Forum | Chat | Galerie
 
Startseite | Favoriten
Harry Potter Xperts
Harry Potter Xperts
Startseite
Newsarchiv
Link us
Sitemap
Specials
Shop
Buch 7
Buch 6
Buch 5
Buch 4
Buch 3
Buch 2
Buch 1
Lexikon
Lustige Zitate
Gurkensalat
Hörbücher
Harry, A History
Steckbrief
Biographie
Werke
Erfolgsgeschichte
Interviews
Bilder
Harry Potter & Ich
JKRowling.com
Film 7, Teil 1 & 2
Film 6
Film 5
Film 4
Film 3
Film 2
Film 1
Schauspieler
Autogramme
Galerie
Musik
Videospiele
Downloads
Lesetipps
eBay-Auktionen
Webmaster
RSS-Feed
Geburtstage
Gewinnspiele
Twitter
Fanart
Fanfiction
User-CP
Quiz
Währungsrechner
Forum
F.A.Q.
Über uns
Geschichte
Impressum

Fanfiction

Schattenschein - Mr. Karur arbeitet

von reewa

"Bei allen heiligen Tempeln meiner glorreichen Heimat, das darf doch nicht wahr sein!" Mr. Karur knallte den Hörer auf das schwarze Telefon und stürmte aus seinem Büro neben der Werkstatt, den verdatterten Sunil einfach stehen lassend und lief auf den Hinterhof, wo Tony und Jivan mit schnellen Bewegungen dabei waren, einen Rover älteren Baujahrs auf Hochglanz zu polieren.
"Wieso habt ihr ihn nicht aufgehalten, hä? Da draußen stehen noch 3 Wagen, die müssen heute noch raus und zwar picobello. Könnt ihr Söhne einer brünftigen Äffin mir vielleicht mal verraten, wie wir das schaffen sollen ohne ihn?"

Die Angesprochenen hielten einen Moment inne, waren verunsichert und schauten sich auffordernd an. Sie wussten, derjenige, der dem aufgebrachten Werkstattbesitzer antworten würde, würde auch zum Blitzableiter für dessen anstehenden Wutausbruch werden. Und so schwiegen sie. Und hatten Glück, denn bevor Mr. Karur einen von ihnen zum Sprechen auffordern konnte, erschien Sunils schlacksige Gestalt auf der Bildfläche.
"Pitaa?", wagte der junge Mann das Wort an seinen Vater zu richten.
Er erntete einen wütenden Blick. Dennoch redete er weiter. "Pitaa, Mr. Paramati ist gerade vorgefahren. Er möchte Sie sprechen."
Mr. Karur schnaubte leise. Das jetzt auch noch.
"Was für einen Eindruck soll er denn von uns kriegen! Saraswati, gib mir Weisheit!"

Mr. Karur rang die Hände und eilte dem Gast entgegen, der auf dem Platz vor dem Werkstatteingang geparkt hatte und sich lässig an seinen Wagen lehnte. Die Absicht war klar: Der Wagen war neu. Ein 635er BMW, leuchend rot, abgesehen von den dunklen Sprenkeln, die sich im unteren Bereich des Autos festgesetzt hatten.
So war es, dieses England, kalt und verregnet und hinterließ überall seine erdigen Spuren. Er hätte nach Singapur gehen sollen, wie sein Bruder Bishen, da war es jetzt warm. Aber was hatte dieser am Telefon gesagt? Heftige Regenfälle? Wenigstens warmer Regen.
Aber das war nun unwichtig. Da stand Mr. Paramati und der war wichtig. Schließlich hatte er Interesse an einer Verbindung ihrer beider Kinder. Und da Rati nicht gerade das war, was man eine Schönheit nannte, musste er sich glücklich schätzen, dass Mr. Paramati nicht abgeneigt war, ihr seinen Sohn zu geben. Aber teuer würde es werden, so viel stand fest. Ein Seufzen gerade noch unterdrückend, begrüßte der Werkstattinhaber den Neuankömmling.

Sunil stand am kleineren der beiden Fenster im Büro seines Vaters und beobachtete die beiden älteren Männer. Eines war klar: Sobald sie in diesen Raum treten würden, um zu verhandeln über das Schicksal zweier ihrer Kinder bei einer Tasse Tee, den Sunil gerade aufgesetzt hatte, würde er Mr. Paramati die Ehre erweisen müssen, dessen verdreckten Wagen zu waschen.
Er hasste das. Er war schließlich Mechaniker und kein Autowäscher. Dafür hatten sie immerhin Jivan und Tony und diesen John, der so komisch sprach und der heute Nachmittag einfach abgehauen war, ohne Pitaas Erlaubnis. Und nun musste er die Drecksarbeit machen.
Waren sie dafür in dieses Land gekommen? Um die Wagen fremder Menschen auf Hochglanz zu bringen? Wenn Onkel Bishen nicht so großzügig gewesen wäre, wer weiß, dann wären sie wohl noch immer in ihrem Distrikt in der Nähe der Zementfabrik, weit, weit weg.

Ein dumpfes Geräusch ließ ihn hochfahren. Jeremy klopfte gegen die große Fensterscheibe an der rückwärtigen Wand, die Mr. Karur jederzeit einen guten Überblick über das Geschehen in der Werkstatt erlaubte. Jeremy grinste und wedelte mit einem Stück Papier, das nach einem Auftragszettel aussah, vor seinem Gesicht herum. Dann verschwand er. Aber nur, um einen Moment später durch die Bürotür zu treten.
"Sunny, Junge, hör mal. Ich brauch deinen Herrn Vater, um hier was abzuklären." Und er wedelte wieder mit dem gelben Din-A 4 Blatt.
Aber ohne eine Antwort abzuwarten, fiel Jeremys Blick auf die dampfende Teekanne. "Oh, Tee, wie nett von dir! Für mich nur einen Schuss Milch, bitte." Und zwinkernd verließ der Mechaniker wieder das Büro.

Sunil wandte sich erneut dem kleinen Fenster zur Einfahrt zu. Es dunkelte bereits. Sein Vater und Mr. Paramati waren nur noch schemenhaft zu erkennen. Sie unterhielten sich immer noch da draußen. Wenn sie nicht bald hereinkämen, würde der Tee kalt sein.
Als hätten sie seine Gedanken gehört, setzten sich die beiden Männer in Bewegung und traten - sich offensichtlich über Mr. Paramatis Geschäfte unterhaltend - ins geheizte Büro.
"Ah, Sunil, mein Junge, gut siehst du aus". Der Geschäftsmann lächelte jovial, während Sunil ihm die traditionelle Ehre erwies.
"Ich glaube, es wird Zeit für Winterreifen. Du kannst doch sowas?"
Sunil nickte.
"Gut, dann gibt mir dein Vater einen Leihwagen und du bringst mir mein Baby morgen früh wieder nach Hause."
Sunil nickte erneut. Mr. Karur gab seinem Sohn Zeichen, sie allein zu lassen und sich bereits zur Tür gewandt, sah Sunil gerade noch aus dem Augenwinkel, dass Mr. Paramati etwas in der Luft schwenkte. Natürlich, die BMW-Schlüssel. Er nahm sie entgegen.
"Und dass mir anschließend kein Stäubchen mehr zu sehen sein wird!", begleitete der Vater die Übergabe etwas zu laut.

Sunil nickte und ging hinaus, um den Wagen des Gastes in den Hof zu fahren. Na, klasse, Reifenwechseln und Autowaschen. Das hätte er gern delegiert - am liebsten an John, der war gründlich. Und normalerweise die Zuverlässigkeit in Person. Normalerweise. Aber ohne Erlaubnis gehen? Pitaa würde ihn sicher rauswerfen. Sunil setzte sich hinter das Lenkrad und bugsierte den Wagen durch die schmale Hofeinfahrt.

Mr. Karur saß hinter seinem Büroschreibtisch, sah durch das kleine Fenster und lehnte sich erleichtert zurück. Da fuhr der Gast davon. In einem fast neuen, weißen Fiat Spider. Es war gut gelaufen. Sie würden sich einig werden.
Aber es gab noch viel zu tun. Dezember bedeutete Hauptsaison, morgen war der 28., das Jahr 1985 näherte sich seinem Ende und die Leute wollten den alten Dreck nicht mit ins neue Jahr nehmen. Und deshalb brauchte er hier jetzt jeden.
Während er einen Stapel Aufträge durchsah, bedauerte er, seiner Frau erlaubt zu haben, mit den Kindern nach Southhall zu fahren, um sich für die bald anstehende Hochzeit vorab zu orientieren. Nun fehlte sie ihm hier, genau wie Radha, seine Schwester, denn die lag nun schon seit einer Woche mit Fieber im Bett und es mussten doch die letzten Rechnungen für dieses Jahr geschrieben werden. Aber da konnte man nichts machen.

Doch auf seine Angestellten musste er sich verlassen können, auch wenn sie nur zum Autowaschen taugten. Was hatte Tony gesagt? John sei schlecht gewesen? Ganz bleich habe er ausgesehen? Das war nicht das erste Mal.
Mr. Karur war nicht unerbittlich. Letztes Mal hatte er ihn gehen lassen. Nicht ohne zu fluchen ob dieser Dreistigkeit, sich frei zu nehmen, wo doch Regen und aufgeweichte Straßen das Geschäft florieren ließen. Aber er hatte ihn gewähren lassen. So auch davor. Häuften sich die Fehltage etwa?
Missmutig schob er den Rechnungsstapel von sich fort.
'Wer weiß, was der Kerl hat', dachte er, 'Was Ansteckendes wohlmöglich. Wenn der morgen früh nicht pünktlich um 8 Uhr hier ist, dann schmeiß ich ihn raus.'


Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.

Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel

Top-News
Suche
Updates
Samstag, 01.07.
Neue FF von SarahGranger
Freitag, 02.06.
Neue FF von Laurien87
Mittwoch, 24.05.
Neue FF von Lily Potter
Zitat
Weil ich ein riesiger Fan von Gary Oldman bin, war ich bei unserem ersten Treffen völlig eingeschüchtert. Dabei ist er echt ein cooler Typ und ich habe mich in seiner Gegenwart sofort sehr wohl gefühlt.
Daniel Radcliffe