
von GinnyNic
„Noch nie ward ein solch Planetenstand
Von Menschenaug’ und Verstand erkannt.
In Reih und Glied sie werden stehn
Bevor noch das Jahr wird seinem Ende entgegen sehn.
Und eine Kugel aus Staub und Eis
Mit ihrem Schweif wie die Glut so heiß
Wird ihren Weg sich bahnen.
Das ist die Zeit der Ahnen.
So kommen nun aus des Himmels Hand,
die noch Liebe und Treue haben gekannt.
Zu verweilen eine kleine Sekunde nur
Zu schauen der Welten Nachkommen Spur.
So kommen sie zur Heiligen Nacht,
wenn in Liebe noch wird ihnen gedacht.
Und bevor ersetzt wird durch neun die acht,
wird die Welt wieder in Gleichklang gebracht.
Drum blickt zu den Sternen und schaut auf die Zeiten,
bald wird der Bogen der Vergangenheit in die Gegenwart leiten.
Wird zusammenführen, was getrennt. Wird Liebe schenken.
Eine Woche, nicht länger währt die Zeit zum Gedenken.
Noch nie ward ein solch Planetenstand
Von Menschenaug´ und Verstand erkannt.
In Reih und Glied sie werden stehn
Bevor noch das Jahr wird seinem Ende entgegen sehn.
Und eine Kugel aus Staub und Eis
Mit ihrem Schweif wie die Glut so heiß
Wird ihren Weg sich bahnen.
Das ist die Zeit der Ahnen.“
Maya war geschockt. Sie hatte zwar noch nie eine gehört, aber war das vielleicht eine Prophezeiung? Hatte sie soeben eine Prophezeiung gehört? Immer noch starrte die Gryffindor auf die Professorin vor ihr, als diese wieder zu sich kam und stutzte: „Was machen wir denn hier auf dem Boden?“
Das riss Maya aus ihren Gedanken: „Wie? Was meinen Sie? Können Sie sich etwa an nichts mehr erinnern? Auch nicht an das, was Sie gerade gesagt haben?“
Prof. Trelawney rappelte sich mit der Hilfe Mayas auf und meinte dann barsch: „Was reden Sie für einen Unsinn? Ich hab nichts gesagt und kann mich an alles bestens erinnern. Sie sollten sich wohl etwas ausruhen, der Sturz hat Ihnen nicht gut getan. Sie halluzinieren anscheinend.“
Maya sammelte ihre Sachen ein, als sie entgegnete: „Also ICH hab keine Halluzinationen, aber wenn Sie meinen.“ Der Rotschopf stellte fest, dass das wahrscheinlich nichts bringen würde. Sie sollte mit jemandem anderen darüber reden. Nur mit wem? Sie wünschte sich ein Denkarium, denn ihre Erinnerungen an das eben gesagte, entrannen schon ihrem Geist, bald würde nichts mehr als die bloße Erinnerung an die Prophezeiung übrig bleiben.
Kurz irrte der Rotschopf verwirrt im Schloss herum, bis sie feststellte, wohin sie ihre Füße getragen hatten. Sollte sie zu McGonagall gehen und ihr davon erzählen? Wird wohl das beste sein. Also sprach sie das Passwort: „Acramantula maxima.“, ging die Stufen hoch und klopfte an.
Ein ‚Herein’ hallte von drinnen zu ihr durch die Tür, also öffnete Maya diese und trat einer überrascht dreinblickenden Schulleiterin entgegen, die sich harsch erkundigte: „Sie haben aber nicht schon wieder Strafarbeiten bekommen, oder?“
Maya verdrehte die Augen. Toll, welchen Eindruck sie hier hinterlassen hatte und meinte nur höflich: „Kann ich denn nicht auch ohne Strafarbeit mit Ihnen sprechen wollen, Professor? Ich hatte gerade eine seltsame Begegnung und dachte, es wäre besser Ihnen davon zu erzählen. Sagen Sie, gibt es im Schloss irgendwo ein Denkarium, es Ihnen zu zeigen wäre einfacher.“
Nun wurde Minerva aber neugierig, was mochte das nur sein. Es gab eine einfache Möglichkeit das raus zu finden. Die ältere Frau erhob sich und Schritt um den Schreibtisch herum auf einen Schrank zu, den sie öffnete und der ein Denkarium zum Vorschein brachte. Dann drehte sie sich zu der jungen Frau um und fragte: „Kann ich Ihnen helfen oder wissen Sie, wie Sie Ihre Gedanken extrahieren können?“
Zur Bestätigung führte Maya ihren Zauberstab an die Schläfe und zog sich einen silbernen Faden hervor, den sie in das Denkarium gab. Mit einem Schlenker ließ sie dann eine, McGonagall wohlbekannte, Person daraus hervor steigen, die auf dem Boden hockte und Worte hervorwürgte, als wäre sie kurz vor dem Ersticken.
Obwohl Minerva nicht viel von Sibyll Trelawney hielt, wusste sie sehr genau, dass diese Frau schon immerhin zwei richtige Prophezeiungen zustande gebracht hatte und diese schien ins Muster zu passen. Außerdem sprach noch für die Prophezeiung, dass Sibyll wohl nie freiwillig positive Geschehnisse prophezeien würde und dies klang äußerst positiv. McGonagall wusste nur nicht genau, was sie bedeuten sollte.
So in Gedanken versunken, hatte sie die junge Frau in ihrem Büro beinahe vergessen und zuckte auf, als diese das Wort erhob: „Was soll das eigentlich bedeuten? Und heißt die eine Zeile, dass sich das ganze noch dieses Jahr zutragen wird? Soll ich mal zu Professor Sinistra gehen? Sie kann uns doch sagen, wie die Planeten wann stehen werden. Aber das mit der Kugel verstehe ich nicht. Was soll das für eine Kugel sein?“
McGonagall überlegte kurz, bevor sie meinte: „Also, ich denke Sie haben Recht. Gehen Sie zu Professor Sinistra, ich kümmere mich derweil um den Rest der Prophezeiung.“
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Maya ging also zum Lehrerzimmer und hatte völlig ihre Freunde vergessen, die draußen auf sie warteten und während die sich so langsam fragten, wo der Rotschopf den blieb, klopfte Maya an die Tür und sie wurde schon von einer Frau erwartet, die sich ihr als Prof. Sinistra vorstellte. Minerva McGonagall musste ihr schon bescheid gegebnen haben, dass Maya kommen würde.
„Kommen Sie doch erst einmal rein, dann erklären Sie mir Ihr Problem.“, meinte die große, schwarzhaarige Frau direkt.
Maya setzte an zu erklären: „Also, es geht um eine Prophezeiung. Darin wird eine bestimmte Planetenkonstellation erwähnt, außerdem eine Kugel aus...wie war das gleich noch mal?...ach ja, ‚eine Kugel aus Staub und Eis mit...ihrem Schweif wie die Glut so heiß’. Können Sie uns sagen, ob die Planeten irgendwann in einer Reihe stehen werden und was diese Kugel ist?“
Professor Sinistra runzelte leicht die Stirn: „Also das mit der Kugel ist ja wohl klar. Und ich würde Ihnen raten noch mal in den Astronomieunterricht zu gehen. Die Kugel ist ganz eindeutig ein Komet, der durch das Sonnensystem zieht. Was die Planetenkonstellation betrifft, müsste ich kurz mal in meine Tabelle blicken um den Stand zu berechnen. Wurde eine genaue Zeitspanne in der Prophezeiung genannt?“
„Hmm...wenn ich mir das recht überlege, würde ich sagen, dass das Ereignis in der letzten Woche dieses Jahres stattfinden soll. ‚Bevor ersetzt wird durch neun die acht’, könnte doch den Jahreswechsel meinen. Oder? Und ich glaube, die Prophezeiung hat auch von der ‚Heiligen Nacht’ gesprochen. Also wenn die Planeten da tatsächlich so stehen, könnte doch bestimmt auch der Rest stimmen. Was meinen Sie?“
Die Professorin meinte, schon über ihre Tabellen gebeugt: „Könnte ist das richtige Wort dafür. Könnte. Prophezeiungen sind immer eine sehr wage Sache. Hmm...aber die Konstellation stimmt, ein äußerst seltenes Ereignis. Ob aber genau zu dieser Zeit ein Komet ins Sonnensystem eintritt, kann ich dir auf die Schnelle nicht sagen, dazu muss ich noch ein paar weitere Daten ermitteln und Berechnungen machen. Ich werde Prof. McGonagall bescheid geben, sobald ich die Ergebnisse habe. Und nun sollten Sie wohl zum Mittagessen gehen.“
Damit war Maya aus dem Lehrerzimmer entlassen, überrascht, wie schnell die Freistunde vergangen ist und ging in die Große Halle.
„Merlin, wo bist du denn gewesen? Wir haben die ganze Zeit draußen auf dich gewartet und du bist einfach nicht aufgetaucht.“, Ginny war wirklich sauer auf Maya und Hermine versuchte die feurige Weasley zu beruhigen: „Ach, vielleicht war sie einfach zu sehr in ihr Buch vertieft, das passiert mir auch manchmal, da kann man schon mal alles um sich herum vergessen.“
Froh über eine Möglichkeit, griff sie diese Ausrede auf: „Nein nicht ganz, war nur beim Suchen des Buches so fasziniert von der Größe der Buchauswahl, dass ich die Zeit wirklich vergessen habe.“ Immerhin stimmte ein Teil davon. Sie war wirklich fasziniert, wie viele interessante Bücher es in der Hogwartsbibliothek gab.
Und immer noch über diese seltsame Begegnung und über die Prophezeiung nachdenkend, aß Maya schweigend ihr Mittagessen und vergaß fast in die nächste Stunde zu gehen.
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