
von kleine lila Hexi
vier Jahre später:
Nun stand sie hier. Ihr Leben verwandelte sich gerade vor ihren Augen in einen Scherbenhaufen und Katie wusste nicht wie sie jemals wieder zu Recht kommen sollte. Um sie herum waren Schreie und Befehle zuhören. Doch das alles drang nicht mehr zu ihr durch. Dabei sollte es doch so ein schöner Tag werden, meinten zumindest die Wetterhexe aus dem Radio. Ein müdes Lächeln zeigte sich auf ihrem Gesicht. Wie damals, als er versprach immer für sie da zu sein, stand die Zeit auch heute, in diesem Moment still.
**** flashback ****
Es war ein sonniger Frühlingstag und man konnte förmlich spüren wie die Natur wieder aus ihrem Winterschlaf erwachte. Im Winter hatten die Quidditchmannschaften kaum Möglichkeiten zum spielen gehabt, denn der vergangene Winter war so hart und kalt, das man teilweise schon auf sein Besen anfror wenn man ein paar Meter über den Boden sauste. Doch nun konnten diese Besen endlich wieder geschultert werden und es ging raus auf die Quidditchfelder.
Auch die Puddlemere United nutze die ersten Sonnenstrahlen und fingen mit dem Training an, schließlich war ihr erstes Spiel nur noch zwei Wochen entfernt. Das gesamte Team, sogar die Auswechselspieler waren heute anwesend. Der Coach der Puddlemere United wollte mal wieder ein richtiges Spiel sehen von allen Spielern, also ließ er die Festenspieler, wo zu auch mittlerweile Oliver gehörte, und die Auswechselspieler gegeneinander antreten. Bei solch einem schönen Wetter waren auch einige Familiemitglieder der Spieler auf den Tribünen des Stadions anzutreffen. Da Katie ihre Quidditchleidenschaft nicht aufgeben wollte, hatte sie vor einen Jahr an ein Training der Mannschaft teilgenommen, was zur Folge hatte, dass sie glatt bei den Auswechselspielern aufgenommen wurde. Oliver meinte immer wieder dass sie es irgendwann schaffen würde ins Team fest aufgenommen zu werden. Doch Katie war schon damit zufrieden überhaupt ein Teil der Puddlemere United zu sein und spielen zu können auch wenn es nicht häufig war. Bevor das Spiel anfangen sollte, ließ der Coach alle auf dem Feld antreten.
Da Katie und Oliver schon ziemlich spät dran waren beeilten sie sich mit dem Umziehen. „Jetzt mache schon Katie, wir bekommen sonst noch ärger.“ Oliver stand mittlerweile schon fertig angezogen bei der Tür und wartete ungeduldig auf seine Freundin.
„Ist ja schon gut ich komme ja schon.“ Schnell schnappte sie sich noch ein Pullover und zog ihn sich über während sie lief.
„Katie pass auf die rennst gleich....“ Bums. Da war's schon zu spät. Katie hockte nun auf den Boden und rieb sich den Kopf. „Na prima. Hättest du nicht vorher schon was sagen können?“ Kam es grummelnd von ihr.
Oliver reichte ihr die Hand und lächelte. „Wollte ich ja, aber da warst mal wieder viel zu schnell.“
Wie jetzt plötzlich war sie schuld? Grimmig schaute sie ihn jetzt an. „Wer hat denn hier Stress gemacht? Ich bestimmt nicht.“ Wütend stampfte sie auf das Feld.
Zurück blieb ein verwirrter Wood. „Das war doch nicht böse gemeint. Mensch kannst du mir mal verraten was du in letzter Zeit hast?“ Jedoch bekam er keine Antwort.
>“Wood, Bell jetzt beeilt euch mal oder ihr dürft nach dem Training alle Besen polieren. Das ganze Team ist schon da und ihr müsst trödeln. Wir haben nicht den ganzen Tag Zeit.“<
Seufzend stellte sich Oliver zu den Spielern. //Der scheint auch mal wieder schlechte Laune zu haben.//
Während der Coach noch einiges erklärte hörte Katie nicht so wirklich zu. Die ganze Zeit überlegte sie schon wann sie endlich mit ihm reden sollte. Doch jedes mal wenn sie dachte jetzt wäre es perfekt kam immer wieder der gleiche Gedanke ihr in den Sinn. Der Zeitpunkt war einfach nicht der richtige.
>“Bell, hey was steht du noch hier? Erst zu spät kommen und jetzt das.“<
Verwundert sah Katie sich um. Wie es schien war der Trainer fertig mit seiner Ansprache und das Team machte sich schon warm für das Spiel.
>“Bekommen wir noch heute die Ehre zu sehen wie du spielst oder bleibst du jetzt den ganzen Tag da stehen? Beweg deinen Arsch und schnapp dir deinen Besen.“<
Erst jetzt verstand Katie was los war. Da sich der Coach schon abgewannt hatte rannte Katie ihm hinter her.
„Coach könnte ich mit ihnen mal kurz reden?“
Dieser seufzte und nickte dann nur.
Katie schaffte es noch nicht mal ihre kleine Rede, welche sie schon so lange innerlich geübte hatte, zu Ende zu bringen da schrie der Trainer schon wieder los.
>“Sofort runter vom Feld. Und wehe ich sehe dich die nächsten Monate nicht nur auf der Tribüne. Das gibt's doch nicht. Was erwartest du denn?“<
Damit wandte er sich von ihr ab und schickte ein Ersatz für Katie auf das Spielfeld. Katie lächelte nur und flüsterte dann dem Coach leise ins Ohr.
„Aber verraten sie es bitte noch niemanden, besonders Oliver nicht.“
Zum ersten Mal heute sah das Team ein Lächeln auf dem Gesicht ihres Trainers. >„Und jetzt ab mit dir. Sonst gibt's ärger.“< Antwortete er dann mit normaler Stimmlage.
Oliver sah dem Spektakel leicht verwirrt zu. Innerlich hoffte er das Katie es nicht zu weit trieb, doch was nun geschah verstand er überhaupt nicht mehr. Verwirrt flog er zu ihr und den Coach rüber und meinte: „Sie können doch Katie wegen ein bisschen Träumerei nicht vom Feld verweisen. Das ist vollkommen übertrieben.“
Sein Gegenüber sah zwischen Katie und ihm hin und her. Nach einer Weile richtete der Coach sein Blick wieder fest auf Oliver. >“Erstens bin ich hier der Coach und damit entscheide ich was übertrieben ist oder nicht und zweitens hab ich meine Gründe sie vom Feld zu verweisen. Und jetzt ab wieder rauf mit dir sonst kannst du gleich 100 Liegestütze machen.“ <
Wütend schaute Oliver den Coach an.
Katie ahnte schon das er nicht einfach so gehorch würde. Daher ging sie zu ihm und meinte mit ruhiger Stimme: „Ist schon okay. Ich erzähl dir später warum.“ Sie gab ihm noch einen Kuss und ging dann rüber zu den Tribünen wo die Familienmitglieder der Spieler saßen. Noch immer verstand Oliver nicht warum Katie nicht mitspielen durfte. Oliver stieg mit einen Schulter zucken wieder auf sein Besen und flog nun zurück zu den Torringen. Da er sich nicht weiter mit den Coach anlegen wollte, gehorchte er lieber.
Währenddessen machte sich Katie es neben einer Freundin eines Spielerkollegen auf der Tribüne bequem. >“Spielst du heute gar nicht mit?“< fragte diese verwundert.
“Nein vorerst nicht. Ich erzähle dir später warum.“ Im Moment wollte Katie einfach nur das Spiel verfolgen. Die ganze Zeit schaute sie hoch zu Oliver. Immer wieder stellt sie sich vor wie sie ihm das erklären sollte. Einerseits freute sich Katie doch anderseits hatte sie Angst vor Olivers Reaktion. Angst davor dass Oliver dies jetzt noch nicht wollte.
Da die Puddlemere United ziemlich gute Spieler hatte, dauert das Spiel auch relativ lange. Der Schnatz wurde zwar öfters mal entdeckt, doch keiner der beiden Sucher wollte den anderen gewinnen lassen. Unterdessen hatte sich das Wetter aber schlagartig verändert. Von den schönen Frühlingstag war kaum noch was zu erkennen. Der Himmel hatte sich verdunkelt und ein starker Wind zog auf. Besorgt schaute Katie sich den Himmel an.
„Das sieht nicht nur nach einem kleinen Regenschauer aus.“
Ihr Blick wanderte nun zwischen Himmel, Oliver und den Coach hin und her.
//Er muss das doch auch sehen.//
Nach ein paar Minuten verlor Katie die Geduld und machte sich auf dem Weg zum Trainer.
„Coach sie müssen das Spiel beenden es zieht ein Sturm auf.“
Dieser schaute nur kurz die Wolken an und schüttelte den Kopf. >“Ach quatsch so schlimm wird das nicht. Und jetzt wieder zurück mit dir auf die Tribüne.“<
Katie konnte es nicht fassen. Sie wusste das der Trainer noch versessener auf einem Sieg war als Oliver früher, aber Oliver hätte nie sein Team in Gefahr gebracht und besonders nicht bei einen dämlich Trainingspiel.
„Sie können doch nicht einfach zusehen wie das Unwetter aufzieht.“ Langsam musste Katie schreien da der Wind immer stärker wurde. Nun hatten auch die Spieler ihre Probleme sich auf den Besen zu halten.
Mit sich selber ringend, versuchte Katie ihre Wut zurück zu halten. Doch genauso wie der Sturm immer stärker wuchs, wuchs auch ihr Zorn.
„Verdammt noch mal.“ Da sie keinen anderen Weg erkannte wie sie das Spiel beenden konnte, und sie wusste das die Spieler nicht ohne den Befehl vom Trainer aufhören würden, da sie keine Strafarbeit bekommen wollten oder schlimmeres, zog Katie ihren Zauberstab und richtete diesen auf den Trainer.
Dieser erstart plötzlich und drehte sich vorsichtig zu der Hexe. >“Bell geht's dir noch ganz gut? Leg sofort den Zauberstab weg. Wie kannst du es wagen ...“<
Ein lautes Donnern erklang, und plötzlich war der Himmel so hell als ob keine Wolken dort wären welche die Sonne verdeckten.
Katie bekam eine Gänsehaut und zuckte zusammen. Sie wusste dass es nicht am Blitz lag. Nein etwas war geschehen. Auf einmal erklangen Schreie vom Himmel aus. Katie drehte sich ruckartig um und sah hoch. Ihre Augen weiteten sich als sie bemerkte dass der Blitz genau einen Türring von Olivers Position getroffen hatte. Doch wo war ihr Freund??
Bevor der Blitz einschlug wanderte Olivers Aufmerksamkeit runter zur Tribüne. Er versuchte aus zu machen wo seine Kats war. Doch dort fand er sie nicht. Stattdessen war sie beim Trainer und schien sich wohl mit ihm zu streiten. //Ach Kats.// Seufzend schüttelte er den Kopf und überlegte ob er runterfliegen sollte um schlimmeres zu vermeiden. Allerdings kam er nicht mehr dazu sich zu entscheiden. In diesen Augenblick traf der Blitz ein Torring in seiner unmittelbaren Nähe.
**** End of flashback ****
Katie stand erstart neben den Coach und konnte es nicht fassen. Oliver stürzte gerade ohne seinen Besen auf den Boden zu. Obwohl sie ihm helfen wollte konnte sich die junge Hexe einfach nicht rühren. Ihr Leben verwandelte sich gerade vor ihren Augen in einen Scherbenhaufen und Katie wusste nicht wie sie jemals wieder zu Recht kommen sollte. Um sie herum waren Schreie und Befehle zuhören. Doch das alles drang nicht mehr zu ihr durch. Dabei sollte es doch so ein schöner Tag werden, meinte zumindest die Wetterhexe aus dem Radio. Ein müdes Lächeln zeigte sich auf ihrem Gesicht. Wie damals, als er versprach immer für sie da zu sein, stand die Zeit auch heute, in diesem Moment still. Langsam sackte Katie auf ihr Knie. Augenblicklich fing es an zu regnen und ihr kam es so vor also ob der Himmel versuchen würde ihr Leid weg zu spülen. Katie wusste nicht warum, aber als sie sah wie ihr Geliebt, ihr letzter Halt der vergangen vier Jahre dem Tod entgegen fiel, fand sie keine Hoffung auf Rettung. Obwohl so vielen Menschen versuchten Oliver zur Hilfe zu eilen, glaubte Katie nicht mehr dran das sie es schaffen würden. Ihre Tränen vermischten sich mit dem Regen und bevor Katie Bell in ein schwarzes Loch viel, flüstert sie noch leise.
„Dann sind wir wohl nur noch zu zweit.“ Sie legte eine Hand auf ihren Bauch und sackte ganz in sich zusammen.
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