
von anna molly
Lily saß angespannt auf ihrem Bett. Sie hatte die Hände zu Fäusten geballt und unter ihre Beine geschoben. Sie war vor Aufregung ganz rot im Gesicht. Vor ihr auf ihrem Schoß lag der letzte Hogwarts-Brief. Der für ihr siebtes und letztes Jahr. Im letzten Jahr wurden immer die Schulsprecher ausgewählt. Lily schloss die Augen, atmete noch einmal tief ein und aus und nahm dann den Brief in ihre feuchten Hände. Sie drehte ihn um und schlitze langsam und ganz vorsichtig den Umschlag mit einem Finger auf. Als sie das Pergament herausnahm, fiel etwas rot-goldenes auf ihren Schoß. Lily keuchte, glotzte das Hogwarts-Schulsprecherabzeichen kurz an. Dann nahm sie es, sprang auf und lief kreischend die Treppe runter zu ihren Eltern. „MUM! DAD! ICH HAB ES, ICH HAB ES! ICH BIN SCHULSPRECHERIN!“ „Klasse Lily, das ist ja Wahnsinn!“ „Herzlichen Glückwunsch, Schatz!“ Es gab eine stürmische Gruppenumarmung. Lily machte sich jedoch schnell wieder los und rief auf dem Weg zurück in ihr Zimmer: „Danke, ich muss das schnell Alice und Mary schreiben, danach feiern wir weiter!“ Sie grinste, griff auf ihrem Schreibtisch nach zwei Stück Pergament und schrieb auf beides das gleiche:
Bin tatsächlich Schulsprecherin geworden! Kann's noch gar nicht fassen, ich freu mich so wahnsinnig! Komm heute Abend zum Essen! Das muss gefeiert werden!
Lily
Sie rollte beide Pergamente notdürftig zusammen, schrieb auf eines Alice, auf das andere Mary und band sie Archimedes, ihrem Steinkauz, an. Sie kraulte ihm noch einmal das Gefieder und ließ ihn dann losfliegen.
Lily sah ihrer Eule noch eine Weile hinterher, als ihr einfiel, dass sie die Briefe selbst noch gar nicht gelesen hatte. Sie ging zu ihrem Bett, hob die Pergamente, die auf den Boden gefallen waren, auf und faltete sie aus einander. Das erste Pergament war das übliche Geschreibsel mit der Bücherliste und allem anderen. Das zweite Pergament las Lily sich gründlicher durch. „Sehr geehrte Miss Evans, Professor Dumbledore und ich freuen uns, ihnen mitteilen zu können, dass Sie zur Schulsprecherin ernannt worden sind.“ Danach folgte eine Erklärung der Aufgaben als Schulsprecher und noch einige Details, für die Lily aber plötzlich nicht mehr so viel Interesse hatte. Ihr war gerade etwas eingefallen. Wer war wohl der andere Schulsprecher?
„He Prongsie!“ Ein Kissen traf James am Kopf und er fuhr herum. „Pad“, knurrte er und ließ sich zurück in die Kissen sinken. „Mensch Prongs, es gibt Frühstück!“ Sirius grinste und schwang seinen Zauberstab. „Neeee-“ James Stimme versagte, als ein Eimer Wasser über seinem Kopf geleert wurde. „Pad“, knurrte er wieder, sprang aus dem Bett, schnappte sich seinen Zauberstab und jagte Sirius hinterher, der die Treppe hinunter flitzte. „Jungs?“, rief Mr. Potter und hielt zwei Briefe hoch. Sirius, der lachend aus dem Wohnzimmer gestolpert kam, griff nach seinem Brief. James, mit wütendem Blick, schnappte nach seinem Umschlag. „Sehr geehrter Mr. Black… blablabla…“ Sirius überflog seinen Brief und reichte Mrs. Potter die Bücherliste. „Prongs?“, fragte Sirius nach einer Weile und sah zu James, der seinen Brief überflog. „Mum!“, rief James plötzlich, ganz und Mrs. Potter sah erschrocken auf. „Was hast du jetzt wieder angeste-“ „Mum ich bin SCHULSPRECHER!“, rief James und starrte verblüfft auf seinen Brief. Mrs. Potter sah ihn verdutzt an. „Du bist was?“ „Schulsprecher?“, rief Sirius erschrocken und riss ihm das Pergament aus der Hand. „Professor Dumbledore und ich, freuen und ihnen mitteilen zu könne, dass sie zum SCHULSPRECHER ernannt worden sind“, las Sirius trocken vor und starrte zu James. „Wieso bist du Schulsprecher?“ „Keine Ahnung“, sagte James und machte ein missmutiges Gesicht. „Moment mal“, sagte Sirius grinsend. „Weißt du wer bestimmt noch Schulsprecher geworden ist?“ „Nee, wer?“, sagte James maulend. „Evans“, sagte Sirius grinsend und lachte über James Strahlen. „Das wird ein Spaß“, sagte James lächelnd und setzte sich fröhlich pfeifend an den Frühstückstisch. Mister Potter warf Mrs. Potter einen belustigten Blick zu und Sirius grinste, während er sich Marmelade auf sein Brötchen schmierte.
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