
von RoseWeasly
Ich habe das erste Kapitel noch einmal geschrieben.
Danke fĂŒr die Kommentare von hermine-lily, Ginny**Weasly, Rumtreiberin, Alessa <3 und DragonGirl1000.
STILLE
Es war einer jener NĂ€chte in der die Wölfe heulten. Lily stand am Fenster ihres Zimmers im Gryffindorturm und starrte hinaus auf den durch den Vollmond erhellten See. Gerade jetzt hatte sie Zeit nachzudenken. Es kam ihr vor als ob es in letzter Zeit soviel passiert ist, als ob sie sich nie richtig damit beschĂ€ftigt hatte Gedanken ĂŒber ihr Leben zu machen.
Eine drĂŒckende Stille lag im Zimmer, denn Lizzy, Katie und Alice schliefen tief und fest, sowie das restliche Schloss. Ein schrecklicher Traum hatte Lily aus dem Schlaf gerissen. Weil sie danach nicht mehr einschlafen konnte, war sie aufgestanden.
Ihr Blick wanderte durchs Zimmer und fiel auf die alte Wanduhr, die gegenĂŒber der drei Betten standen. Es war 3Uhr morgens.
Sie dachte an James Potter. Er machte ihr jede Woche das Leben schwer. Jede Woche fragt er sie nach einem Date, jede Woche gab sie ihm einen Korb, jede Woche hatte er ein paar Stunden spĂ€ter eine neue Freundin mit der er rummachte. Anscheinend wollte er sie eifersĂŒchtig machen oder einfach nur ein MĂ€dchen bei sich haben, was fĂŒr ihn nicht so schwer war, mit seinen schwarzen Struppelhaaren, dem durch trainierten Körper, den er durch tĂ€gliches Quidditschtraining bekommen hatte, und seiner Meinung nach charmanten Art. Doch Lily hielt nichts von ihm. Sie empfand ihn als aufdringlich und belĂ€stigend.
Genauso schlimm wie er war sein bester Freund Sirius Black. Dieser hatte etwas lĂ€ngere braune Haaren und fast den gleichen Sixpack wie Potter. Woher Lily das wusste? Nun ja, im Sommer konnten es die beiden nicht lassen sich drauĂen bis auf Boxershorts auszuziehen und dann im See herumzualbern. Meistens stand dann eine Schar MĂ€dchen um den See herum und sahen schwĂ€rmend zu. Auch er wechselte seine Freundinnen öfter als seine UmhĂ€nge.
Eine weitere âschlechte Eigenschaftâ von James und Sirius war es, stĂ€ndig Streiche auszuhecken, sie an jĂŒngeren hilflosen ErstklĂ€sslern zu spielen, oder damit Severus Snape zu schikanieren. Letztens hatte sie in ZaubertrĂ€nke, als er schon fast fertig war, in seinen Kessel eine weitere Zutat dazu gemischt, sodass das GebrĂ€u in die Luft gegangen ist. Andernfalls wĂ€re der Trank perfekt gewesen, genauso wie der von Lily. Danach hatte Slughorn Severus getadelt und eine zusĂ€tzliche Hausaufgabe verpasst.
Diese Streiche an ihn regten Lily am meisten auf. Wieso konnten sie ihn nicht einmal in Ruhe lassen. Auch wenn Severus ein Slytherin war und sie als Schlammblut beschimpft hatte, verteidigte sie ihn immer noch, schlieĂlich waren sie mal eng befreundet gewesen. Doch beide hatten sich so unterschiedlich entwickelt. Die einzige Gemeinsamkeit die sie hatten war, dass sie Potter und Black nicht ausstehen konnten-besser gesagt einfach hassten.
Die zwei waren so arrogant, dass man sich das garnicht vorstellen konnte. Sie nannten sich Rumtreiber, zu ihnen gehörten auĂerdem noch Remus Lupin, den Lily völlig in Ordnung fand oder sogar mochte, weil er der vernĂŒnftigste war und und die anderen schon von manchen miesen Streichen abgehalten hat, und Peter Pettigrew, ein kleiner hĂ€sslicher fetter Arschkriecher.
Da Lily gerade nichts besseres zu tun hatte, zog sie sich eine Jeans und einen Pulli an, es war schlieĂlich Sonntag, ging sie aus dem Zimmer, schloss gerĂ€uschlos die TĂŒr hinter sich, um die anderen MĂ€dchen nicht zu wecken, schlenderte die Treppe hinunter in den Gemeinschaftsraum, und setze sich in einen gemĂŒtlichen Sessel am Kamin.
Das Feuer darin war erloschen, nur Asche war ĂŒbrig. Lily genoss die Ruhe, denn normalerweise tummelten sich hier alle Gryffindors.
Sie war gerade am Ăberlegen was sie jetzt noch machen könnte, als das Portrait aufschwang und drei Gestalten durch das Loch kletterten. Aus ihren Gedanken gerissen blickte Lily erschrocken auf. Vor ihr standen niemand anders als James, Sirius und ihr lĂ€stiges AnhĂ€ngsel Peter Pettigrew. Alle drei waren mit Schlamm bedeckt und ihre UmhĂ€nge waren teilweise zerissen, als hĂ€tten sie einen verbitten Kampf gehabt.
Ebenso schockiert waren die drei Jungs als sie Lily bemerkten.
Nach einem kurzem Moment des Schweigens fragte James: âWas machst du denn hier? Hast du auf uns gewartet?â Als Lily sich wieder gefasst hatte meinte sie: â Du kannst auch was anderes sagen als 'Evans, gehst du mit mir aus'? HĂ€tte ich nicht gedacht.â Leicht verlegen strich sich James mit der linken Hand ĂŒber den Nacken und runzelte die Stirn. Er wollte etwas sagen, aber Lily unterbrach ihn: â Wo kommt ihr denn her? Habt ihr euch schon wieder irgendwo herumgetrieben?â Nachdem Sirius eine Weile nachgedacht hatte erklĂ€rte er: âWir haben Qidditsch gespielt.âLily lĂ€chelte in sich hinein.
HĂ€lt er mich jetzt fĂŒr völlig blöd? Das was er mir erzĂ€hlt, glaubt er doch selber nicht. Pettigrew wĂŒrde sich NIEMALS auf einen Besen setzen.
Lily legte ihren Kopf schief und schwieg. James unterbrach die peinliche Stille, indem er fragte: âUnd was machst du so frĂŒh im Gemeinschaftsraum, Evans?â
âDas geht dich nichts an, Potter!â, fauchte sie ihn an. James öffnete den Mund, um zurĂŒck zu giften, lies es aber dann doch bleiben. Lily starrte die drei immer noch perplex an, als hĂ€tte sie Geburtstag und sie wĂŒrden ihr nicht gratulieren. Alle vier SchĂŒler standen einfach nur da und schauten sich an. SchlieĂlich erhob sich Lily, ihr war langweilig. Ohne ein weiteres Wort stieg sie die Treppe zum MĂ€dchenschlafsaal wieder hinauf. Nach ein paar Stufen drehte sie sich nochmal um sagte: âPotter, deine Brille ist schief, sieht nicht toll ausâ
Im Zimmer ging sie ins Bad, kĂ€mmte sie sich und machte sich fertig. Lily brauchte immer am kĂŒrzesten. Die anderen drei mussten noch Wimmperntusche, Eyeliner, Lidschatten und sonstiges unnötiges Zeug auftragen. Lily dachte sich immer:
Wozu brauch' ich das Zeug? Dadurch werde ich auch nicht hĂŒbscher. Potter wĂŒrde mir dadurch auch nicht nochmehr hinterher laufen.
Als sie fertig war, setzte sie sich aufs Bett und fing an zu lesen. Das vertrieb bei ihr immer die Zeit am schnellsten.
Um 8 Uhr schlug die Wanduhr mit dumpfen SchlÀgen 8 Mal. Lily reckte sich, schlug das Buch zu und sah sich um. Eine nach der anderen wachten ihre Mitbewohnerinnen auf. Katie war am schnellsten auf den Beinen und verschwand im Bad. Auch Alice stand auf, obwohl sie normalerweise ein Morgenmuffel war, denn heute war Hogsmeadbesuch.
Lily zog Liz hoch und rief: âHey, heute gehen wir nach Hogsmead!â
Lizzy blinzelte verschlafen und meinte nur: âIst ja gut, Lily! Ich weiĂ, dass du noch ein neues Kleid fĂŒr den Weihnachtsball brauchst, aber muss ich dafĂŒr wirklich mitgehen?â
Lily bestrafte sie mit einem Du-Bist-Doch-Meine-Beste-Freundin-Oder-Blick.
Katie kam aus dem Bad, in das gleich Alice verschwand.
Wieso mĂŒssen sie sich jeden Tag immer so mĂŒhselig schminken?
âJa genau, du brauchst auch noch einen Partner!â, ergĂ€nzte Liz, sodass Lily seufzte.
Ja sie hat Recht. Aber niemand will mit MIR ausgehen!
Lily hatte manchmal Minderwertigkeitskomplexe, weil Sirius sie immer verÀppelte, indem er sagte sie sei eine Streberin, dick, und habe hÀssliche Haare. Sie hatte es von ihm schon so oft gehört, dass sie es wirklich schon glaubte.
âAch komm Lily, Potter fragt dich heute bestimmt noch mal, oder eigentlich zum 108. Malâ, versuchte Lizzy sie zu trösten.
Als sich alle fertig gemacht hatten, gingen sie hinunter zum FrĂŒhstĂŒck. Es saĂen dort fast noch keine SchĂŒler, nur die Rumtreiber.
Lily verdrehte die Augen. Eigentlich wollte sie sich so weit wie möglich weg setzen, aber Liz wollte es genau andersherum: direkt daneben. Warum wohl? NatĂŒrlich die kleine SchwĂ€che fĂŒr Potter und Black, wie ungefĂ€hr 90 Prozent der restlichen MĂ€dchen an der Schule UND sie wollte mit einem von beiden zum Weihnachtsball gehen.
Auch Katie und Alice stimmten ein, denn bei den Rumtreibern saà Frank Longbottom, Alice' Freund. Lily bemerkte, dass Remus fehlte, was ihre Laune noch weiter verschlechterte, denn jetzt hatte sie nicht mehr einen zum reden; Liz versuchte immer mit Potter und Black zu flirten, Alice machte immer mit Frank rum und Katie war meistens mit Essen beschÀftigt.
Kaum waren sie angekommen, da fragte Potter auch schon: âEvans, gehst du mit mir aus?â Normalerweise hĂ€tte Lily geschrien: Nein wieso verstehst du nicht, dass ich dich hasse?
Aber heute lĂ€chelte sie brav, klimperte mit den Wimpern und sagte sanft: âNein!â Danach grinste sie ihn an. Sie setzen sich und begannen zu essen.
Potter war zu ĂŒberrascht um etwas zu sagen, sondern guckte nur blöd aus der WĂ€sche.
âWas ist eigentlich mit heute morgen? Hast du dir jetzt endlich eine bessere Ausrede ausgedacht?â
Katie und Lizzy die nichts davon wussten, weil es Lily ihnen verschwiegen hatte, blickten neugierig auf. James und Sirius ĂŒberlegten fieberhaft, nur Peter aĂ ruhig weiter, ihm wĂŒrde sowieso nichts einfallen. Im Normalfall hatte ja Remus alle Ideen, aber er war gerade nicht da.
âOK schon gut, wir haben uns mit ein paar Slytherins duelliert und... dabei ist Remus verletzt worden, deshalb liegt er jetzt bei Poppy im Krankenzimmer. Wahrscheinlich flirtert er gerade mit ihr.â, antwortete James.
Das ist doch so typisch Potter!
Lily hatte nicht gerade viel Hunger. Sie stand auf und ging zum Ausgang. Sie war noch nicht weit gekommen, um genau zu sein erst vier Schritte, als sie plötzlich eine Stimme nach ihr rief. âLily, Lily!â Sie drehte sich um und erblickte Steve Leeds. Er war ein chilligste Ravenclaw und dazu noch ganz hĂŒsch, fast so gut aussehender wie James oder Sirius, aber nur fast. Lily mochte ihn total, weil er viel wusste und recht nett war.
Steve kam auf sie zu. In den Augenwinkel sah sie wie Potter sie beobachtete.
âHey Lily, gehst du mit mir zum Weihnachtsball?â
Ha, wenn sie ja sagen wĂŒrde, wĂŒrde sie zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Erstens, sie hatte dann endlich einen cool Partner und zweitens Potter wĂ€re total eifersĂŒchtig.
Total glĂŒcklich antwortete sie: âJa klar doch!â
James klappte die Kinnlade herunter.
Was sie geht mit dem Volldeppen Leeds???
Lily hatte bemerkt, wie entsetzt Potter war, lĂ€chelte und um noch einen draufzusetzen fragte sie: âSteve gehst du mit mir heute nach Hogsmead einen trinken?â
NatĂŒrlich stimmte Steve zu und wenn Potter entsetzt war, dann war er jetzt mehr als bestĂŒrzt.
Katie, Liz, Alice und die Rumtreiber hatten das Geschehen mitverfolgt, auch sie waren ĂŒberrascht.
Lily nahm Steve an der Hand und zog ihn mit sich. Das brachte James Fass zum ĂŒberlaufen, er konnte nicht mehr zuschauen und legte seine Hand an die Stirn.
âAch komm James, mach dir nichts daraus! Du kannst mit jedem anderen MĂ€dchen hingehen.â
FĂŒr diesen Spruch bekam er böse Blicke von Katie, Liz und Alice, auch wenn sie wussten, dass es stimmte.
Steve und Lily waren wÀhrenddessen auf dem Weg nach Hogsmead.
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