
von Lullaby
Harry hatte Fieber und lag bereits im Bett und die anderen Gryffindors waren auch schon müde in ihre Schlafsäle gegangen. Nur Ron und Hermine sassen noch alleine im Gryffindor-Gemeinschaftsraum. Zusammen hatten sie die Hausaufgabe für Snape gemacht. Jetzt klappte Hermine ihr Zaubertrankbuch zu, lehnte sich in ihrem Sessel zurück, seufzte tief und strich sich durch die Haare.
„Danke, dass du mir geholfen hast“, meinte Ron, klappte ebenfalls sein Buch zu und blies die Kerze aus, die ihnen Licht gespendet hatte. „Ohne dich wäre ich damit nie fertiggeworden!“
„Hab ich doch gern gemacht“, Hermine lächelte und schaute in die Flammen des Feuers, das noch immer im Kamin brannte. Der ganze Gemeinschaftsraum war jetzt in ein unheimliches Licht getaucht. Ron sah nur noch die Umrisse von Hermines Gesicht, das vom Feuer erhellt wurde. ‚Wie schön sie aussieht’, dachte Ron. ‚Warum hab ich ihr bloss nicht schon vorher meine Gefühle gezeigt, die ich für sie empfinde…’ Er schaute ins Feuer und blickte dann wieder Hermine an. ‚Wegen Harry. Es war wegen Harry. Ich hätte unsere Freundschaft mit einer Beziehung mit Hermine aufs Spiel gesetzt… Er hätte es nicht verstanden… Für ihn sind Hermine und ich nur gute Freunde… Aber jetzt, jetzt ist alles anders. Das letzte Jahr in Hogwarts geht zu Ende, wir sind erwachsen geworden… Ich kann meine Gefühle nicht länger verbergen…’ Rons Gedanken wirbelten in seinem Kopf umher, während er wie gebannt Hermine anstarrte, die ebenfalls in Gedanken versunken zu sein schien.
Ron erhob sich leise aus seinem Sessel und näherte sich langsam Hermine. Sie schien ihn noch nicht bemerkt zu haben, denn sie zuckte zusammen, als er plötzlich vor ihr stand.
„Ron?“, sagte sie.
Doch Ron sagte nichts und schaute sie nur an. Dann setzte er sich auf die Lehne von Hermines Sessel und legte ihr eine Hand auf die Schulter. Sein Gesicht näherte sich langsam ihrem – und dann trafen sich ihre Lippen. Hermine wollte zuerst zurückweichen, doch dann erwiderte sie seinen Kuss zärtlich.
‚Wie sehr habe ich mich danach gesehnt…’, dachte Ron und genoss jeden Augenblick.
Nach langem trennten sich ihre Lippen wieder. Hermine schaut Ron an, als könnte sie noch gar nicht glauben, was soeben geschehen ist.
„Ron“, sagte sie erneut und strich ihm über die Wange.
Dann sassen sie zusammen – Hermine im Sessel und Ron auf der Lehne – und hielten sich an den Händen, jeder in seine eigenen Gedanken versunken. Endlich hatten Sie sich gefunden!
Doch plötzlich räusperte sich jemand hinter ihnen! Die romantische Stimmung war mit einem Schlag wie weggeblasen. Ron liess sofort Hermines Hand los und wirbelte herum. Auch Hermine schaute entsetzt nach hinten.
Dort auf der Treppe, die zu den Jungenschlafsälen führte, stand Harry.
„Stör ich?“, fragte Harry heiser.
„Neinein“, meinte Ron und war froh, dass es so dunkel war, denn sein Gesicht war leicht gerötet. Er schaute verstohlen zu Hermine rüber. Auch ihr stand der Scham ins Gesicht geschrieben, dass sie von ihrem besten Freund entdeckt worden sind. Sie schaute betreten zu Boden.
„Ich kann nicht schlafen“, sagte Harry schlaftrunken. „Ich glaube, ich habe bereits 40 Grad Fieber. Ich geh dann mal zu Pomfrey…“ Er schlurfte langsam davon.
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