
von LasVegas
Soh, nach ewig langer Pause geht es auch hier endlich mal weiter. Es hat mich einfach so überkommen, mal wieder aus James' Sicht zu schreiben. Viel Spaß!
„Ach nee…“ Sirius, der hört auch nie auf zu maulen.
„Was ist denn jetzt schon wieder Padfoot?“ Danke, Moony, gute Frage, wirklich.
„Ach nichts.“, murmelt Sirius. Der weiß auch nicht, was er will. Bemitleidet werden, oder wie? Wenn wir nicht mal wissen, warum kann er sich das an den Spitzhut stecken.
„Prongs, haste mal nen Federkiel?“ fragte mich Peter soeben.
„Klar, warum?“ Warum frag ich eigentlich, wo ich mir die Antwort doch schon denken kann. Und ich sollte ihn jetzt besser nicht ansehen, sonst muss ich womöglich noch lachen. Aber Sirius neben mir hats schon wieder verbockt. Der lacht sich nämlich gerade die Haare vom Kopf und das will bei einem Sirius Black schon was heißen. Schließlich hat er so viele. Ich riskiere also doch einen Blick auf Peter und wie befürchtet kann ich nicht mehr an mich halten. Der ist schon der Hammer, unser Pete.
„Ich wette, du steigerst den Verbrauch an Federkielen um ein Vielfaches.“, triezt ihn Sirius. Remus hebt gerade den Federkiel auf, den Peter zerbrochen hat. Es sind sieben Teile. Im Ernst, wie kann man einen Federkiel in sieben Teile zerteilen ohne es zu beabsichtigen?! Unmöglich, könnte man meinen. Nope, nicht für Pete. Der kriegt einfach alles kaputt. Ich reiche ihm also meinen Adlerfederkiel.
„Pass bloß auf den auf.“, warne ich ihn noch. „Der war teuer!“
„Okay, danke, Prongs.“, murmelt Peter und beginnt wieder zu schreiben. Dass sein Umhang mit Tinte bekleckst ist, scheint ihn irgendwie nicht sonderlich zu stören.
„James?“, weckt mich Sirius aus meiner Trance.
„Hm?“, frage ich nur.
„Bist du nicht… ziemlich spät dran?“
„Für was denn?“ Ich gähne herzhaft.
„Fürs Quidditchtraining, du Keks!“ ruft es von der anderen Seite des Gemeinschaftsraums. „Kommst du, Cap, oder was?!“ Isabelle, das war ja klar. Kaum vergisst man mal, wann das Training anfängt, reitet sie drauf rum.
„Jah!“ brülle ich zurück. „Ich komm ja schon.“ Schnell hole ich meinen Besen aus dem Schlafsaal. Mein Zeug kann ich schließlich auch bei den anderen rumliegen lassen. Das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass sie irgendwas von mir abschreiben. Oder, dass Pete seine Tinte über meine Tasche kippt. Das wagt er nicht. Hoffe ich. „Los geht's.“, sage ich, als ich Isabelle erreichte, die mal wieder überschwänglich gelangweilt tut. „Ach, kleinen Moment noch.“ Ich drehe mich um und lehne mich über die Couchlehne, sodass ich Lily ins Ohr flüstern kann. „Hallochen, Evans. Du hast doch sicher Lust, mich nach dem Training auf ein Butterbier zu begleiten?“ Ich habe sie erschreckt, ganz sicher, denn sie schlägt mich mit ihrem Buch aus Versehen ins Gesicht.
„Oh, hab ich dich etwa getroffen, Potter?“, fragt sie mich süffisant.
„Ja!“
„Das tut mir jetzt aber echt Leid.“ Hey, meint die das jetzt Ernst, oder wie? „Ich dachte, da säße eine Fliege auf meiner Schulter." Sie verarscht mich. Das glaub ich ja nicht! Da muss ich leider mit einem schlauen Spruch daherkommen, den sie sicher auch ganz toll findet.
„Du schlägst Fliegen?!“ frage ich sie ganz überrascht. „Ich dachte, du seiest Pazifistin! Wenn ich das gewusst hätte, Evans! Jetzt bist du mir total unsymphatisch!“
„Na endlich!“ freut sie sich. Mittlerweile hat sie ihr Buch wieder aufgeschlagen und liest. Kann es sein, dass sie mich nie direkt ansieht? „Hast du's kapiert, da bin ich aber stolz auf dich und jetzt geh raus, spielen.“ Sie tätschelt mir die Wange, wie einem gehorsamen Hund. Hallo, du hast den falschen Marauder erwischt, Lily! Sirius ist der Hund, ich bin der Hirsch. „Los, husch, husch!“ Immer einen schlauen Spruch auf den Lippen, was? Ich hätte da eine viel bessere Beschäftigung für die.
„Ich weiß nicht. Vielleicht bleibe ich auch genau hier stehen und lasse das Training ausfallen.“
„Wirst du nicht.“, knurrt es mich in Stereo von Lily und Isabelle an. Manchmal frag ich mich wirklich, warum ich Captain bin, wenn ich mir nicht selbst aussuchen darf, wann und ob ich zum Training gehe!
„Na schön, weil ihr es seid.“, seufze ich und stehe auf. Dann lehne ich mich noch mal zu Lily vor. „Bekomme ich wenigstens einen Abschieds-Kuss?“
„Nein.“, brummt Lily.
„Dann kriegst du einen.“, grinse ich und küsse sie einfach auf die Wange. Diesmal erwischt sie mich nicht mit dem Buch. Langsam glaube ich wirklich, sie glaubt, ich sei eine Fliege. Jetzt ist Flucht angesagt, sonst kommt sie noch auf die Idee zu schlagen. Ich spurte also zum Portraitloch hinüber und als ich mich umdrehe, um Isabelle zuzurufen, sie solle hinmachen, muss ich einem sechshundert-Seiten-Wälzer ausweichen. Quidditch lohnt sich halt doch. Es macht wendig.
„James, das war nicht nett von dir.“ Sie klingt böse, aber ich kann ihr Grinsen praktisch hören.
„Ja, ich weiß.“ Ich wechsle die Schulter und lege meinen Rennbesen über die linke, damit ich besser zu ihr runter sehen kann. „Aber du musst zugeben, ihr Gesichtsausdruck war's wert.“
„James, ich versteh dich nicht.“, seufzt sie. „Ehrlich mal, ich dachte, du wärest in sie verliebt. Wenn das stimmt… dann versteh ich nicht, warum du dich so verhältst wie du dich verhältst.“
„Keine Sorge.“, lache ich. „Man muss einen Marauder nicht verstehen.“
„Da bin ich ja beruhigt.“, sagte sie nur und fährt sich fahrig durchs Haar.
„Jamie, der Mann der Stunde!“ ruft mir Sirius entgegen, als wir endlich völlig durchnässt vom Training zurückkommen. Oh je, das kann schon mal nichts Gutes sein.
„Okay, was habt ihr angestellt?“
„Gar nichts!“, verteidigt sich Sirius sofort. Ich ziehe nur eine Augenbraue hoch. „Also, wollen wir das mal klarstellen, hier, ja? Ich hab damit überhaupt gar nichts und null zu tun.“
„Sirius…?!“ Ich kann meine Stimme knurren hören. Huh, ich bin ja richtig furchteinflößend!
„Peter wars!“ Sirius, der ängstlich Köter. Verpetzt der doch tatsächlich unseren gemeinsamen Freund.
„Remus?“, frage ich hier die unvoreingenommene Partei.
„Hey, klärt das unter euch.“, sagt der aber nur. Mensch, Rem, das war jetzt zu unvoreingenommen. Da muss ich mir wohl erstmal anschauen, was genau die schon wieder angestellt haben.
„Sirius! Du hast auf meinem Aufsatz umgekritzelt!“
„Sorry, Prongs…“, murmelt er. Ja, Sirius kann zeichnen. Er zeichnet bescheuerte Comicstrips, die eigentlich lustig sind, aber nicht auf meinem Verwandlungsaufsatz.
„Jetzt sag mir bloß nicht, dass ist die Unveränderliche Tinte, die ich dir geschenkt habe?“ Bleib ruhig, James. Sag ich mir selbst jedenfalls. Aber als Sirius nickt, muss ich fast schreien. „Padfoot! Ich habe drei Stunden an diesem Aufsatz gesessen! DREI!“
„Ja, ich weiß… es tut mir Leid.“, nuschelt Sirius und setzt seinen Hundeblick auf. Ich kann nicht anders, ich muss ihm verzeihen.
„Schön.“, brumme ich. „Lass mich mal sehen.“ Ich nehme meinen ehemaligen Aufsatz, der als Schmierpapier missbraucht wurde, und schaue drauf. „Kann ich den behalten?“
„Klar.“, Sirius nickt mir zu. „Ist doch dein… Aufsatz.“
„Okay, danke.“ Ich nehme den Aufsatz und gehe zu Lily hinüber, die einsam auf einer Couch sitzt, weil Isabelle noch unter der Dusche steht. Dass Frauen immer so lange im Bad brauchen. Ich bin schon seit zehn Minuten fertig. „Hey, Evans!“ Sie verdreht die Augen und stöhnt auf. „Haste das Buch endlich fertig?“ Sie atmet tief durch.
„Pass bloß auf, Potter, oder ich treffe das nächste Mal.“
„Du triffst nicht.“
„Ach nein? Und warum nicht?“
„Tief in deinem Unterbewusstsein liebst du mich und du würdest mich doch nie so verletzen.“
„Potter, halt die Klappe!“
„Siehst du, jetzt beleidigst du mich schon wieder.“, sage ich beleidigt. „Schau mal.“ Ich halte ihr den Comicstrip vor die Nase, den Sirius von uns beiden gemalt hat. „So sollten wir eigentlich aussehen.“ Sie wirft nur einen kurzen Blick auf den Strip.
„Ist das ein Verwandlungs-Aufsatz?“
„Ja, und?“
„Ich glaube nicht, das McGonagall es so toll findet, wenn Sirius' Kritzeleien von uns auf dem Aufsatz sind.“
„Ach was.“ Grinse ich. „Den geb ich doch nicht ab. Aber schau mal genauer hin, was die beiden machen.“ Sie sagt nichts. Ich weiß ja auch so, dass sie sprachlos ist. Hehe, die zwei Kritzelfiguren küssen sich nämlich. „Du musst nichts sagen, Lily, meine Liebste.“ Boah, klingt das schmalzig. „Ich weiß, du willst es auch.“ James Potter mit der Lizenz zum unverschämten Süßholzraspeln. Hah! Klingt gut! Ich beuge mich vor, um sie zu küssen, sie zückt ihr Buch und das nächste, an das ich mich erinnere… ist der Krankenflügel.
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