
von Lilian84
Wieder mal vielen lieben Dank fĂĽr die Kommis.
Heute mal einen besonders lieben Dank an meine Beta Jessy01, die schon seit dem ersten Kapitel dabei ist, aber trotzdem danke, dass sich so viele Betas angeboten haben, aber meine Jessy01 geb ich nicht mehr her ;-)
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Harry sah Ginny fassungslos an. Diese küsste ihn mit halbgeschlossenen Augen und wartete auf eine Reaktion. Nachdem er seine erste Verwunderung überwunden hatte, zog er sie in seine Arme und erwiderte stürmisch ihren Kuss. Nach einer schier endlos langen Zeit lösten sie sich voneinander und sahen sich tief in die Augen.
“Ich hab dich vermisst!” flüsterte Ginny. “Ich dich auch.” erwiderte Harry.
Er trocknete die letzten Tränen auf seinem Gesicht und zog Ginny auf das Sofa, dass nicht weit von ihnen entfernt stand.
“Jetzt erzähl mal, wie bist du hier her gekommen? Darfst du mittlerweile apparieren?” fragte Harry sie. “Nein, da ich ab der Hälfte des letzten Schuljahres nicht mehr in Hogwarts war, konnte ich den Apparierkurs nicht mit machen. Kreacher hat mich her gebracht.” “Kreacher? Wie kam er denn da zu?” fragte Harry sie verwirrt. “Naja, ich war etwas hartnäckig! Bist du sauer?” “Wieso sollte ich sauer sein?” Ginny druckste etwas herum, “Ich dachte, vielleicht willst du mich gar nicht sehen. Immerhin, waren wir neun Monate voneinander getrennt und in dieser Zeit kann viel passieren.” “Ginny, ich habe das gesamte letzte dreiviertel Jahr nur an dich gedacht. Nichts und niemand würde meine Gefühle zu dir ändern. Ich liebe dich.” Ginny hatte Tränen in den Augen. “Harry…” Sie stürzte sich erneut in seine Arme und küsste ihn stürmisch. Als sie sich voneinander lösten, fragte Harry: “Wissen die anderen wo du bist? Vor allem deine Mum und dein Dad?” “Ich hab gegenüber Kingsley einen kleinen Wutanfall bekommen und bin dann einfach raus gerannt. Ich glaube schon, dass sie es sich denken können.” “Mhh…, Ginny gibt es in deinem Leben jemand Neuen, ich meine … einen Anderen?” “Du Idiot, wäre ich denn hier, wenn es jemand anderen gäbe?” “Naja, man kann ja nie wissen, jetzt sag schon.” Harry rutschte unruhig auf dem Sofa hin und her. Ginny kicherte. “Natürlich gibt es keinen anderen Jungen. Harry, als du letztes Jahr auf deine Reise gegangen bist, da hast du mein Herz mit dir genommen und ich will es auch gar nicht wieder haben.” “Oh… Ich… ich weiß nicht, was ich sagen soll, ich bin…” “Dann sag doch gar nichts, sondern nimm mich in deine Arme, und küss mich.” Er tat, wie sie verlangte. Lange saßen sie schweigend beieinander, küssten sich hin und wieder und genossen die Zeit miteinander. Wie lange sie so dasaßen, konnte Harry nicht sagen, aber die gleichmäßigen Atemzüge von Ginny verrieten ihm, dass sie eingeschlafen war. Langsam löste er sich von ihr und breitete ein Decke über ihr aus. Danach ging er in die Küche, wo er auf Kreacher traf. “Das hast du gut gemacht Kreacher!” lächelte er seinen Hauselfen an. Er holte seinen Zauberstab heraus und sprach: ”Expecto Patronum” Ein silbern- schimmernder Hirsch brach aus der Spitze des Zauberstabes heraus. Geh zu den Weasleys und sag ihnen: “Ginny ist bei mir. Es geht ihr gut. Sie ist eingeschlafen und ich lasse sie schlafen. Bringe sie morgen zurück.”
Der Patronus drehte sich um und verschwand. “Möchte der Meister jetzt etwas essen?” quiekte der Elf. ”Nein, danke, Kreacher, ich möchte nichts.” Harry ging wieder zurück in den Salon, setzte sich in den Sessel und beobachtete Ginny, wie sie schlief. Er dachte an den morgigen Tag. Die Beerdigungen würden stattfinden. Hoffentlich hielt Kingsley sein Versprechen, ihm einen Zeitumkehrer zu besorgen. Er würde sich von jedem würdig verabschieden, auch wenn das nichts an seiner Schuld ändern könnte, würde er danach versuchen ein normales Leben zu führen mit Ginny an seiner Seite.
Harry wurde langsam auch sehr müde. Immer wenn ihm die Augen zu fielen, ruckte er wieder auf. Er wollte nicht einschlafen. Er dachte an die letzte Nacht zurück, dort waren ihm in seinen Träumen Fred, Collin, Tonks und Remus begegnet. Er hatte Angst davor wieder die vorwurfsvollen Blicke zu sehen. Er versuchte sich möglichst aufrecht in den Sessel zu setzen, um nicht einzuschlafen. Er schaute auf Ginny und stellte fest, dass sie im Schlaf so glücklich und zufrieden aussah, dass ihm das Herz schwer wurde. Nach einiger Zeit fielen ihm dann doch die Augen zu. Wieder sah er Tonks und Remus am Gitterbettchen stehen. Noch bevor sie ihn ansehen konnten, schreckte er aus dem Schlaf. In dieser Nacht schlief Harry wenig. Immer wenn ihm die Augen zu fielen, kehrten die Träume zurück.
Kurz nachdem die Morgendämmerung angebrochen war - Harry war gerade wieder schweißnass aus dem Schlaf geschreckt - hörte er aus dem Flur Dumbledores Stimme: “Severus Snape?” Harry zückte den Zauberstab und verließ leise den Salon. In der Eingangshalle stand Kingsley. “Guten Morgen, Harry!” Harry steckte den Zauberstab in die Tasche. “Guten Morgen, Kingsley!” “Harry, wie geht es dir, du siehst so blass aus.” “Hab nicht ganz so gut geschlafen. Hast du den Zeitumkehrer für mich?” fragte Harry. ”Ja, ich hab ihn hier in der Tasche, ich bin mir aber noch nicht sicher, ob das so eine gute Idee ist, ihn dir zu überlassen. Bist du dir sicher, dass du auf jede Beerdigung gehen willst?” “Kingsley, dass hatten wir doch schon. Bitte, gib ihn mir, der Tag wird noch lang genug.” Kingsley zog ein winziges, funkelndes Stundenglas, das an einer Kette baumelte aus der Tasche. Harry hatte so etwas das letzte Mal in seinem dritten Schuljahr bei Hermine gesehen. “Weißt du, wie man damit umgeht?” fragte ihn Kingsley. “Eine Umdrehung entspricht einer Stunde, niemand darf mich sehen.” antwortete Harry mechanisch und starrte auf den funkelnden Gegenstand in Kingsleys Hand. “Okay Harry, aber übertreib es nicht. Ich hab dir eine Liste mit den Namen, Orten und Zeiten der Beerdigungen mitgebracht. Sie werden innerhalb der nächsten zwei Tage stattfinden. Danach komme ich vorbei und hole den Zeitumkehrer wieder ab. Und Harry, ich habe den Zeitumkehrer so modifiziert, dass du maximal zwei Stunden zurück reisen kannst. Denk daran, wenn du ihn benutzt.”. “Ja, danke Kingsley.”. “Nun ich muss los, hab heute einiges zu tun. Bis dann, Harry.”
Harry steckte den Zeitumkehrer in die Tasche und ging zurĂĽck in den Salon. Dort schlief Ginny noch immer. Er holte die Liste heraus und schaute, welche Beerdigung zuerst stattfinden wĂĽrde. Es war die von Peter Hazel, einem Huffelpuff aus Harrys Jahrgang, und die von Honey Baxter, einer Gryffiendore, die ebenfalls mit in Harrys Jahrgang war und die von Collin Creevy. Er ĂĽberflog die Liste und stellte fest, dass die Beisetzungen von Fred, Tonks und Remus erst morgen stattfinden wĂĽrden.
Ginny wachte langsam auf. Harry steckte schnell die Liste weg und kniete sich zu dem Sofa, auf dem Ginny lag. Er drückte ihr einen sanften Kuss auf die Stirn. “Guten Morgen, mein Engel!” sagte Harrry. “Morgen!” nuschelte Ginny, sie war noch ganz verschlafen. Plötzlich schreckte sie hoch. “Ach, du je, wie spät ist es? Wieso hast du mich nicht geweckt? Mum macht mich einen Kopf kürzer, sie hat bestimmt schon den Orden los geschickt, um mich zu suchen. Ich muss ganz schnell heim.” Harry grinste, er konnte verstehen, dass Ginny sich Sorgen machte. “Ginny, beruhige dich. Nachdem du gestern eingeschlafen bist, hab ich einen Patronus zu dir nach Hause geschickt, damit sie bescheid wissen, also keinen Grund zur Panik.” “KEIN GRUND ZUR PANIK? WAS GLAUBST DU, WIE MUM REAGIERT, WENN IHRE EINZIGE TOCHTER DIE NACHT IM HAUS EINES JUNGEN VERBRACHT HAT?” Harry sah sie verdutzt an, darüber hatte er noch gar nicht nachgedacht. “Oh…!” “JA `OH´. WIESO HAST DU MICH DENN NICHT GEWECKT?” “Du sahst einfach so süß aus, wie du geschlafen hast, da hab ich es nicht übers Herz gebracht dich zu wecken. Ich komm einfach mit und erklär ihr, dass du mir sehr geholfen hast, dass ich mich langsam wieder einkriege und das du dann vor Erschöpfung eingeschlafen bist. Glaubst du nicht, dass sie dann mal eine Ausnahme macht?” er zog Ginny in seine Arme und strich ihr liebevoll über den Rücken. “Aber nur wenn du diese Erklärung genauso überzeugend rüber bringst, wie du es gerade bei mir gemacht hast und vermutlich wirst du nicht drum herum kommen, dass sie dich mit einem ausführlichen Frühstück erstmal so richtig ´aufpäppelt´.” Harry lachte “Ja vermutlich wird sie sich das nicht nehmen lassen. Was meinst du, wollen wir dann gleich los?”
“Ja von mir aus, dann haben wir es hinter uns, aber vorher will ich noch einen ausführlichen Guten- Morgen- Kuss.” Als hätte er nur auf die Aufforderung gewartet, zog er sie noch enger an sich und küsste sie tief.
Wie erwartet, tischte Molly Weasley den beiden erst mal ein großes Frühstück mit Toast, Rührei, Haferbrei, Speck, Muffins und Räucherheringe auf. Sie empfang die beiden mit verquollenen, roten Augen und umarmte beide stürmisch. Das sie Ginny fragen wollte, was ihr plötzlicher Aufbruch am gestrigen Abend zu bedeuten hatte, hatte sie vor Freude Harry wieder zu sehen, ganz vergessen. “Oh Harry, ich bin ja so froh, dass du wieder da bist,” sagte sie immer wieder während des Frühstücks.
“Danke für das Essen, Mrs. Weasley. Ich werde jetzt wieder zurück gehen. Kreacher macht sich bestimmt schon Sorgen, wo ich stecke.” Aber Harry, du kannst auch gerne bei uns bleiben.”. “Danke, aber ich brauche noch ein bisschen Zeit für mich. Mrs. Weasley, wenn sie nichts dagegen haben, würde ich gerne morgen zu Freds Beerdigung kommen, aber nur, wenn sie damit einverstanden sind.”. “Oh Harry, Schatz, natürlich kannst du kommen. Wir würden uns freuen, wenn du danach bei uns bleiben würdest.”. “Danke, Mrs. Weasley, das Angebot nehme ich gerne an. Ich muss dann jetzt los.” “Ich bring dich noch bis zur Appariergrenze.” sagte Ginny und beide standen auf.
“Bist du sicher, dass du jetzt allein sein möchtest?” fragte ihn Ginny, als sie das Gartentor des Fuchsbaus passierten. “Ja, das bin ich. Ich möchte dir danken. Dafür, dass du gestern zu mir gekommen bist. Dafür, dass du auf mich gewartet hast und dafür, dass du dich in mich verliebt hast. Ginny, ich liebe dich.” Er zog sie in die Arme und küsst sie unheimlich zärtlich. “Morgen werde ich bei dir sein und mit dir zusammen Fred würdig verabschieden und danach beginnt unser gemeinsames Leben.” Ein letztes Mal küsste er sie und in diesen Kuss legte er all seine Liebe, die er momentan für sie empfand, dann löste er sich von ihr ging zwei Schritte zurück und drehte sich.
Im Grimmauldplatz angekommen, holte er seinen Tarnumhang ging in die KĂĽche, um Kreacher zu sagen, dass er den ganzen Tag unterwegs sein wĂĽrde. Er warf sich seinen Umhang ĂĽber und apparierte dann zur Beisetzung von Peter Hazel.
Er sah sich kurz um, die Trauerfeier fand offensichtlich im Freien statt. Es waren mehrere Stuhlreihen aufgestellt. Harry lehnte sich an einen Baum, um unter seinem Tarnumhang nicht erkannt zu werden und beobachtete die Hexen und Zauberer die sich langsam einfanden. Er war ziemlich überrascht, dass nicht mehr Leute aus Hogwarts erschienen, um ihren Mitschüler zu verabschieden, verwarf den Gedanken aber schnell, als Kingsley an das Rednerpult trat. “Wir haben uns heute hier versammelt, um Abschied zu nehmen von Peter, der tapfer in der Schlacht von Hogwarts kämpfte. Die meisten haben Peter als einen stillen, eher unauffälligen jungen Mann kennen gelernt, der aber von allen geschätzt wurde…” Kingsley erzählte noch mehr aus dem Leben von Peter und Harry fühlte sich schlecht, da er so wenig über seinen Mitschüler wusste. Nachdem Peter´s Sarg magisch bestattet wurde, verabschiedete sich Harry gedanklich von ihm und dankte ihm für seine Unterstützung in der Schlacht, danach apperierte er zurück zum Grimmauldplatz. Noch in der Eingangshalle holte er den Zeitumkehrer heraus und stellte ihn eine Stunde zurück. Da er zu Peters Beerdigung ziemlich früh dran war, begegnete er sich nicht selbst und kein anderer konnte ihn sehen. Er ging wieder hinaus auf die Straße und apperierte dann zur Trauerfeier, die zu Ehren von Honey Baxter stattfand.
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