde sie sonst für arrogant halten, aber es entsprach durchaus den Tatsachen.
Quidditch, dachte Maya, war noch etwas, das sie mit ihrem Vater gemein hatte. Ihre Mutter hatte ihr erzählt, dass er ein genialer Spieler gewesen war. Es freute sie zu wissen, dass sie dieses Talent geerbt hatte. Wer weiß, was sie noch alles mit ihren Eltern gemein hatte. Viel hatte Maya von ihrer Mutter ja nicht erfahren, vielleicht war es für sie immer noch etwas schwer über ihre Freunde zu reden.
Maya wusste nicht, wann sie eingeschlafen war oder wie lang sie geschlafen hatte, aber jetzt weckte sie eine freundliche Stimme: „Meine sehr geehrten Damen und Herren in wenigen Minuten werden wir unser Ziel erreichen, wir hoffen Sie hatten eine angenehme Fahrt und wünschen Ihnen einen schönen Aufenthalt. Beehren Sie uns bald wieder und empfehlen Sie uns weiter.“
Maya nahm ihr Gepäck und machte sich startbereit, bevor sie auf die Uhr blickte. Sie war doch tatsächlich nur eine Stunde unterwegs gewesen. Unglaublich, wie schnell dieses Transportmittel ist. Es war gerade mal 12 Uhr. Maya überlegte: Genau, sie musste ja 6 Stunden vorrechnen und sechs plus sechs machte laut Adam Riese zwölf. (Ihre Mom hatte eindeutig auf ihren Wortschatz abgefärbt.) Sie hatte also noch den halben Tag Zeit um nach Hogsmeade zu kommen. Sie beschloss gleich hin zu apparieren, da sie sich die Gegend einmal beschauen wollte und es doch sicher kein Problem sein würde allein nach Hogwarts zu finden. Maya begab sich in die Vorhalle, nachdem sie in der Schleuse erst einmal mit Hilfe von Detektoren auf illegale Mitbringsel überprüft wurde. Da bei ihr nichts zu finden war, ging das ziemlich schnell von statten und sie konnte von der Apparierzentrale in der Vorhalle aus nach Hogsmeade apparieren.
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