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Fanfiction

Schattenschein - Unvollendet

von reewa

Dieses Mal bog Remus nicht zum Privateingang des großen Hauses ab. Dieses Mal steuerte er den gerade Weg an, der ihn direkt zu Stubbs Heil- und Zaubertränke aller Art führen würde. Noch konnte er ungesehen wieder umdrehen. Der Zeitpunkt für ein Wiedersehen mit Lucy war denkbar ungünstig. Wie im letzten Monat, als alles schief gegangen war. Zu kurz vor Vollmond.
Er hielt einen Moment lang inne, dann beschleunigte er seine Schritte. Was sollte er sich jetzt den Kopf darüber zerbrechen? Lucy wusste schließlich auch, wie dicht der Zyklus vor seiner Vollendung stand. Und er würde sich zusammenreißen, das war sicher! Da bestand keine Gefahr! Sie würden nur über Lucys Fortschritte sprechen. Sonst nichts!

Remus trat durch die Ladentür. Eine kleine Fee saß über dem Türsturz und trällerte:

Willkommen, Kunde, nur herein.
Plagt dich irgend’ Zipperlein,
Soll’n Stubbs’ Tränke dir hilfreich sein!


Lucy stand hinter dem ausladenden Tresen, der die gesamte Rückfront nach hinten hin abschloss. Massive, dunkel lasierte Holzregale türmten sich darüber. Sie waren mit Gläsern und Flakons aller Art bestückt. Wie klein und verloren Lucy dagegen wirkte. Sie lächelte freundlich.
„Remus! Du bist gekommen!“
Dabei wirkte sie nüchterner, als er erwartet hatte. Die hochgeschlossene weiße Bluse unterstrich diesen Eindruck noch. Keine überschwängliche Wiedersehensfreude. ‚Gut so', versuchte er sich einzureden.

Lucy klappte einen Teil des Tresens zur Seite, so dass sich ein Durchgang zum rückwärtigen Teil des Raums öffnete.
„Wie geht es Cecilia?“
„Sie zuckt manchmal komisch. Irgendwie verstört. Ich nehme mal nicht an, dass du weißt, warum das so ist?“
Remus schüttelte vehement den Kopf. „Wie kommst du denn darauf?“
Lucy schien das Thema glücklicherweise nicht vertiefen zu wollen.
„Komm mit ins Labor, ich zeig dir was.“
Das Labor! Nicht die besten Erinnerungen. Aber gut, deswegen war er schließlich gekommen.
Er ging durch die Öffnung, folgte Lucy und erkannte, dass sich zwischen den Regalen eine kleine Tür verbarg, die, ebenfalls mit Regalbrettern bestückt, zuvor nicht auszumachen gewesen war. Das Mädchen öffnete sie und Remus fürchtete, die auf den Brettern befindlichen Gläser könnten von diesen herabgleiten und zerbrechen. Sie bewegten sich keinen Zentimeter. Nur die darin befindlichen Flüssigkeiten schwappten ein wenig hin und her. Temporärer Klebefluch, eindeutig. Während Remus hinter Lucy herging, fragte er sich einen Moment, was das Mädchen wohl tat, wenn ein Kunde nach etwas aus einem dieser Gläser verlangte. Auch einen nur temporären Zauber konnte sie schließlich nicht lösen. Aber er entschied sich, sie nicht darauf anzusprechen. Er wollte ihr nicht das Gefühl vermitteln, dass er glaube, sie sei für diesen Job eigentlich ungeeignet.

Wie bei den Besuchen zuvor, so verschlug der Anblick der Tränkeküche Remus auch dieses Mal wieder den Atem. Das Flackern der Feuer, die betörend intensiven Aromen, die von den Kesseln ausgingen, ihr Zischen und Brodeln – das alles verströmte seine eigene Magie.
Im Gegensatz zu den letzten beiden Malen, wartete Lucy nicht auf ihren Gast. Sie stand bereits vor einem ihrer kleineren Kessel und rührte bedächtig in dessen Inhalt herum.
„Ist es das?“, fragte Remus, der sich nach einigen Umwegen endlich auch dort eingefunden hatte.
„Hm“, machte das Mädchen nachdenklich und rührte weiter. Die dünne Flüssigkeit war von einem hellen Braun, in Farbe und Konsistenz dem Tee, den Remus allmorgendlich in der großen Halle einnahm, nicht unähnlich.
Der junge Mann beugte sich vor, um sich die schwach siedende Flüssigkeit genauer zu besehen. Dabei touchierte er leicht Lucys Schulter. Das Mädchen rückte scheinbar beiläufig einen Schritt von seinem Begleiter ab. Wieso schmerzte ihn das? Das war doch das, was er wollte. Die Gefühle aus dem Spiel lassen. Nüchtern bleiben.
„Das hier ist schon besser als alles, was ich vorher hatte. Aber es ist noch lange nicht wirksam.“
Noch lange nicht. Remus verbarg seine Enttäuschung.
„Allerdings wollte ich dir etwas anderes zeigen.“

Das Mädchen öffnete die Tür zum Labor. Auf den ersten Blick schien alles unverändert. Lucy setzte sich auf ihren Drehstuhl und schaute in die merkwürdige Apparatur auf dem Tisch. Dabei drehte sie mit der linken Hand das seitlich angebrachte Rädchen hin und her, bis sie mit der Einstellung zufrieden zu sein schien.
„Das hier ist ein Mikroskop. Dadurch kann man kleine Dinge groß sehen. Schau da mal durch.“
Remus dachte, wenn er etwas größer sehen wollte, reichte es, dieses Etwas mithilfe eines Engorgio entsprechend zu vergrößern. Aber dazu hätte Lucy auf die Hilfe eines Zauberers zurückgreifen müssen. Der ganze Muggelkram, den sie in diesem Räumchen angehäuft hatte, bewies Lucys Fähigkeit, sich so weit wie möglich von ihrer magisch begabten Umgebung unabhängig zu machen. Remus konnte nicht umhin, diesen Pragmatismus zu bewundern.

Er nahm Lucys Platz vor der Apparatur ein, den sie für ihn geräumt hatte, und blickte durch das lange Rohr. Er sah kleine, violette, in einer hellen Flüssigkeit schwimmende Teilchen. Nein, die hätte er nicht allzu gerne vergrößert, wie sie hin und her schwammen, end- und ziellos.
„Ich hab’ sie isoliert. Ich glaube, das sind die Übeltäter“, erklärte Lucy schräg hinter ihm.
„Wovon sprichst du?“, fragte Remus irritiert.
Lucy ließ ihn ihr betörendes Lachen hören. Es klang ein wenig überheblich.
„Weißt du denn nicht, was du dir da anschaust? Das ist dein Blut, Remus. Zumindest ein Teil davon. Ich hab’s mir immer wieder angesehen. Es war so verwirrend. In der letzten Vollmondnacht aber passierte etwas: Diese Teilchen, die du dort siehst, verbanden sich miteinander. Ich denke, das ist es, was deine Verwandlung auslöst. Alles, was ich noch tun muss, ist, ein Mittel zu finden, das diese Verschmelzung der Teilchen verhindert. Meinen letzten Versuch hast du eben im Kessel gesehen.“

Remus hatte sich von dem Gerät gelöst und zu Lucy umgedreht. Sie stand nun vor ihm und er schaute staunend zu ihr auf.
„Heißt das, du glaubst, dass es wirklich Hoffnung gibt?“
„Das hab’ ich dir doch gesagt.“ Für einen Moment sah sie stolz aus, dann verfinsterte sich ihre Miene wieder. „Das Problem ist, dass ich es nur in den Vollmondnächten testen kann. Es kann also noch eine Weile vergehen, bis …“
Remus war aufgestanden und blickte Lucy tief in die braunen Augen. Sie stockte. Er legte beide Hände auf ihre Schultern. „Ich bin dir so dankbar“, flüsterte er.
Sie aber entfernte seine Hände. „Du brauchst mir deine Dankbarkeit nicht so zu zeigen.“ Sie war also doch noch sauer.
„Es ist nicht, wie du denkst“, versuchte er sie zu besänftigen.
„Was denke ich denn?“ Trotzig hatte sie die Arme in die Seiten gestemmt.
Er rührte sich nicht vom Fleck. „Ich meine, es ist nicht so, dass ich dich nicht gern hätte. Es ist eher umgekehrt. Ich habe dich viel zu gern. Und das ist nicht gut.“
Ein surrendes Geräusch unterbrach das Gespräch.
„Kundschaft“, sagte Lucy. „Ich bin gleich zurück.“

Remus ließ sich wieder auf den Drehstuhl fallen. Lucy hatte also die ganze Zeit weitergeforscht. Obwohl er sich ihr gegenüber so mies verhalten hatte. Er fühlte sich schäbig.
Schon war das Mädchen wieder zurück. Sie sah wütend aus.
„Ob wir Lobaluggift hätten. Ich hasse es, die Leute an die Bobbins zu verweisen. Aber seit diese widerlichen Galleonen-Scheffler einen Exklusivvertrag mit den Wassermenschen abgeschlossen haben, haben sie ein Monopol darauf.“ Sie seufzte. „Noch eins.“
Remus musste unwillkürlich lächeln. Was war Lucy doch niedlich, wenn sie wütend war, und das ausnahmsweise mal nicht auf ihn.

Er stand auf und zog sie an sich. Hielt sie ganz fest in seinen Armen. Die Anspannung wich aus ihrem Körper und er spürte, wie sie sich an ihn schmiegte. Ihre Arme umschlossen ihn.
„Lucy, es tut mir so Leid. Ich hätte es dir erklären sollen“, hauchte er in ihr Ohr.
„Schon gut.“ So dicht an seinem Körper klang ihre Stimme gedämpft. Wie wenn einer der Jungs sich unter der Bettdecke vergrub und erklärte, dass er noch nicht aufstehen wolle.
Dann nahm Lucy den Kopf von seiner Brust und schaute ihn liebevoll an. „Was machen wir denn nur jetzt?“
„Ich weiß es nicht“, seufze er.
Sie löste sich aus seiner Umarmung und er sah, wie sich ihr Ausdruck schmerzlich verändert hatte.
„Wenn du nicht mit mir zusammen sein willst, dann hat es keinen Sinn, dass wir uns weiter quälen. Dann belassen wir es besser bei einer einfachen Kameradschaft.“
Remus schüttelte den Kopf. „Lucy, das schaffen wir nicht.“
„Dann dürfen wir uns also nicht wiedersehen.“ Er sah, dass sie Tränen in den Augen hatte. „Das ist doch absurd!“
„Ich habe nur Angst um dich.“
„Unsinn! Du hast nur Angst, einen Fehler zu machen. Aber ich bin mir sicher. Es kann nichts passieren.“
„Woher willst du das wissen? Keiner weiß das!“
„Was glaubst du, habe ich in den letzten vier Wochen gemacht? Nur in Kesseln gerührt? Irrtum! Ich habe gelesen – alles, was man über Menschen, die wie du sind, weiß. Und ich habe keinen Anhaltspunkt, keinen einzigen Anhaltspunkt gefunden, dass es eine andere Übertragungsmöglichkeit gibt, als durch einen Biss. Natürlich, wenn du mit mir bei Vollmond schlafen würdest, dann könnte das gefährlich werden. Aber einmal davon abgesehen, dass ich nicht auf Wölfe stehe, würdest du mich dann wohl sowieso lieber in Stücke reißen, als bei mir zu liegen.“ Lucy war nun sehr aufgebracht.
„Warum bist du so grausam? Ich will doch nur das Beste für dich.“
„Das hier ist das Beste für mich!“ Mit diesen Worten nahm sie seinen Kopf in beide Hände und küsste ihn so leidenschaftlich, dass nicht viel gefehlt hätte, und er wäre nach hinten gekippt, so überrascht kam der Ausbruch für ihn.

Er konnte nicht mehr denken. Und er wollte nicht mehr denken. Er wollte nur noch bei ihr sein. Er wollte alle Bedenken vergessen und begraben und nie wieder hervorkommen lassen.
Aber Lucy schob ihn plötzlich von sich weg. „Remus, meine Eltern können jeden Moment zurückkommen. Es ist besser, wenn du jetzt gehst.“
Er versuchte, die Besinnung wiederzuerlangen. Ihre Eltern! Die hatte er völlig vergessen. Er wollte etwas sagen, aber seine Stimme versagte.
Lucy schob ihn bereits durch die geöffnete Tür zurück in die Tränkeküche und übernahm dann die Führung durch das Gewirr an Kesseln, ihren Freund an der Hand hinter sich herziehend bis zum Flur.
„Ich lasse dich hier heraus, meine Eltern kommen bestimmt durch den Laden.“
Er nickte, als habe er verstanden, was sie sagte. Aber sein Herz schlug so heftig bis in jede Faser seines Körpers, er war nicht er selbst.

Der Flur bot die letzte Gelegenheit. Remus drehte Lucy zu sich herum, bevor sie die Haustür aufschließen konnte. Er presste das Mädchen dagegen und küsste sie noch einmal mit all dem Gefühl, das sich seinen Weg gebahnt hatte.
„Wann sehe ich dich wieder?“, fragte sie schließlich. „Meine Eltern werden kaum noch fort sein in nächster Zeit.“
„Gib mir eine Woche.“ Er hatte zehn Tage sagen wollen, brachte es aber nicht übers Herz. Zu sehr sehnte er sich nach diesem warmen, weichen, wundervollen Körper.
„Am nächsten Samstag also?“
„Ja, wir treffen uns in den Drei Besen.“
„Und dann?“ Sie hatte etwas Herausforderndes in ihrem Ausdruck.
„Dann weiß ich, wohin wir gehen können.“
„Wo uns niemand stört?“
Er drückte ihr noch einen kurzen Kuss auf die Lippen und gab dann die Tür frei.
„Nicht mal ein Geist.“


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