
von Lilian84
Erstmal möchte ich meinen Kommi- Schreibern danken. Hab mich so gefreut. Also Danke Danke.
@ Hermine*Granger: Danke für den Kommi. Vielleicht könntest du mir mal ein Beispiel geben, was du mit Zeitenspringen meinst. Meine Beta (Jessy01) und ich konnten leider nicht rausfinden, was du meintest. Wenn ich weis, was du meinst, kann ich demnächst darauf achten.
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Im Fuchsbau
In der Mitte des Tisches tauchte plötzlich ein leuchtend weißer Luchs auf. Eine tiefe Stimme sprach: „Harry gefunden, geht ihm gut. Komme später vorbei.”
„Das war Kingsleys Patronus. Er hat ihn also gefunden. Na Gott sei Dank.“ Hermine atmete erleichtert auf. Sie saß mit der trauernden Familie Weasley in der Küche des Fuchsbaus. Alle hatten verweinte Gesichter, Mrs. Weasley lag in den Armen ihres Mannes und murmelte immer wieder „Warum nur unser Fred?“, während ihr Tränen über die Wangen liefen. Mr. Weasley strich seiner Frau mit einer Hand sanft über den Rücken, die andere lag verkrampft auf dem Tisch und er starrte ins Leere. Auch in seinem Gesicht hatten die Tränen der letzten Stunden ihre Spuren hinterlassen. Er war sehr blass und seien Augen waren rot und geschwollen. Rechts neben den beiden saßen Percy, Bill und Fleur. Percy ließ schlaff die Schultern hängen. Warum war er auch nur so ein Trottel gewesen. So kurz nachdem er sich entschieden hatte zu seiner Familie zurückzukehren und mit ihnen zu kämpfen, hatte er seinen Bruder verloren. Wenn er doch nicht so ein arroganter Mistkerl gewesen wäre, dann hätte er die letzten zwei Jahre noch mit ihm verbringen können. Ihm rannen wieder stumme Tränen über das Gesicht. Bill hatte seine Frau in die Arme genommen und hielt sie fest an sich gedrückt. Es hatte den Anschein als wäre sie für ihn der Rettungsanker, der ihn davor bewahrte zusammenzubrechen. Auch bei Fleur waren Spuren der Tränen erkennbar, aber das änderte nichts an ihrer Schönheit. Sie strich Bill über die Brust und sagte so leise, dass nur er sie hören könnte: „Oh Bill…, Isch weis garnischd was isch sagen soll, es tud mir so furschdbar leid für disch und auch für deine Familé.“ Bill schluchzte auf und drückte seine Frau noch fester an sich.
Charlie saß links von Mrs. und Mr. Weasley mit Ginny im Arm. Charlies Augen sahen genauso geschwollen aus, wie die der anderen Wesleys. Ginny hatte bisher nur einmal kurz in Hogwarts geweint. Nicht, dass sie nicht um Fred trauerte, nein, nie zuvor hatte sie so eine große Leere in ihrem Herzen gefühlt, als bei dem Anblick von Freds totem Körper. Sie blickte stumm auf die Tischplatte.
George saß an einer Stirnseite des Tisches, den Kopf auf die Hände gestützt. Seit dem Fred tot war, hatte er kein einziges Wort mehr gesagt, aber so richtig fiel das noch keinem auf, jeder war mit sich und seiner eigenen Trauer beschäftigt.
Ron und Hermine saßen etwas abseits am Tisch. Ron weinte leise und Hermine hatte sich an seine Schulter gelehnt und strich sanft über seine Hand.
Jeder hing seinen Gedanken nach als es plötzlich an der Küchentür klopfte. Percy stand auf und öffnete. Herein kam Kingsley Shacklebolt.
„Kingsley, wo ist Harry? Ich dacht du bringst ihn gleich mit?“ Molly Weasley war aufgesprungen. „Nein ich denke es ist besser so, wenn er erst einmal ein paar Tage für sich sein kann, es war eine harte Zeit für ihn.“ antwortete ihr Kingsley. Sofort waren Hermine und alle Weasleys, bis auf George der weiterhin den Kopf auf die Hände gestützt hatte und vor sich hin starrte, aufgesprungen und kamen auf ihn zugestürmt. Jeder hatte eine andere Frage für ihn, so dass Kingsley nicht einen einzigen von ihnen verstand. „Stopp nun alle mal der Reihe nach. Ich versteh euch sonst ja gar nicht.“ versuchte er sich Gehör zu verschaffen. Das half aber nichts und alle neun löcherten ihn weiter wild durcheinander mit Fragen. „SEID RUHIG!“ donnerte Kingsley. Augenblicklich verstummten alle und sahen ihn fragend an. „Molly hättest du eine Tasse Tee für mich? Dann setze ich mich zu euch an den Tisch und erzähle euch alles.“ „Ja natürlich Kingsley, wo sind nur unsere Manieren. Bitte setzt dich doch. Percy holst du Kingsley bitte eine Tasse.“ „ Ja natürlich Mutter.“ Antwortete Percy. Während sich Kingsley an den Küchentisch neben George setze, sahen sich die anderen verdutzt an und gingen ebenfalls an den Tisch zurück und setzten sich. Percy brachte auch schon den Tee und setzte sich dann ebenfalls. Alle starrten auf Kingsley. Dieser nahm seine Tasse in die Hand, trank einen großen Schluck und holte tief Luft bevor er anfing zu sprechen: „Ich hab Harry gefunden. Körperlich geht es ihm gut. Ich glaube aber, dass seine Seele stark angegriffen ist. Das Beste für ihn wird es sein, wenn er erstmal für sich seine Gedanken und Gefühle ordnen kann.“ „Wie meinst du das, seine Seele ist angegriffen?“ fragte ihn Charlie, der wieder Ginny in den Arm genommen hatte. „Ich denke es war einfach zuviel für ihn. Es sind Viele gestorben und wie ihr alle Harry kennt, gibt er sich die Schuld dafür.“ „Aber warum denn das?“ fragte Mr. Weasley. „Er hat Voldemort besiegt, er hat der Zaubereigemeinschaft wieder die Freiheit zurückgeben. Wir verdanken ihm soviel.“ Kingsley schaute sie traurig an. „Ich habe versucht ihm das auch zu sagen. Er ist aber der festen Überzeugung, dass dies sein Krieg war und deswegen er verantwortlich ist, dass alle gestorben sind. Ich weis nicht in wie weit er sich angenommen hat, was ich zu ihm gesagt habe, ich kann nur hoffen, dass er sich wieder fängt.“ „Aber wenn Du ihn mitgebracht hättest, hätten wir ihm doch beistehen können.“ versuchte es Mrs. Weasley noch einmal. „Nein Molly, vor euch würde er sich nicht öffnen. Ich glaube gerade gegenüber euch hat er besonders starke Schuldgefühle. Schließlich habt ihr Fred verloren.“ Keiner sagte etwas, für kurze Zeit hatten sie vergessen, weswegen sie hier alle gemeinsam saßen. Percy hatte sich als erster gefangen „Aber das ist doch Unsinn, keiner von uns gibt Harry die Schuld an Fred´s Tod.“ „Natürlich nicht!“, sagten die restlichen Weasleys wie im Chor. Nur George, dessen Kopf erschrocken hochfuhr, und Ginny, die immer noch die Tischplatte mit den Augen fixierten, sagten nichts. „Und du hast ihn in diesem Zustand alleine gelassen?“ wandte sich Ginny jetzt an Kingsley. „Ich hielt es für das Beste. Morgen Vormittag werde ich noch einmal zu ihm gehen und …“ Doch weiter kam er mit seiner Antwort nicht, denn Ginny sprang auf und Charlie, der nicht darauf gefasst war, kippte mit seinem Stuhl nach hinten. Sie schrie: „Ist Dir eigentlich klar, was bis morgen alles passieren kann? Wenn Harry sich wirklich so mit Schuldgefühlen plagt, dann tut er sich am Ende noch selbst etwas an. Bist du den verrückt geworden …“ Sie redete sich richtig in Rage. „Ginny, Schatz, nun beruhige dich doch. Kingsley weis schon was er tut“ versuchte Mr. Weasley seine Tochter zu beruhigen. „Nein das weis er eben nicht!“ schrie sie in die Runde. Dann blickte sie den verdutzt schauenden Kingsley an: „Sag mir wo er ist!“ „Ich denke nicht, dass es eine gute Idee ist, wenn Du zu ihm gehst, er…“ „UND OB DAS EINE GUTE IDEE IST. WO IST ER!“ Kingsley schaute hilfesuchend in die Runde, aber keiner stellte sich auf seine Seite. „WO IST HARRY?“ schrie ihn Ginny wieder an. „Grimmauldplatz!“ flüsterte er.
Das reichte Ginny. Sie machte auf dem Absatz kehrt und rannte hinaus in den Garten, ging durch das Gartentor und schrie „Kreacher?“ Keine Reaktion „Kreacher, bitte!“ wieder keine Reaktion. „UM HARRY´S WILLEN, BITTE KREACHER!“ Neben ihr ertönte ein lautes Plopp. Sie fuhr herum. „Kreacher Gott sei Dank bist du gekommen. Bitte du musst mich zu Harry bringen.“ Kreacher musterte sie abschätzend „Die Miss ist nicht Kreachers Meisterin, also muss Kreacher ihre Anordnungen nicht befolgen.“ Er wandte sich ab, aber bevor er verschwinden konnte, hielt Ginny ihn zurück: „Kreacher ich muss zu Harry, er braucht mich. Ich habe Angst um ihn. Ich will für ihn da sein, ich will ihn glücklich machen. Kreacher bitte!“
Der Elf musterte sie: „Wie ich sehe sorgen Sie sich wirklich sehr um Kreachers Herrn. Kreacher ist auch besorgt, um seinen Meister. Er will nicht essen, hat sich im Salon verkrochen und will Kreacher nicht sehen. Kreacher hört aber sie Schluchzer seines Herrn, Kreacher macht sich wirklich Sorgen. Glaubt die Miss denn, dass sie dem Meister helfen kann?“ „Ja Kreacher, ich denke ich bin zurzeit, die Einzige die ihm helfen kann.“
„Nun gut dann nimmt Kreacher die Miss mit zum Meister, halten sie sich bitte an Kreachers Arm fest.“ Mit einem Plopp verschwanden die Beiden.
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