
von anna molly
„Hey Süße“, hörte ich leise jemanden sagen. Dieser jemand schien auch meinen Rücken zu tätscheln. „Süße, wach auf“. „Teddy?“, fragte ich flüsternd.
„Nein, ich bin's. Amira.“
„Oh.“ Ich blinzelte und blickte in Miras besorgtes Gesicht.
„Alles okay?“, fragte meine beste Freundin mich stirnrunzelnd.
„Mhmh. Geht schon wieder.“ Ich merkte, dass meine Wangen nass waren, anscheindend hatte ich wirklich geweint. Draußen war es mittlerweile dunkel geworden und ich war froh, in einer Ecke des Raumes zu sitzen, die nicht beleuchtet war. Ich wischte mir schnell mit dem Handrücken über meine Wangen.
„Du hattest wohl einen Albtraum. Aber ich glaube außer mir hat keiner gehört, dass du..ähm…dauernd „Teddy“ geschluchzt hast. Du hast ständig gemurmelt, es täte dir leid, so unglaublich leid.“
Ich sah erschrocken in Miras grüne Augen.
„Ich…weiß auch nicht, warum ich-“
„Schon gut. Jeder hat mal einen Albtraum.“ Sie musterte mich. „Ich wusste, dass das irgendwann passiert. Willst du drüber reden?“
Ich verstand nicht ganz worauf sie hinaus wollte, entschied mich aber ihr von dem Traum zu erzählen. Mit Amira zu reden half mir meistens und irgendwie fühlte ich mich noch ziemlich schlecht von dem Traum. Ich erzählte schnell, um es hinter mir zu haben.
Sie dachte kurz nach und sagte dann: „Also, keine Frage du hast Teddy einfach gern, das wissen wir ja. Schließlich seid ihr zusammen aufgewachsen. In deinem Traum, Albtraum, ist Teddy einfach so verschwunden, du weißt dass er das nie machen würde. Ich frage mich, ob du ein bisschen Angst hast?“
„Angst?“, wiederholte ich verwundert, „wieso sollte ich Angst haben?“
„Na ja so `ne Art Verlustangst?“ Sie machte eine kurze Pause und fuhr dann fort: „Teddy ist in seinem siebten und letzten Jahr und du weißt nicht, was er danach macht, ob er weggeht, ob ihr euch noch seht.“
Rumms! Mein Herz war in die Hose gerutscht. Sie hatte total ins Schwarze getroffen. Darüber, dass er bald seinen Abschluss machte, hatte ich schon so oft nachgedacht. Soweit ich wusste, hatte er noch keine Ahnung was er nach Hogwarts machen wollte. Doch der Gedanke daran, dass er ganz weit weg war und ich ihn vielleicht nur noch an Weihnachten oder anderen Feiertagen, sah, bereitete mir Magenschmerzen und wie es aussah auch Albträume. Ich wollte ihn nicht verlieren.
„Sag mal“, begann sie langsam und sah irgendwie etwas belustigt aus, was ich im Moment überhaupt nicht verstehen konnte, „kann es nicht sein, dass…dass du“, sie stockte und schmunzelte.
„WAS? Jetzt spuck's schon aus!“
„Kann es nicht sein, dass du dich etwas in Teddy verliebt hast?“
„Nein!“, antwortete ich automatisch und fühlte mich irgendwie ertappt. Ich dachte immer, Mira und ich hätten so eine Art stilles Abkommen. Sie wusste, dass ich Teddy schon immer… na ja ich hatte ihn mehr als nur gern. Aber sie hatte mich nie darauf angesprochen.
„Nein“, sagte ich noch einmal, aber etwas verunsichert. Ich sah sie wieder an. „Ich weiß nicht, vielleicht ein bisschen. Ich weiß nicht.“, flüsterte ich kleinlaut.
Amira hatte ihren „Ich wusste es doch“- Blick drauf und sah sehr zufrieden aus. Ich fühlte mich auf einmal sehr unreif. Amira warf einen Blick in die Mitte des Raumes und stand dann auf.
„Komm“, sie zog mich auf die Beine, „wir müssen uns noch für deine Party schick machen.“
Uuhh. Ich stöhnte innerlich auf. Sich schick machen. „Ach, ich kann so bleiben wie ich bin, ist doch bloß `ne kleine Party und kein Ball.“
Amira schüttelte bloß den Kopf und sagte: „Alte Jeans und T-Shirt?“ Meine Kopfschmerzen meldeten sich zurück. Ich entschloss, dass ich Amira heute mal machen lassen sollte. Außerdem würden Diskussionen meine Kopfschmerzen auch nicht lindern.
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