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Fanfiction

Horcruxe, Abenteuer und GefĂŒhle... - Rettung?

von Dracodormiens

33. Rettung?

Draco richtete sich auf, als er mit Blaises Bein fertig war, und ging langsam zum Tisch zurĂŒck. Bevor er sich setzen konnte, flĂŒsterte Hermine ihm jedoch etwas ins Ohr. Er nickte, und die beiden verließen das Haus. Kurz darauf kamen sie wieder zurĂŒck. „Wir haben vorsichtshalber einen Alarmzauber um das Haus gelegt...” Harry nickte ihnen dankbar zu.

„Ich frage mich, ob sie sich ĂŒberhaupt die MĂŒhe machen, die anderen Horcruxe zu ĂŒberprĂŒfen”, sagte er dann nachdenklich. Er wich Blaises Blick aus, als er weitersprach. „So schrecklich der Gedanke ist, aber - sie mĂŒssen ja nur Sinead fragen...” Jeder wusste, was er mit „fragen” meinte, und Blaise zuckte gequĂ€lt zusammen. „Meint ihr, sie wird uns tatsĂ€chlich - ” fragte Seamus unglĂ€ubig, doch Draco schnitt ihm das Wort ab. „Ja, und niemand, der schon einmal einen Cruciatus erduldet hat, kann ihr einen Vorwurf daraus machen.” Harry nickte zustimmend.

Vor Blaises geistigem Auge tauchten Bilder auf, die er nicht vertreiben konnte - Sinead, wie sie unter dem Cruciatus schreiend am Boden lag, Sinead, wie sie von den Todessern verschleppt wurde und er ihr hilflos hinterherschrie und doch nichts tun konnte... Ihr verzweifelter Blick, den sie ihm zugeworfen hatte, bevor ein Todesser mit ihr disappariert war. Der vorwurfsvolle Blick ihres Bruders, der Zusammenbruch ihrer Mutter. Stöhnend legte er die Hand ĂŒber die Augen. „Was sollen wir nur tun?” Doch niemand konnte ihm eine Antwort geben.


WĂ€hrend ihre Freunde ratlos beisammen saßen und ĂŒberlegten, wie man ihr helfen konnte, lag Sinead bewusstlos in einem Kellerraum in Malfoy Manor. Dolohov war mit ihr disappariert, nachdem die Todesser sie und Blaise ĂŒberwĂ€ltigt hatten. Lucius war nach seiner Rettung aus Azkaban sehr bedacht darauf, dem Dunklen Lord zu Diensten zu sein und nicht noch einmal in Ungnade zu fallen, und so hatte er Malfoy Manor zur VerfĂŒgung gestellt. Doch Voldemort war sehr wĂŒtend - er hatte das Horcruxversteck auf der Insel ĂŒberprĂŒfen lassen und war mit einigen Todessern selbst nach Ravenglass appariert, und sie hatten den Kessel und die Truhe nicht mehr gefunden. Auf seine Anweisung hin hatte Bellatrix sich dann des MĂ€dchens angenommen. FĂŒr eine Muggel hatte sie sich erstaunlich gut gehalten, doch niemand konnte dem Cruciatus ĂŒber lĂ€ngere Zeit widerstehen... Er war nun informiert darĂŒber, dass beinahe alle seine Horcruxe zerstört worden waren. Niemand wagte sich in Lucius Malfoys Arbeitszimmer, denn dort ging mit großen Schritten der Dunkle Lord auf und ab und unterhielt sich zischend mit Nagini.


Sinead spĂŒrte Schmerzen. Sie konnte jedoch nicht lokalisieren, wo sich diese befanden. Ihre Nervenenden signalisierten ihrem Gehirn Schmerz im ganzen Körper, doch ihr Gehirn weigerte sich, diese Information zu akzeptieren. Wieder umfing sie dunkle Ohnmacht.
Als sie das nĂ€chste Mal erwachte, kehrte mit den Schmerzen auch die Erinnerung zurĂŒck. Beinahe sofort stellte sich auch die Scham ein. Sie hatte ihre Freunde verraten - unter Folter, ja, aber dennoch verraten. Das schmerzte fast mehr als die Folgen des Folterfluchs. Sinead öffnete mĂŒhsam die Augen und versuchte die TrĂ€nen wegzublinzeln. Erstaunt erkannte sie den Kellerraum, in dem Draco die Truhe zerstört hatte. Es schien ihr wie Jahre, dass sie mit Hermine in diesem Raum einen Freudentanz aufgefĂŒhrt hatte. Vorsichtig versuchte sie sich zu bewegen, doch sie stellte fest, dass sie gefesselt war. Die Stricke schnitten in ihre geschundene Haut, dass sie beinahe laut aufgeschrien hĂ€tte. Verdammt. Wie sollten ihre Freunde sie hier finden? Malfoy Manor war sicher der letzte Ort, an dem sie sie vermuten wĂŒrden.

Plötzlich fiel ihr die goldene MĂŒnze ein. Sie hatte wĂ€hrend des Kampfes bemerkt, dass sie heiß geworden war, doch es war keine Zeit mehr gewesen, die Nachricht zu lesen oder gar zu beantworten. Ihr Zauberstab war weg, das war klar, aber hatten die Todesser sie durchsucht? Und hatten sie die MĂŒnze fĂŒr eine normale Galleone gehalten? Sinead konzentrierte sich. So empfindlich wie ihre Nervenenden gerade waren, durfte es nicht allzu schwierig sein zu merken, ob sich die MĂŒnze noch in ihrer Hosentasche befand. TatsĂ€chlich glaubte sie in ihrer rechten Tasche einen Druck zu spĂŒren. Nur, wie sollte sie da herankommen und auch noch eine Nachricht verfassen?!

In diesem Moment hörte sie Schritte auf der Treppe. Oh nein, dachte sie verzweifelt. Nicht noch ein Cruciatus...
„Alohomora!” Die TĂŒr sprang auf, und gegen das Licht blinzelnd erkannte Sinead das gehĂ€ssige LĂ€cheln von Bellatrix Lestrange. Ihre Fesseln lösten sich, als Bellatrix lĂ€ssig ihren Zauberstab schwang. „So, das kleine Schlammblut ist also wieder aufgewacht? Dann können wir ja noch ein bisschen Spaß haben...” Sie schritt langsam auf Sinead zu, die sich bemĂŒhte, sich aufzurichten. „Ich hab doch schon alles gesagt...”, flĂŒsterte sie verzweifelt. Bellatrix packte sie an ihrem halb aufgelösten Zopf und zog sie brutal in die Höhe. „Das werden wir ja sehen... Und selbst wenn, wir mĂŒssen uns ja ein bisschen die Zeit vertreiben...”

Sinead dachte verzweifelt an die MĂŒnze in ihrer Tasche. Zu dumm, dass man Hautkontakt brauchte, um eine Nachricht zu schicken! Bellatrix schleifte Sinead unsanft an ihrem Zopf hinter sich her die Treppe hinauf. WĂ€hrend sie ihr den RĂŒcken zuwandte, griff Sinead blitzschnell in ihre Hosentasche. Bellatrix hatte aus dem Augenwinkel die Bewegung bemerkt und drehte sich um, doch Sinead hatte es schon geschafft, die MĂŒnze mit den Fingerspitzen zu berĂŒhren.


Hermine zuckte zusammen und griff in die Tasche. Ihre MĂŒnze hatte angefangen zu glĂŒhen. VerstĂ€ndnislos starrte sie dann auf zwei Buchstaben. „MM”. Die Nachricht musste von Sinead sein, alle anderen DA-Mitglieder saßen ja vor ihr am Tisch, aber was sollten diese Buchstaben bedeuten? Blaise war aufgesprungen und hatte ihr die MĂŒnze aus der Hand gerissen, doch dann schaute er ebenso verwirrt. „MM? Was will sie uns mit MM sagen?!”

„Also, mir fĂ€llt bei MM nur Georges Magical-Music-Player ein...”, murmelte Fred so leise, dass nur Ron es hören konnte. „Das wird sie wohl kaum meinen.”
„Muggel-MĂ€rchen”, sagte Luna vertrĂ€umt. „Vielleicht ist es ein Hinweis auf diese Dornröschengeschichte...”
„Ich denke bei MM als erstes an Mimbulus Mimbeltonia, aber das wird es wohl auch nicht sein...”, seufzte Neville.
„Nun reißt euch mal zusammen, Leute!” schimpfte Hermine. „Was will sie uns wahrscheinlich sagen? Wo sie ist! Also ist es bestimmt die AbkĂŒrzung fĂŒr einen Ort - oder die Initialen eines Todessers, in dessen Haus sie ist.” „Aber sie kennt die Namen der Todesser doch ĂŒberhaupt nicht...”, wandte Seamus ein.

„Gibt es ĂŒberhaupt Todesser mit dem Anfangsbuchstaben M?” fragte Dean. Dann flog sein Blick plötzlich zu Draco. „Malfoy Manor”, sagten Draco, Blaise und Hermine im Chor. Blaise sprang auf. „Worauf warten wir noch?”

„Nun warte doch mal!” Draco zog Blaise auf seinen Stuhl zurĂŒck. „Wir brauchen doch wenigstens so etwas Ähnliches wie einen Plan!” „Ruf doch mal Sunny oder Cubby”, schlug Hermine vor. Draco schlug sich mit der Hand vor die Stirn. „Klar, gute Idee! Sunny!”

Es ploppte, und eine Hauselfe tauchte mitten auf dem Tisch auf, sah sich verĂ€ngstigt um und verbeugte sich dann tief vor Draco. „Oh, Master Draco, Sunny und Cubby haben sich schon selbst bestraft!” „Bestraft? WofĂŒr?” fragte Draco verwirrt. „Master Draco und Miss Narcissa sind doch unsere wahren Besitzer, aber Sunny und Cubby haben trotzdem Master Lucius gehorcht, als er auftauchte. Sunny hat ihre Ohren in die OfentĂŒr gesteckt, und Cubby hat seine HĂ€nde gebĂŒgelt, aber wir hatten Angst, dass uns das gleiche passiert wie der armen Toady, wenn wir Master Lucius nicht gehorchen...” Die Elfe zog sich das KĂŒchenhandtuch, das sie trug, vor ihr Gesicht und schneuzte sich hinein. Mitleidig streckte Hermine die Hand aus, aber die Elfe wich erschrocken vor ihr zurĂŒck. Auffordernd sah sie ihren Freund an. Draco seufzte.

„Also, erstens verbiete ich euch, euch jemals wieder zu bestrafen...”, fing er an, und Hermine nickte zufrieden. Sunny verbeugte sich erneut. „Und zweitens möchte ich wissen, was gerade in Malfoy Manor passiert ist. Wieviele Todesser hat Lucius mitgebracht, und habt ihr Miss Sinead gesehen, wie geht es ihr?”

„Miss Sinead ist im Keller eingesperrt worden”, Sunny verbeugte sich diesmal in Blaises Richtung, „der Dunkle Lord ist wĂŒtend, und Master Lucius und die anderen Todesser sind ungeduldig.”
Blaise hĂ€tte die arme kleine Hauselfe am liebsten geschĂŒttelt, damit sie schneller mit ihrem Bericht fortfuhr. „Wie geht es Sinead, ist sie - ist sie gefoltert worden?” Die Elfe sah ihn erschrocken an, dann nickte sie schĂŒchtern. Blaise schlug verzweifelt mit der Faust auf den Tisch. „Wieviele Todesser sind im Haus? Ist die Schlange auch da?” fragte Harry. „Die Schlange weicht dem Dunklen Lord nicht von der Seite”, berichtete Sunny. „Und es sind etwa ein Dutzend Todesser im Haus.”

„Okay, Sunny, verschwinde jetzt lieber wieder, bevor sie merken, dass du weg bist. Wenn du die Möglichkeit hast, könntest du Sinead mitteilen, dass wir sie holen kommen. Und danke.” Sunny verbeugte sich noch einmal, dann disapparierte sie mit einem lauten Plopp.

Draco stand auf. „Es hat keinen Sinn, wenn wir alle dort auftauchen und eine Riesenschlacht provozieren. Wir mĂŒssen sie heimlich befreien.” Hermine stellte sich neben ihn und griff nach seiner Hand. „Diesmal lĂ€sst du mich nicht zurĂŒck!” Dann sah sie zu Blaise. „Bist du sicher, dass du fit genug bist dafĂŒr? Du hast ordentlich was abbekommen heute morgen...”
„Ich lasse Sinead nicht noch einmal im Stich!” fauchte Blaise. Auch Seamus sprang auf und stellte sich zu den dreien. „Vier sind aber genug”, meinte Draco. Harry öffnete den Mund, um zu widersprechen, und von den anderen wollte ebenfalls niemand freiwillig zurĂŒckbleiben, aber Hermine stimmte ihrem Freund zu. „Du bleibst sowieso besser hier, Harry”, sagte sie entschlossen. „Wir versuchen zwar, auch die Schlange zu erledigen, aber natĂŒrlich hat Sineads Befreiung PrioritĂ€t. Es ist sinnvoller, wenn du ihm erst begegnest, wenn die Horcruxe alle zerstört sind.”

„Außerdem hast du den Cruciatus immer noch nicht ganz ĂŒberwunden, es ist zu gefĂ€hrlich, ihm jetzt gegenĂŒberzutreten”, setzte Ginny hinzu. Harry setzte sich widerstrebend wieder hin. Ginny umarmte Hermine. „Viel Erfolg...” Draco griff nach Seamus` Hand, denn er war ja noch nie in Malfoy Manor gewesen. Dann disapparierten die vier, um kurz darauf in der alten WildhĂŒterhĂŒtte wieder aufzutauchen. Hermine taumelte gegen Draco. „Ich hasse apparieren...” murmelte sie. Er drĂŒckte sie kurz an sich. Dann öffnete er die TĂŒr zum Geheimgang. „Wie weit reicht eigentlich der Disapparierschutz?” fragte Hermine. „MĂŒssen wir erst wieder hierher, bevor wir verschwinden können?” „Entweder das, oder wir nehmen den normalen Ausgang. Außerhalb des GrundstĂŒcks funktioniert es wieder. Anscheinend hat das Ministerium im Moment ja Wichtigeres zu tun als unser GrundstĂŒck zu ĂŒberwachen.” Draco benutzte den Hominum revelio und stieg dann vorsichtig in den Geheimgang. Die anderen drei folgten ihm, und Seamus stellte flĂŒsternd verschiedene Fragen zum Haus, wĂ€hrend sie leise den Gang entlangschlichen.

Endlich waren sie am Ende angekommen. Blaise prĂŒfte den Ausgang, dann öffnete er vorsichtig die TĂŒr zur Vorratskammer. „Ich bezweifle, dass wir in der KĂŒche jemand anderen als die Hauselfen treffen werden”, murmelte Draco. „Mal ehrlich, könnt ihr euch Bellatrix am Herd vorstellen?!” Aber die KĂŒche war völlig leer, nicht einmal Sunny und Cubby waren zu sehen. Die vier Freunde schlichen zur TĂŒr und horchten, doch alles schien still. Draco öffnete die TĂŒr einen Spalt, und jetzt war entferntes Gemurmel zu hören. „Scheint aus dem Wohnzimmer zu kommen”, stellte er nach einem Moment des Lauschens fest. „Ob sie alle dort sind?” In diesem Moment ertönte ein langgezogener Schrei, dann ein schrilles Lachen, und Draco und Seamus packten Blaise bei den Schultern, denn die schreiende Stimme war die von Sinead gewesen.

„Merlin nochmal, Blaise, du kannst da nicht reinstĂŒrmen wir ein wildgewordener Hippogreif! Wir werden sie da rausholen! Aber bleib verdammt noch mal ruhig, sonst vermasselst du alles!” Draco lockerte seinen Griff erst, als das wilde Glitzern in Blaises Augen verschwunden war. Dann legte er den Desillusionszauber ĂŒber sich und seine Freunde. „Los, wir schauen uns mal um.” Als sie in der Halle angekommen waren, deutete Hermine mit dem Zauberstab nach oben. „Seamus und ich ĂŒberprĂŒfen, ob oben jemand ist, ihr schaut euch unten um, ok?” Draco nickte nur und ging leise auf das Arbeitszimmer seines Vaters zu, wĂ€hrend Hermine Seamus mit sich die Treppe hinaufzog.

„Du links, ich rechts. Hominum revelio auf alle TĂŒren”, flĂŒsterte sie, als sie im ersten Stock waren. Seamus bog wortlos nach links ab. Wenig spĂ€ter trafen sie sich wieder auf dem Treppenabsatz. „In einem Zimmer pennt so ein kleiner Dicker mit ÂŽner kĂŒnstlichen Hand”, berichtete Seamus. „Sonst ist alles leer.” „Pettigrew...” murmelte Hermine. „Ok, dann der zweite Stock.” Dort war alles menschenleer, und die beiden schlichen wieder in die Halle hinab.

„Ich habe auf den Hominum revelio beim Arbeitszimmer ein ganz schwaches Echo bekommen”, berichtete Draco verwirrt. „Wie kann das sein?!” Hermine wurde blass. „Das muss... Voldemort selbst sein. Er ist kaum noch menschlich ohne seine SeelenbruchstĂŒcke, deshalb hat der Zauber es schwerer, ihn zu entdecken...” Draco nickte grimmig. „Das wird der Grund sein. Sonst scheinen alle im Wohnzimmer zu sein, außer dem Dunklen Lord.” Blaise trat unruhig von einem Fuß auf den anderen. Sinead hatten sie nicht mehr gehört, und das beunruhigte ihn fast noch mehr als der Schrei vorher. „Hat jemand eine unauffĂ€llige Idee? Oder stĂŒrmen wir einfach hinein und nutzen das Überraschungsmoment?” Draco schĂŒttelte den Kopf. „Mag sein, dass wir sie herausholen könnten, aber wir kĂ€men hier nicht heil heraus. Es ist zu weit zur Appariergrenze. UnauffĂ€llig ist die einzige Möglichkeit, die uns bleibt, und da fĂ€llt mir nichts anderes ein, als zu warten, bis sie sie in den Keller zurĂŒckbringen...” Mitleidig sah Hermine Blaise an. Sie hatten Sinead alle liebgewonnen, aber fĂŒr Blaise musste es am schlimmsten sein. Hermine konnte ihm seine Angst nachfĂŒhlen, sie hatte eine Ă€hnliche Angst empfunden, als Draco und Ron auf der Insel im Labyrinth verschwunden waren.

Blaise starrte auf die geschlossene WohnzimmertĂŒr. Hermine flĂŒsterte: „Wir hĂ€tten Langziehohren mitnehmen sollen...” Draco zog seinen Zauberstab. „Vielleicht hab ich oben in meinem Zimmer noch welche. Accio Langziehohren!” Erstaunt sahen die beiden Gryffindors ihn an, als das GewĂŒnschte in seiner Hand landete. „Was ist?! Die Zwillinge haben zum GlĂŒck ihren Versandhandel nicht auf Gryffindor, Hufflepuff und Ravenclaw beschrĂ€nkt...” grinste Draco, bevor er das Ohr ausrollte und ein Ende vorsichtig unter der TĂŒr durchschob. Die vier drĂ€ngten sich um das andere Ende und lauschten gespannt.

Jetzt konnten sie Sineads leises Stöhnen hören, das vorher durch die geschlossene TĂŒr nicht nach draußen gedrungen war. Blaise ballte die FĂ€uste. Bellatrix lachte hĂ€misch. „Rodolphus, du bist wieder dran.” Eine MĂ€nnerstimme gĂ€hnte. „Langsam wird das langweilig, Bella. Bring sie wieder zurĂŒck in den Keller, und dann nehmen wir uns mal Lucius` Feuerwhiskey vor... Lucius hat doch nichts dagegen, nicht wahr?” Die MĂ€nnerstimme, anscheinend Rodolphus Lestrange, klang gespielt freundlich. Lucius Malfoy antwortete unterwĂŒrfig, und Draco verzog das Gesicht, als er die Stimme seines Vaters hörte. „NatĂŒrlich, Rodolphus, Rabastan, fĂŒhlt euch wie zu Hause...” Dann hörten sie Schritte nĂ€herkommen, gefolgt von einem schleifenden GerĂ€usch.

Hastig zog Draco das Langziehohr ein und stieß seine Freunde hinter einen hohen Schrank. Gleich darauf öffnete sich die WohnzimmertĂŒr, und Bellatrix Lestrange erschien. Sie zerrte die halb besinnungslose Sinead hinter sich her. „Komm schon, Schlammblut, auf die FĂŒĂŸe, ich schleppe dich bestimmt nicht in den Keller! Wenn du nicht laufen kannst, fliegst du eben die Treppe hinunter!” Sinead bemĂŒhte sich verzweifelt, auf die Beine zu kommen. Sie krĂŒmmte sich und schlang die Arme um ihren Oberkörper, als Bellatrix sie grob vor sich her stieß. An der Treppe zum Keller wĂ€re sie beinahe gestolpert, aber sie konnte sich mit einem Schmerzensschrei gerade noch rechtzeitig wieder fangen. Bellatrix sah ihr mit gezogenem Zauberstab und verschrĂ€nkten Armen ungerĂŒhrt zu. Blaises Augen waren schwarz vor unterdrĂŒckter Wut, und Draco legte ihm vorsichtshalber die Hand auf die Schulter. Wenige Minuten spĂ€ter kam Bellatrix allein wieder die Treppe herauf. Kaum hatte sie die WohnzimmertĂŒr hinter sich ins Schloss fallen lassen, war Blaise nicht mehr zu halten. Die anderen konnten ihm kaum folgen, als er in den Keller stĂŒrmte.

In dem Raum, in dem sie das Horcrux zerstört hatten, fanden sie Sinead. Sunny saß neben ihr und versuchte gerade, ihr durch ihre geschwollenen Lippen Wasser einzuflĂ¶ĂŸen. Aus glasigen Augen sah Sinead auf, als Blaise neben ihr niederkniete und sie vorsichtig in den Arm nahm. „Da seid ihr ja...” murmelte sie, bevor sie die Augen schloss. „Sinead... es tut mir so leid, dass ich dir nicht helfen konnte... Wir holen dich jetzt hier raus... Es tut mir so leid...” Sinead lĂ€chelte ihn schwach an und flĂŒsterte: „Gut, dass ihr meine Nachricht so schnell kapiert habt... Ich hatte nur ganz kurz Zeit, die MĂŒnze zu berĂŒhren...” Blaise legte sich ihren Arm um die Schulter. „Red nicht so viel!” kommandierte er liebevoll, dann stand er vorsichtig auf. Seamus stĂŒtzte Sinead von der anderen Seite.

So schnell wie es ihnen mit der erschöpften Sinead möglich war, stiegen sie die Kellertreppe hinauf.
„Los, Blaise und Seamus mit Sinead zuerst!” ordnete Draco an. Die drei stolperten so leise wie möglich in den Korridor zur KĂŒche.
Doch als Draco und Hermine ebenfalls gerade die Halle durchqueren wollten, hörten sie im ersten Stock eine TĂŒr schlagen, und gleich darauf kamen wieselflinke Schritte die breite Treppe hinuntergeeilt.




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Emma ist eine natĂŒrliche Schönheit – wenn sie also die ,normale‘ Hermine in ihrer Schuluniform spielt, mĂŒssen wir ihr Aussehen unter dem Make-up eher herunterspielen. Aber der Weihnachtsball erfordert natĂŒrlich das genaue Gegenteil – da konnten wir uns mit dem Make-up richtig austoben.
Amanda Knight, Maskenbildnerin