
von aliena
Hi,
ich weiß, es hat lange gedauert aber es war für mich auch echt schwierig weiter zu schreiben.
Ich wünsche euch viel Spaß beim lesen und schöne Feiertage
glg aliena
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Die Macht des Blutes
10. Whitechapel
Bald würde sie noch wahnsinnig hier werden!
Ständig schritt Hermine auf und ab, nicht wissend, was sie jetzt tun sollte. Schon seit Ewigkeiten hatte sie den Grimmauldplatz nicht mehr verlassen, zumindest kam es ihr so vor.
Sie konnte auch nicht mehr richtig schlafen.
„Trainier doch einfach mit“, schlug Ron jedes Mal vor, wenn dieses Thema zur Sprache kam. „Dann würdest du bestimmt müde werden.“
„Nein, danke“, sagte Hermine bestimmt und warf einen skeptischen Blick auf Rons Arm, der ihm anscheinend zu schmerzen schien. Sie wusste von Ginny, dass er dort einen riesigen blauen Fleck hatte. Harry hatte sich mit Ron duelliert und ihm einen Schlag verpasst. Ginny meinte, dass der Schlag nicht mal doll aussah.
Harry selbst, war nun ständig im Haus- was leider, so musste Hermine feststellen, sein gutes Recht war, schließlich war es seins. Hermine wusste nicht, ob er auch über Nacht blieb, aber auf jeden Fall, saß Harry jeden Morgen mit einer Zeitung in der Küche und leistete Mrs Weasley Gesellschaft. Seit dem Gespräch, welches er und Hermine sehr spät in der Nacht geführt haben, sprachen sie keine Wort mehr miteinander.
Sie würde gerne das Schweigen brechen, weil sie wissen wollte, wo sich die Sleeves aufhielten, wie es ihnen ging und noch viele andere Fragen...Hermine lies es aber bleiben, da sie genau wusste, dass sie keine Antworten erhalten würde; außerdem wollte sie ihm nicht das Gefühl geben, dass er etwas wusste, was sie erfahren wollte.
Hermine hätte es sich anders gewünscht. Sie würde auch gerne unbeschwert mit Harry reden können, genau wie die anderen, aber sie konnte nicht. Außerdem lag es nicht nur an ihr, dass sie ihn nicht leiden konnte.
Sie blickte zu Harry. Er war über den Tagespropheten gebeugt und schien ihn regelrecht zu studieren. Es war kein normales lesen. Er sah viel konzentrierter aus. Doch eigentlich war er bei allem, was er jetzt tat wachsamer.
Harry wandte sich von der Zeitung ab und blickte genau in Hermines Augen. Schnell drehte sie ihren Kopf weg, aber er fixierte sie weiter. Mit einem Ruck war sie aufgestanden und verließ den Raum.
Wenn sie dieses Haus bald nicht mal verlassen könnte, würde sie wahnsinnig werden. Wenn sie schon anfing Harry interessant zu finden, war es schlimm um sie bestellt. Hermine beschloss, nach draußen zu gehen. Niemand konnte ihr das verbieten und wer sollte sie schon aufhalten?
Harry, schoss es ihr kurz durch den Kopf. Sie würde sich nichts von ihm befehlen lassen...nicht mehr.
Hermine griff nach ihrer Jacke und zog sich Schuhe an.
Handschuhe, überlegte sie und tastete ihre Taschen ab, sind da. Mütze ist... auch da. Zauberstab...ist nicht da.
Das war seltsam, sie war sich sicher gewesen, dass sie ihn in ihrer Jacke gelassen hatte. Nach kurzem Überlegen, entschloss sie sich dennoch einen Spaziergang zu machen. Ihr Zauberstab würde bestimmt wieder auftauchen und eigentlich war sie es auch gewöhnt, ohne Magie zurecht zu kommen.
Hermine wollte gerade die Haustür öffnen, da wurde sie bereits aufgerissen und drei vermummte Gestallten kamen ins Haus gestürmt.
Die riss sofort ihre Kapuze vom Kopf, es war Tonks. „Ist Harry hier?“, fragte sie Hermine.
„Ich bin hier“, kam die Antwort vom anderen Ende des Flures. Ron, Ginny, Mrs Weasley und auch der kleine Ted standen hinter ihm.
„Ahern plant mit einem Trupp von Todessern in einer Stunde in Whitechapel Muggel anzugreifen!“, erklärte Mr Weasley atemlos.
„Und er wird auch dabei sein?“, hackte Harry weiter nach.
„Nachdem was wir verstanden haben ja.“
„Gut, dann habe ich keine Zeit zu verlieren.“ Harry rannte in die Küche und kam wenige Sekunden wieder, dieses Mal allerdings mit einem Umhang um.
„Tonks du bleibst hier bei Ted...“, fing Lupin an, doch Harry schnitt ihm das Wort ab.
„Und du auch“, sagte er. „Ihr habt gute Arbeit geleistet, doch jetzt muss ich alleine weiter machen.“
„Aber wer weiß, mit wie vielen Todessern du es dort zu tun haben würdest?“
„Genau“, meinte Ginny. „Du wirst umkommen.“
Harry grinste. „Werde ich nicht . Nur mit Ahern wird es einen kurzen Kampf geben, die anderen interessieren mich nicht.“
„Ach, und du glaubst, die anderen Todesser werden nicht versuchen dich anzugreifen?“, fragte Hermine spöttisch.
„Ich werde einfach so schnell sein, dass sie gar nicht richtig reagieren können...Hermine, wir haben keine Zeit zu diskutieren. Whitechapel ist von hier ungefähr eine Stunde entfernt, wenn man schnell ist. Noch ein Grund, weshalb ich alleine gehen sollte.“
„Du wirst sofort auffallen!“
„Nein. Für die Todesser ist eine Art Schauspiel. Ich wette, dass dort einige Zuschauer sein werden.“ Er zog sich seine Kapuze über das Gesicht. „Bis später...“
In Hermine tobte ein Kampf. Auf der einen Seite war es ihr egal, was Harry tat und sie wollte auch nichts mit seinen Taten zu tun haben, aber auf der anderen konnte sie ihn nicht alleine gehen lassen. „Ich komme mit, ob du willst oder nicht!“, schrie sie ihn an.
Er drehte sich zu ihr um. „Ein bisschen leichtsinnig, wenn man bedenkt, dass du keinen Zauberstab hast.“
„Ich frage jetzt lieber nicht, woher du dass weißt.“
„Wir kommen auch mit!“, sagten Ron und Ginny.
„Nein, kommt ihr nicht!“, knurrte Harry.
„Wir haben keine Zeit zu diskutieren, wir kommen einfach mit!“ Hermine, Ron und Ginny blickten ihn entschlossen an und er stöhnte genervt auf.
„Schön, aber wenn wir noch mehr werden, dann wird auffällig! Geht eure Sachen holen!“
„Ich möchte aber, dass ein Erwachsener mit euch geht“, mischte sich Mrs Weasley ein.
„Mom, wir sind erwachsen“, erklärte Ginny ihrer Mutter und ging mit den andern beiden nach oben, um sich ihre Umhänge zu holen.
Als sie wieder nach unten kamen, hatte sich keiner vom Fleck bewegt.
„Du wirst sehen, es ist besser wenn wir gehen, schließlich sind wir jünger“, versuchte Ron sein Mutter zu beruhigen, was nicht wirklich funktionierte.
Bevor sie aus der Tür traten gab Harry Hermine wortlos ihre Zauberstab, den sie breit grinsend annahm. Das konnte er zum Glück nicht sehen, da sie ihre Kapuze bereits über den Kopf gezogen hatte. Es war seltsam, dass er sich so schnell hatte weich klopfen lassen.
„Wir sehen uns später!“, verabschiedeten sie sich und gingen auf die Straße. Doch kaum war die Tür hinter ihnen zu gefallen rannte Harry ohne Vorwarnung los. Ron, Ginny und Hermine brauchten einen Moment, bis sie sich auch bewegten.
Harry lief schnell, zu schnell, für Hermines Geschmack. Ron konnte, dank seiner langen Beine, am besten mithalten aber auch er hatte einige Schwierigkeiten.
Sie wusste nicht, wie lange sie gelaufen war, denn für sie wirkte es so, als wenn sie den gesamten Tag nichts anderes getan hatte, doch irgendwann blieb sie einfach stehen.
Ginny und Ron taten es ihr erleichtert nach und auch Harry machte halt, als er merkte, dass sie nicht mehr liefen.
Sein Brustkorb hob und senkte schneller als sonst, aber das war auch die einzige Erschöpfung die er zeigte. „Wir haben noch über eine Meile vor uns und nur noch eine halbe Stunde Zeit, wir können keine Pause machen“, sagte er.
„Können wir nicht apparieren oder so?“, fragte Ron.
„Nicht, wenn wir wollen, dass unser Erscheinen so unauffällig wie möglich ist.“
„Dann lass uns weiter“, keuchte Ginny.
Er nickte und wieder rannten sie los.
Sie legten keine Pause mehr ein. Irgendwann schaltete sich der Kopf von Hermine ab und sie lauschte nur noch ihrem rhythmischen Fußgetrappel.
Links, rechts, links, rechst...
Harry schien nicht mehr ganz so schnell zu sein, doch Hermine wusste, wenn er alleine wäre, würde er schneller sein.
Plötzlich drangen Laute einer großen Menschenmasse an ihr Ohr und Harry blieb stehen.
„Sind wir zu spät?“
„Nein“, er drehte sich zu den dreien um. „Wir werden uns gleich aufteilen. Jeder von euch sucht sich einen Platz in der Menge, wo er alles möglichst sehen kann.“ Sie nickten, dann fuhr er fort. „Ich möchte von euch das Versprechen, dass ihr euch ruhig verhaltet, egal was die Todesser tun, ihr werdet nicht einschreiten, es sei denn, ich gebe euch ein Zeichen.“
„Okay, aber was würde dieses Zeichen sein?“
„Das werdet ihr schon sehen.“
Sie gingen durch eine kleine Gasse und konnten jetzt auch die Menschen sehen. Anscheinend hörten sie gerade jemanden zu, der sich in der Mitte der Menge befand.
„...demonstrieren wir, was wir nach langer Forschung erreicht haben! Mit diesen Ergebnissen sollte es uns möglich sein auch andere Länder bald zu besetzten und ihnen unsere Macht zu zeigen!“
Die Vier hatten sich voneinander getrennt und mischten sich nun unter die Menschen.
Hermine wusste nicht, wie sie vorgehen sollte. Ihr Herz pochte wie wild. Teils wegen dem langen Lauf und Teils, weil sie Angst hatte erwischt zu werden.
Die Menge riss die Arme in die Luft und jubelte, dabei wurde Hermine hin und her geschubst, doch niemand schien Notiz von ihr zu nehmen.
Sie kämpfte sich ganz nach vorne, denn sie wollte genau sehen, was dort geschah, auch wenn sich etwas in ihr davor sträubte. Als sie nah genug war, um etwas zu sehen, blieb sie stehen und beobachtete.
Die Menschen hatte einen großen Kreis um Todesser gebildet, die in einer Reihe nebeneinander auf einem Podest standen. Nur einer stand weiter vorne und heizte die Menge ein. Gerade, als die Menschen wieder in Jubelrufe ausbrach gab er ein Zeichen, das dafür sorgte, dass einige der hinteren Todesser sich aus der Reihe entfernten und in das hintere, sehr heruntergekommene, Haus gingen.
Hermine sah sich um. Wie wollte Harry wissen, wer sein Opfer war? Schließlich sahen alle Todesser relativ gleich aus. Ihr kam die Idee, dass es auch sehr töricht war, gerade bei einer großen Veranstaltung, wie dieser, das Attentat durch zu führen. Jeder der Anwesenden war ein Zauberer und würde sich wohl kaum gegen die Regierung stellen.
Als die Todesser zurück kamen hatten sie Muggel im Schlepptau, vermutlich eine Familie. Sie knieten sich vorne auf das Podium.
Die beiden Muggelkinder weinten lautlos, auch die beiden Eltern zitterten nur die älteste, vermutlich die Großmutter, starrte mit erhobenen Kopf geradeaus.
Der Sprecher der Todesser zog seinen Zauberstab und ließ ihn über den Kopf der Knienden kreisen, als könnte er sich nicht recht entscheiden, wen er als erstes nehmen sollte.
Da blieb sein Zauberstab plötzlich über dem Kopf der alten Frau stehen. „Obruere!“, rief er laut und deutlich und zunächst schien es so, als wenn nichts geschah. Die Frau ließ nur ein seltsames Röcheln hören, doch dann fiel sie nach vorne und ihr Körper sah seltsam unförmig aus. Es wirkte fast so, als wenn eine unsichtbare riesige Hand auf sie drücken würde. Ihre Wirbelsäule knackte und knirschte und wurde immer weiter zusammen gedrückt. Die Frau schrie und Hermine schloss die Augen, versuchte diesen Moment zu verdrängen.
Harry musste eingreifen. Jetzt!
Der Todesser senkte seinen Zauberstab und trat von hinten gegen die alte Frau, so, dass sie vom Podest fiel und reglos liegen blieb, ihr Gesicht immer noch zu einem Schrei verzerrt.
„Dieser Zauber verursacht nicht ganz so viele Schmerzen, wie der Crutiatus- Fluch, allerdings kann man sich gegen diesen Zauber nicht wehren. Es gibt noch keinen Zauber, der gegen den Obruere- Fluch wirkt“, erklärte der Todesser voller Stolz.
Die Menge blickte interessiert auf den verunstalteten Körper des Muggels und was Hermine noch mehr schockte war, dass sie nicht sprachlos vor Abscheu oder Entsetzten waren, sondern vor Bewunderung.
„Wie Sie sehen, wurde hier die Wirbelsäule zertrümmert“, der Mann war zur der Leiche nach unten gegangen. „Ich hätte auch genau so gut den Kopf oder die Beine nehmen können. Es ist die Sache Zauberers, wo er den Fluch anwenden möchte.“ Er ging wieder nach oben und breitete die Arme weit aus. „Gut“, schrie er, „wen soll ich...“, seine Stimme erstarb für einen kurzen Moment, doch sofort hatte er sich wieder gefasst und brüllte: „PACKT IHN!“
Hermine drehte ihren Kopf in die Richtung, wo der Mann hindeutete und konnte erkennen, wie sich eine schwarze Gestallt durch die vorderste Reihe drängte und auf das Podest zuraste.
Die Todesser hatten bereits alle ihre Zauberstäbe gezogen.
Auch Hermine griff nach ihrem Zauberstab. Sie wusste, dass sie eigentlich, auf ein Zeichen hätte warten müssen, aber vielleicht hatte sie es verpasst. Sie schubste die Menschen zur Seite und zielte auf den ersten Todesser. Ein roter Strahl brach aus ihrer Zauberstab spitzte und traf den Mann am Kopf.
Zwei weitere Todesser sanken ebenfalls zu Boden, doch das war nicht der Verdienst von ihr, sondern von zwei anderen Gestallten.
Niemand hielt sie auf, also rannte Hermine näher auf das Geschehen zu.
Harry hatte inzwischen das Podest erreicht, zog sich mit einem kraftvollen Sprung daran hoch und hatte einen Silberfarbenden Dolch gezückt. Der Sprecher der Todesser feuerte Flüche auf den Angreifer, die einfach abprallten.
Harry riss ihn zu Boden und stieß fest mit dem Dolch in dessen Brust, da wo das Herz lag. Ein Todesser schoss einen Fluch auf Harry, der ihn mit einer Bewegung, mit der man normaler Weise Fliegen verscheuchte, einfach ablenkte; dann zog er die Klinge mit einem schmatzenden Geräusch aus dem leblosen Körper. Der Stahl schimmerte.
Hermine, Ron und Ginny wurden inzwischen von Todessern und einigen Menschen aus der Menge umringt. Nicht wenige waren einfach geflohen, aber es waren immer noch zu viele da, als, dass man sie bekämpfen konnte. Auch die Muggel hatten sich vom Podest geflüchtet.
Ginny richtete ihren Zauberstab genau auf das Gesicht eines Zauberers, der schon einen Fluch auf den Lippen hatte, und schrie: „Excaeco!“ Ihr Zauber traf den Mann genau auf Augenhöhe. Er presste seine eine Hand kreischend auf sein Gesicht und sein Zauber schnitt einen Todesser eine Tiefe Wunde ins Bein.
Rücken an Rücken standen die Drei nicht wissend, wie sie hier wieder heraus kommen sollten.
Harry sprang vom Podest aus zu ihnen in die Mitte.
„Wie intelligent!“, zischte Hermine. „Jetzt sind wir alle eingekreist!“
Er reagierte nicht auf ihr Kommentar, sondern kümmerte sich darum einen Todesser außer Gefecht zu setzten. Bei ihm sah das Kämpfen leichter aus, musste Hermine neidisch zugeben.
„Vorsicht!“, brüllten ihr plötzlich drei verschiedene Stimmen zu. Hermine tauchte aus ihren Gedanken wieder auf und sah einen hellen Lichtstrahl auf sie zu rasen. Harry schubste sie grob zur Seite, konnte selbst aber nicht mehr schnell genau ausweichen und bekam eine klaffende Wunde am linken Arm verpasst.
„Verdammt!“, presste er hervor, was nicht nur an seiner Verletzung lag, sondern auch daran, dass noch mehr Zauberer aus dem Nichts erschienen. „Haltet euch an mir fest!“, brüllte Harry am Boden kniend, ein roter Zauber sauste knapp an seinem Kopf vorbei.
Hermine fragte gar nicht warum. Sie packte seine Schulter.
„Lasst nicht los!“, befahl er noch ein Mal, dann nahm er den Dolch mit der rechten Hand und rammte diesen in den Boden. Ein klirrender Ton, als wenn Stein auf Metal trifft, war zu hören und eine riesige Druckwelle schien von dem Dolch auszugehen und alle drei hielten sich automatisch noch fester an Harry fest.
Die Druckwelle breitete sich aus und wurde immer größer. Obwohl sie unsichtbar war, wusste Hermine, dass jeder, der sie berührte davon geschleudert wurde.
Menschen flogen mühelos durch die Luft und sobald sie den Boden berührt hatten blieben sie liegen.
Harry zog den Dolch wieder aus dem Boden und ließ sich erschöpft zurück fallen.
„Harry, du musst deinen Arm versorgen“, keuchte Ginny.
Wieder antwortete er nicht sondern fasste in seinen Umhang und zog ein Stofffetzen raus, den er sich fest um seine Wunde bannt. „Ich kann sie erst richtig versorgen, wenn wir wieder im Grimmauldplatz sind“, sagte er und stand auf, wobei er leicht schwankte.
Hermine starrte wie in einer Trance auf die Menschen, die auf den Boden lagen. Es durfte nicht wieder passieren, dass sie plötzlich in ihren Gedanken verschwand; zumindest nicht im Kampf.
Eine Hand legte sich auf ihre Schulter. „Kommst du?“, fragte Ron sie. Hermine nickte und die beiden folgten Harry und Ginny, die schon einige Schritte voraus gegangen waren.
„Ich muss noch mal einen Verband rum legen, wahrscheinlich ist sie erst morgen richtig verheilt“, hörte man Mrs Weasleys Stimme aus der Küche. Sie hatte sich um Harry gekümmert.
Hermine war im Flur geblieben hatte sich auf die Treppe gesetzt und schaute auf ihre Hände, die mit Schmutz und Blut verkrustet waren. Jemand setzte sich neben sie und obwohl es Harry war sagte sie nicht, dass er gehen sollte.
„Ich musste es tun...es sind auch nicht alle tot...“, erklärte er ihr vorsichtig.
„Du musst dich nicht rechtfertigen“, sagte Hermine. „Das stört mich irgendwie auch gar nicht, schließlich habe ich heute auch getötet..“, ihre Stimme erstarb. „Ich habe Blut...an den Händen und im Gesicht und....ich weiß nicht von wem. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemanden so verletzt habe.“
„Das erste Mal ist immer schwierig“, meinte Harry.
Hermine schaute ihn an und ihr Blick fuhr über sein Gesicht, indem auch Blut klebte und zu seinem Arm. Er hatte sich noch keine neuen Klamotten angezogen und sein gesamter linker Ärmel war mit seinem Blut verkrustet. „Und das ist auch meine Schuld!“
„Hermine, das ist nicht meine erste Verletzung und es wird bestimmt auch nicht meine letzte sein.“ Er lächelte sie aufmunternd an und sie empfand es dieses Mal nicht als störend.
Hermine spürte die Tränen in ihren Augen aufsteigen und schnell wandte sie sich ab.
„Außerdem bin ich froh, dass ihr mitgekommen seid.“
Sie gab einen ungläubigen Ton von sich.
„Wirklich!“, beharrte Harry. „ Ohne euch wäre ich nie an Ahern rangekommen, es waren zu viele Todesser da...zu viele Zauberer insgesamt.“
„Du warst es doch, der alle mit einem einzigen Stoß umgefegt hat“, sie sah in seine Augen.
„Ja“, gab er zu, „aber das konnte ich auch nur, weil ich vorher Ahern getötet hatte.“ Er schaute sie eindringlich an. „Verstehst du? Ohne Ahern hätte ich das nicht gekonnt.“
Hermine zog eine Augenbraue hoch. Was wollte er damit sagen?
„Ich glaube, du solltest jetzt ein Bad nehmen“, fing er wieder an in einer völlig anderen Stimmenlage. „Und dich dann hinlegen, schließlich bist du bestimmt erschöpft.“ Harry erhob sich und ging wieder zurück in die Küche. Sie blickte ihm nach und machte sich dann wirklich langsam auf den Weg ins Badezimmer.
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