
von Lily Longbottom
In einer kleinen Einzimmerwohnung mitten in 'London:
Lucius: "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes" hat mir den Rest gegeben. Nichts als Lügen die dadrin stehen. Von nun an werde ich mir nie wieder ein Harry-Potter-Buch kaufen.
Narcissa: Ja, weil es das letzte Buch ist. Hör endlich auf von diesen Büchern zu reden. Heute ist schließlich der schrecklichste Tag meines Lebens.
Wie konnte Draco uns das nur antun? Hätten wir doch nur noch genug Geld, dann könnten wir diesen Skandal vielleicht noch verhindern. Warum musstest du aber auch andauernd so viel Geld für diese Harry Potter Bücher ausgeben?
Lucius: *nimmt seinen Mantel vom Haken*
Narcissa: Wo gehst du hin?
Lucius: Ich werde nun endgültig die Wahrheit über Lord Voldemort und diese schrecklichen Harry- Potter –Bücher ans Licht bringen und dabei versuchen, das Schlamassel, das Draco gerade anstellt noch zu verhindern.
***
Drei Stunden später im Verlagsgebäude von Bloomsbury. Roswitha Miradowitz, die Verlagschefin, betritt den Raum.
Lucius: Ah, da sind Sie ja endlich. Unglaublich, wie lange man heut zu Tage auf das Personal warten muss und das, wo ich wirklich nicht viel Zeit habe. Ich bin hier, um Ihnen zu sagen, dass Lord Voldemorts Leben eine einzige Lüge ist.
Roswitha:*runzelt missmutig die Stirn* Immer mit der Ruhe. Wer sind Sie überhaupt?
Lucius: Ich bin Lucius Malfoy.
Roswitha: Ah Mr. Malfoy. Moment,da stand doch letztens noch ein Artikel über Sie in der Zeitung. Sie haben ihr Gut verloren , nicht wahr? Malfoy Manor?
Lucius:: *betrachtet gelangweilt seine Fingernägel*. Das ist absolut korrekt.
Roswitha: *nickt anerkennend * N un wie ich sehe tragen sie es mit Fassung.
Lucius: *hört auf seine Fingernägel zu betrachten* Ach wissen Sie;ich habe ja nicht alles verloren.
Roswitha Nicht?
Lucius: Das Wichtigste ist immer noch meine Reinblütigkeit und die habe ich nicht verloren.
Roswitha: Wie meinen Sie das denn?
Lucius: *seufzt genervt* Sie verstehen wohl gar nichts, was? Damit meine ich, dass ich so viel Blut verlieren kann wie ich will und trotzdem reinblütig bleibe. Genial nicht wahr?
Roswitha:*schüttelt entrüstet den Kopf*
Lucius:: Unser Blut ist natürlich kostbar. Ich besitze sogar noch Blut von meinem Ururgroßvater Edward dem Weißblonden , der weißblonde Perücken bei Hof eingeführt hat. Eigentlich sehr traurig, dass er der Einzige ist, der mit einem solchen Beinamen in die Geschichte einging, wo wir Malfoys doch alle weißblond sind. Nun ja, jedenfalls war Edward der Weißblonde der bekannteste Perückenmacher seiner Zeit. Nachdem er die ersten weißblonden Perücken angefertigt hatte, nahm die Zahl seiner Aufträge stetig zu. Zu spät stellte er fest, dass diese weißblonden Perücken ein großer Fehler waren.
Roswitha: Ach ja und wieso?
Lucius: Denken Sie doch einmal nach. Weißblonde Haare - das war schon immer das Markenzeichen unserer Familie und jetzt hatten es auf einmal alle. Mir graust es , wenn ich heute daran denke, welche Mutanten in jener Zeit weißblond trugen. Als Edward der Weißblonde seinen Fehler erkannte, hat er die Produktion weißblonder Perücken natürlich sofort eingestellt.
Roswitha Äh, verstehe und Sie besitzen tatsächlich sein Blut?
Lucius: Genau. Eines Tages stolperte er über eine seiner weißblonde Perücken, stürzte die Treppe herunter, knallte mit dem Kopf an die Wand und starb. Tragischer Tod nicht wahr, aber immerhin hinterließ er uns einen Blutfleck auf dem Holzfußboden von Malfoy Manor.
Roswitha: *runzelt die Stirn* Aber dann haben Sie doch gar keinen Blut von ihm, schließlich gehört Malfoy Manor inzwischen dem Ministerium.
Lucius: Ach sie dumme Frau; natürlich habe ich dafür gesorgt dass das Fußbodenstück, auf dem der Blutfleck war, rausgesägt wird, bevor ich das Anwesen verlassen habe. Es befindet sich nun als kleines Andenken in meiner neuen Wohnung.
Roswitha: Sie sind wirklich ein Spinner.
Lucius: Danke, Sie sind ebenfalls absolut unter meinem Niveau, womit ich sagen will, dass Sie überhaupt gar kein Niveau haben.
Roswitha: * verzieht verärgert das Gesicht* Sagen sie mir nun endlich warum Sie wirklich da sind!
Lucius: Das sagte ich doch bereits : das Leben von Lord Voldemort ist eine einzige Lüge.
Roswitha:* springt wütend auf.*Leider kann ich mit dieser Aussage rein gar nichts anfangen. Was zum Teufel meinen Sie damit? Was ist eine Lüge?
Lucius: Ach sie kennen doch die ganzen Bücher: "Harry Potter und der Stein der Weisen", "Harry Potter und Die Kammer des Schreckens"…
Roswitha: Natürlich kenne ich diese Bücher. Sie wurden schließlich in meinem Verlag veröffentlicht. Spielen Sie sich bloß nicht so auf, Sie…
Lucius: Reinblüter? Falls Sie Reinblüter sagen wollten, oh ja ich bin ein Reinblüter. Und Sie können mir glauben, unter normalen Umständen hätte ich sie schon längst nachweisen lassen, dass sie ebenfalls reinblütiger Herkunft sind.
Roswitha: *sackt schnaufend auf ihren Stuhl zurück*
*Stille*(abgesehen von Roswithas Schnaufen)
Lucius: Chrm, nun ich nehme mal an, Sie sind kein Reinblüter?
*Stille*
Lucius:* kramt in seiner Tasche* Wenn es Sie beruhigt, kann ich ja auch mal nachschauen, ob ich sie in unserem Malfoy- Stammbaum finde. Den hab ich immer bei mir. Man weiß ja schließlich nie, wem man so über den Weg läuft. Unsere Vorfahren, natürlich allesamt Reinblüter, kann man bis ins frühe Mittelalter zurückverfolgen, wissen Sie.
*Stille*
Lucius: Aber wenn ich es mir recht überlege, haben Sie keinerlei Ähnlichkeiten mit meiner Familie. Sie haben weder unsere charismatische Nase, noch haben Sie blaue Augen.
Zudem fehlt es Ihnen an der für die Malfoys typischen hohen Stirn. Und ihre Haare?
*rümpft die Nase*. Ich kann ihre Haarfarbe noch nicht einmal identifizieren. Aber ich tippe auf eine Mischung zwischen mausgrau und schlammbraun. Nicht gerade besonders attraktiv, wenn Sie mich fragen.
*Stille*
Lucius: Keine Sorge ich werde schon mit Ihnen auskommen, ich musste schon mit viel schlimmeren Leuten kommunizieren.
*Stille?*
Lucius: Sogar schon mal mit diesem Halbriesen Hagrid, der empörenderweise Lehrer in Hogwarts ist. Stellen Sie sich das doch nur mal vor. Dieser Halbriese war eifersüchtig auf das blonde Haar meines Sohnes, also hat er einen gemeingefährlichen Hippogreif auf ihn gehetzt. Na ja das war jedenfalls immer meine Theorie. Aber die Richter waren nicht dazu bereit sie zu unterstützen. Als ich diesem Typen dann in einem Prozess gegen diesen Hippogreif gegenübersaß, hätte ich ihm am liebsten Gott weiß wie viele Haarpflegemittel empfohlen angefangen bei Flohshampoo.
*Unangenehme Stille*
Lucius: Kennen Sie das Gefühl wenn man mit einer Person über ein bestimmtes Thema reden muss, obwohl man in Wirklichkeit über etwas völlig Anderes reden will.
Roswitha: *rafft sich wieder auf* Oh ja inzwischen schon, also kommen wir zurück zu Ihrer Geschichte. Ich will diese Angelegenheit so schnell wie möglich hinter mich bringen, bevor ich hier noch wahnsinnig werde.
Lucius: Nun sind wir endlich einmal einer Meinung. Mich würde es ebenfalls wahnsinnig machen, wenn ich so einen unglaublich reinblütigen Reinblüter vor mir sitzen hätte ohne dabei selber einer zu sein.
Roswitha: Kitty, sei so lieb und bring mir einen Tee. Extra stark bitte. *räuspert sich*
Lucius: Oh nein bitte; Sie müssen mir nichts anbieten, ihre Teetassen sind ebenfalls unter meinem Niveau.
Roswitha: Kitty, ich hab’s mir anders überlegt, bring mir bitte einen Cognac extra stark! *zupft energisch ihren Schal zurecht*.
Nun gut ich bin nun bereit mir die Begründung zu dieser absolut grotesken Aussage anzuhören.
*Die Sekretärin bringt den Cognac*
Roswitha: *trinkt einen Schluck Cognac* Sagen Sie mir, was auch immer Sie vorhaben mir zu sagen.
Lucius: Sie brauchen noch einen Stift und ein Stück Papier. Da meine Geschichte ja später einmal veröffentlicht wird, sollten Sie sich schon mal ein paar Notizen machen.
Roswitha: Wie bitte? Was erlauben Sie sich überhaupt? Ich werde Ihre Geschichte ganz bestimmt nicht veröffentlichen.
Lucius: *lächelt höhnisch* Das werden wir ja noch sehen. Also wie Sie wissen, wuchs Lord Voldemort in einem Waisenhaus auf. Das Einzige, was er über seine Verwandten wusste, war dass seine Mutter, eine arme Bettlerin war, die bereits kurz nach seiner Geburt verstarb. Trotzdem war er sich immer sicher irgendwo auf der Welt großartige Verwandte zu haben. Er war in etwa 17 als er begann nach diesen Verwandten zu suchen. Er reiste durch das ganze Land und dabei stieß er schließlich in einem Obdachlosenheim auf seinen Onkel und seinen Großvater.
Roswitha: Es war aber kein Obdachlosenheim sondern eine Hütte, in der die Gaunts schon seit vielen Jahren lebten.
Lucius: Das ist falsch. Es war ein Obdachlosenheim, aber weil die beiden Gaunts so stanken und sie auch sonst keine besonders angenehmen Mitbewohner waren, suchten sich die anderen Obdachlosen irgendwann eine andere Bleibe. Jedenfalls fragte er seinen Onkel nach seiner Mutter und der sagte dann dass er sie, nachdem sie von einem gewissen Schlammblüter namens 'Tom Riddle geschwängert worden war, verstoßen hatte. Seitdem hatte er sie nicht mehr gesehen.
Roswitha: Sie hatte diesem Tom Riddle nämlich einen Liebestrank eingeflößt und ihn dann geheiratet.
Lucius: Das ist Unsinn. Es war viel einfacher.
Roswitha: Ach ja?
Lucius: Die beiden trafen einmal in einer Kneipe aufeinander, betranken sich und nahmen sich anschließend ein Zimmer, wo sie dann miteinander schliefen. Ist wirklich kein außergewöhnlicher Vorfall. So was passiert doch dauernd. Als sie ihm dann sagte, dass sie von ihm schwanger sei, wollte er ihr nicht glauben und hat das Weite gesucht. Auch nicht gerade außergewöhnlich.
Voldemort war aber so wütend auf seinen Vater dass er ihn und dessen Eltern, also seine Großeltern, schließlich umgebracht hat. Er hatte schon immer ein ziemlich hitziges Temperament, müssen Sie wissen.
Roswitha: *runzelt missmutig die Stirn* Etwas anderes habe ich auch nie gedacht.
Lucius: Nach diesem Vorfall war Lord Voldemort nie wieder der Alte.
Roswitha: *reißt ungläubig die Augen auf*. Sie meinen er hatte ein schlechtes Gewissen?
Lucius: Natürlich nicht. Wo denken Sie denn hin, Sie dumme Frau? Es hat ihn einfach fertig gemacht, dass seine Mutter eine einfältige Bettlerin und sein Vater ein wollüstiges Schlammblut war.
*zuckt gelangweilt die Schultern* Wen würde so was schon nicht fertig machen? Allerdings muss ich sagen, dass es ihn schon extrem fertig gemacht hat.
Roswitha: Wie meinen Sie das?
Lucius: Er bekam Minderwertigkeitskomplexe. Vergrub sich tagelang in seinem Zimmer und trug nur noch schwarz. Er war sich ja immer so sicher, dass seine Verwandte große Zauberer waren. Er wollte unbedingt eine Identität haben, jemanden in dessen Fußstapfen er treten konnte. Und das konnte er ja jetzt wohl vergessen.
Roswitha: Aber die Gaunts waren doch direkte Nachfahren Salazar Slytherins.
Lucius:Ach was. Das war eine Lüge , die Lord Voldemort mal in die Welt gesetzt hat.
Wie gesagt, als er das mit seinen Verwandten erfahren hat, war er wirklich extrem enttäuscht und wahrscheinlich war das auch der Grund für diese lächerliche kriminelle Laufbahn.
Roswitha: Lächerliche kriminelle Laufbahn? Na das ist ja wohl deutlich untertrieben. Er war ein Massenmörder, der gefährlichste, den es in der Zauberwelt je gegeben hat.
Lucius: Ja, ja das kam erst später. Nach der Schule fing er erst mal an bei „Borgin und Burkes“ zu arbeiten. Ein Laden, in dem es lauter gestohlene Sachen zu kaufen gab, angefangen bei Autoradios. Nachher kamen dann noch gefälschte Antiquitäten, wie angebliche Schmuckstücke Rowena Ravenklaws hinzu. Wahrscheinlich hätte er auch noch den Rest seines Lebens dort gearbeitet, wäre da nicht dieses Buch gewesen, das letztendlich sein Leben verändert hat. *wirft Roswitha einen vielsagenden Blick zu*
Roswitha: Nun reden Sie schon weiter.
Lucius: Das Buch trug den Namen „Das Parfum“.
Roswitha: Sie meinen diesen Roman von Patrick Süskind, mit diesem Psychpathen in der Hauptrolle, der einen unglaublichen Geruchssinn hat und nachher unzählige Frauen ermordet, um ein Parfum aus ihnen zu machen, das bewirkt, dass er von allen geliebt wird?
Warum veränderte dieses Buch sein Leben?
Lucius: Voldemort fand heraus, dass es diesen Jean-Baptiste Grenouille wirklich gab und er sogar einer der größten Magier seiner Zeit war. In dem Buch heißt es zwar, dass er ein Parfum kreiert hat, aber das stimmt nicht. Es war in Wirklichkeit ein überaus mächtiger Zaubertrank. Aber das beste an der ganzen Sache war, dass dieser Mann ein Urururgroßonkel Lord Voldemorts gewesen sein soll. Somit hatte Voldemort endlich eine Identität gefunden und er machte Grenouille zu seinem größten Vorbild.
Roswitha: *schüttelt den Kopf* Er ist wohl der Einzige, der sich über so was gefreut hätte.
Lucius: Ach, ich bitte Sie. Somit war auf jeden Fall schon mal klar, dass er wenigstens teilweise reinblütiger Herkunft ist. Und es ist ja wohl besser ein Scheusal in der Familie zu haben und reinblütig zu sein als kein Scheusal in der Familie zu haben und nicht reinblütig zu sein.
Roswitha:* schnaubt missbilligend* Aber wie hat er denn überhaupt herausgefunden, dass er mit diesem Scheusal verwandt ist?
Lucius: Eines Tages, er hatte wieder einmal eine ziemlich depressive Phase, lief er einer Wahrsagerin namens Sybill Trelawney über den Weg. Er fragte sie nach seinen Vorfahren und sie sagte dann, dass er mit diesem Grenouille verwandt wäre. Wie gesagt, er war hellauf begeistert.
Roswitha: Sie meinen Professor Trelawney, die Wahrsagelehrerin von Hogwarts?
Lucius:Natürlich die Trelawney. So viele Trelawneys gibt es schließlich nicht. Zum Glück. Wissen Sie, ich kann Leute nicht vertragen, die ihre Haare nicht pflegen. Das ist auch einer der Gründe, warum ich meinem Sohn Draco von dem Fach Wahrsagen abgeraten habe. Wie dem auch sei;
Voldemort beschloss also ebenfalls, einen Zaubertrank zu brauen, der bewirkt, dass er von allen geliebt wird. Wissen Sie, er hatte ja andauernd diese Minderwertigkeitskomplexe und war nun froh eine Möglichkeit gefunden zu haben, die bewirkte, dass er nun auch mal geliebt wurde.
Roswitha: *runzelt ungläubig die Stirn* Das ist also der Grund, warum er diesen Zaubertrank brauen wollte?
Lucius: Nicht nur. Er wusste natürlich auch, dass Liebe eine starke Macht ist und er wollte der mächtigste Mann der Welt sein. Das Übliche halt.
Er wollte also diesen Zaubertrank brauen. Und an dieser Stelle kommen Harry Potter und seine sagenhafte Prophezeiung ins Spiel. Genau wie Grenouille, brauchte er für seinen Zaubertrank nämlich ein Kernstück. Grenouille nahm dafür diese rothaarige Frau Laura oder wie auch immer sie hieß. Voldemort allerdings wusste leider nicht, wen er als Kern nehmen sollte. Also berief er sich wieder auf Trelawney, die eine Prophezeiung anfertigte, die besagte, dass Harry Potter sich am besten als Kernstück eignen würde.
Roswitha: *runzelt skeptisch die Stirn* Und wieso gerade Harry Potter?
Lucius: Rothaarige Frauen sind angeblich starke Mittel für so einen Zaubertrank. Obwohl ich eindeutig der Meinung bin, dass weißblonde Frauen…
Roswitha: Was reden Sie denn da? Mr. Potter hatte weder rotes Haar, noch war er eine Frau.
Lucius: Natürlich nicht, Sie dumme Frau. Aber die Prophezeiung besagte, dass es einmal zwei rothaarige Frauen in seinem Leben geben würde, die ihn über alles lieben würden. Die eine Frau war seine eigene Mutter Lily und die andere war dieses Weasleymädchen, Bonnie oder so.
Roswitha: Sie meinen wohl Ginny?
Lucius: Ja kann sein, dann halt Ginny. Diese Weasleys sehen für mich alle gleich aus. Jedenfalls brauchte er die beiden für seinen Zaubertrank und Potter natürlich auch, als sein Kernstück. Die große Schwierigkeit bei diesem Zaubertrank war aber, dass alle drei aus freien Zügen für Lord Voldemort sterben mussten ,damit der Zaubertrank auch wirklich die erhoffte Wirkung zeigte.
Roswitha: Und Mrs. Potter hat sich dann für ihren Sohn geopfert.
Lucius: Genau. Ihre Seele hatte er schon mal. Nachdem er sie getötet hatte, inszenierte er seinen eigenen Tod, um in Ruhe weitere strategische Maßnahmen zu entwickeln, wie er an Potter und das Weasleymädchen rankommen könnte.
Roswitha: Und wo bleiben die Horkruxe in ihrer Geschichte? Was spielen sie für eine Rolle?
Lucius: Es gibt keine Horkruxe und es hat auch nie eine Seelenspaltung stattgefunden.
Roswitha: Sie reden Unsinn.
Lucius: Das tue ich nicht ,Sie dumme Frau. Voldemort wollte nicht, dass die Geschichte mit dem Trank an die Öffentlichkeit kommt. Fragen Sie mich nicht, warum. Womöglich dachte er es würde seinem Ego schaden, wenn die Öffentlichkeit davon erführe, dass er von allen geliebt werden will. Also erfand er die Geschichte mit der Seelenteilung.
Rowitha: Sie meinen also, dass es diese Seelenspaltung gar nicht gibt?
Lucius: Nein, ich meine finden Sie die Vorstellung, seine Seele in mehrere Teile zu zerstücken und dann in Gefäßen aufzubewahren nicht auch irgendwie lächerlich? Das war einfach eine Idee Lord Voldemorts.
Roswitha: Aber wenn es überhaupt keine Horkruxe gibt, wie ist er dann so entstellt geworden?
Lucius: Das kann ich nur vermuten. Vielleicht wollte er ja einfach genauso hässlich werden wie sein Idol Grenouille. Oder er fand die Vorstellung lustig, dass die Menschen eine solch hässliche Kreatur wie ihn lieben könnten. Sein Humor war immer schon ein wenig… sagen wir speziell.
Aber ich bin mir sicher, dass es auch an seinen Minderwertigkeitskomplexen lag . Er ließ so viele Schönheitszauber an sich vornehmen lassen, dass er irgendwann ganz entstellt aussah.
Jedenfalls machte es Voldemort richtig Spaß, seine eigene Geschichte zu inszenieren. Er wollte als Scheusal in die Geschichte eingehen, genau wie Grenouille. Aber jede Geschichte braucht Protagonisten und die suchte er sich selber aus. Potter war natürlich die Hauptfigur.Jetzt brauchte Potter nur noch einen Mentor. Dafür wählte er Albus Dumbledore. Der war dumm genug, dass er Harry ein paar Geschichten eintrichern konnte.
Roswitha:Also, ich bitte Sie. Überlegen Sie sich was Sie da sagen. Dumbledore war einer der genialsten Köpfe , die es in der Zauberwelt je gegeben hat.
Lucius: Haben sie schon einmal seine Schulhymne gehört?
Roswitha: Natürlich. Die kann man doch auf der Seite 141 in "Harry Potter und der Stein der Waisen" nachlesen.
Lucius: Der ultimative Beweis; Dumbledore war ein Schwachkopf .
Roswitha: Das kann ich Ihnen einfach nicht glauben.
Lucius: Sie sind genau wie alle anderen. Jeder denkt, weißes Haar und ein langer Bart sind ein Zeichen für Weisheit. Aber das einzige was weißes Haar und ein langer Bart beweisen, ist dass er keinen Sinn für Haarpflege hatte. Und das ist ja wohl ganz eindeutig ein Zeichen von Dummheit.
Roswitha: *öffnet den Mund, schließt ihn dann aber wieder und nimmt stattdessen einen kräftigen Schluck Cognac *
Lucius: Der alte Knacker wurde also als Harrys Mentor eingesetzt.
Roswitha: Aber wieso machte er das? Wieso gab er Mr. Potter einen Mentor? Was beabsichtigte er damit?
Lucius: Wie gesagt er wollte seine eigene Geschichte inszenieren. Eine Geschichte in der er der Bösewicht war. Eine Geschichte, die ja auch später aufgeschrieben werden sollte. Genau wie die von Grenouille. Und diese Geschichte sollte genau so ablaufen wie er, Lord Voldemort, es wollte.
Nun wusste er, was zu tun war. Die Potterfrau hatte er jetzt auf jeden Fall schon mal, und als nächstes wollte er das Weasleymädchen töten.
Roswitha: Und jetzt kommt das Tagebuch des Tom Riddle ins Spiel, nicht war? Ginny hat mit ihm geschrieben.
Lucius: *lächelt belustigt* Das Tagebuch des Tom Riddle? Aber nein. Das diente ganz anderen Zwecken. Voldemort hat einfach mit ihr gechattet.
Roswitha: Bitte? Lord Voldemort hat mit Ginny Weasley gechattet?
Lucius: Ja, er hat sich ins Internetcafe gesetzt und regelmäßig mit ihr gechattet.
Roswitha: Ich bitte Sie. Wenn ein Lord Voldemort im Internetcafe sitzt, fällt das ja wohl auf.
Lucius: Na, anscheinend nicht. Ich weiß ja selber nicht so genau, wie er das angestellt hat. Aber ich glaube, er hat sich als Jack Michaels oder Michael Jackson oder wie auch immer dieser Kerl heißt, ausgegeben. Keine Ahnung, wer das ist, aber er muss eine ziemliche Ähnlichkeit mit Lord Voldemort haben. Auf jeden Fall verlief alles nach seinen Vorstellungen. Das Weasleymädchen erzählte ihm im Chat regelmäßig von ihren Problemen. Den Problemen mit ihrer Familie, mit ihrer großen Liebe, dem Potterjungen. Sie erzählte ihm einfach alles und vertraute ihm voll und ganz. Und Voldemort tat stets verständnisvoll, ging auf ihre Probleme ein und gab ihr sogar Tipps. Und dann schlug er vor, dass die beiden sich einmal treffen sollten und als Treffpunkt gab er die Kammer des Schreckens an. Und prompt befolgte dieses Weasleymädchen seine Einladung.
Roswitha: Aber er hat es nicht geschafft, sie zu töten nicht wahr, weil Mr. Potter ihm dazwischen kam und Ginny rettete.
Lucius: Ach was, er war hoch erfreut, als Potter auf einmal das Bedürfnis bekam, den Held zu spielen.
Roswitha: Wie Bitte? Aber dafür gäbe es doch überhaupt keinen Grund.
Lucius :Als er das Wealeymädchen in der Kammer des Schreckens hatte, stellte er fest, dass Potter immer noch nicht genug von ihr geliebt wurde. Er erkannte , dass ihre Liebe noch viel mehr Potenzial hatte. Also entschied er, noch eine Weile zu warten, bis er sie töten würde. Da kam es ihm wirklich gelegen, dass Potter auf einmal Lust bekam den Helden zu spielen und sie „rettete“. Schließlich würde sie ihn jetzt noch viel mehr lieben und Voldemort war schon mal einen Schritt weiter. Frauen sind wirklich extrem leicht zu beeindrucken, müssen Sie wissen.
Obwohl, Sie sind ja selbst auch eine Frau. Ist mir wohl kurzzeitig entfallen. Jedenfalls beschloss Voldemort, sich von nun an allein auf Potter zu konzentrieren.
Von nun an gab er ihm und Dumbledore regelmäßig Visionen. Dumbledore hatte er ja schon die Visionen mit den Horkruxen gegeben.
Roswitha: Aber das stimmt doch gar nicht. Professor Dumbledore ist von ganz allein auf diese Seelenspaltung gekommen. Nur Mr. Potter hatte zeitweise Visionen.
Lucius: *schüttelt den Kopf*. Eben nicht. Der alte Narr wollte das zwar nicht zugeben, aber Voldemort gab ihm regelmäßig diese Visionen, die ihn zu diesen angeblichen Horkruxen führten In diesen Visionen gab er Dumbledore alle möglichen Informationen, auch über ihn, Tom Riddle, dass er ein Nachkomme Salazar Slytherin sei uns so. Wahrscheinlich dachte Dumbledore irgendwann, dass er von ganz allein auf all diese Dinge gekommen ist.
Wie gesagt; Dumbledore war nichts als ein leichtgläubiger Schwachkopf. Und irgendwann gab ihm Voldemort die Vision, dass Potter ein Horkrux ist. Dumbledore kam sich wirklich sehr toll vor, als Harrys Mentor. Er machte es sich zur Lebensaufgabe Potter zu Voldemort zu führen, damit dieser ihn töten konnte. Ohne Zweifel wäre ihm das auch gelungen, wäre ich nicht ins Spiel gekommen.
Roswitha: Was Sie?
Lucius: Genau ich. Was meinen Sie denn, warum ich seine Lebensgeschichte kenne? Seinen Todessern hat er sie bestimmt nicht einfach so erzählt.
Roswitha: *reißt ungläubig die Augen auf* Sie meinen… Er hat seinen Todessern wirklich nichts erzählt? Ich dachte die ganze Zeit…
Lucius: Dann hören sie einfach auf zu denken, Sie dumme Frau. Natürlich erzählte er seinen Todessern nichts. Er verriet seine wahren Pläne und Absichten niemandem. Niemandem außer seinem Tagebuch. Und ich war es schließlich, der dieses Tagebuch las.*nickt triumphierend* Jetzt schauen Sie mich doch nicht so an, ich weiß ja, dass man normalerweise nicht die Tagebücher anderer Leute liest, aber ich konnte dieser Versuchung einfach nicht widerstehen. Und es war wirklich äußerst amüsant darin zu lesen.
Aber danach hatte ich selbstverständlich keine Lust mehr ihm zu dienen.
Roswitha: Weil er Sie und ihre äh… Todesserkumpanen die ganze Zeit belogen hat?
Lucius: Wo denken Sie denn hin, Sie dumme Frau? Natürlich nicht deshalb. Das hat doch nur bewiesen, dass er ein guter Stratege war. Nein, weil er rothaarige Frauen als geeigneteres Mittel für einen solch mächtigen Zaubertrank empfand als weißblonde Frauen.
Roswitha: *stößt ihr Cognacglas um* Wie bitte?
Lucius: Sie haben mich schon verstanden, Sie dumme Frau. Sie können sich ja gar nicht vorstellen, wie sehr mich das geärgert hat. Ich diene doch keinem Mann, der an Geschmacksverkalkung leidet. Das habe ich ihm dann auch gesagt.
Roswitha: Wie bitte? Sie sind einfach zu Lord Voldemort gegangen und haben ihm gesagt, dass er an Geschmacksverkalkung leidet? Wie konnten Sie nur?
Lucius: Dieser ganze Aufwand, wegen ein paar Rothaarigen. Ich verabscheue rote Haare. Das musste ich ihm doch sagen. Außerdem hatte ich ein äußerst wirksames Druckmittel in der Hand: Sein eigenes Tagebuch. Ich drohte ihm mit seiner wahren Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen. Er wollte schließlich als größter Bösewicht der Welt in die Geschichte eingehen und nicht als Mann mit Minderwertigkeitskomplexen. Ich habe ihm angeboten, keinem etwas davon zu sagen, wenn er stattdessen einen Zaubertrank aus weißblonden Frauen macht. Aber das wollte er nicht. Also habe ich ihm sein eigenes großes Finale verdorben.
Roswitha: Sein eigenes großes Finale?
Lucius: Ja, der Tag, an dem er endgültig in die Geschichte eingehen wollte. Potter war gerade so weit ,freiwillig zu Voldemort zu gehen und sich von ihm umbringen zu lassen. Aber ich hatte meiner Frau Cissy bereits von Voldemorts Doppelleben erzählt. Also verabreichten wir beide ihm ein Gift, dass ihn so schwächte, dass es ihm nicht gelang, Potter zu töten. Deswegen ist er auch nach diesem Versuch in Ohnmacht gefallen. Als Cissy dann nachprüfen sollte, ob Potter noch lebte, verneinte sie einfach. Potter hatte so viel Angst, dass er sich totstellte,Voldemort ließ den angeblich toten Potter ins Schloss tragen, Potter fand anscheinend, dass gerade wieder eine gute Gelegenheit war, den Helden zu spielen, hörte auf so zu tun als wäre er tot , führte vor der ganzen Schule ein fetziges Wortduell mit Voldemort, fuchtelte ein wenig mit seinem Zauberstab rum und Voldemort starb. In Wahrheit war es allerdings das Gift, das Cissy und ich ihm verabreicht hatten, das ihn letztendlich tötete. Aber alle dachten natürlich Potter selbst hätte ihn umgebracht.
Und das ist die wahre Geschichte.
Roswitha: *fährt sich nervös mit einem Taschentuch durchs Gesicht*
Lucius: *rümpft angewidert die Nase und schiebt seinen Stuhl ein ein paar Meter zurück*
Roswihta: Ich muss sagen, Ihre Geschichte ist wirklich …ähm beeindruckend, aber da sie keine Beweise haben…
Lucius: Aber ich habe doch Beweise.* zieht ein Buch aus der Tasche*.
Roswitha: Tom Riddles Tagebuch!
Lucius: Genau.
Roswitha: Woher haben Sie das denn? Ich dachte, Sie hätten es inzwischen ...
Lucius: Lange Geschichte. Ich habe es meinem Sohn Draco einmal als Nachtlektüre für Hogwarts mitgegeben, aber er wollte dieser Ginny Weasley einen Schrecken einjagen und hat es ihr irgendwie untergejubelt. Als sie den Namen Tom Riddle darauf stehen sah, nahm sie es mit in die Kammer des Schreckens um es Voldemort wiederzugeben. Das Mädchen war dumm genug nicht reinzugucken. Als sie dann aus der Kammer des Schreckens wieder herauskam, gammelte es eine Weile in Dumbledores Büro rum. Dann kam dieser Potterjunge ganz spontan auf die Idee, meinen Hauselfen arbeitslos zu machen , steckte eine stinkende Socke in das Buch und gab es mir .Dieser unverschämte Junge wusste wohl ganz genau, dass ich auf getragene Socken allergisch reagiere. Aber diese Socke war wirklich extrem widerwärtig. Manchmal habe ich nachts sogar noch Alpträume von ihr.. Ich habe das Buch mit der Socke natürlich sofort weggeworfen, mein Hauself hat es aufgefangen, die Socke rausgenommen und mir das Tagebuch dann zurückgegeben. Natürlich habe ich ihn dann sofort aus meinen Diensten entlassen. Ich kann ja schließlich schlecht einen Hauselfen beschäftigen, der schon mal eine stinkende Socke von Harry Potter in der Hand hatte. Aber egal.
Sie sehen jedenfalls, dass ich sehr wohl Beweise habe.
Roswitha: *wirft Lucius einen schockierten Blick zu*
Bitte, Sie müssen mich doch verstehen. Ich kann Lord Voldemort doch schlecht als depressiven ähm Mann mit Minderwertigkeitskomplexen und Dumbledore als senilen, verrückten Mann darstellen. Das wäre ein Skandal. Der größte Skandal, den es in der Zauber-und Muggelwelt je gegeben hätte. Ich werde Ihnen eine gehörige Menge Geldzukommen lassen, wenn nur niemand davon erfährt. Ich werde dafür sorgen, dass sie ihr Gut wieder zurückbekommen. Ich bitte Sie, zwingen Sie mich nur nicht, diese Geschichte zu veröffentlichen.
Lucius: Wenn ich es mir recht überlege, ist dieser Vorschlag gar nicht so übel. Ich brauche nämlich Geld und zwar möglichst schnell. .
Und bis die Bücher einmal draußen sind, vergeht zu viel Zeit. Ich muss schließlich noch die Hochzeit meines Sohnes manipulieren.
Roswitha: *wird kreidebleich* Sie müssen was?
Lucius:Oh, habe ich das noch nicht erwähnt? Mein Sohn Draco möchte heute eine gewisse Pansy Parkinson heiraten. Was meinen Sie denn, warum ich unbedingt gerade jetzt dieses Buch schreiben will, wo Bücher schreiben doch eigentlich absolut unter meinem Niveau ist
? Ich hätte nie vorgehabt, ein solches Buch zu schreiben, bräuchte ich nicht unbedingt dieses Geld, um diese Hochzeit zu verhindern. Oh, nun schauen Sie mich doch nicht so an. Natürlich ist diese Pansy Parkinson keine Schlammblüterin. Sie ist eine Reinblüterin, auch wenn der Verdacht besteht, dass es in der fünften Generation Halbblüter gegeben haben soll. Aber ich bin ja nicht kleinlich. Dieses Mädchen ist den Malfoys einfach nicht würdig.
Roswitha: *mit schwacher Stimme* Nicht würdig?
Lucius: Absolut nicht. Sie passt nicht zu uns.
Sie ist nicht intelligent, sie sieht nicht gut aus.
Und vor allen Dingen: sie ist nicht blond.
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