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Fanfiction

Die Macht des Blutes - In der Winkelgasse

von aliena

Mal wieder ein großes DANKESCHÖN an meine Kommisschreiber:
Barry P.
Hermini
Und chap01
Ich hab jetzt einfach zwei Kapitel geschrieben(das erste ist lang und das zweite kurz) und muss euch leider schreiben, dass dies wahrscheinlich die letzten für längere Zeit sein werden. Ich flieg nämlich in ein Paar Tagen in die Ferien und werde dort nicht ins Internet kommen. Aber vielleicht schaffe ich es noch vorher weiter zu machen, aber auch nur vielleicht;)
Jetzt wünsche ich euch aber viel Spaß beim lesen
GglG eure
aliena

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Die Macht des Blutes

In der Winkelgasse

„Guten Morgen, Herr Minister!“
Als Lucius Malfoy sein Büro betrat, wurde er sogleich überschwänglich von seinem Assistenten begrüßt, doch er erwiderte nichts, das tat er nie.
„Ihr Frühstück ist bereits fertig und steht auf Ihrem Tisch, sowie der Tagesprophet. Es gab keine weiteren Angriffe!“ Der Assistent folgte Lucius bis zu seinem Platzt.
„Ich weiß“, erwiderte der Minister hochnäsig.
„Was...und wieso, haben Sie die Zeitung schon bekommen?“ Der andere schien sehr verunsichert.
Lucius lächelte süßlich. „Denken Sie doch mal nach! Bisher wurden doch nur Todesser angriffen und da alle im Ministerium arbeiten, sollte ich als Minister doch als erstes wissen, wer von meinem Personal gestorben ist, oder?“
„Natürlich.“
„Jetzt gehen Sie mir aus den Augen, ich will alleine sein!“
„Jawohl, aber vorher“, der Assistent zog Briefe aus seinem Umhang hervor. Darunter einen, der mit grünem Wachs verschlossen war.
In Lucius Hals bildete sich ein Kloß. Wie ein gehetztes Tier sprang er auf und riss die Briefe an sich. „Verschwinde!“, fuhr er seinen Assistenten erneut an, der sofort den Raum verließ.
Dann war der Minister allein. Er starrte wie gebannt auf das grüne Wachssiegel, die anderen Briefe waren achtlos auf dem Boden gelandet. Er setzte sich wieder hin.
Wenn er schon so einen Brief bekam, musste etwas ernstes geschehen sein. Aber was? Was hatte er falsch gemacht?
Mit zitternder Hand öffnete er den Brief und las ihn sogleich durch:

Sehr geehrter Herr Minister,

Der allmächtige Lord Voldemort bittet um einen Termin bei Ihnen. Schreiben Sie unverzüglich ein Antwort auf die Rückseite.
Mit hochachtungsvollem Gruß
Wulfric Grey
Diener des Dunklen Lords


Lucius wischte sich den Schweiß von der Stirn. Was für ein Glück, dass Voldemort seine Briefe nicht selber schrieb, sonst würden sie deutlich anders aussehen.
Schnell suchte er Tinte und eine Schreibfeder, drehte das Pergament um und kritzelte eine Antwort auf die Rückseite. Der Brief verschwand in einer grünen, zischenden Flamme und Lucius wich zurück. Keine zwei Sekunden später war ein weiteres Zischen zu hören und Lord Voldemort stand im Raum. Knochig und dennoch bedrohlich. Die Raumtemperatur schien automatisch einige Grad zu sinken. Voldemort zwang sich ein Lächeln ab, was sein Gesicht zu einer noch grässlicheren Fratze verzerrte. „Herr Minister“, sagte er und ging mit ausgebreiteten Armen auf Lucius zu. Der wollte aufstehen, doch „Nein, nein! Bleiben Sie sitzen, Sie müssen nicht aufstehen, um mich zu begrüßen.“
Lucius Herz beschleunigte sich. Aus irgend einem Grund machte Voldemort ihm mehr Angst, wenn er so freundlich war. Er erinnerte ihn dann immer an eine Harpyie. Freundlich und scharmant zu Anfang und wenn ihr Opfer betört ist, grausam und brutal.
„Oh“, Voldemort tat beschämt. „Ich sehe, dass Sie essen. Ich hoffe störe nicht?“
Nun war der Minister doch auf gestanden und verbeugte sich. „Ihr stört nie, mein Herr!“
„Ich danke Euch! Ich meine, wer mag schon gern gestört werden...“
„Niemand, Herr!!“
„Das denke ich auch.“ Voldemort ging um Lucius herum. „Und am aller wenigsten Ich!“, zischte er.
Der Minister blickte auf und schaute zwei rot leuchtenden Augen entgegen. „Ähm...“
„Ich wurde heute Nacht gestört, von einem äußerst unfreundlichem Gast. Er hatte sich angeschlichen, einige meiner Männer überwältigt und wollte dann auch mich ausschalten.“
„Zum Glück ohne Erfolg!“
„Ja, für wahr. Aber dennoch, lässt mich dieses Geschehen nicht los. Ich frage mich immer wieder: Wie konnte dieser Mann mein Versteck finden?“
Lucius hielt die Luft an.
„Ihr wisst bestimmt, welchen Mann ich meine?“, fragte Voldemort.
„Der, der die Attentate ausführt...Herr!“, fügte er schnell hinzu.
„Genau der.“ Plötzlich packte er den Minister am Hals drückte zu. „Wie konnte er mich finden?“ Er betonte jedes Wort auf eine unheimliche Art und Weise.
Lucius bekam kaum noch Luft und die einzige Antwort war ein gequältes Gurgeln. Voldemort lockerte seinen Griff und er sank zu Boden.
„Du warst der einzige, dem ich sagte, wo ich mich aufhielt.“ Voldemort starrte kalt zu dem blonden Mann nach unten. „Du weißt sicher, was ich jetzt denke?“
„Nein, Herr, ich habe Euch nicht verraten! Das habe ich nicht!“
„Dann war es also ein anderer, der es wusste. Aber wer? Hast du etwa jemanden erzählt, wo ich war, hast du mein Vertrauen missbraucht?“
„Herr!“, schluchzte Lucius. „Es ist aus versehen passiert, es war keine Absicht!“
„Wem?“, fragte Voldemort nur.
„Ich weiß es nicht, es waren einige.“
„Und du weißt wirklich nicht, wem du es sagtest?“
„Wenn ich es doch sage!“ Der Minister fing an zu weinen.
„Keine Angst“, sagte Voldemort. „Ich werde dich töten, das Land braucht schließlich ihren Minister. Aber du hast mich zutiefst enttäuscht, Strafe muss sein.“ Er zog seinen Zauberstab. „Crucio!“
Lucius verkrampfte sich und schrie. Jede Zelle seines Körpers schien zu schmerzen. Er wollte das es aufhörte. Kurz bevor er die Besinnung zu verlieren schien, verschwand der Schmerz, doch er blieb liegen. Er atmete schwer, ordnete seine Gedanken, erst als ihm dies gelungen war, wagte er es sich zu erheben. Erleichtert stellte er fest, dass er alleine war.
Der Minister fasste einen Entschluss: Er würde versuchen den zu finden, der dafür gesorgt hatte, dass er bestraft wurde. Aber erst mal brauchte er seinen Assistenten dafür. Er richtete sich würdevoller auf, als er sich gerade fühlte „WEASLEY!“


Es war der erste Oktobertag und natürlich wurde das Wetter nicht besser.
Aber es war mehr Leben im ehemaligen Haus der Blacks. Die Wesleys und Lupins waren tatsächlich eingezogen. Ron hatte sich riesig gefreut, aber jetzt, knapp zwei Wochen später, hatte seine Begeisterung schon wieder nach gelassen, nachdem seine Brüder, Fred und George, zum dritten Mal dafür gesorgt hatten, dass sein Essen steinhart wurde, wenn er es anrührte. Hermine fand es witzig, was sie allerdings nicht zugeben würde.
„Willst du wirklich zur Arbeit?“, fragte sie Ginny, als Hermine meinte, dass sie heute nicht trainieren könnte.
„Natürlich, wir brauchen das Geld.“
Fred und George grinsten sich an. „Liebe Hermine, wie meinst du denn haben wir all die Jahre gelebt?“, fragten sie, erwarteten aber keine Antwort, da sie sofort weiter sprachen. „Richtig, wir waren so schlau und haben unsere Scherzartikelläden in Frankreich eröffnet, haben Personal reingesetzt und verdienen dennoch Unmengen. Du brauchst also nicht arbeiten.“
„Wirklich nett von euch, Jungs“, meinte Hermine. „Aber, erstens glaube ich, dass weder Ron noch ich von euch abhängig sein möchten und zweitens kann ich dass meinem Arbeitgeber nicht antun.“ Ron, der das Gespräch mitverfolgte machte ganz und gar nicht den Eindruck, als würde er etwas dagegen haben, von seinen Brüdern Geld zu bekommen. „Also, bis nachher“, sagte Hermine und ging in den Flur, um sich ihre Jacke anzuziehen, Ron folgte ihr.
„Hermine“, fing er vorsichtig an. „Wäre es nicht viel sicherer, wenn wir von denen Geld bekommen würden?“
„Eigentlich schon, aber...“
„Ja, du kannst es Mr Sleeve nicht antun.“ Ron atmete schwer aus.
„Richtig“, meinte sie und steckte ihren Zauberstab in die Innentasche ihrer Jacke, die sie verschließen konnte.
„Du nimmst den mit?!“
„Ja. Ich glaube, man fühlt sich schon wohler, mit dem Gedanken sich wehren zu können...gut, bisher brauchte ich ihn auch nicht, aber sicher ist sicher“, erklärte Hermine.
„Und, was ist, wenn er dir aus der Tasche fällt, dann bist du so ziemlich am Arsch.“
„Deine Ausdrucksweisen überraschen mich immer wieder...aber mach dir keine Sorgen“, sie schlang ihre Arme um ihn, „das wird nicht geschehen.“ Sie löste sich wieder von Ron und ging aus dem Haus.

Als Hermine nur noch wenige Schritte vom schwarzen Pferd entfernt war, wusste sie, dass etwas nicht stimmte. Sie hatte es im Gefühl. Vorsichtig setzte sie einen Fuß in die Kneipe und bekam einen Schock. Einige Tische und Stühle waren zertrümmert, Glasscherben bedeckten den Boden. Außer Mr Sleeve und seine Tochter waren keine Menschen da.
Ursula saß verstört auf dem Boden, während ihr Vater die Scherben zusammen fegte.
„Was ist hier denn passiert?“, fragte Hermine, doch sie wusste die Antwort schon.
„Todesser“, brummte Mr Sleeve und richtete sich auf, um ihr in die Augen zu sehen. „Sie sind gekommen und haben randaliert.“
„Aber das haben sie doch noch nie hier gemacht.“
„Aber schon in anderen Pubs. Es war nur eine Frage der Zeit, bis sie auch hier her kommen würden“, er strich sich über den Bart.
„Sie haben Mr White mitgenommen“, hörte Hermine Ursula murmeln.
„Mr White?“, wiederholte Hermine ungläubig.
Mr Sleeve nickte.
„Und dabei ist er doch so hilflos“, meinte seine Tochter.
„Gerade deswegen haben sie ihn doch geholt!“, brauste ihr Vater auf. „Die sind so feige, dass sie sich nie trauen würde, sich gegen jemanden zu stellen, der ihnen ebenwürdig oder sogar überlegen ist! Aber die gibst ja auch gar nicht. Wer soll sich gegen sie wehren, außer Zauberer?“ Er schaute Hermine fragend an und sie zuckte mit den Schultern. „Eben“, sagte er, „Es gibt niemanden, der das kann. Weil Zauberer alle schlecht sind! Ich kann verstehen, dass sie verbrannt wurden, ich würde mittlerweile das selbe tun!“ Er schlug mit so einer Wucht auf den Tresen ein, dass die Erde zu beben schien.
Hermines Blick wurde leer, sie fühlte sich plötzlich schlecht, sehr schlecht. Wäre sie doch nur früher da gewesen, vielleicht hätte sie helfen können, denn sie konnte sich wehren.
„Kathy“, Hermine zuckte zusammen, „du gehst besser nach Hause“, meinte Mr Sleeve.
„Nein“, sagte sie sofort. „Ich werde helfen, das aufzuräumen.“
„Es ist besser, wenn du jetzt gehst. Vielleicht schaffst du es dann, bevor es dunkel wird.“
„Ich geh in dieser Jahreszeit immer im Dunkeln nach Hause.“ Hermine hing ihre Jacke über einen Stuhl, der übrig geblieben war und fing an die Scherben weiter zusammen zu fegen.
„Es bringt nichts. Heute wird eh niemand mehr kommen, die sind alle geflohen.“ Er sah finster aus.
„Schon möglich, aber dennoch werde ich helfen.“
Mr Sleeve gab sich erstaunlich schnell geschlagen. Hermine vermutete, dass er nicht mehr die Kraft besaß, zu diskutieren. Traurig blickte sie auf die kaputten Gegenstände. Es wäre für sie ein leichtes, alles wieder zu reparieren, doch sie traute sich nicht, nicht nachdem Mr Sleeve so von Zauberern gesprochen hatte.
Es war heute unglaublich teuer, diese Gegenstände zu ersetzen. Gläser hatte er noch irgendwo gelagert, aber Tische und Stühle nicht.


„Ich möchte morgen schon in die Winkelgasse“, rückte Hermine plötzlich raus beim Abendessen, als sie wieder zu Hause war.
Alle schauten sie entgeistert an. „Aber, ich dachte du und auch die anderen wolltet noch warten, bis ihr besser in Form seid?“, fragte Lupin.
„Genau“, bestätigte Ron, „erst gestern hast du zu mir gesagt, dass es wohl noch lange dauern würde, bist du bereit bist.“
Hermine legte die Hände auf den Tisch. „Ich weiß. Aber heute wurde das schwarze Pferd von Todessern angriffen- sie waren schon weg als ich kam- und da habe überlegt und bin zu dem Entschluss gekommen, je eher wir anfangen, uns zu wehren, umso schneller kann es friedlicher werden in England.“
„Und was ist, wenn du noch nicht bereit bist?“
„Gut, ich bin nicht perfekt, aber ich bin gut genug, mich einem Kampf, sollte es dazu kommen, zu stellen.“
„Ich werde dir helfen“, warf Ginny ein. „Ich finde es toll, dass du so denkst.“
„Danke.“ Hermine lächelte sie an.
„Ich bin nicht so gut, aber auch ich werde helfen“, meinte Ron und seine Ohren wurden rot.
„Du bist gut, Ron“, sagte Hermine und er wurde noch verlegender.
„Also, morgen?“, wollte Mr Weasley wissen.
Hermine nickte.
„Gut, dann müssen wir uns noch einen kleinen Plan überlegen.“
Dieser Plan, wie Mr Weasley ihn nannte, waren in Wirklichkeit nur kleine Verhaltensregeln, damit sie wussten, wie sie vorgehen sollten. Sie sollte sich so unauffällig wie möglich verhalten und vor allem beobachten. Wer benahm sich seltsam? Wer könnte etwas im Schilde führen?
Denn sowohl Lupin, Mr Weasley, als auch Tonks waren der Meinung, dass der Täter seine meisten Informationen aus der Winkelgasse bekam.


Am nächsten Tag war es erstaunlich ruhig, nur Mrs Weasley schien ein wenig aufgedreht.
Fred und George hatten ihre Erfindungskünste eingesetzt und dafür gesorgt, dass, wenn man eine Kapuze trug, das Gesicht nicht zu erkennen ist.
„Ihr müsst euch keine Sorge machen“, erklärte Fred. „Wenn ihr die Kapuze nicht abnimmt, wird der Zauber die ganze Zeit weiter wirken.“
„Wie lange werdet ihr dort bleiben?“, warf Mrs Weasley nervös ein.
„Keine Ahnung Mom. Solange, wie es geht“, antwortete Ginny.
„Oder so lange, wie wir Lust haben“, ergänzte Ron.
Schließlich traten Ron, Ginny und Hermine raus auf die Straßen Londons. Sie mussten zu Fuß in die Winkelgasse, da sie nicht flohen konnten.
Hermine musste feststellen, dass man gleich ein völlig anderes Gefühl bekam, wenn andere ihr Gesicht nicht sehen konnten. Eine Mischung aus Sicherheit und Beklommenheit. Dieses Mal wichen die Muggel auch vor ihr ängstlich zurück.
Vor dem Tropfenden Kessel angekommen, blieben die Drei erst Mal stehen. Sie würden gleich in eine Welt eintauchen, in eine Welt, die sie damals ganz anders kennen gelernt hatten.
„Bereit?“, fragte Ginny, die ganz vorne stand.
„Bereit“, gaben die beiden anderen ihr zu verstehen.
Sie nickte und öffnete die Tür, die nur Zauberer sehen konnten.
Damals, als Hermine zum ersten mal hier eintrat, schlug ihr der Geruch von verbranntem Tabak und Essen entgegen, laute und lachende Stimmen von meist betrunkenen Leuten waren zu hören.
Auch jetzt waren zu Stimmen zu hören. Aber sie waren längst nicht so laut und ihre Erzeuger nicht so angeheitert. Ansonsten hatte sich eigentlich nichts verändert. Der gleiche schäbige Raum, mit den gleichen schäbigen Möbeln und ein schäbiger Tresen, mit einem sehr gealterten Tom, dem Wirt.
Es brannten Feuer in den Kaminen, die dem Raum ihr Licht spendeten. Eigentlich wirkte die Wärme eines Feuers immer dafür, dass die Atmosphäre angenehmer wurde, hier schien sie das genaue Gegenteil zu bewirken.
Kurz standen die Drei unschlüssig im Raum, doch als Hermine ihren ersten Schritt machte, taten die anderen es ihr nach. Der Wirt schaute ihnen hinterher, während er ein Glas, vermutlich aus langer Weile, polierte.
Auf dem Weg zum Hinterhof mussten sie an einem Tisch mit jungen Männern vorbei. Ron und Ginny senkten leicht ihre Köpfe, aber Hermine wagte einen Blick.
Sofort sprang ihr der linke Arm, von einen der Männer ins Auge. Er hatte die Ärmel seines schwarzen Oberteils hochgekrempelt und damit wurde sein dunkles Mal sichtbar. Hermine ließ ihren Blick hoch, bis zu seinem Gesicht wandern und erkannte Draco Malfoy. Wie auch damals war sein blondes Haar zurückgekämmt. Plötzlich, als hätte er bemerkt, dass er angesehen würde, drehte er seinen Köpf in ihre Richtung und Hermine konnte jetzt auch seine linke Gesichtshälfte sehen, die durch eine große Narbe entstellt war.
Die anderen Männer blickten auch zu Hermine, die schnell ihren Kopf senkte und ihre Schritte beschleunigte. So unauffällig, wie möglich sein, erinnerte sie sich an Mr Weasleys Worte. Das war dann wohl nach hinten los gegangen.
Im Hinterhof angekommen, atmete sie erst Mal durch. „Was hast du?“ Ginny schien zu merken, dass etwas nicht stimmte.
„Malfoy war da“, erwiderte Hermine atemlos.
„Junior oder Senior?“, fragte Ron gelassen.
„Natürlich Junior. Denkst du etwa, dass der Minister auch nur einen Fuß hier rein setzten würde? Der ist sich doch viel zu fein dafür“, antwortete Ginny.
„Er hat mich gesehen“, meinte Hermine.
„Ja, aber nicht dein Gesicht, oder hast du deine Kapuze abgenommen?“
„Nein. Stimmt, er kann mich nicht erkannt haben.“
„So, Themawechsel“, finge Ron an und stellte sich vor die Steinmauer. „Weiß irgendeiner von euch noch, wie man in die Winkelgasse kommt?“
„Ich nicht“, sagte Ginny.
„Aber ich, glaube ich.“ Hermine stellte sich neben Ron. „Okay...“, murmelte sie laut vor sich hin und zog ihren Zauberstab. „Vom Mülleimer aus drei nach oben...und zwei nach...hier! Das ist der Stein!“, sie tippte drei Mal gegen diesen Stein. Es öffnete sich ein kleiner Spalt, der immer größer wurde und schließlich stand ein Torbogen vor ihnen, der eine kleine gepflasterte Gasse frei gab.
„Wisst ihr, was mir gerade in den Sinn gekommen ist?“, wollte Ginny wissen.
„Nein.“
„Ron und ich, sind in einer Zaubererfamilie groß geworden und du nicht, aber dennoch konntest du dich an die Kombination erinnern, das ist ein bisschen peinlich.“
„Nö“, sagte Ron, „wir waren auch nicht so oft hier.“
„Aber öfter als Hermine.“
„Ja, mag sein, aber da sie eh das Supergenie ist, zählt das gar nicht.“
Obwohl Hermine die Gesichter der anderen auch nicht sehen konnte, wusste sie genau, dass Ron jetzt grinste und Ginny die Augen verdrehte.
„Gut, wie gehen wir jetzt weiter vor?“ Hermine drehte sich zu den anderen.
„Am besten, wir setzten uns irgendwo hin und beobachten“, meinte Ron. „Vielleicht bei Florian-“
„Den Eissalon gibt es nicht!“, sagte Ginny.
„Ich finde, wir sollten uns trennen.“ Hermine hatte laut überlegt.
„Aber ist das nicht zu gefährlich, wenn wir alleine sind?“
„Wir fallen doch viel mehr auf, wenn wir zusammen sind. Wir sehen nichts sehr vertrauenserweckend aus.“
Die anderen nickten. „Wann wollen wir uns dann wieder treffen?“
„In zwei Stunden im Hinterhof, des Tropfenden Kessels. Dann können wir uns schon mal austauschen und überlegen, ob wir weiter so machen.“
Sie trennten sich.
Hermine war nur einige Schritte gegangen, da merkte, dass niemand hier sonderlich freundlich aussah. Die meisten Menschen zeigten ihre Gesichter nicht, und die es taten, zogen ein Gesicht, dass man automatisch einen großen Bogen um sie machte.
Sie blieb vor dem Schaufenster der Apotheke stehen, um zu überlegen, wo sie am besten hingehen sollte. Hermine schaute sich um und ihr fiel das Schild der Bücherhandlung in Auge, sofort steuerte sie darauf zu. Gut, sie wusste, dass dies Ron wieder zum Lachen bringen würde: Hermine der Bücherwurm. Aber es hatte auch andere Gründe, da rein zu gehen. In Bücherhandlungen wurde man nicht sofort angesprochen, aber würde sie jetzt, beispielsweise, in die Apotheke gehen, würde sie sofort angesprochen werden.
Die Tür gab ein knarrendes Geräusch von sich, als Hermine sie öffnete. Als sie im Laden war atmete sie tief ein und genoss den Geruch, von Ledereinbänden und Pergamentblättern.
Sie ginge das Regal längs, natürlich hatte sie ihren Auftrag nicht vergessen, aber es befand sich eh keine andere Person hier, als der Verkäufer. Sie fuhr mit dem Finger, über die Buchrücken und stellte mit Schrecken fest, dass wirklich jeder Titel, das Wort Folter, oder böse, enthielt.
Wie kann ich meine Opfer richtig foltern?
Wie wirke ich wirklich böse?
Bin ich schlecht im Foltern?
Hermine atmete genervt aus.
„Kann ich der Dame behilflich sein?“ Sie drehte sich erschrocken um.
„Ach, eigentlich...“, sie hatte keine Ahnung, was sie jetzt sagen sollte.
„Was für ein Buch suchen sie denn?“
Hermine blickte den Winzling verzweifelt an, was dieser zum Glück nicht sehen konnte. Sie durfte jetzt nicht zu weich wirken, sie musste gemein rüberkommen, aber wie? Hätte sie sich doch nur dieses Buch Wie wirke ich böse? genommen, dann wäre sie auch nicht angesprochen worden. „Ach, ich kuck mir nur so welche an, ich benötige keine Hilfe.“
„Wenn Sie dennoch welche brauchen...ich bin dort.“ Er deute zur Kasse und Hermine nickte.
Ein weiterer Kunde betrat den Laden, ebenfalls schwarz gekleidet. Es war ein Mann. Der Verkäufer ging auf ihn zu.
Man konnte das Gesicht des schwarz gekleideten auch nicht erkennen, war es also Ron?
Hermine drehte sich wieder dem Bücherregal zu, aber beobachtete von der Seite immer noch den anderen. Es sah lächerlich aus, wie der Verkäufer vor dem Kunden stand, welcher ihn um mehrere Köpfe überragte. Der Winzling ging zu seiner Kasse und der schwarz gekleidete ging auf das Regal zu, was hinter Hermine stand.
Als er näher kam, stellte Hermine fest, dass es nicht Ron sein konnte. Dieser Mann trug einen Umhang, der völlig anders geschnitten war, außerdem sah er kleiner und auch muskulöser, als ihr bester Freund aus. Es gab niemanden, den sie kannte, der größer, als Ron war.
Hermine versuchte sich wieder auf die Titel der Bücher zu konzentrieren. Irgendwann nahm sie sich dann doch eines aus dem Regal, damit es nicht zu blöd aussah, das sie hier war.
Sie strich mit der Handfläche über die Vorderseite und schlug dann das Buch auf. Sie zog den Geruch des Buches in die Nase. Für sie hatte jedes Buch einen bestimmten und einzigartigen Geruch. Dieser Geruch missfiel ihr allerdings, vielleicht weil das Buch mit Folter zu tun hatte.
Da bemerkte sie es. Besser gesagt: ihn. Er stand nur wenige Schritte neben ihr und blickte sie an. Hermine ließ vor Schreck ihr Buch fallen. Der Mann schien es sofort wieder aufzuheben und reichte es ihr. Sie zögerte kurz, nahm es ihn dann aber doch ab. „Danke!“, flüsterte sie schon fast.
„Keine Ursache!“ Spätestens jetzt hätte jeder bemerkt, dass es sich nicht um Ron handelte. Die Stimme hörte sich ganz anders an, als die von Ron. Und doch hinterließ diese Stimme einen Stich in ihr drin.
Sie musste hier weg!
Achtlos legte sie das Buch zurück und stürmte aus dem Geschäft und ging wieder zum Hinterhof. Hermine musste wieder nach Hause. Sie hoffte, dass zwei Stunden bereits vorbei waren.
Diese Stimme erinnerte sie an ihn. Aber es war nicht seine. Harrys Stimme war so anders gewesen...nicht so dunkel. Aber es waren seitdem sie seine Stimme zum letzten Mal gehört hatte, sieben Jahre vergangen. Er müsste jetzt vierundzwanzig sein. Er konnte jetzt nicht mehr die selbe Stimme haben, wie damals. Es war Harry!
Hermine wollte schon wieder umdrehen, da kam ihr der Sinn, dass sie sich wohlmöglich irrte. Außerdem, wie sollte sie den Mann ansprechen? Und wenn er es war, wollte er auch nichts mit ihr zu tun haben, sonst wäre er doch schon in den Grimmauldplatz gekommen, um nach ihnen zu suchen.
Sie würde erst die anderen fragen, was sie von dieser Geschichte hielten.


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