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Fanfiction

Erwarte stets das Unerwartete - Feierliches Eskalationsprogramm

von Lacrimosa

Liebe Leser,
der Countdown läuft. Ich wünsche euch viel Spass beim Lesen. Hoffe euren Erwartungen gerecht geworden zu sein.
LG

___________________________________________

14. Feierliches Eskalationsprogramm

Bellatrix Lestrange saß wieder mal in ihrem Ankleidezimmer und sah in den Spiegel der vor ihr an der Wand und über ihrem Schmink- und Frisiertisch hang. Was war nur aus ihr geworden, fragte sie sich. Die Hexe wirkte etwas betrübt, fast traurig. Sie war einmal stolz darauf gewesen eine Frau zu sein, die nicht der gesellschaftlichen Norm der Reinblüter entsprach, ohne gegen deren grundlegenden Ideale zu verstoßen. Nun nähert sie sich aber gerade diesem verhassten Frauenbild immer mehr an, dem sie all die Jahre gut entkommen war. Todesserin, eine Kämpferin, welche die ihr beigebrachten Werte verteidigte und andere von dieser Einstellung überzeugte. Bei dem Gedanken an Letzteres schlich sich Wehmut auf die aristokratischen Gesichtszüge der Dunkelhaarigen. Bella wusste, dass ihrem Meister ihre Überzeugungsmethoden stets besonders gut gefallen hatten, er war es gewesen, der sie über die anderen erhoben, sie selbst ausgebildet und perfektioniert hatte und nun war alles Rauch und Schatten. Sie nahm nicht einmal mehr an kleinen Besprechungen der Todesser teil.
In letzter Zeit schien jeder seinen Willen zu bekommen, nur sie selbst nicht und das ging Bellatrix gewaltig gegen den Strich.

Stimmen aus der unteren Etage drangen durch das geräumige Haus, dessen Flure und Hallen, gedämpft bis in dieses Ankleidezimmer. Bella war bereits fertig um zu den anwesenden Gästen zu stoßen, mehr als unschicklich und unhöflich diese warten zu lassen, würde sie wohl durch ihre Mutter getadelt werden, doch es interessierte sie momentan nicht sonderlich.
Die schwarze Mähne mit den großen Locken hatte sie nicht gebändigt und zu einer vornehmen Hochsteckfrisur geformt und auch alles in ihrem Inneren sträubte sich dagegen nun endlich der Gesellschaft beizuwohnen. Um nicht zu sagen, war der Hexe mehr als schlecht.

Etwas ließ die Dame jedoch aus den tranceähnlichen Zustand in die Realität zurückkehren. Eine Mischung aus Unwohlsein und einem kurzen Anflug eines Lächelns durchkreuzten das Antlitz Madam Lestranges. Ihre Augen richteten sich nun auf den gewölbten Bauch, der verhüllt durch das schwarze edle Empirekleid diese Reaktion hervorrief oder vielmehr das was sie bereits seit acht Monaten mit sich herumtrug. Nur zögerlich legte die Hexe ihre rechte Hand auf den Bauch und es dauerte nicht lange bis sie die Bewegungen spüren konnte, nicht dass sie dies sonst nicht spüren würde, schließlich trat das Kind nicht zum ersten Mal und nicht selten war sie über die intensive Aktivität erstaunt, doch seltsamerweise fand Bellatrix dies für einen Bruchteil einer Sekunde nicht interessant sondern mehr beängstigend und sie beschlich ein ungutes Gefühl.
Doch kaum legte sich die Lebhaftigkeit des Kindes unter ihrem Herzen so rückte dieses Gefühl wieder in den Hintergrund.

„Ach was soll's es nützt ja doch nicht… also auf in den Kampf.“, murmelte die Hexe vor sich hin und erhob sich von ihrer Sitzgelegenheit.

Resignierend atmete Bella aus.

Es würde schließlich doch nichts bringen, irgendwann käme jemand auf die Idee - im schlimmsten Fall ihre Mutter - in diesen Räumlichkeiten aufzukreuzen um sie mit zum Ball zu schleifen. Einmal kurz atmete die Hausherrin tief durch und nahm eine tadellose Haltung ein. Vornehm, kühl, unnahbar, mit einer guten Portion Stolz aber auch Arroganz.

So, machte sich denn nun die „Gastgeberin“ auf den Weg zum lestrange'schen Frühlingsball.

In der unteren Etage waren die Festlichkeiten erfolgreich angelaufen. Sogar die Musiker spielten bereits. Nur widerwillig betrat Bellatrix den Ballsaal. Dort angekommen versuchte sie umgehend potenzielle Gesprächspartner zur lokalisieren um all jenen aus dem Weg zu gehen, deren Anwesenheit sie vermeiden wollte.
Die Hexe nahm zunächst ein Glas Wasser von einem der umher eilenden Hauselfen, welche mit der Bewirtschaftung der Gäste beschäftigt waren. Sie versuchte, unschlüssig wie sie gerade war, abzuwägen, wen sie aufsuchen sollte. Ihren Gatten und ihre Schwiegereltern, welche bereits erwartungsvoll in ihre Richtung blickten oder doch lieber Narcissa und Lucius? Keine der beiden Möglichkeiten schien Bella besonders zu gefallen. Doch die Entscheidung wurde ihr abgenommen, als sie plötzlich eine Hand an einem ihrer Ellebogen spürte, welche sie sanft in eine andere Richtung dirigierte. Den Kopf wendend blickte Bellatrix ins das grinsende Gesicht Antonin Dolohows.

„Hey, Bella.“, grüßte dieser salopp und zog die Hexe in eine Umarmung. Schnell war die üble Laune der Hausherrin in den Hintergrund getreten, denn sie freute sich wirklich den verschmitzt lächelnden schwarzhaarigen Zauberer zu sehen. Antonin und Bellatrix waren das klassische Bild zweier bester Freunde, welche sich seit Kindesbeinen an kannten. Jeder würde für den jeweils anderen die Hand ins Feuer legen, komme was wolle.
Dem Zauberer mit der russisch-schottischen Abstammung hatte die Lestrange die Patenschaft für das noch ungeborene Kind angeboten, welche er nach eigenen Worten selbstverständlich gerne übernehmen wollte.

„Wie geht es dir so?“, entgegnete Bellatrix mit einem Schmunzeln.

„Mir? Wie immer blendend. Und selbst? Noch keine Anzeichen, dass Bellatrix jr. schlüpfen möchte?“, neckte Antonin seine beste Freundin.
Diese verdrehte daraufhin nur die Augen und schlug dem Todesserkollegen, gespielt empört, mit der flachen Hand gegen den Oberarm.

„Schlüpfen? Ich bin keine Legehenne. Klar! Aber, zugegeben ich wäre froh, wenn ich es endlich hinter mir hätte, das kannst du mir glauben, Andy.“

Antonin grinste nur weiter, nahm die Hand der Hexe, welche ihm zuvor noch gegen den Arm geschlagen worden war und hackte sie nun bei ihm ein. Dolohow geleitete die Dame des Hauses durch die Menge an Gäste, während beide die Konversation fortsetzten.

„Das glaub ich dir auf's Wort, Darling. Aber ich wollte dich keinesfalls beleidigen.“

„Ich weiß. Ebenso, wie ich weiß, dass Onkel Toni ganz oft die Ehre haben wird mit dem Hosenscheißer Zeit zu verbringen.“

„Ach, das wird mich nicht weiter erschüttern, schließlich kenne ich die Mutter des Kleinen schon seit meinem vierten Lebensjahr. Mich kann daher nichts mehr schockieren.“

Einem kurzweiligen biestigen Blick der Dunkelhaarigen folgte dann doch ein heiteres Lachen. „So schlimm war ich gar nicht.“, verteidigte Bella sich immer noch lächelnd.

„Nein, gar nicht.“, konterte Antonin, die Ironie war nicht zu überhören.

Leider führte der Weg der beiden Freunde sie in die Nähe der Malfoys und der Gastgeberin war es nicht möglich den Blicken ihrer Schwester zu entgehen. „Bellatrix, wie erfreulich dich zu sehen. Ich dachte schon, du wolltest deinen eigenen Ball verpassten.“, grüßte die blonde Hexe.

Bellas rechte Augenbraue schoss in die Höhe, als sie das Ehepaar Malfoy mit ihrem Blick taxierte. Mit Zissa hatte sie sich nicht mehr ausgesprochen, seit dem kleinen Streit vor einigen Wochen und Lucius… nun ja Lucius, war eben Lucius. In den Augen der Todesserin ein Schnösel, Weichei und Schönling, kurz um: gleichermaßen in Ungnade gefallen wie ihr „anderer“ Schwager, über den sie nie ein Wort verlor, welcher mit der „anderen“ Schwester verheiratet war, über die sie ebenfalls nie ein Wort verlor, seit deren Verrat.

Die störenden Gedanken schob die Hexe beiseite, murmelte jedoch zuvor etwas von: „Ja, was erfreulich, vor allem da es ja MEIN Ball ist…tz..“

Antonin räusperte sich zusätzlich, damit man so gut es ging das Genörgel seiner besten Freundin nicht verstehen konnte und anschließend begrüßte er recht reserviert das Ehepaar.

Bellatrix indes zwang sich zu einem halben Lächeln und presste ein: „Narcissa… nett, dass du hier bist. Lucius.“, hervor.

„Was für eine überschwängliche Begrüßung, Bellatrix.“, ließ der blonde Zauberer in einem arroganten Tonfall verlauten, hielt jedoch seine rechte Hand ausgestreckt der Gastgeberin entgegen. Leider sah diese sich gezwungen aufgrund der vorherrschenden Etikette diese Hand zu ergreifen, zog sie allerdings schnell wieder weg, als Lucius Anstalten machte ihr einen ungebührlichen Handkuss zu geben.

„Tja, jedem das, was ihm zusteht, Schwager.“, konterte die Hexe.

Innerlich schüttelte es die Todesserin, da so eben beinahe, die unwürdigen Lippen des Schnösels ihre Hand berührt hätten. Für einen kurzen Augenblick legte sich peinliche Stille zwischen die Pärchen, ehe Lucius wieder das Wort ergriff und Bella musste zugeben, dass ihr Schwager, was das arrogante Hochziehen der rechten Augenbraue betraf, ihr schon fast ebenbürtig war.

„Ja Schwägerin, jedem das, was ihm zusteht.“, erwiderte Malfoy.

Abfällig war der blonde Hüne einen Blick auf den dicken, runden Bauch der Dame des Hauses. Deren Nasenflügel blähten sich ähnlich, wie die eines Drachens bevor dieser Feuer spuckte.

„Äh…joah. Grrhm. Lucius altes Haus, was macht die Ministeriumsarbeit.“, schoss Antonin dazwischen, bevor Bella irgendwas antworten konnte, das sicherlich nicht ganz in den feierlichen Rahmen des Balles passen würde und gegebenenfalls mehr als eine Person traf.

Der Todesserin indes schwirrten verschiedene Foltermethoden für ihren Schwager im Kopf herum, so dass ihre rechte Hand bereits vor lauter Wut kurzweilig zuckte. Es ärgerte sie umso mehr, nicht auf diese Unverschämtheit in angemessener Weise reagieren zu können. Angemessen im Sinne von Bellatrix Lestrange's Angemessenheit versteht sich.

Während sich also Dolohow und Malfoy über belanglosen Kram unterhielten, gab sich Bellatrix alle Mühe das in ihrer linke Hand befindlich Glas nicht zu zerdrücken, ebenso wie Narcissa dem Anschein nach Mühe hatte einen adäquaten Gesprächsstoff zu finden.

„Und sonst?“, begann die blonde Hexe unschlüssig.

„Was?“, kam prompt von der Gastgeberin.

„Wieder abreagiert?“, kaum war die Frage über die Lippen von Mrs. Malfoy, hatte sie das ungute Gefühl, dass dies taktisch unklug gewesen sein könnte. Doch irgendwie hatte es ihr eben auf der Zunge gebrannt, sie mochte es nicht, wenn Funkstille zwischen ihr und der großen Schwester herrschte. Das schubartige Einziehen von Luft seitens der dunkelhaarigen Hexe bestätigte ihre Bedenken.

„Ich brauche mich nicht abzureagieren. Du warst doch diejenige, welche einen Tobsuchtsanfall a la Tarentula, umgangssprachlich auch Tarantel genannt, hatte. Bei mir war und ist alles bestens“, entgegnete Bellatrix doch ruhiger als erwartet.

„Leidest du an Amnesie? Ich denke, es war wohl eher umgekehrt.“

„Ach so, denkst du das, ja? Du solltest es vielleicht lassen, die Sache mit dem Denken.“

„Merlin, bist du ein rigides Biest. Mein Anliegen, werte Schwester, war, dass wir wieder normal miteinander kommunizieren könnten, aber ich hatte ja keine Ahnung, dass ich wohl deinen Ansprüchen nicht mehr genüge.“

„Hör auf so ein être peut-être Geschwulst von dir zu geben, ich könnte über den Zwischenfall hinwegsehen, wenn du einfach aufhören könntest drauf herumzuhacken.“

„Jetzt auf einmal.“

„Ja, jetzt auf einmal.“

„Aber, aber meine Damen…“, hörte die Schwester jemanden mit gedämpfter Stimme sprechen. Es war weder Antonin noch Lucius, denn beide hatten wohl bei dem kleinen aber feinen verbalen Schlagabtausch mit ungläubigen Augen neben den Ladys gestanden und diese nur begafft. Rodolphus Lestrange war derjenige, welcher sich nun hinzugesellte.

Der Zauberer hauchte seiner Frau einen Kuss auf eine Schläfe und zog sie mühelos, mit einem Arm um deren Hüfte gelegt, von Antonins Seite weg.

„Du gestattest, Dolohow. Schließlich trägt sie meinen Ring.“, meinte Rod, gab jedoch dem Todesserkollegen mit einem Zwinkern zu verstehen, dass dies nicht zu ernst gemeint war, auch wenn es stimmte, was er sagte. In der Luft lagen bereits genügen Spannungen, die zur Entladung drängten, da wollte er es mit einem spitzen Kommentar nicht noch schlimmer machen. Glücklicherweise fasste Antonin dies auch entsprechend auf.

„Wolltest du nicht bei Vater und Mutter vorbeischauen, Schatz?“, richtete Rodolphus nun das Wort an seine Frau, auch wenn er sich die Antwort bereits denken konnte.

„Nein, eigentlich war ich der Ansicht wir seien quitt. Deine Mutter bekommt den Ball, den sie in unserem Haus ausrichten darf und ich muss mich den Abend nicht mit ihr herumschlagen.“

„Ah, verstehe. Nun, höflicherweise könntest du eventuell doch eine kleine Ausnahme machen um sie wenigstens zu begrüßen, so wie es sich für eine Schwiegertochter gehört?“

Narcissa, an für sich froh über Rodolphus Anwesenheit, sah mit hochgezogenen Augenbrauen zu ihrer Schwester, welche sie merkwürdig anschaute.
Diese sog ebenso, wie bei ihrer Schwester vorhin scharf die Luft ein.

„Nein, definitiv nicht.“, presste Bella verkrampft hervor. Ihr Mann der gerade durch Handzeichen mit seinen Eltern kommunizierte, um diese dann zu sich und Bella zuordern bekam dies nicht wirklich mit.
Auch bemerkte er nicht den plötzlichen entsetzen Blick seiner Frau, nicht aufgrund seiner Eltern, sondern weil diese an sich herunter auf den Boden schaute und erst recht bemerkte Rod nicht, dass seine Schwägerin ebenfalls entsetzte dreinblickte, als sich eine Gewissheit in den Augen der beiden Hexen widerspiegelte, die ihn mehr als ins Schwitzen bringen würde.

Abermals sog die Gastgeberin scharf Luft ein, eine Hand verkrallte sich im Arm ihres Mannes.

„Rodolphus, mein…“, setzte die Hexe an.

„Ja gleich, Liebling.“, entgegnete der Angesprochen und tätschelte ihre Hand, während er zu seinen Eltern blickte.

„Mein… mein Wasser ist ausgelaufen.“

„Ausgegangen, meinst du wohl. Ich hol dir nachher ein Neues.“

Das nächste was Rodolphus Lestrange spürte war die Schlinge um seinen Hals, die eigentlich eine Krawatte war und sich nun tödlich zusammenzog. Bellatrix hatte dies gepackt und brachte ihren Mann so dazu sie endlich anzusehen, im Hintergrund sah sie noch die entrüsteten Gesichter ihrer Schwiegereltern, die von nichts eine Ahnung hatte, was gerade passierte.

„DU hirnloser Idiot!“, presste die Hexe hervor, verzog gleich darauf, aufgrund des durch ihren Körper zuckenden Schmerzes, das Gesicht.

„MEIN FRUCHTWASSER!“

Dann ließ sie ihn los und trotz des rot angelaufenen Kopfes, wurde der sonst recht ruhige Zauberer langsam aber sicher arg blass im Gesicht.

„W-wie jetzt?“, kam es ihm mit unnatürlich hoher Stimme über die Lippen. Ihm war klar, was das bedeuten würde. Es war zu spät zum Apparieren, es war zu gefährlich für mit Flohpulver zu reisen, denn irgendwie hatte das Baby nun beschlossen, dass der Zeitpunkt gekommen sei um nun endlich auf die Welt zu kommen auch, wenn es noch einen Monat zu früh dran war.

„Ich.. .ich.. ich… Narcissa…“, stotterte Rodolphus und wurde mit zunehmender Dauer panisch.

„Ich gebe umgehend Dr. Roberts Bescheid, dass er herkommen soll. Ich denke, du solltest vorsichtig aber zügig mit ihr hier verschwinden.“, erklärte die blonde Dame etwas ruhiger und deutet mit eine Kopfbewegung, dass ihr Schwager seine Frau in ein entsprechendes Zimmer bringen sollte. Ihre Schwester immer noch stützend nahm sie Rodolphus und Bellatrix alles Störende aus den Händen, Antonin verstand sofort und half dem gelähmten werdenden Vater seine Frau langsam in Richtung Tür zu dirigieren.

Narcissa eilte davon und zurück blieben ein verwirrter Lucius und viele ebenso verwirrte Gäste, die nun anfingen zu tuscheln.



Einige Stunden später hallte ein mörderischer Schrei durch die obere Etage des lestrange'schen Anwesens und übertönte schon fast die mittlerweile stürmische Nacht, welche sich in lauten Regenschauern an den Fenstern des Gebäudes austobte.

Antonin Dolohow verzog schmerzvoll das Gesicht, beruhigte sich wieder und starrte ungläubig auf seine rechte Hand. Es wunderte den Todesser, dass seine beste Freundin ihm diese Hand noch nicht gebrochen hatte, immerhin brach schon bald die 4. Stunde an, wie er mit einem flüchtigen Blick auf die Uhr im Schlafzimmer feststellen musste.
Dolohow merkte zwar, dass die Prozedur alle Reserven seiner Freundin aufbrauchen würde, doch irgendwie gab es nach wie vor keine Erleichterung für seine Hand, die Schmerzen im linken Bein bemerkte er bereits nicht mehr. Ein typisches Grinsen stahl sich Antonin ins Gesicht und er schüttelte leicht den Kopf, amüsiert über die seltsame Situation, in welcher er sich geschafft hatte. Immer noch besser als es Bellatrix Lestrange hatte, seine beste Freundin und engste Vertraute. Nein, mit Bella wollte er keineswegs tauschen.
Aber auch nicht mit deren Ehemann, der nun von Narcissa des Zimmers verwiesen worden war, aufgrund der Tatsache, dass er sich in das reinste Nervenbündel gewandelt hatte. Ganz zu schweigen davon, dass Bellatrix nun nicht so herumkeifte, wie am Anfang. Weiß Merlin, sie hatte ihren Mann bei jeder schweren Wehe, auf Teufel komm raus, verflucht.

Zwar hielt die Abwesenheit des Ehemannes, die werdende Mutter nicht davon ab, weiterhin vor sich hin zu fluchen, doch die Konzentration lag nun mehr bei der eigentlichen Sache.
Jedenfalls war Dolohow so nun genötigt gewesen, Rodolphus' Platz einzunehmen. Dieser wiederum steckte bei jedem lauten Schrei seiner Frau den Kopf durch den Türspalt, denn schließlich wollte er auch nichts verpassen. Manchmal schmuggelte er sich ins Zimmer, um dann nervös auf und ab zu gehen, schuldbewusst auf der Unterlippe herumzukauen, ans Bett zu springen um spätestens dann von seiner Schwägerin wieder hinausgeschickt zu werden, weil er nur alle anderen Involvierten ebenfalls nervös machte.

Wie dem auch sei, der Kopf der Hexe lag an Antonins Brust oder vielmehr seiner Schulter, eine Hand in der Seinen, welche vorhin noch schmerzte und die andere Hand krallte sich mit den Fingernägeln in sein linkes Bein. Schwer atmend saß die Todesserin mit dem Rücken zu ihrem besten Freund gewandt zwischen seinen Beinen, die Haare fielen ihr ab und an wild ins Gesicht, bevor sie durch Antonin weggestrichen wurden.

Vor den beiden Freunden beaufsichtigte ein Heiler, Dr. Roberts, dessen Assistenzarzt Dr. Corvin sowie selbstverständlich auch Bellas Schwester Narcissa Malfoy das Geschehen.

"Na kommen Sie, Mrs. Lestrange, gleich ist es geschafft.“, sprach der Heiler Mut zu. Die Antwort kam prompt: „Was glauben Sie eigentlich was ich hier mache? Merlin, ich will dieses KIND jetzt sofort aus mir aushaben!“, keifte Bellatrix, ehe sich eine weitere Wehe einstellte.

Dr. Corvin der bis zuletzt noch die Untersuchungen für seinen Kollegen weiter durchgeführt hatte, begann mit einem Zauber, die Vitalfunktionen durchzuchecken. Dabei stach ihm was ins Auge, als er die durch den Zauber hervorgerufenen Daten ansah. „Ähm… grrhm… Sir.“, versuchte er sich seinem Chef leise bemerkbar zu machen.

„Nicht jetzt, Jonathan.“, knurrte Roberts, da die Patientin bereits skeptisch zu ihm schaute.

„Was?“

„Nichts, Mrs Lestrange. Immer schön atmen und pressen.“

„Sir, ich denke … mir ist da ein Fehler passiert.“, flüsterte Corvin eindringlich.

Bellatrix, die bereits etwas ahnte wollte gerade wieder etwas sagen, hielt die Luft an, als eine besonders schmerzhafte Wehe einsetzte.

„Pressen, Bella. Du musst pressen und vergiss das Atmen nicht.“, ermutigte Narcissa ihre Schwester und trat mehr an deren Seite, während sie den Heilern misstrauische Blicke zu warf, weil diese sich über etwas uneinig zu sein schienen.

„Mir wäre es auch ganz Recht, wenn sich dieser Hosenscheißer endlich dazu herablassen würde aus dir rauszukommen, sonst muss ich künftig mit der linken anstatt mit der rechten Hand zaubern.“, flüsterte Dolohow seiner Freundin ins Ohr. Während er sprach, strich er sanft mit seiner freien Hand über eine Wange der Hexe.

Die Tür sprang dieses Mal auf, wieder betrat Rodolphus den Raum. „Himmel Merlin nochmal, erst schreit sie, dass einem das Blut beinahe gefriert, dann höre ich gar nichts mehr. Was ist hier eigentlich los?“, hinterfragte der Hausherr und konnte dennoch seine Besorgnis nicht gänzlich aus der Stimme tilgen.
„Ich kriege hier gerade ein KIND, OKAY? Also, HALT DICH BESSER GESCHLOSSEN, RODOLPHUS!“, ereiferte sich Bellatrix wieder. Eine Hand lag immer noch in der ihres besten Freundes, was ihr Ehemann gar nicht gerne sah, er schämt sich schon fast, da es normalerweise sein Job wäre. Also trat er an das Bett und nahm sich die leicht schwitzige Hand seiner Frau, welche sich in gleicher Intensität um seine krallte. Dankbar nickte Antonin ihm zu.

Die darauffolgende Wehe brachte Bellatrix mehr als an ihre Grenze. Unter Tränen und einem schon mehr erschöpfenden Gemisch von Stöhnen und Schreien hörten die Anwesenden den Heiler rufen: „Ein Junge. Kerngesund und wunderhübsch.“ Lautes Babygebrüll folgte auf die Verkündung des Mediziners, es minderte sich jedoch etwas, als das Neugeborene von seiner Tante in ein weiches Tuch gewickelt und zu seinen überglücklichen Eltern gebracht wurde. Vorsichtig legte Narcissa den Kleinen in die Arme ihrer Schwester. Kurz blickte Bellatrix zu ihrem Mann der glücklicher nicht hätte lächeln können. Im Gesicht der Hexe sah dieser Tränen der Erleichterung, der Freude und des Stolzes. Sanft beugte er sich zu seiner Frau hin und gab ihr einen Kuss.
Gerade als Antonin, der frisch gebackene Pate, sich zur Wort melden wollte, verkrampfte sich Bella und stieß keuchend hervor. „Rod, nimm das Kind.“

„Was? Bellatrix, was ist los?“, fragte dieser erschrocken, nahm ganz sachte seinen Sohn in die Arme und blickte besorgt zu seiner Frau.

Dr. Roberts, welcher sich gerade von seinem Kollegen das erzählen lassen wollte, was dieser ihm versucht hatte noch während der Geburt zu sagen, eilte zurück zu seiner Patientin.

„Ich…“, weiter kam die schwarzhaarige Hexe nicht denn augenblicklich durchfuhr sie ein weiterer Schmerz. Nach ein paar kritischen Blicken meinte der Heiler schließlich: Nun, es scheint als gäbe es da noch jemanden.“, stellte er fest und sah fassungslos seinen Kollegen an der einen äußerst zerknirschten Eindruck machte. Allem Anschein nach war es genau das was er ihm hatte sagen wollen.

„Was? WIE? Erzählen Sie mir nicht so einen Scheiß, Mann.“, fauchte Bellatrix wieder zwischen zwei Wehen, die den Schmerz verursachten.

Rodolphus stand mit offenem Mund neben dem Bett und hörte wie seine Frau schmerzerstickend hinzufügte: „So war das aber nicht abgemacht.“

„Ja, Mrs. Lestrange so ist die Natur, sie lässt sich nicht von den Menschen ins Handwerk pfuschen.“, versuchte Roberts die Situation wieder ein wenig zu beschwichtigen.

Indes nahm Narcissa ihrem Schwager das Kind aus den Armen, da sie befürchtete er könne dieses aufgrund des Schreckens fallen lassen. Wie in Trance ging dieser wieder zu seiner Frau.

„Klappe!“, schoss diese wiederum in Richtung des Heilers. „Oder Sie verbringen die nächsten Wochen… Ahha.“, Bellatrix brach ihr Gezeter ab, die gleiche Prozedur lief von statten, wie vorhin. Ihrem besten Freund flüsterte die Hexe zu, dass sie glaube sterben zu müssen. Sie war wirklich sehr erschöpft.

„Red nicht so einen Blödsinn, Süße.“ gab dieser lediglich als Antwort und blickt unsicher zu Rodolphus, dem es wirklich grausig gehen musste. Der frischgebackene Vater erwiderte den Blick und schluckte einen schweren Kloß hinunter.
___________________________________________

*g* Ich weiß... ich bin gemein.
Aber ihr müsst euch schon noch gedulden...bis ihr wisst ob es ein Happy End geben wird oder nicht.

REVIEWS ? *ganz lieb schaut*


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