
von safranblüte
Hermine konnte die Situation schlichtweg nicht einschätzen. Alles war so unerwartet gekommen, sie hatte keinen Schimmer, was als Nächstes passieren würde.
Sie lag auf dem Bett mit einem Vampir, den sie kurz zuvor geküsst hatte. Er zwirbelte eine ihrer Locken auf seinem Finger auf und sah sie dabei die ganze Zeit an. Das heisst, seine Augen waren auf ihr Gesicht gerichtet. Gedanklich schien er aber sehr weit weg zu sein.
"Bist du müde?"
Jetzt sah er sie wirklich an. Sie verneinte. Obwohl, ein bisschen müde war sie schon..aber jetzt schlafen? Wer wusste, was der Vampir noch mit ihr vorhatte?
Da fiel ihr plötzlich wieder etwas ein.
"Hast du keinen Durst".
Snapes Blick verfinsterte sich. Die junge Hexe hätte sich dafür verfluchen können, ihn daran erinnert zu haben.
"Es geht."
Doch in seinem Blick sah sie, dass er log. Er hatte nichts getrunken, seit er mit ihr zusammen war, das dachte sie zumindest. Obwohl, sie wusste ja auch nicht wie oft ein Vampir Blut zu sich nehmen musste?
"Hasst du mich?"
Sie sah ihn überrascht an. Mit dieser Frage hatte sie wirklich nicht gerechnet.
"Ich..."
Was sollte sie denn dazu sagen? Während ihrer Schulzeit war sie fast immer wütend auf ihn gewesen...schliesslich war er nie nett zu ihr gewesen. Und trotzdem hatte sie immer Bewunderung für ihn empfunden, für sein Können als Tränkemeister und seine Intelligenz.
Und während der Entführung? Naja, da hatte sie Angst gehabt. Unglaubliche Angst sogar. Doch irgendwie war die Bewunderung immer noch geblieben. Und sogar noch grösser geworden. Dieser Mann war alles auf einmal. Lehrer, Doppelspion, versteckter Vampir. Wie konnte man nur ein solches Leben führen? Er musste furchtbar einsam sein.
"Ich hasse dich nicht."
Es war die Wahrheit. Trotz all dem Schrecken, den er ihr eingejagt hatte, und trotz der Angst, die sie noch immer vor ihm hatte, ja die sogar noch gewachsen war, konnte sie ihn nicht hassen. Nicht sosehr wie Malfoy oder gar Voldemort. Selbst wenn sie es wollte, sie konnte es nicht.
Er lächelte sie an. Und wieder war es kein typisches Snapelächeln. Nein, es war echt und schien aus seinem tiefsten Innern zu kommen.
"Wieso spielst du mit mir?"
Der Vampir blickte die Hexe verwirrt an.
"Was meinst du damit?"
"Naja, du drohst mir, dann bist du wieder nett zu mir..Und das die ganze Zeit."
"Wenn du das tust was ich dir sage kann ich sehr nett sein. Aber das solltest du eigentlich wissen, schliesslich kennen wir uns schon länger."
Hermine schnaubte verächtlich. Das war ja jetzt wirklich mal wieder eine typische Äusserung für den Tränkemeister gewesen.
Snape setzte sich plötzlich mit einer einzigen geschmeidigen Bewegung auf.
Hermine tat es ihm gleich und weil sie nicht wusste was sie tun sollte und weil Snape sie jetzt auf keine Art mehr festhielt stand sie auf und lief etwas in der Kabine herum, um sich die Beine ein bisschen zu vertreten.
Plötzlich registrierte sie, wie Snape sein Hemd auszog. Zuerst wollte die Hexe beschämt wegsehen, doch dann bemerkte sie die tiefroten Striemen auf dem Körper ihres Entführers.
"Meine Güte, was hast du gemacht?!" fragte sie entsetzt.
Er sah sie fast belustigt an.
"Falls du es schon wieder vergessen hast, ich habe in der grossen Schlacht gekämpft."
Hermine lief rot an. Natürlich. Wie hatte sie die Schlacht nur schon wieder vergessen können?
"Ich dachte immer dass Vampire.."
"Unverletzbar sind? Hmm...nun ja, wir ertragen viel. Sehr viel. Aber die Klauen zahlreicher Werwölfe und auch einige Sectumsempras gehen doch nicht ganz spurlos an einem vorbei."
Hermine sagte nichts, sie beobachtete nur Snape. Doch als dieser, anstatt seine Wunden mit einem Heilzauber zu heilen, einen winzigen Tiegel mit Creme aus seiner Hosentasche hervorholte, fragte sie:
"Was ist das?"
"Meine kleine Wundercreme." Er grinste. "Du kannst sehr froh sein dass die nicht auch in meiner verlorenen Robe ist."
"Wieso?"
"Womit denkst du, muss ein Vampir seine Wunden heilen?"
Blut. Natürlich.
Snape schraubte den Verschluss des Döschens auf und begann, seine Wunden damit zu bestreichen.
Hermine setzte sich ohne viel nachzudenken neben ihn auf Bett.
"Lass mich das machen." bat sie.
Snape war zuerst verwundert doch dann grinste er.
"Setzt sich etwa dein Pfleger-Geist durch oder was?" meinte er höhnisch.
Doch dann gab er ihr die Creme. Hermine hatte ihm angesehen dass es ihm nicht leicht gefallen war das Zeugs selbst in seine Wunden zu schmieren. Offenbar war ein Vampir nicht so oft mit seinem eigenen Blut konfrontiert.
Sie nahm etwas von der Creme auf ihren Finger und begann, sie auf Snapes Bauch zu streichen.
Plötzlich spürte sie, wie er unter ihrer Hand erschauerte.
Erschrocken sah sie ihn an.
"Habe ich etwas gemacht?"
Seine Augen waren tiefschwarz geworden und leuchteten vor Begierde.
Hermine zog schnell ihre Angst zurück und wollte schon zur Flucht ansetzen, als er ihr Handgelenk packte und sie wieder zu sich zog.
"Mach weiter."
Zögernd nahm sie abermals Creme und berührte die Haut des Vampirs.
Sie wollte das Zeugs so schnell und grob als möglich auf seinem Bauch verstreichen, doch ihr Pflegergeist setzte sich wirklich durch- und vielleicht auch noch etwas anderes...
Sie ging ungewollt sanft mit ihm um und das hatte die entsprechende Wirkung auf ihn.
Er zitterte regelrecht vor Anstrengung. Sie nahm an dass er gerade unglaubliche Kräfte aufbringen musste, um sich zu beherrschen ihr nicht weh zu tun. In jeder erdenklichen Weise..
Hermine war noch voll auf Snapes hochkonzentrierten und doch beinahe genussvollen Gesichtsausdruck konzentriert, als plötzlich seine Wunden ihre Aufmerksamkeit auf sich zogen. Sie begann nämlich, sich von selbst zu verschliessen.
Hermine strich immer weiter die heilgen Blutcreme auf Snapes Bauch, solange bis die Haut wieder vollkommen intakt war. Und makellos.
Sie konnte den Blick nicht von seiner schneeweissen Haut reissen, unter der sich zu allem übel auch noch perfekt definierte Muskeln abzeichneten. Obwohl seine Haut so eiskalt wie eh und je war, schien die Hand der Gryffindor zu brennen.
"Gefällt dir was du siehst, Hexe?"
Snape schnappte sich ihr Handgelenk und zog sie so weit runter, dass sie nur noch mit Müh und Not verhindern konnte, dass sie direkt auf ihn fiel.
"Ich hab schon Schlimmeres gesehen."
Er lachte. Sie spürte die Vibration seines Körpers unter sich. Seine Hand wanderte immer weiter, bis zu ihrem Hals und schliesslich immer weiter nach unten. Hermine dachte schon, er wolle ihre Brust berühren, als seine Hand direkt über ihrem Herzen zur Ruhe kam.
"Ich kann es hören, die ganze Zeit. Und jetzt fühle ich es."
Hermines Herz schien ihr aus der Brust springen zu wollen. Snape konzentrierte sich ganz und gar auf ihren
Herzschlag.
Als er ihr in die Augen sah, war sein Blick hungriger als je zuvor. Jetzt war es Hermine, die zitterte.
Er bewegte sich unter ihr und ohne dass sie es verhindern konnte lag sie plötzlich auf dem Rücken. Die Augen hatte sie geschlossen, und als sie seinen Atem an ihrem Hals fühlte, rechnete sie jederzeit mit dem brennenden Schmerz den sein Biss wahrscheinlich mit sich bringen würde.
Doch als sie die Augen öffnete, war er nicht mehr da. Sie sah noch, wie die Tür langsam ins Schloss fiel, doch von Snape war keine Spur. Doch noch immer fühlte sie die Kälte seiner Gegenwart.
Er war gegangen. Gegangen um ihr nicht wehzutun. Um sie nicht zu töten.
@all....heyy danke für die komis^^ ich dachte schon, ihr wärt nicht mehr da nach so langer zeit...
hmmm ja bis weihnachten hats leider nicht mehr gereicht ..Xd
sorry
ich hoffe dafür euch gefällt dieses Chap
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