
von FellZunge
Es war an einem lauen Wintertag, -nicht warm und auch nicht wirklich kalt- als eine junge Frau mit Wintermantel bekleidet, aus einem unscheinbaren Pub heraustrat und sich suchend umsah. Der Wind spielte in ihren schulterlangen Haaren, als sie die Strasse hinab blickte.
War er etwa nicht gekommen? Sie hÀtte es verstanden, aber dennoch fiel ihr ein gewaltiger Stein vom Herzen als sie ihn 100 m weiter im Schatten eines heruntergekommenen Hauses stehen sah.
Am Anfang ging sie zögerlich, aber schon nach den ersten zehn Metern hielt sie es nicht mehr aus und begann zu rennen. Angekommen, schlug sie ohne zu bremsen ihre HĂ€nde um seinen Körper und drĂŒckte ihn fest an sich. Auch er drĂŒckte sie fest an sich, legte sein Kinn auf ihren Kopf und fuhr mit der Hand ihren RĂŒcken entlang. Wundervolle Mione, dachte er. Sie beide sagten nichts, standen nur da und wiegten sich hin und her, zu schön war das GefĂŒhl sich endlich wieder in den Armen zu halten. Wie lange war es jetzt her..? Niemals wollte er sie wieder loslassen, sie nicht noch einmal verlieren. Aber schon wĂ€hrend dieses Gedankens war ihm klar, dass er sie schneller wieder gehen lassen mĂŒsste, als er ertragen könnte.
Er suchte nach Worten des Willkommens, aber nichts schien dieser Situation angemessen. Ihre KrĂ€fte lieĂen nach und langsam lösten sich die beiden Körper. Er nahm ihre Hand in seine und zog sie zur nĂ€chsten Bank. Ohne ein Wort folgte sie ihm, setzte sich und legte den Kopf an seine Schulter. Wie gut er doch roch, dachte sie bei sich, genau wie damals.
Eine Weile schaute er sie an, wie sie dort ein seine Schulter gelehnt saĂ. Er hob die Hand und strich ihr ĂŒber die Wange, fing eine StrĂ€hne ein und legte sie zurĂŒck. Kalt war ihre Haut.
Kalt und weich. Genau wie damals als..
Da streifte eine TrĂ€ne seine Hand und verscheuchte den Gedanken. Er sah auf und merkte, dass sie weinte. Kleine heiĂe TrĂ€nen rannen ĂŒber ihre Wangen und ploppten in ihre verschrĂ€nkten HĂ€nde.
Plopp. Plopp. Plopp.
Es schmerzte ihn, sie so zu sehen. So klein und schutzlos, wenn die TrĂ€nen schwarze Streifen der Wimperntusche ĂŒber ihre Wangen zogen.
âIch bin mit ihm hierâ, sagte sie tonlos.
âIch weiĂâ, gab er zurĂŒck.
Plopp.
âEs tut mir leidâ, flĂŒsterte sie.
Er sagte nichts, könnte nichts sagen. Es schnĂŒrte ihm die Kehle zu. Wenn sie nur aufhören wĂŒrde zu weinen.
âSchschhâ hauchte er mehr zu sich als zu ihr.
âIch hĂ€tte nicht kommen sollenâ sagte sie traurig.
âSag sowas nicht, Mioneâ, er versuchte seiner Stimme einen munteren Ton zu geben. âIch bin froh, dass du da bist. Du hast mir so gefehlt.â
Mione. Schon lange hatte sie keiner mehr so genannt. Kleine Mione. Aber er sollte nicht froh sein, sich nicht freuen. Denn sie wĂŒrde nicht bleiben können.
âIch will nicht zurĂŒckâ, murmelte sie.
âDann bleib bei mir. Wir könnten auswandern, ein neues Leben anfangen. Was hĂ€lst du davon? In Afrika wĂŒrden sie dich nie finden. Ja, Afrika kling gut, findest du nicht?â
Er konnte nicht ĂŒberspielen, wie schlecht er sich fĂŒhlte.. auch wenn er noch so versuchte Hoffnung in seine Stimme zu legen .. er versagte.
Afrika. Bei diesem Gedanken musste sie lÀcheln. Afrika war schon immer ihr gemeinsamer Traum gewesen. Lange, bevor der Krieg begonnen hatte. Lange bevor, sie einen Mann heiraten musste, den sie nicht liebte, nur um ihr verdammtes Muggelleben zu retten.
âIch mag es, wenn du lĂ€chelst, kleine Moineâ, bemerkte er. Da fiel ihm etwas ein.
âWillst du vielleicht.. naja, wir könnten auf ein kleines Butterbier zu Madam Rosmerta gehen. Ich lade dich ein, wenn du willstâ, schlug er vor.
Hermione hob den Kopf. Aber nur um in die Ferne zu starren.
âEr wird gleich kommen. Ich kann nicht bleiben.â
Plopp. HeiĂe TrĂ€ne auf kalte Hand.
âWann werden wir uns wiedersehen?â Als er diese Frage stellte, fĂŒhlte er sich ungemein an die schlecht gemachten Tv-Soaps erinnert.
âIch .. weiĂ es nicht.â Zum Ende in brach ihre Stimme.
Bevor die nÀchste TrÀne ihren Weg nach unten finden konnte, blickte sie auf und blickte ihm in seine blass-grauen Augen. Es tat ihr weh zu sehen, wie er litt. Sie hÀtte ihm das nicht antun sollen, hÀtte ihn nicht um ein Treffen bitten sollen.
Trotzdem streckte sie eine Hand nach seiner Wage aus, berĂŒhrte die blasse Haut. Sie reckte sich und schon im nĂ€chsten Moment drĂŒckte sie ihre Lippen auf seine.
Es kam mehr als ĂŒberraschend fĂŒr ihn, trotzdem wollte er diesen Moment niemals enden lassen. Er legte eine Hand in ihren Nacken und zog sie noch ein StĂŒck nĂ€her zu sich heran. Wenn dieser Kuss doch nie enden wĂŒrde, dachten sie beide still.
Und diesmal war es Hermione, die das Salz auf ihren Lippen spĂŒrte. Das Salz seiner TrĂ€nen, welche ihm die Wange hinunter rannten.
Womit hatten sie das verdient? Warum musste ihre Liebe nur so derart schmerzen?
âHermioneâ, ertönt es plötzlich laut. âWo bleibst du denn? Ich hab weiĂ Gott nicht den ganzen Tag Zeit.â
Sie hatten die Welt um sich herum vergessen und umso hÀrter traf sie die RealitÀt.
Sie wand sich behutsam aus seiner Umarmung und stand auf.
Er hatte keine Kraft mehr, sie zurĂŒck zu halten.
Die Schritte der Person, die Hermione gerufen hatte, waren nah gekommen.
âKomm schonâ, befahl Harry barsch und zog sie am Arm mit sich. FĂŒr den Mann auf der Bank hatte er weder ein Wort noch Blicke ĂŒbrig.
Sie stolperte hinter ihm her. Auf halben Weg drehte sie sich schlieĂlich um und flĂŒsterte abermals: âEs tut mir Leid.â
âKleine Moineâ, hauchte er und eine weitere TrĂ€ne fiel zu Boden.
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Also, der junge Mann ist Draco.
Nur konnte Hermine nicht ihn heiraten, weil sein Vater AnfĂŒherer der Jagd auf Muggel war... deshalb musste sie Harry heiraten. Harry ist nicht wirklich der "böse Ehemann", aber auch er hatte sich sein Leben anders vorgestellt und ist dementsprechend unzufrieden, was er Hermione auch spĂŒren lĂ€sst.
Hermione/Draco? - Jahh :) da kann man sehr gut dramatische Storys draus machen..
Liebe GrĂŒsse und Danke fĂŒrs Lesen, FellZunge
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