
von Lilian84
Wieder einmal vielen Dank fĂĽr die Lieben Kommis
@Hermine*Granger: Danke für den Hinweiß, versuche demnächst drauf zu achten
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Im Fuchsbau
“Ginny, nun warte doch.” rief Molly Weasley ihrer Tochter nach. Doch die Tür war schon ins Schloss gefallen. “Mrs Weasley, ich glaube es wäre das Beste, wenn wir Ginny jetzt erst mal allein lassen würden.” schalltete sich Hermine ein. “Aber was sollte das denn jetzt?” fragte Mr. Weasley. “Na das war doch mal eine eindeutige Aktion.” sagte Kingsley. “Wie meinst du das?” sagte das Ehepaar Weasley im Chor. “Wie, ihr versteht es immer noch nicht?” Kingsley zog die Stirn kraus.”Was sollen wir verstehen? Und wieso hab ich das Gefühl, dass wir die einzigen beiden sind, die hier was verpasst haben?” sagte Mr Weasley in die Runde. Alle blickten verlegen zur Seite. “ Ich werd dann mal lieber gehen, dass ist eine Sache der Familie. Wir sehen uns dann morgen.” Mit diesen Worten verschwand Kingsley zur Tür hinaus.
“Ronald hast du uns was zu sagen?” fragte Mrs. Weasley ihren Sohn streng. “Ach Mum, wieso fragst du mich das?” “Junger Mann, jetzt rück raus mit der Sprache.” Molly Weasley stemmte die Hände in die Hüfte und baute sich vor Ron auf. “Mum, wenn du es bis jetzt nicht selber weißt, dann sag ich es dir auch nicht. Das steht mir nämlich gar nicht zu. Frag Ginny selbst, wenn sie sich wieder etwas beruhigt hat. Ich geh jetzt ins Bett. Hermine kommst du?” Hermine, die die Szene bisher ungläubig verfolgt hatte, schrak auf. “Ja, natürlich.” Und als sie mit ihm Hand in Hand die Küche verließ, flüsterte sie ihm zu “Ich bin stolz auf dich.” “Warum” fragte Ron verdutzt “Weil du endlich deiner kleinen Schwester ihre Privatsphäre gönnst.” Sie lächelte schelmisch und drückte ihm einen schnellen Kuss auf die Lippen.
[i]Im Grimmauldplatz[/i]
Nachdem Kingsley gegangen war, ging Harry in den Salon. Dort setzte er sich in einen der antiken Sessel. Kreacher kam herein. “Kreacher ist zu seinem Herrn gekommen, als er nicht mehr in Hogwarts war. Kann Kreacher dem Meister etwas zu essen machen?” Harry schüttelte nur den Kopf. “Soll Kreacher dem Meister etwas zu trinken bringen?” Wieder schüttelte er nur den Kopf. “Kann Kreacher irgendetwas für den Meister tun?” Harry schüttelte weiter den Kopf, er zog die Knie an den Oberkörper und verbarg sein Gesicht in den Knien. Der Hauself ging hinaus und schloss leise die Tür. Plötzlich hörte er Harry aufschluchzen. “Warum nur all die anderen, warum nur hat es nicht mich getroffen?” hörte er seinen Meister in den leeren Raum schreien. “Sie haben es nicht verdient so früh aus dem Leben gerissen zu werden, es war mein Kampf, das haben sie einfach nicht verdient.” Harry weinte und weinte. Kreacher kam stündlich in den Salon, um zu schauen, ob sein Herr etwas brauchte. Stunde um Stunde ging er unverrichteter Dinge wieder in die Küche, da sein Meister immer noch schluchzend im Salon saß. Er wollte ihn nicht stören, niemals würde er seinen Herrn in die peinliche Lage bringen, dass sein Diener ihn so schwach sah. Trotzdem sorgte sich der Hauself. Plötzlich hörte er eine weibliche Stimme seinen Namen rufen. Er beachtete sie nicht weiter. Er musste hier bleiben und nach seinem Herrn sehen und er hörte nur auf seinen Namen, wenn ihn sein Meister rief. “Kreacher bitte!” erhallte die Stimme wieder in seinem Kopf. Wieder ignorierte er die Frauenstimme. “Um Harrys Willen, bitte Kreacher!” Sein Meister? Es ging um seinen Meister. Kurz würde er schauen, wer ihn in Bezug auf seinen Herrn sprechen wollte. Mit einem Plopp verschwand er.
Einige Minuten später tauchte er mit einer rothaarigen, zierlichen Frau an seiner Seite wieder auf. “Wo ist er Kreacher?” “Im Salon.” antwortete der Elf. “Danke Kracher.”
Ginny ging die Treppen hinauf zum Salon. Gerade als sie die Tür öffnen wollte, hörte sie ihn rufen “Remus, Tonks es tut mir so leid, wegen mir ist Teddy jetzt ein Waisenkind und ihr dürft nicht miterleben, wie er groß wird. Was hab ich nur getan?”
Leise öffnete Ginny die Tür. Sie sah ihn zusammengesunken im Sessel sitzen. Den Kopf zwischen den Knien und leise schluchzend. Sie sah ihn an und sie spürte, wie sehr sie ihn vermisst hatte. Er tat ihr leid, dass er sich so mit Schuldgefühlen plagte. Doch wusste sie, dass es genau dieses Verhalten war, was Harry, ihre große Liebe, zu dem machte, was er war. Sie wusste, dass es heute noch schlimmer war als damals, als Dumbledore gestorben war. Danach hatte er sie verlassen, weil er sie hatte beschützen wollen, weil er gedacht hatte, dass er sie in Gefahr brachte, wenn er weiterhin mit ihr zusammenblieb.
Wie würde er jetzt reagieren, wenn sie so einfach vor ihm stand, er so offensichtlich verletzbar und schwach? Sie war immerhin mit sechs Brüdern aufgewachsen und wusste, dass Männer ihre Schwächen nicht gerne zugaben, geschweige denn zeigten. War Harry auch so jemand, wäre er ihr böse, dass sie einfach so zu ihm kam?
Wie lange sie so dastand und ihre große Liebe betrachtete, wusste sie schon nicht mehr. Plötzlich schluchzte Harry wieder laut auf, lauter als zuvor und als wäre das ein Zeichen, setzte sich Ginny langsam in Bewegung und ging auf ihn zu. Mittlerweile standen ihr auch die Tränen in den Augen. Aus Trauer um Fred, aus Mitleid mit Harry oder Freude, dass sie ihm nach so langer Zeit endlich wieder so nah war, sie wusste es nicht. Sie stand nun direkt neben ihm und hielt noch einen Moment inne, ihre Hand schwebte über seiner Schulter, als könnte sie sich noch nicht ganz überwinden. “Ginny?” sagte Harry plötzlich und sein Kopf fuhr hoch und sah sie nun direkt an. Ginny, zuerst erschrocken, lächelte ihn nun liebevoll an. Sie sah in seine wundervollen grünen Augen, die stark gerötet waren. “Ginny, was tust du hier?” fragte er. “Harry, ich …” Er war aufgesprungen und riss sie in seine Arme und hielt sie einfach nur fest. “Oh Ginny, ich hab dich so sehr vermisst. Wie bist du her gekommen? Woher wusstest du wo ich bin? Oh Ginny, meine geliebte Ginny…” während er sprach, strich er ihr immer wieder sanft über den Rücken und klammerte sich an sie, als wäre sie die Einzige, die ihm Halt geben könnte. “Du warst so plötzlich aus Hogwarts verschwunden. Ich habe mir Sorgen um dich gemacht. Wieso bist du nur so einfach weg gegangen?” “Ich wollte…, ich dachte…, ich hatte Angst!” stotterte er. Ginny schob ihn sanft von sich weg und sah ihm tief in die Augen “Wovor hattest du denn Angst, Harry?” Harry blickte gequält zur Seite “Ich hatte Angst…, ich wollte einfach niemanden begegnen. Ich wollte die vorwurfsvollen Blicke der Leute nicht sehen. Oh Ginny, es tut mir so leid um Fred, ich konnte nichts tun, es ging so schnell, ich hatte keine Zeit zu reagieren.” Ginny senkte schnell den Blick, um die Tränen, die ihr in die Augen schossen zu unterdrücken. Sie holte tief Luft und sagte dann: “Harry Potter, du glaubst doch nicht wirklich, dass ich, dass auch nur irgendjemand, dir die Schuld an seinem Tod gibt. Fred ist gestorben als er mit vielen anderen versucht hat, dir in dem Kampf gegen Voldemort zu helfen. Er ist im Kampf für eine bessere Welt gestorben.” Ginny schluckte erneut die Tränen herunter, die sich in ihr hoch kämpfen wollten. “Harry, dich trifft nicht die Schuld an seinem Tod, auch nicht an den der anderen. Remus und Tonks sind gestorben, weil sie für eine bessere Zukunft für ihren Sohn kämpfen wollten. Bitte Harry, glaub mir doch.” Harry schluchzte “Ginny, ich kann mir nicht helfen, ich fühle mich so schuldig. Wenn ich Voldemort eher besiegt hätte, dann hätten sie alle nicht sterben müssen.” Er fiel auf die Knie und weinte bitterlich. Ginny sank zu ihm auf die Knie, nahm seinen Kopf in die Hände und zwang ihn sie anzuschauen. “Harry, du kannst nichts dafür.” sagte sie energisch und um ihren Worten Nachdruck zu verleihen, küsste sie ihn tief.
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