
von Margun Black
Warum?
Ich weiß nicht warum,
doch ich bin leer.
Ich weiß es nicht mehr,
war ich glücklich?
Wie lang ist's her
Wie lang muss ich alleine gehn
Wann werd ich das Licht am Ende des Tunnels sehn?
Ich kenne dich nicht
doch weiß ich wie du bist
du bist ein Teil von mir
zusammen perfekt.
Vielleicht bin ich naiv doch ich glaube daran
Dass sich irgendwann auch mein Schicksal wenden kann
Irgendwann...
Warum? Diese Frage hallte immer wieder in meinem Kopf. Vor wenigen Stunden hätte ich meinen Vater kennen lernen sollen und jetzt war er tot. Einfach so. Obwohl ich ihn nie kennen gelernt hatte breitete eine unendlich weite Leere in mir aus. So als wäre etwas verloren gegangen. Als hätte man seine letzte Hoffnung auf Familie verloren. „Das hast du ja auch“, schoss es mir unwillkürlich durch den Kopf.
"Wenn du willst kannst du bei mir bleiben. Du musst nicht zurück in das Waisenhaus. Es ist deine Entscheidung." Er saß direkt neben mir und schien doch soweit entfernt. Ich schloss für einen Moment die Augen um wieder in das Hier und Jetzt zurück zu kommen.
"Ich würde sehr gern bei ihnen bleiben Professor Dumbledore!", sagte ich entschlossen. Ich würde nicht zurück gehen, jetzt wo ich wusste wer ich war und wo meine Wurzeln lagen. Ich wollte hier bleiben um jeden Preis. Ich wollte die Menschen kennen lernen, die meinen Vater kennen. Kannten.
„Gut", lächelte Dumbledore mich an. „Ich denke, da ich einige Dinge zu erledigen habe, wirst du bei einem sehr guten Freund deines Vaters unter kommen. Ihr werdet euch gut verstehen. Er wohnt momentan im Haus deines Vaters, aber ich denke, es wäre besser, wenn du nicht dorthin..." „Ich würde sehr gerne im Haus meines Dad‘s wohnen. Da hat doch auch seine Familie gewohnt, oder?"
Dumbledore... ähm Albus, er hatte mich ja gebeten ihn zu duzen, strich sich nachdenklich über seinen langen Bart. „Ja das stimmt, allerdings war er nicht gerade stolz auf seine Herkunft. Ich denke das erfährst du noch früh genug. Du wirst natürlich hier in Hogwarts zur Schule gehen, wenn du nach London kommst.
Du musst dich hüten. Dein Name ist bekannt, doch ich schätze du wirst trotzdem den Namen deines Vaters annehmen wollen, nicht wahr?" Ich nickte knapp. Das Schuljahr war noch nicht ganz zu Ende, doch im Waisenhaus war das Schuljahr dieses Jahr schneller absolviert worden, also hatte ich schon Ferien.
Ich würde in das Haus meines Dad ziehen. Ich würde mit einem Schulfreund von ihm zusammen wohnen. Ich würde vielleicht mehr über meine Familie erfahren oder Freunde finden. Ich hatte noch nie richtige Freunde gehabt. Nur mal einen Freund. Das war das einzige Mal das ich in meinem Leben glücklich war. Die Betonung liegt auf war. Ich hatte ihn mit einer Blondine erwischt. Na jedenfalls war die Pose eindeutig. Ich hatte mir damals geschworen mich nie wieder zu verlieben. Ich war mit 16 schon so oft durch die Hölle gegangen. Mittlerweile ließ ich keinen mehr an mich ran. Es war einfacher niemanden zu haben , denn dann konnte man auch niemanden verlieren.
Das hatte ich bis vor ein paar Stunden gedacht. Ich fuhr mir müde über die Augen... Das konnte doch alles nicht wahr sein. Ich hatte für genau 2 Stunden gedacht, dass ich eine Familie hatte. Doch vielleicht würde dieser alte Bekannte mir ja ein paar Fotos zeigen können. Irgendwas...
Dumbledore musterte mich mit einer Mischung aus Besorgnis und Interesse. „Darf ich sie ...ähm Verzeihung, dich etwas fragen?" „Natürlich", antwortete Dumbledore. „Hat er, also ich meine, wollte er...., hat mein Vater versucht mich zu finden?", diese Frage brannte mir auf der Zunge. „Hatte er an mich gedacht? Warum war ich in einem Waisenhaus aufgewachsen und nicht bei ihm? Oder hatte er mich einfach vergessen?“
„Nein. Er hat dich nicht vergessen gewiss nicht. Wie du mittlerweile weißt, hatte er 12 Jahre lang keine Möglichkeit nach dir zu suchen. Danach wollte er dich suchen aber ich hielt es nicht für ratsam. Jetzt wäre der Zeitpunkt gekommen, und glaub mir, es hat ihn sehr viel Überwindung gekostet nicht einfach zu dir zu gehen, aber es war besser so. Es tut mir Leid das du nicht mehr die Möglichkeit hast, ihn kennen zu lernen, aber ich bin sicher du wirst hier Freunde finden und besser als im Waisenhaus ist es allemal." ,sagte Dumbledore bestimmt und sah mich mit seinen strahlend blauen Augen an.
Ich hatte das Gefühl, als könnte er mir in die Seele blicken und ich versuchte seinem Blick stand zu halten, was nicht einfach war. „Ich werde alles tun, was nötig ist damit du hier ein möglichst normales Leben führen kannst, auch wenn der Krieg beginnt." Ich glaubte ihm. Ich wollte ihm glauben. Ein normales Leben. Das klang gut. Freunde finden. Das würde schon schwieriger werden. Ich war eine Außenseiterin. Ich wollte so sein. Niemand hatte mich bisher so recht verstanden. Wie ich einerseits ein so froher lauter Mensch war und andererseits in mich gekehrt und still. Ich war eben anders. Ich hatte mich damit abgefunden, es gab eben Dinge die man nicht ändern konnte. Nicht ändern sollte. Ich war jetzt ein neuer Mensch. Ich konnte neu beginnen. Endlich raus aus diesem verdammten Waisenhaus. Auch wenn bald der Krieg ausbrechen wird, ich lebe.
Mein Vater nicht. Das war mein Vorteil. Ich würde diejenigen finden, die mir den einzigen Schimmer Hoffnung auf Familie genommen hatten und ich würde mich rächen. Egal wie. Egal wann. Egal wo. Wenn es soweit ist, werde ich da sein.
"Nun gut ich war so frei und habe deine Sachen bereits hierher bringen lassen." Der Professor zeigte auf zwei Koffer in denen mein ganzes Hab und Gut steckte. Er schwenkte seinen Zauberstab und sie waren verschwunden. „Die sind jetzt in deinem neuen zu Hause. Der Orden wird dich sicher mit offenen Armen empfangen. Du wirst sehen. Wie heißt noch gleich dieses Muggelsprichwort? Wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her.“
Jetzt begann also mein neues Leben. Ich hatte den Namen meines Vaters angenommen. Ich mochte diesen Namen irgendwie. Er beschreibt meine momentane Gefühlswelt ziemlich genau. Ich musste lächeln. Der Name klang gut.
Margun Andromeda Black.
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