
von Minimuffin
Entschuldigt bitte dieses unmögliche Chap, mir selber gefällt es nicht besonders, aber es gehört für mich dazu. Besonders Harrys Rede hat mich zum verzweifeln gebracht und ich versuche das nächste Chap besser werden zu lassen.
GLG Muffi
***
„Wenn ich um Ruhe bitten dürfte!“ Kingsleys beruhigende Stimme hallte klar durch den Raum. Alle Schüler sowie Lehrer des zweiten Stockwerkes hatten sich in einem der Gerichtsräume versammelt. Süß, wie aufgeregt sie doch waren.
„Danke. Nun, heute haben wir uns hier versammelt, um alle neuen Schüler willkommen zu heißen und allen alten Hasen ein herzliches „Willkommen zurück“ zu überbringen! Und noch einmal ein Dankeschön an alle, die sich dazu bereiterklärt haben, die Schüler zu unterrichten …“
„Man, das hört sich ja an wie in Hogwarts“, staunte Robert.
Harry lachte nur leise. Robert hatte nie die Reden von Dumbledore mitbekomme, diese waren inzwischen fast so etwas wie eine Legende. „Willkommen! Willkommen zu einem neuen Jahr in Hogwarts! Bevor wir mit unserem Bankett beginnen, möchte ich ein paar Worte sagen. Und hier sind sie: Schwachkopf! Schwabbelspeck! Krimskrams! Quiek! Danke sehr!“ Was hätte Robert jetzt gesagt, wenn er diese Rede gehört hätte? Die von McGonagall waren zwar auch gut, aber lange noch nicht so eindrucksvoll wie die ihres Vorgängers.
„Dieses Jahr wird sich nicht sehr viel vom alten Jahr unterscheiden. Die Ausbildungen werden keine Änderungen haben, nur wollen wir den – ich nenne sie jetzt einfach einmal Lehrer – mehr Freiraum gönnen. Insgesamt also werden die Unterrichtsstunden ein klein wenig gekürzt, dafür aber dann der zusätzliche Freiraum, in den Sachen wiederholt werden können, wenn zum Beispiel die ein oder andere Lücke vorhanden ist, oder wo man etwas spezieller auf etwas eingehen kann, erweitert.“ Kingsley machte eine kurze Pause, da viele anfingen zu klatschen. „Danke, aber das war doch nichts Besonderes! Bedankt euch lieber bei den Leitern der jeweiligen Büros, dass die sich gegen mich durchgesetzt haben!“ Es wurde gelacht. Oh ja, Harry erinnerte sich noch gut an die letzte Sitzung, in der sie Kingsley in den Wahnsinn getrieben hatten. „Okay, das war’s erst einmal von meiner Seite aus. Gehen wir nun etwas spezieller auf die Themen ein. Das „Büro“, das anfängt, ist die Abteilung für magische Strafverfolgung. Madam Hopfkirch, wenn ich Sie nach vorne bitten dürfte!“
Ein schwaches, aber höfliches Klatschen ertönte, das aber auch schnell wieder verstummte, als Madam Hopfkirch anfing zu reden.
„Nun, da wir wieder ein paar neue Schüler begrüßen dürfen, möchte ich erst einmal mit den Regeln beginnen“, leierte sie herunter. „Erstens muss dem jeweiligen Lehrer gehorcht werden. Zweitens werden die Zauberstäbe nur gezückt, wenn sie auch wirklich benötigt werden. Drittens werden Verspätungen nicht geduldet. Viertens …“
„Wo sind wir denn hier gelandet?“, hörte Harry Ron schräg vor ihm entsetzt flüstern. Die Menschen, besonders die Schüler, in seiner näheren Umgebung, glucksten leise vor sich hin. „Nee, jetzt mal ehrlich: Letztes Jahr dachte ich ja noch, okay, jetzt geht’s nicht mehr schlimmer – aber … was soll das?“ Ein kleiner Zauberer direkt vor Harry kugelte prustete lauthals los. Madam Hopfkirch blickte etwas verwirrt auf, dann besann sie sich wieder auf ihren Text und leierte weiter.
„Besser als Binns“, meinte ein Schüler des Aurorenbüros in der Reihe hinter Harry anerkennend.
„… zwanzigstens sollten Schüler nicht ausgeschlossen oder gemobbt werden, da sonst –„
„Madam Hopfkirch“, fiel ihr Kingsley ins Wort. „Madam Hopfkirch, meinen sie nicht, es wäre vielleicht besser, wenn sie ihre Rede so langsam beenden würden? Nicht, dass sie nicht großartig wäre“, fügte er dann noch schnell hintendran, als er ihren tödlichen Blick bemerkte. Das Publikum brüllte vor Lachen. Von wem ließ sich Kingsley sonst schon einschüchtern? „Das war sie nämlich wirklich. Aber es halten heute noch viele andere Leute ihre Reden und dann sollen die Schüler ja auch noch ein klein wenig lernen …“
„Ja, natürlich“, antwortete ihm Madam Hopfkirch unwirsch. Sie blickte auf ihre Notizen hinab und fuhr fort. „Nun, da ich ja meine Rede – an der ich übrigens eine Woche gearbeitet habe -“, diese Stichelei ging klar in Kingsleys Richtung, „nicht fortsetzen darf, wünsche ich Ihnen allen noch einen guten Tag.“ Und mit diesen Worten stolzierte sie vom Rednerpult und von der Bühne zu ihrem Sitzplatz, in dessen Nähe sofort das Lachen von den Gesichtern verschwand und sich alle etwas gerade wieder hinsetzten. Die anderen jedoch johlten unverhohlen auf und klatschten laut. Manche pfiffen sogar erfreut.
„Ähm, ja“, sagte Kingsley verwirrt nach einer kurzen Pause. „Das war dann die erste Rede aus der Abteilung für magische Strafverfolgung …“ Er sammelte sich kurz. „Machen wir nun weiter mit dem Büro gegen den Missbrauch der Magie. Edward Shambley, wenn ich sie nach vorne bitten dürfte!“
Auch er lieferte keine Granate ab. Zwar hielt er keine Vorträge über Regeln und Strafen, jedoch erzählte er nur das gleiche wie jedes Jahr – nämlich das, was die neuen Schüler für Abschlussnoten hatten.
„Danke, Edward“, unterbrach Kingsley auch hier, jedoch wesentlich gefasster. Seine Augen leuchteten auf bei der Ankündigung des nächsten Büros. „Kommen wir nun zu unserer Aurorenzentrale. Harry Potter, wenn ich auch dich nach vorne bitte dürfte!“ Der Applaus war nun wesentlich größer als bei Harrys Vorgängern am Rednerpult. Er hörte Ron noch rufen „Komm schon, Harry!“ und ein Zischen „Ruhe, Weasley!“, das ganz nach Percy klang. Belustigt blickte Harry ins Publikum und er wartete geduldig lächelnd, bis sie sich beruhigt hatten. Jedes Jahr war es das gleiche. Jedes Jahr rief Ron dazwischen und jedes Jahr wurde er von Percy in die Schranken gewiesen.
„Danke!“, rief Harry dann endlich in die Runde und sofort wurde es still. „Aber dabei habe ich gar nichts großes zu sagen … Ich möchte erst mal damit anfangen, jeden unserer neuen Schüler kurz vorzustellen und ich bitte euch dann wenigstens kurz zu erheben. Abatt, Florian!“ Florian erhob sich zögernd und nahm höflichen Applaus entgegen. Er war einer von Rons Schülern. „Brian, Sabbin!“ Auch er erhob sich. Kurz schweifte Harrys Blick zu Ted, der sich sichtlich nervös in seinen Stuhl drückte. Er seufzte kurz, ließ seinen Blick noch einen Moment auf ihm liegen, dann rief er noch ein paar Schüler auf. Dann: „Lupin, Ted!“ Schüchtern erhob sich der junge Mann, blieb einen kurzen Augenblick mit hochgezogenen Schultern stehen und ließ sich dann wieder schnell in da weiche Polster sinken. Als Ron dann auch noch einen kurzen Pfiff ausstieß, glich seine Gesichtsfarbe endgültig der einer fast reifen Tomate. Unbeirrt machte Harry schnell weiter, er wollte Ted schnell aus dem kleinen Rampenlicht ziehen.
„Sturges, Robert!“ Auch Robert war schüchtern, ja. Aber es war noch nicht so schlimm wie bei Ted, denn er stand wenigstens gerade und lief nicht in einer anderen Farbe an. Dann – endlich – kam der letzte Schüler dran. Dieses Jahr hatten sie besonders viele Talente entdecken können, deswegen waren es mehr als sonst.
„Zabini, Bridget!“ Er erhob sich, lächelte und machte eine kurze Verbeugung in die Runde, dann ließ er sich wieder nieder und alle Augen richteten sich auf Harry.
„Nun“, begann er und fuhr sich durch die Haare, „wie wir alle wissen, haben wir seit neunzehn Jahren keinen wirklichen Krieg mehr gehabt. Schön und gut, wir sind nun wieder sicher, können allen unseren Nachbarn vertrauen und so weiter und so weiter. Das denken bestimmt die meisten von euch.“ Er machte eine bedeutungsvolle Pause. „Aber es ist falsch. Zwar haben wir seit Jahren keinen Krieg mehr, der an den erinnert, den wir schon zweimal hatten – jedoch sind noch immer viele dunkle Magier unterwegs. Viele Todesser gibt es noch, viele wurden nie gefasst, sind ausgebrochen oder wurden verschont, da es zum Beispiel nicht genügend Beweise gab. Und dann gibt es immer noch den „Reinblüterwahn“, nach dem alle Muggelstämmige oder Halbblüter Missgeburten seien und keine Zauberer oder Hexen werden dürfen. Manche glauben immer noch an die These, die knapp zwei Jahrzehnten auftauchte: Nämlich dass Muggelstämmige ihre Magie geklaut haben von anderen Magiern. Das ist natürlich absoluter Blödsinn“, rief Harry aufgebracht und blickte den Leuten fest in die Augen. Ohne Ausnahme starrten sie zurück. „Genauso ist es Blödsinn, dass immer erzählt wird, der Imperio sei abgeschafft worden oder der Crucio oder sogar der Avada Kedavra!“ Fahrig und scheinbar unwillkürlich wischte er sich die Haare aus der Stirn, sodass alle seine Narbe sehen konnten. „Wenn euch also das jemand erzählt – glaubt ihm nicht! Erst vor ein paar Wachen gab es wieder einen kleinen, netten Kampf, in dem ich alle drei Flüche gesehen habe – letzterer hat sein Ziel zum Glück verfehlt.
Eigentlich wäre es ja schön, wenn wir das erreichen könnten – die unverzeihlichen Flüche abzuschaffen. Leider wird das meiner Meinung nach nie passieren, wir können nur versuchen, die Leute dazu zu bringen, sie nicht anzuwenden. Das also ist eines unserer Ziele. Und noch eines, die Todesser und anderen schwarzen Magier einzufangen.
Aber eigentlich sind wir ja wegen einem ganz anderen Thema hier versammelt“, meinte Harry und lächelte plötzlich leicht. „Eigentlich wollte ich nur kurz zusammenfassen, was die Neulinge im Aurorenbüro so alles lernen werden.
Tja, da wäre erst einmal eine Menge Theorie – Regeln, an die man sich halten muss, zum Beispiel was man in welchen Situationen tut. Wiederholungen – von einfachen Zaubern wie der Expelliarmus bis hin zu Schildzaubern. Neue Zauber und Flüche und andere Arten von Magie wie die Okklumentik. Auf euch werden also eine Menge schwieriger Sachen zukommen und ihr werdet viel Zeit investieren müssen.“ Er hörte leises aufstöhnen und verkniff sich nur mit Mühe ein Lachen. „Das war’s jetzt von meiner Seite.“ Und er ging wieder auf seinen Platz zurück, begleitet von Applaus.
„Gute Rede“, meinte Ted zu ihm, als Harry sich auf seinem Stuhl niederließ.
„Danke, Ted.“
Dann wandte er seinen Blick nach vorne und versuchte der nächsten Rede zu lauschen, doch seine Gedanken schweiften immer wieder ab – zu dem Jungen, der auf seiner anderen Seite saß und der auch schon seinem besten Freund Kopfzerbrechen bereitet hatte.
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