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Fanfiction

Die Macht des Blutes - Der Anfang vom Ende

von aliena

Die Macht des Blutes

23. Der Anfang vom Ende

Harry wusste nicht, was er tun sollte.
Er hatte zu lange nichts getan, ist zu sehr seinen Launen unterlegen gewesen. Schlicht: Er hatte sich nicht mehr unter Kontrolle.
Er sollte Informationen sammeln, zumindest trainieren, aber er konnte nicht.
Stattdessen lag er hier in seinem Bett und lauschte seiner eigenen Atmung, die sich mit der Atmung der Person vermischte, die neben ihm lag.
Sie war spät abends zu ihm gekommen, während die Meisten schon zu Bett gegangen waren.
Nur sie war noch durch das Haus geirrt und war zu ihm gekommen. Nervös hatte sie vor ihm gestanden und er hatte sie schließlich in sein Zimmer gelassen.
Zuerst herrschte Stille zwischen ihnen. Doch dann fing sie an, wie beim letzten Mal.
„Ich brauche jemanden, mit dem ich sprechen kann. Ich kann jetzt nicht alleine sein…“
Tränen rannen über ihre Wangen und Harry verkrampfte sich kurz. Was erhoffte sie sich nun.
Er konnte nicht agieren, wie beim letzten Mal.
Sie setzte sich auf sein Bett und schließlich setzte sich Harry neben sie.
„Ich weiß nicht, was mit mir los ist“, stammelte sie. „Es sollte mich nicht so mitnehmen und doch… ich kann nicht aufhören an sein Gesicht zu denken, als er starb.“ Sie schniefte und vergrub ihr Gesicht in ihren Händen.
Harry legte seine Hand auf ihren Rücken und streichelte sie zärtlich. Mit einem weiteren Schniefen drückte sie sich an seinen Oberkörper.
„Danke“, murmelte sie. Harry nahm ihr Gesicht in seine Hände und sah ihr in die Augen.
„Ginny, ich…“ Bevor er weitersprechen konnte, hatte sie schon ihren Mund auf seinen gedrückt. Wie das letzte Mal küssten sie sich…
Und nun lag er hier, im Dunkel. Ginny direkt neben ihm, tief schlummernd.
Vorsichtig erhob er sich vom Bett und versuchte unauffällig zu seiner Zimmertür zu gelangen.
Er wollte sich die Beine vertreten, einen Schluck Wasser trinken. Harry war nur noch wenige Schritte von Hermines Zimmer entfernt, da kam Ron heraus. Harry blieb stehen. „Abend“, sagte er leise.
„Hey“, erwiderte Ron nur mit gesenktem Kopf und ging an ihm vorbei.
Auch Harry hatte Probleme seinem besten Freund in die Augen zu sehen.
Ron war mitten in Harrys Zimmer geplatzt, als er und Ginny gerade vollkommen in einen Kuss vertieft waren. Es war ihr erster seit Jahren gewesen und zunächst sehr unsicher.
Harry hatte Ginny trösten wollen, irgendwie und schließlich war es zu einem Kuss gekommen. Ging es von ihm oder von ihr aus? Er wusste es nicht, nur, dass Ron sehr ungehalten reagierte, als er die beiden zusammen sah.
Plötzlich fragte sich Harry, ob Ron Hermine davon erzählt hatte? Er blieb vor ihrer Zimmertür stehen und verweilte einige Augenblicke. Wie Hermine wohl darauf reagieren würde?
Würde sie sich freuen? Wollte Harry, dass sie sich freute? Schließlich wäre es doch eine wunderbare Sache. Er und Ginny nach all den Jahren wieder vereint und jetzt, nachdem sie sich auch das zweite Mal geküsst hatten, sprach doch alles dafür, dass sie wieder zueinander finden würden.
Ja, was würde Hermine sagen?
Langsam hob Harry seine rechte Hand und klopfte nur einmal kurz an die Tür. Der Ton war nicht laut, er war sogar recht leise. Vermutlich wollte Hermine schlafen, hörte diesen klägliche Klopfer gar nicht und Harry wollte es auch gar nicht wiederholen. Es war spät, er würde gleich wieder in sein Zimmer gehen und sich neben Ginny legen…


Ron hatte soeben Hermines Zimmer verlassen. Sie zog sich aus und schlüpfte in ihren Schlafanzug. Sie hatte erst die Hose übergestreift, da glaubte sie ein leises Klopfen zu hören.
War es Ron, der nur nicht so laut klopfen wollte, damit andere im Haus nicht wach werden konnten, schließlich war es schon nach Mitternacht.
Hastig zog Hermine sich ihr Oberteil über den Kopf und ging zur Tür, doch dahinter befand sich nur der leere Flur, niemand war zu sehen, also doch nur Einbildung.

Am nächsten Tag fiel es merklich auf, dass Ron Ginny misstrauisch beobachtete.
Schon am Morgen starrte er sie an, doch seine Schwester lächelte nur mild darüber, ja, schien geradezu belustigt.
Hermine konnte es nicht verstehen. Beide nicht. Weder Ginny, die noch einen Tag zuvor völlig niedergeschlagen gewesen war, noch Ron. Was für Hintergründe hatte er, sie so zu begaffen?
Jetzt begann Ginny auch noch fröhlich zu pfeifen. Hermine lächelte. „Dir geht es aber gut“, stellte sie fest. „Darf man fragen, wie es kommt?“
„Nur so, ich war lange genug niedergeschlagen.“ Dann flog sie förmlich hinaus in den Flur.
„Und was ist mit dir los?“, fragte Hermine Ron.
„Nichts…“
„Du siehst sehr missmutig aus.“
„Ich denke nach!“, knurrte Ron und Hermine vermied es lieber ihn nochmal anzusprechen.
„Remus, ist Harry schon wieder da?“, fragte Hermine, da Harry losgegangen war, um den Tagespropheten zu besorgen.
„Noch, nicht. Es sollte aber nicht mehr lange dauern.“
„Ja“, murmelte Hermine. „Er ist ja schon recht lange fort…“ Eine halbe Stunde, um genau zu sein. Für gewöhnlich brauchte er keine zehn Minuten, um die Zeitung zu holen. Hermine schüttelte leicht den Kopf, um ihre Gedanken loszuwerden. Sie hatte es nicht nötig, sich Sorgen um Harry zu machen, dass hatte sie ihm doch auch klar gemacht, oder?
Harry hatte mit ihr reden wollen und sie hatte ihn abgewiesen, genau, wie er gesagt hatte.
Im Nachhinein wirkten ihre Worte wohl doch sehr auswendiggelernt.
Sie hätte sich auf das Gespräch einlassen sollen, wer weiß, zu welchem Ergebnis sie gekommen wären.
Aber nein, dachte Hermine, so hatte sie sich eine Unterhaltung gewünscht. In der Zeit, in der Harry fort war, ist sie oft fiktive Gespräche mit ihm im Kopf durchgegangen. Sie hatte sich verschiedene Reaktionen von sich selbst zurückgelegt, verschiedene Antworten auf seine Fragen ausgedacht. Allerdings fielen sie sich danach immer glücklich in die Arme, was in der Realität nicht ganz so endete.
Der Abschluss war kühl und gar nicht herzlich…
„Alle mal herkommen“, rief die Stimme von Harry aus dem Flur. Er war wieder da und schien äußerst aufgebracht.
Hermine und Ron sprangen auf und folgten den anderen zu Harry, Ginny stad schon bei ihm.
„Was ist denn passiert?“, wollte George wissen.
Harry hielt den Tagespropheten über seinen Kopf.
Hermine stockte der Atem. Hatte man die Leiche von Draco Malfoy gefunden? Schon so früh?
„Es wird eine Versammlung am Speakers Corner geben, morgen!“, verkündete Harry. Er reichte die Zeitung an Mr. Weasley weiter. Auch Hermine warf einen kurzen Blick auf den Artikel.
Er war kurz, bestand nur aus zwei Zeilen und befand sich gleich auf der zweiten Seite.
Hermine runzelte die Stirn.
„Ihr wisst, was das bedeutet. Viele bedeutende Todesser werden dort sein. Lestrange, Greyback und noch viele mehr.“
„Woher willst du das wissen?“, fragte Hermine. „Ihre Namen stehen hier nicht geschrieben, nur, dass der Minister zur Versammlung ruft.“
„Da werden bestimmt Todesser sein, um den Minister zu beschützen. Sie werden sicherlich damit rechnen, dass Harry auftaucht“, meinte Ginny.
Harry nickte und zog sich dabei seinen Umhang aus. „Genau das denke ich auch! Wir müssen die Aktion jetzt klären, wer geht mit, wo stellen wir uns hin… also los!“ Vollkommen aufgeregt raste er an allen vorbei in die Küche.
„Das kann nicht sein ernst sein“, zischte Hermine.
„Warum denn nicht?“, fragte Ron.
„Weil es zu einfach ist“, antwortete sie und folgte den anderen in die Küche.
„Ich möchte Tonks und dich, Remus, auf jeden Fall dabei haben“, verkündete Harry und ging auf und ab, während die anderen sich setzten. „Fred, George… ich brauche Ablenkungsmanöver, irgendwas, was Rauch erzeugt, was laut ist, irgendwas. Ron, deine Hilfe könnte ich aus der Ferne gebrauchen. Es werden viele Anhänger von Vodemort dort sein, die vermutlich nicht zögern würden mich anzugreifen. Ich möchte, dass du alle schockst, die mir gefährlich werden können.“ Nun blieb er stehen. „Hat jemand von euch noch Ideen?“
Ein Leuchten ging durch seine Augen und Hermine könnte schwören Wahnsinn zu erkennen.
„Wieso gehen wir nicht alle dahin?“, wollte Ginny wissen.
„Zu viele wäre auch dort nicht gut. Von mir aus, können sich noch einige außerhalb positionieren, sollte etwas nicht so laufen, wie geplant.“
„So können wir es machen“, nickte Remus.
Hermine verschränkte die Arme und blickte in die Runde. Niemand schien Bedenken zu haben, sie war wieder die Einzige.
„Etwas stimmt da nicht“, sagte sie schließlich.
Harry grinste. „Ich habe schon die ganze Zeit darauf gewartet, dass du etwas Ähnliches sagst.“
„Ja? Nun, kommt es euch nicht seltsam vor, dass so ein Aufruf einfach so in der Zeitung verkündet wird. Man weiß, dass der Minister kommen wird. Warum machen sie es in der Öffentlichkeit, warum nicht im Ministerium und warum erfahren alle davon, wenn die Einladung doch nur für Todesser bestimmt ist, die auch für den Minister arbeiten?“
„Es ist nicht das erste Mal, dass sie eine Versammlung in der Öffentlichkeit abhalten“, gab Ginny zu bedenken. „Nicht wahr, Harry?“
Dieses „Nicht wahr, Harry?“ ließ Hermine eine Augenbraue hochziehen.
„Ja, obwohl ich Hermine verstehen kann.“
„Danke…“, setzte Hermine an.
„Aber“, Harry betonte dieses Wort, „ ich glaube, dass du dir unnötig Gedanken machst. Erwartest du einen Hinterhalt?“
„Ja, in der Tat.“
„Dann musst du nicht mitkommen“, erklärte Harry, als sei es das Normalste der Welt.
Hermine stöhnte innerlich auf. Sie hatte es satt immer als Idiotin da zu stehen.
„Was denkt ihr?“, wandte sie sich an die anderen und hoffte dabei besonders auf die Vernunft von Remus und Tonks.
„Wir sollten es versuchen“, meinte Tonks.
Hermine klappte fast die Kinnlade runter.
„Selbst, wenn es ein Hinterhalt sein sollte, können wir es schaffen. Ihr erzähltet doch, wie es das letzte Mal ablief. Ihr wart auch von vielen Todessern umringt und dennoch konntet ihr zu viert entkommen-“
„Ja, aber nur wegen Harry!“; rief Hermine. Sie bereute ihre Worte noch im selben Augenblick.
„Eben, also was sollte schief gehen?“
Alles, dachte Hermine. Es könnte alles schief gehen.


Harry ging zufrieden hinauf in sein Zimmer. Die Zeit des Wartens war nun endlich vorbei. Seit Jahren arbeitete er daraufhin und nun konnte er sein Werk endlich vollenden… nun, nicht ganz, aber danach würde es nur noch Voldemort und ihn selbst geben.
In seinem Raum angekommen nahm er sich seinen Dolch, den er, in einem Tuch eingewickelt, in seinem Nachtschränkchen hatte.
Vorsichtig wickelte er die Waffe aus dem Stoff und betrachtete den silbernen Schimmer, fühlte das Gewicht in seinen Händen.
Sechs Leute hatte er bisher mit dem Dolch erstochen. Zu wenig, um die ganze Macht auszureizen.
Er musste viel geben, für diese Macht. Mehr als nur das Versprechen, es niemanden zu sagen.
Harry fühlte keine Reue mehr, fand es nicht schwer einem Menschen das Leben auszuhauchen.
Beim Gedanken, es morgen wieder zu tun, ging ein Zittern durch seine Finger. Es würde sich morgen zeigen, wer auch den endgültigen Sieg davontrug, da war er sich sicher.
„Harry?“ Eine Stimme!
War es Ginny? Warum hatte sie nicht geklopft? Er seufzte und wickelte den Dolch wieder in den Stoff ein.
Er blickte auf, doch er schaute nicht in Ginnys braune Augen, sondern in die von Hermine.
„Ich muss mit dir reden. Ich wollte es erst lassen, aber dann habe ich es mir doch anders überlegt.“ Harry sagte nichts, also fuhr sie fort. „Ich bin mir sicher, dass sie die Leiche von Draco gefunden haben. Sie sind sich sicher, dass bei so einer Anzeige jemand kommen wird, vorzugsweise der Mörder, also du Harry. Egal, wie gut wir vorbereitet sind, sie sind uns mehrere Schritte voraus. Sie rechnen damit, dass wir kommen werden.“
Harry steckte den Dolch zurück in seinen Nachtschrank. „Ich weiß“, seufzte er. „Das heißt aber nicht, dass wir verlieren.“
Hermine funkelte ihn an. „Das ist kein Spiel, Harry! Es geht nicht darum, wer gewinnt und wer nicht. Es geht darum, ob wir lebend da wieder rauskommen!“
„Glaubst du ich weiß das nicht?“, brauste er auf. „Ich wollte erst nicht, dass wir zusammen arbeiten, ich wäre auch super ohne euch zu Recht gekommen.“
„Darum geht es nicht!“, fauchte Hermine.
„Dann sag mir, worum es geht!?“ Inzwischen hatte er sich vom Bett erhoben. „Sag es mir, Hermine! Ich weiß es nicht!“
Sie presste die Lippen aufeinander, schluckte. Ihre Brust hob und senkte sich schneller, als gewöhnlich. „Ich mache mir Sorgen“, sagte sie in viel ruhigerer Stimme, als vorher.
Harry blickte sie an und fühlte plötzlich ein eigenartiges Ziehen in seiner Magengrube.
Das wusste er eigentlich schon längst, aber aus ihrem Mund zu hören, war etwas ganz anderes, besonders, wenn er daran dacht, wie ihr letztes Gespräch unter vier Augen gewesen war.
„Es könnte so viel schiefen gehen. Ich habe Angst, dass dir etwas passiert, dass Ron, Remus und Tonks etwas geschieht“, fügte sich hinzu und senkte ihren Blick. „Ich stelle mir immer vor, was ich tun würde, solltest du einen Fehler machen und… getötet werden. Es wäre alles vorbei.“
Harry runzelte die Stirn. Ging es ihr nur darum? Liebend gerne würde er wieder ihre Gedanken gelesen, doch er hatte sich geschworen es nie wieder zu tun. Harry versuchte im ruhigem Ton zu antworten, was ihn wohl nicht ganz gelang: „Klar, ihr braucht mich. Ohne mich keinen Frieden, was?“ Er blitzte sie an. Sah Hermine ihn auch nur, als eine Art Werkzeug?
„Sag das nicht so komisch“, erwiderte sie.
„Ich sag es, wie es mir passt!“, rief Harry, mit der Beherrschung war es vorbei. Nun ging er auf Hermine los. „Ich weiß, dass man mich früher immer als den Retter gesehen hat, der die Welt von Voldemort und seinen dunklen Schergen retten wird. Manchmal dachte ich wirklich, dass das meine Aufgabe ist, doch so ist es nicht! Ich muss das nicht tun, ich habe die Wahl und wenn ich morgen dahin gehe und sterbe, dann ist das so. Wenn du das anders siehst, wenn du Angst hast, ohne mich könnt ihr Voldemort nicht besiegen, dann tut es mir leid.“
„Du verstehst mich nicht.“
„Für mich wirkt es so, als würdest du dich nur um mich sorgen, weil es sonst niemanden gibt, der Voldemort besiegen kann. Das würde auch erklären, warum du eher abweisend zu mir bist.“
„Eins möchte ich festhalten: Du warst und bist mein bester Freund. Ich sorge mich um dich, um deinen Willen und ich war bestimmt nie abweisend zu dir. Ich habe mich all die Jahre in denen du fort warst gefragt, wo du wohl bist und… ich wollte dich immer wieder sehen.
Und jetzt, wo du hier vor mir stehst, kann ich es nicht glauben, du lässt mich nicht an dich ran.“
„Oh, nein. Es ist anders rum: Du lässt mich nicht an dich ran.“
„War klar, dass das jetzt kommen musste“, murmelte Hermine.
Harry ließ sich wieder auf sein Bett sinken. Hermine starrte auf den Boden.
Langsam kam er wieder runter. Es war albern von ihm gewesen, so zu reagieren. Er wusste wirklich, dass Hermine nie über ihn, als Werkzeug oder als Waffe dachte.
„Geh morgen nicht“, hörte er sie wieder sagen. Ihre Stimme wirkte erstickt, doch er konnte keine Tränen erkennen. Nun schaute sie ihm direkt in die Augen. „Ich will nicht, dass du gehst.“
Wieder spürte er dieses eigenartige Gefühl. Wie von einer fremden Macht getrieben stand er wieder auf. Was wollte er jetzt eigentlich tun? „Wir werden das morgen durchziehen. Sollte es gefährlich sein, werden wir sofort wieder abhauen…“ Harry hoffte, dass sie nichts mehr sagen würde, er hoffte, dass sie es so annehmen würde. Hermines Blick war auf sein Kinn gerichtet. Plötzlich wurde Harry bewusst, dass er ihren Atem an seinem Hals spürte.
Seine Arme legten sich um sie herum und zogen sie ganz nah an sich ran. Sie ließ es geschehen und erwiderte die Umarmung vorsichtig. Ihr Gesicht war in seine Halsbeuge gedrückt. Sie stieß ihn nicht von sich, so, wie er es erwartet hatte. Harry schluckte schwer.
„Vertrau mir, Hermine“, flüsterte er. Sanft drückte er sie einige Zentimeter von sich weg. Schaute in ihre Augen. Harry war sich bewusst, dass es falsch war, was er tat, was er in diesem Moment dachte, aber was dachte er eigentlich? Was wollte er jetzt tun? Er konnte keinen klaren Gedanken fassen, er war viel zu sehr abgelenkt von dem, wie sein Körper unabhängig von seinem Kopf reagierte.
Sein Herz schlug schneller, sein Atem wurde genauso unruhig, wie der von Hermine.
Seine Hände wanderten weiter runter, legten sich auf ihre Taille, sein Kopf neigte sich nach vorne.
Lippen berührten sich, Körper pressten sich aneinander…
Doch es war nur ein Traum. Harry war eingeschlafen. Den Dolch hatte er in der Hand.
Hermine war nicht zu ihm gekommen, hatte nicht nochmal mit ihm sprechen wollen.

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„Es wird morgen alles gut gehen.“
„Vielleicht, ich kann aber nicht ganz daran glauben“, sagte Hermine. „Sie haben Draco gefunden, es geht gar nicht anders.“
„Die haben ihn bestimmt noch nicht gefunden“, versuchte Ron zu beschwichtigen. „Dann hätten wir etwas in der Zeitung gelesen.“
„Nein, hätten wir nicht. Es ist schon schlimm genug, dass Todesser in der Öffentlichkeit getötet werden, da müssen sie es nicht nach außen tragen, wenn etwas weit ab geschieht.“
Hermine seufzte auf, als Rons Läufer ihren Turm schlug.
„Du machst immer die gleichen Fehler“, grinste er. „Dabei könntest du so gut in diesem Spiel sein, wenn du nur wolltest.“
„Mmmh, will ich aber nicht“, antwortete sie und schickte ihre Dame nach vorne, damit Rons Springer bedrängt wurde.
„Komm morgen doch einfach mit.“
Hermine blickte auf.
„Klar, es wird bestimmt gefährlich, aber zusammen können wir das schaffen.“ Ron sah sie ernst an.
Sie hatte auch schon überlegt einfach mit zum Speakers Corner zu gehen. Sie könnte helfen, würde sich wohlmöglich wohler fühlen, als wenn sie im Grimmauldplatz darauf wartete, dass die anderen gesund zurückkehrten. Harry umzustimmen war unmöglich, dass wusste sie. Er ließ nicht mit sich reden, er war wie besessen von der Idee, morgen dort aufzukreuzen und die Todesser zu töten.
Sollte es gelingen, würden sie einen riesen Fortschritt machen, sie würden ihre eigene Position stärken, doch sollte es schief gehen… sollte einer von ihnen sterben, wäre es ein gewaltiger Rückschlag.
Hermine konnte sich nicht vorstellen, dass einer in diesem Haus plötzlich nicht mehr lebte.
Sie konnte sich nicht vorstellen, dass Ginny, Tonks, Lupin oder Ron nicht mehr da waren, nur wegen so einer überstürzten Handlung.
Ron konzentrierte bereits wieder auf das Spiel und sie lehnte sich im Stuhl zurück. Nach einiger Zeit sagte Hermine: „Kannst du nicht jetzt einfach deinen Zug machen?“
„Gerne, dann hast du aber verloren. Willst du das?“ Ron zog spielerisch eine Augenbraue hoch.
„Ja, jetzt mach schon-“
„Gut, dann haben wir auch noch mehr Zeit für ein neues Spiel.“
Hermine schnaufte. „Vergiss es, ich habe genug vom Schach für heute.“
Ron lachte und schien äußerst zufrieden mit der Situation, allerdings veränderte sich seine Mimik, als Ginny förmlich durchs Zimmer schwebte.
„Ron, hast du dich mit Ginny gestritten?“, fragte Hermine zaghaft.
„Nein, wieso?“
Hermine rückte mit ihrem Stuhl näher an ihn ran, damit sie leiser sprechen konnte. „Du bist ihr gegenüber seit ein paar Tagen sehr reserviert.“
„Wir haben uns wirklich nicht gestritten… Wir sind Geschwister, da ist es wohl ganz normal, dass man sich mal aus dem Weg geht.“ Er lächelte und Hermine musste sich damit zufrieden geben.
Sie stand auf und wollte in ihr Zimmer gehen, doch dann drehte sie sich um: „Ich glaube, ich werde morgen wirklich mitkommen. Alles ist besser, als zu warten.“
„Sehe ich genauso…“

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