
von GinnyNic
Gespannt saßen Ron und Hermine da und warteten darauf, dass einer weiter spricht. Harry räusperte sich kurz, dann setzte er an: „Ich will das Ganze nicht unnötig in die Länge ziehen, also sag ich’s jetzt einfach. Mayaismeineschwester.“ Maya blickte Ron und Hermine zweifelnd, ob sie auch nur ein Wort verstanden hatten, an, als Ron auch schon wie in Trance vom Sessel herunter glitt und mit einem Krachen auf dem Boden landete.
Hermine hatte ein wissendes Grinsen auf dem Gesicht und meinte nur: „Also irgendwie hatte ich so eine Ahnung, dass du irgendeine verschollene Verwandte bist, aber da wäre selbst ich nicht drauf gekommen. Na kein Wunder, dass du am ersten Abend so geknickt warst, weil du dachtest Harry hasst dich.“
Harry war nun seinerseits verdutzt: „Du dachtest ich hasse dich? Also klar, ich war total verwirrt und aufgebracht und auch ein bisschen zornig. Immerhin stand plötzlich das komplette Ebenbild meiner Mutter vor mir. Aber deshalb habe ich dich doch nicht gehasst, Maya.“, dann drehte er sich zu Ron und erkundigte sich: „Alles O.K.? Sag mal, willst du vielleicht aufstehen oder gedenkst du weiter dumm da unten rum zu sitzen und Löcher in die Luft zu starren?“
Ron fasste sich und grinste plötzlich hämisch, dann feixte er: „Du hast ne kleine Schwester, na mal sehen, wie dir das gefallen wird, wenn sie plötzlich mit irgend nem Typen in der Öffentlichkeit knutscht!“
Harry war ganz baff. So was hätte er sich vorher nie ausmalen können, aber allein die Vorstellung seiner kleinen Schwester mit jemandem in einem geheimen Gang alleine ließ ihn zum wilden Löwen mutieren.
Bevor Harry ausbrechen konnte wurde er von Maya gestoppt: „Du willst mir aber jetzt keine Szene spielen, oder? Das kannst du dir sofort abschminken! Ich bin 17 Jahre alt und damit volljährig! Ich brauche keinen großen Bruder der mich beschützt! Wehe, du mischst dich irgendwo ein, dann kannst du was erleben! Hab ich mich klar ausgedrückt?“
Harry nickte stumm, doch in Gedanken machte er sich eine Notiz, dass er Maya auf keinen Fall aus den Augen lassen wĂĽrde.
„Sag mal, Ginny, wusstest du es schon?“, Hermine hatte sich gewundert, warum Ginny überhaupt nicht überrascht war.
Diese nickte und meinte knapp: „Hab es durch Zufall herausbekommen.“
Aber Hermines Neugier war noch nicht gestillt: „Sag mal Maya, wie kann das denn alles eigentlich sein, wer hat dich denn aufgezogen und warum konnten James und Lily dich geheim halten? Das ist nämlich eigentlich nicht möglich, weil jeder neue Zauberer und jede neue Hexe vorgemerkt wird.“
Maya dachte kurz nach, was sie denn als erstes beantworten sollte, dann sagte sie: „Also erstmal zum Einfachsten: Aufgezogen haben mich die beste Freundin von Lily und ihr Mann, die beiden waren echt tolle Adoptiveltern...Nun dazu, wie das alles sein kann, kann ich nur sagen, dass ihr den biologischen Teil wohl kennt und ich am 15. Juni geboren bin, also knapp ein Jahr nach Harry, was zeitlich...“, Maya wurde plötzlich ganz rot und Ginny fragte: „Hab ich etwas nicht mitbekommen, was ist denn so peinlich?“
Stotternd versuchte Maya zu erklären: „Also...na ja...ich hab das mal nachgerechnet und mich informiert...also...nun...gleich die erste Gelegenheit nach der empfohlenen Pflichtabstinenz war wohl ein Treffer.“
Nun wurde auch Harry rot und schlug beschämt die Hände vors Gesicht: „Merlin, Maya! Musstest du das erwähnen? Jetzt krieg ich das Bild nie wieder los! Ich meine, es gibt doch wohl eindeutig Dinge, die man über seine Eltern auf keinen Fall wissen will!“, der junge Mann schüttelte den Kopf, als wolle er die aufgekommenen Bilder schnell wieder daraus vertreiben, was die ganze Gruppe schallend lachen ließ.
Immer noch hochrot fuhr Maya fort: „Darüber, wie meine Geburt geheim gehalten werden konnte, habe ich auch lange nachgegrübelt und ich hab in der Bibliothek eine Antwort gefunden. Es ist ein wirklich komplizierter Zauber notwendig, der dem Fideliuszauber nicht ganz unähnlich ist. Mann verbirgt damit nur keinen Ort, sondern eine Person. Meine Adoptivmom hat mir noch gesagt, dass Mom Schwangerschaftstarnkleidung angezogen hat. Den Humenum-Occulere-Zauber kann man eigentlich erst nach der Geburt einsetzen. Das heißt, Dad musste während meiner Geburt den Augenblick genau abpassen, wo ich zwar geboren war, aber noch nicht vermerkt worden bin. Ich glaube es grenzt an ein Wunder, dass er dass geschafft hat.“
Nach dieser Erklärung verweilten alle noch ein wenig in ihren eigenen Gedanken, dann platzte es aus Ron heraus: „Und was machst du hier? Du hast erzählt, du bist vorher in Amerika auf die Schule gegangen. Wieso bist du hier?“
Bis auf Maya verdrehten alle die Augen und bevor diese antworten konnte, gluckste Hermine: „Wie kann man nur so auf dem Schlauch stehen? Aber eigentlich müsste ich es mittlerweile gewohnt sein...Sag mal, ist das nicht offensichtlich? Oder was hättest du an ihrer Stelle gemacht?“
Ron kapitulierte: „O.K. O.K.“, der Rotschopf hob abwehrend die Hände. „Die Frage war doof, ich nehm sie wieder zurück. Es ist doch auch schon spät, gehen wir zu Bett.“, mit diesen Worten hatte Ron sich schon aus dem Sessel geschwungen und zog Hermine mit sich in den Jungenschlafsaal. Auch Harry und Ginny gingen in denselben, also machte Maya sich allein auf in den Mädchenschlafsaal, wo schon die anderen Mädchen ihrer Jahrgangsstufe schliefen.
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Der nächste Tag ging schnell herum. Maya hatte sich schon die ganze Zeit auf das Quidditchtraining am Abend gefreut. In Kräuterkunde schien sie von Prof. Sprouts Blick durchlöchert zu werden, redete sich aber ein, sich alles nur einzubilden, bis Ginny sie fragte: „Was hast du denn mit Sprout angestellt. Die scheint dich ja nicht aus den Augen lassen zu wollen.“ Kichernd fügte Ginny noch hinzu: „Vielleicht will sie ja was von dir, wäre in der Sammlung schon Nummer zwei.“
Maya stieß ihre Freundin böse mit dem Ellbogen an, bevor sie leise durch zusammengebissene Zähne zischte: „Psst, sei still, ich erzähl es dir später.“ Damit gab sich Ginny vorerst zu Frieden.
Gleich nach dem Unterricht hatte Maya das Training angesetzt um ja keine Zeit zu verlieren. Sie musste ihre Mannschaft immerhin erstmal richtig kennen lernen. Also gingen Ginny, Ron, Harry und sie selbst direkt von den Kräuterkundegewächshäusern hinunter zum Quidditchfeld. Hermine ging allein ins Schloss davon. Der Rest des Teams traf kurze Zeit später am Feld ein und schon konnte das Training beginnen. Maya fand, es wäre angebracht, kurz einmal zu den Spielern zu sprechen, also fing sie an: „Chrm, chrm.“, sofort gehörte ihr mehr Aufmerksamkeit als erwartet. Was so ein Räuspern alles bewirken konnte, wunderte sich Maya. „Ich will nicht lange rumschwafeln, aber ich würde mich gerne etwas über eure Taktiken und Züge informieren, dann können wir Sachen kombinieren und müssen nicht ganz von vorne anfangen. Man muss ja den Besen nicht immer von neuem erfinden.“ Eine Viertel Stunde sprach die Mannschaft über Taktiken und in Mayas Kopf formte sich schon ein Plan, dann beschloss sie, dass es Zeit war zum praktischen Teil überzugehen und alle schwangen sich auf ihren Befehl hin auf ihre Besen. Sie selbst war auf dem Boden geblieben um die Bälle zu befreien.
Schnell stand fest, dass dieses Team hervorragend zusammengestellt war. Alles passte und die Spieler spielten, wie ein Mann. Sehr zuversichtlich landeten alle, nachdem Maya beschlossen hatte, dass es in dieser Dunkelheit im wahrsten Sinne des Wortes aussichtslos war weiterzuspielen. Noch ein letztes Mal ergriff Maya das Wort: „Also Leute, ihr ward alle hervorragend! Ich bin sicher wir werden die Saison rocken. Nächsten Dienstag nehmen wir mal eine ganz spezielle Taktik in Angriff. Ich denke, so wie ihr heut gespielt habt, werdet ihr keine Probleme damit haben. Wir sehen uns.“, damit war die Mannschaft entlassen und alle gingen ins Schloss hoch.
Auf dem Weg zum Gemeinschaftsraum fragte Maya: „Sag mal Harry, vorhin, als ich geräuspert habe, warum sind da alle so hoch geschreckt, oder hab ich mir das nur eingebildet?“
Das ließ Harry grinsen, obwohl die Erinnerung daran nicht so gut war: „Du hast jemanden nachgemacht, dem keiner in Hogwarts je wieder begegnen möchte. Eine Professorin.“ Der Schwarzhaarige erzählte dem Rotschopf alles von seinem fünften Schuljahr und Maya schien vor allem von der DA hellauf begeistert. Bei der Stelle mit dem Ministerium wurde Harrys Stimme kaum hörbar und Maya musste sich anstrengen etwas zu verstehen, aber sie wusste, dass es ihrem Bruder anscheinend sehr schwer fiel und unterbrach ihn nicht. Am Ende fragte er dann: „Hast du schon Mal von Sirius Black gehört? Ich weiß ja nicht, ob das bis Amerika vorgedrungen ist. Wohl eher nicht.“
Maya schüttelte den Kopf: „Nein, bis Amerika ist das nicht vorgedrungen, aber Mom hat mal von ihrer Schulzeit erzählt und ihn erwähnt. Sie hat leider nicht gern drüber gesprochen, also weiß ich fast nichts. Wenn es dir nichts ausmacht, würd ich jetzt noch schnell ein Bad nehmen. Wir können ja ein anders Mal weiter quatschen. Ich will unbedingt ALLES wissen!“, fröhlich lächelnd über das Gespräch ging Maya hoch in den Schlafsaal um sich ein paar Badesachen zu holen und um Sam einen Patronus zu schicken. Denn sie wollte das Wasser gerne zu zweit genießen.
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Prof. Diatour kontrollierte gerade ein paar Aufsätze, als ein Phönixpatronus ihm eine Nachricht überbrachte. Sam strahlte. Sein Liebling hatte also immer noch den gleichen Patronus. Die schimmernde Erscheinung sagte mit Mayas Stimme: „Hey Süßer, hast du Lust auf ein Bad? Das Passwort für das Vertrauensschülerbad ist ‚Der Junge, der lebt’. Ach, bitte mit Badehose.“
Sam schüttelte den Kopf. Was dachte denn Maya nur von ihm? Aber diese Einladung konnte er wohl kaum ablehnen, also machte er sich auf zum Bad, sprach das Passwort und trat ein, wo ihn schon eine wunderschöne rothaarige Frau erwartete. Sam fand, dass Maya hinreißend aussah in ihrem Bikini und er musste aufpassen um sich das nicht ansehen zu lassen. Das Grün passte perfekt zu ihren Augen, es war genau der gleiche Farbton. Sam stellte außerdem fest, dass sowohl das Höschen, als auch das Oberteil nur an Stricken zusammengebunden waren. Es wäre ein Leichtes gewesen, Maya auszuziehen, aber Sam musste sich zurückhalten. Der Rotschopf sollte den ersten Schritt machen, wenn er dazu bereit war und Sam würde sich gedulden.
Die junge Frau ging schon einmal ins Wasser und winkte ihn zu sich heran. Sam zog schnell seine Sachen bis auf die Badehose aus und kam dann hinter ihr her.
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