
von GinnyNic
Mit einem lauten Popp erschien Maya aus dem Nichts. Sie schaute sich kurz um und bemerkte, dass sie ihr Ziel nicht verfehlt hatte. Noch dazu wurde ihr durch ein Schild der Weg nach Hogwarts gewiesen. Den schweren Koffer und den Käfig mit Odin neben sich levitierend ging sie langsam den steilen weg hinauf, aber nicht ohne ausschweifend in die Schaufenster zu schauen, schließlich blieb ihr noch eine Unmenge an Zeit. Während Maya langsam den Weg entlang schlenderte spürte sie die warme Brise des wunderschönen Sommertages auf ihrer Haut. Sie trug knappe, enge Shorts und ein grünes Top mit Spaghettiträgern, dass wohl mehr zeigte als es verdecken konnte, sie hatte ja auch nichts an ihrem Körper, für das sie sich schämen müsste. Ihr Busen war wohlgeformt, der Bauch flach und wie der Rest ihres schlanken Körpers durchtrainiert, was sie zweifelsohne ihrem Quidditchtraining zu verdanken hatte. Auch mit ihrer Größe hatte sie keine Probleme. 1,70 war völlig in Ordnung, nicht grade eine Modelgröße, aber das wollte sie auch eindeutig nicht sein. Maya merkte, dass es auf die Mittagszeit zuging, die Sonne trieb ihr langsam den Schweiß auf die Stirn. Nur gut, dass sie sich vorher über das Wetter hier informiert hatte. In Amerika war es bei Weitem nicht so warm gewesen. In anderen Klamotten wäre sie definitiv dahin geschmolzen.
Nach einer Stunde erreichte Maya das Tor zu den Hogwartsgründen und bat inständig, dass es nicht verschlossen war. Nun, das Glück war anscheinend auf ihrer Seite. Mit einem aufgeregten Lächeln stieß sie das Tor auf und setzte ihren Weg mit einem flatterigen Gefühl im Magen fort. Wie würde Prof. McGonagall wohl auf sie reagieren. Ihre Mutter hatte ihr gesagt, dass Lily sehr beliebt bei allen war. Hoffentlich würde sie nicht gleich in Ohnmacht fallen. Maya hoffte inständig sie würde ihrer wahren Mutter nicht zu ähnlich sehen.
Nach einer weiteren viertel Stunde gelangte Maya an das Schlosstor in freudiger Erwartung der erlösenden Kühle hinter seinen Gemäuern. Schon als die junge Frau das Tor mit einem Knarren öffnete schlug ihr die angenehme Frische aus dem Schloss entgegen. Sie trat ein und sah sich nun mit einem nicht bedachten Problem konfrontiert. Wie um alles in der Welt sollte sie hier irgendjemanden finden?! Vielleicht sollte sie einfach mal rufen, es ist das Leichteste und könnte immerhin funktionieren. „Hallo!“, rief sie mit zaghafter Stimme und dachte noch im selben Moment sarkastisch: Wie konnte dieses laute Rufen wohl niemand hören? Nun, sie sollte es diesmal vielleicht ein bisschen weniger flüsternd probieren. Sie atmete tief ein und schrie aus vollem Halse: „HAAAALLOOOO, IST DA JEMAND?“
Nichts tat sich. Na ja, man kann ja nicht immer Glück haben, war nen Versuch wert gewesen.
Plötzlich hörte Maya etwas Gackerndes in ihre Richtung kommend und ging langsam darauf zu. „OHHHHHHH, WAS MACHT DEN EIN KLEIIIIIINES MÄÄÄÄDCHEN IN DEN FEEEERIEN IN DER SCHULE? HAT ES ETWA DAS DAAAAATUM VERWECHSELT, NEIN WIE DUUUUUUMM VON IHM. NUN KANN PEEVSIE SCHON MAL ÜÜÜÜÜBEN BIS DIE ANDEREN SCHÜÜÜÜÜLER ZURÜCKKOMMEN!!!“ Gerade als Peeves einen Eimer Wasser über Maya auskippen wollte, der ursprünglich für Mrs. Norris gedacht war, tauchte eine mit einem schwarzen Umhang bekleidete ältere Frau auf, die mit strenger Stimme rief: „Peeves, möchtest du vielleicht, dass ich den Blutigen Baron hole? Was machst du da eigentlich?“ „IIIIIIIIICH?“, sagte Peeves mit Unschuldsstimme: „ICH BEGRÜSSSSE NUUUUR EINE SCHÜÜÜÜÜÜLERIN, FREUNDLICHE, ALLERLIEBSTE, ALLERBESTE SCHULLEITERIN.“ Verwirrt sah McGonagall zu Peeves. „Eine Schülerin? Was redest du da für einen Unsinn Peeves? Die Schule hat noch gar nicht angefangen.“
„Prof. McGonagall? Sie wollten mich heute Abend aus Hogsmeade abholen, aber da ich viel zeitiger als vermutet da war, bin ich selbst rauf gekommen.“, sagte eine Stimme, die aus Richtung des Eingangstors kam.
ALSO DOOOCH EINE SCHÜÜÜLERIN; PEEVSIE HATTE REECHT, PEEVSIE HATTE REECHT!“, trällerte der Poltergeist fröhlich. „Ach, schwirr ab!“, befahl die barsche Stimme der Schulleiterin. Pfeifend wand sich Peeves wieder seinem alten Ziel zu.
Maya setzte sich, nun da Peeves weggeflogen war, wieder in Bewegung und bemerkte erleichtert: „Danke, sie haben mich gerade vor einer kalten Dusche bewahrt, nicht dass ich keine nötig gehabt hätte, bei der Hitze.“
Als Maya endlich in das Blickfeld von Minerva McGonagall geriet, verließ jegliche Farbe das Gesicht der älteren Frau. Maya, die erkannte, dass die Schulleiterin drohte zu kollabieren, rannte nun auf McGonagall zu um sie rechtzeitig auffangen zu können.
„Professor, Professor, wachen Sie doch auf!“ Langsam öffnete Minerva die Augen, ein richtiges Bild wollte sich erst nach wenigen Sekunden wieder einstellen. Dann fragte sie, was sie denn auf dem Boden mache. „Es tut mir ja so Leid Professor, ich wusste, dass es ein Schock sein musste mich zu sehen, hätte aber nie gedacht, dass Sie gleich in Ohnmacht fallen würden. Wie geht es Ihnen jetzt, tut Ihnen etwas weh?“
„Das war also kein seltsamer Traum?“, fragte die verwirrte Frau.
„Sie sollten vielleicht erstmal wieder vom Boden aufstehen und sich setzten, dann kann ich Ihnen alles erklären.“
„Da bin ich aber gespannt.“
Leise lachend half Maya Minerva McGonagall wieder auf die Beine und ließ sich von ihr in die Große Halle führen, wo sie sie auf einem nahe liegenden Stuhl platzierte und sich ihr gegenüber setzte.
Nachdem Minerva die junge Frau zwei Minuten schweigend angestarrt hatte, räusperte sie sich und meinte: „Ihrer Aussage draußen nach zu schließen, wussten Sie, welchen Eindruck Ihre Erscheinung auf mich haben könnte?“
„Ja, um nicht lange drum herum zu reden. Ich weiß, dass ich Lily Potter sehr ähnlich sehe.“
„Sehr ähnlich?“, McGonagall hob eine Augenbraue: „Nun, du bist ihr vielmehr so ähnlich, wie ihr eigenes Spiegelbild es war.....Also, Ms. Cooper, wenn das überhaupt Ihr richtiger Name ist, wie kommt es, dass Sie Lily wie aus dem Gesicht geschnitten sind, es zudem noch wissen, obwohl Sie in Amerika weit weg von dem ganzen Trubel hier aufgewachsen sind, aber ursprünglich in Godrics Hollow, dem Wohnsitz von Lily und James Potter geboren wurden?“
Jetzt war wohl die Zeit gekommen, es jemandem zu sagen. Maya bedauerte ein bisschen, dass nicht Harry der erste sein konnte, der es erfuhr, aber sie konnte Prof. McGonagall wohl kaum ganz ohne Erklärung lassen. Maya hatte zudem das Gefühl, dass diese Frau sich nicht mit einem ‚erklär ich Ihnen später’ abspeisen lassen würde.
Maya nahm noch einen tiefen Atemzug und begann dann zu erzählen: „Also, ich hab es selbst erst an meinem siebzehnten Geburtstag erfahren. Mann, das ganze ist schwerer, als ich gedacht habe. Nun, ich bin...ähm...die ...also....die Tochter von Lily und James Potter und somit die kleine Schwester von Harry Potter. So jetzt ist es raus. “, fügte Maya erleichtert noch hinzu.
Nach dieser Offenbarung brauchte Minerva einige Minuten um sich wieder zu sammeln, während die junge Frau sie, auf eine Reaktion wartend, hoffnungsvoll ansah.
„Ist das denn überhaupt möglich?“, fragte McGonagall.
„Ähm....na ja, da ich hier nun mal vor Ihnen sitze, anscheinend. Ich weiß ja, dass das unglaublich ist, ich konnte es ja selbst nicht glauben, aber die Rechnung kann schon aufgehen. Ich bin 10 Monate nach Harry geboren worden und Mom und Dad sind erst das... Halloween danach, na.... Sie wissen schon.“, Maya gestikulierte wild mit der rechten Hand um McGonagall auf das Offensichtliche aufmerksam zu machen und ihre beim Thema Halloween 1981 wässrig gewordenen Augen zu überspielen. Nachdem Maya sich gesammelt hatte, begann sie McGonagall alles zu erzählen, was ihre Mutter ihr gesagt hatte.
„Oh Maya!“, Minerva lies alle Zurückhaltung fallen, ging auf die andere Tischseite und nahm den Rotschopf in die Arme. „Wie geht es dir? Das muss unheimlich schwer für dich sein, dass alles nach so vielen Jahren erfahren zu haben!“
„Ich wusste ja immer, dass ich adoptiert worden bin, aber das war ein richtiger Schock für mich und ich war so traurig, dass ich nie die Gelegenheit bekommen würde meine Eltern kennen zu lernen, aber ich bin froh, dass ich einen Bruder habe und freue mich darauf ihn kennen zu lernen, bin aber auch total aufgeregt.“, wie ein Wasserfall kamen die Worte aus Mayas Mund, so glücklich war sie darüber, dass McGonagall ihr glaubte.
„Bei Merlin, ich sollte Harry besser etwas vorbereiten, bevor er auf dich trifft! Ich denke, ich werde ihn abfangen vor der Auswahl der Erstklässler.“
„Ja, das wird wohl das Beste sein, ich hab ja gerade gesehen, was Leuten bei meinem Anblick passiert.“, erwiderte Maya schmunzelnd.
„So, da das nun geklärt ist, Ms. Cooper.“, sagte McGonagall wieder ganz die Alte. „Wie hätten Sie es lieber, wollen Sie erst etwas essen oder möchten Sie einem Haus zugeteilt werden?“
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