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Fanfiction

Partners in Crime - Zuckersüßes Sahnehäubchen

von Kraehenfeder

Kapitel 40 – Zuckersüßes Sahnehäubchen

Mit einem wütenden Knurren schleuderte Draco die Zeitung, die er Diggory aus der Hand gerissen hatte, hinter sich, wo sie Sirius am Kopf traf, der sich aber nicht beschwerte. „Dieses miese Stück Dreck“, presste er hervor und hieb die Fäuste auf den Tisch.
„Draco, das…“ Lupin sprach nicht weiter, sondern zuckte jedesmal zusammen, wenn Draco erneut die Hände nähere Bekanntschaft mit dem Tisch machen ließ.
„Hey!“ Cedric packte seine Handgelenke, um ihn zu stoppen. „Jetzt ist aber gut“, sagte er, als Draco ihn verwundert anblickte. Den Blick senkend starrte Draco auf die leichten Dellen, die er auf der Tischplatte hinterlassen hatte, besprenkelt mit Blut. Natürlich, sowas wollte man nicht auf seinem Tisch. „Setz dich…“ Bestimmend wurde er auf die Couch geschoben und von Remus und Sirius angestarrt, als wäre er eben in einem rosa Röckchen durch einen Reifen gehopst. Zögerlich hob Sirius die Zeitung auf und begann nachzuholen, was er verpasst hatte.
„Wieso tut sie das?“, murmelte Draco, während Cedric sich auf den niedrigen Couchtisch setzte und die Schrammen an Dracos Fingerknöcheln heilte. „Wieso tut sie mir das an? Wir sind doch…“
„Du hast deine Verlobte nach sieben Jahren sitzenlassen, was erwartest du?“, mischte Sirius sich tatsächlich ein. Draco glaubte fast, er klang amüsiert.
„Sirius“, schalt Lupin ihn sofort, bevor Draco sich dazu äußern konnte. Irgendwo hatte Sirius aber recht. Zwar hatte Draco geglaubt, Pansy und er seien im Guten auseinandergegangen, aber da hatte er sich wohl wiedermal geirrt. Dabei hatten sie weiterhin Zeit miteinander verbracht. Er hatte ihr sogar von Sirius‘ Briefen an den ach so tollen James Potter erzählt. Draco war fest davon ausgegangen wenigstens ein Mensch würde in diesem Desaster, das er Leben nannte, normal bleiben.
„Scheiße…“ Er ließ den Kopf hängen und bemerkte verdutzt, dass eine winzige Träne auf Diggorys Handrücken landete. Der Heiler drückte Dracos wieder unversehrte Hände und hielt sie fest, als der sie wegziehen wollte.
„Was denn? Hätte man sich bei Parkinson doch denken können. Slytherin.“ Sirius nickte bestimmt, versuchte wohl so zu tun als ginge es ihm blendend, während Remus Draco skeptisch musterte.
„Ich…“ Draco schüttelte ungläubig den Kopf, riss seine Hände los und fuhr hoch. „Das ist doch nicht wahr.“ Seine Stimme rutschte eine Oktave höher. Die Lippen festaufeinander pressend drehte er sich von den drei Männern weg, die ihn alle mit unterschiedlichem Gesichtsausdruck musterten.
Slytherins. Dass Sirius damit kommen musste bewies nur, wie engstirnig er war. Slytherins waren auch loyal. Pansy war immer loyal gewesen. Sie kannten sich schon über zehn Jahre und dann so eine öffentliche Bloßstellung, wo sie doch wusste, was das für Draco bedeutete? Das tat einfach weh.
„Ich hab ihr vertraut, das ist es“, sagte er leise und seufzte. „Das ist nicht fair.“
„Das Leben ist nie fair…“, murmelte Sirius. „Und wo genau ist das Problem? Du lebst doch eh nicht mehr zu Hause. Sollen doch alle wissen, dass du –“
„Halt die Klappe!“, brüllte Draco und wirbelte herum. „Halt – die – Klappe!“
Sirius senkte beinahe verlegen den Blick, aber Draco wusste, dass er das jetzt nur tat, weil er sich dann wieder scheiße fühlen durfte. Normalerweise hätte er Draco jetzt klipp und klar gesagt, was er dachte.
„Sorry…“, wisperte er und trieb Draco so noch näher an einen Wutanfall. „Ich dachte nur…“
„Was?!“, schnauzte Draco. „Was dachtest du?! Dass Slytherins keine Freunde haben?! Dass wir ständig darauf warten uns gegeneinander auszuspielen?! Du bist so ein verbohrter, alter Mann, Sirius. Wenn du noch wüsstest, was Freundschaft bedeutet, dann würdest du in so einem Moment nicht so unsensibel sein. Ich hab wegen dir alles aufgegeben und Pansy war die einzige, die noch ansatzweise mit mir geredet hat! Deinetwegen hab ich keine Freunde mehr! Und deinetwegen schreibt sie solche Sachen über mich!“ Mit jedem Wort schrumpfte Sirius mehr in sich zusammen, aber Draco war das egal. Mit vor Zorn zerfressenem Gesicht stürmte er auf die Tür zu.
„Draco, warte!“, rief Diggory. „Wir haben doch gesagt –“
„Ich weiß, was wir besprochen haben, aber ich bin alt genug um einen Nacht alleine in meiner Wohnung zu verbringen!“, gab Draco lautstark zurück. „Ich will euch nicht sehen! Lasst mich bloß in Frieden.“ Damit knallte er die Tür hinter sich zu und hastete den Hausflur entlang. Diggory wohnte im siebten Stock eines recht noblen Hochhauses, was darauf schließen ließ, dass der Ex-Hogwarts-Champion ganz gut verdiente. Draco war froh darüber, denn so hatte er die Möglichkeit sich vollkommen zu verausgaben, als er die Treppen herunter hastete. Allerdings kam er nicht am Portier vorbei, denn Diggory hatte dieses Ding benutzt, das die Muggel benutzten, um schneller in die oberen Stockwerke zu gelangen. Er fing Draco an der gläsernen Drehtür ab und zwang den völlig atemlosen Mann zum Stehenbleiben.
„Du solltest nicht allein sein, Draco“, sagte er und verstärkte seinen Griff um Dracos Oberarm, als der versuchte sich loszumachen.
„Willst du mich zwingen bei dir zu bleiben?“, zischte Draco. Sein Blick haftete auf Cedrics Hemdtasche und dem darin steckenden Kugelschreiber.
„Ich hab Dean versprochen, dass ich dich heute Nacht nicht alleine lasse, während er arbeitet.“
Draco schnaubte. „Dann brich dein verdammtes Versprechen. Ich hab keinen Bock auf einen Babysitter!“ Er riss sich los und machte einen Schritt zurück. „Ich bin zweiundzwanzig und kann auf mich aufpassen.“
„Aber du solltest vielleicht mit jemanden reden.“ Cedric hielt ihm seine Hand hin, die Draco verdutzt anstarrte, bevor er den Blick hob und in die grauen Augen sah. „Lass uns ein Stück gehen.“
Seufzend lenkte Draco ein. „Gut, okay…“
Cedric lächelte, als hätte er gerade seine Weihnachtsgeschenke auspacken dürfen. „James?“, rief er dem Portier zu. „Lassen Sie meinen Wagen holen.“
Mit einem „Ja, Sir“ wurden sie allein in der Eingangshalle gelassen.
„James, eh?“ Draco schnaubte erneut. „Scheiß Name.“
Cedric hob die Augenbrauen und schmunzelte dann, als Draco ihm kurz die Zunge zeigte.

***

„Ich bin maßlos enttäuscht von dir, Sirius“, sagte Remus, nachdem Cedric die Tür hinter sich ins Schloss gezogen und rund fünf Minuten nur Schweigen geherrscht hatte.
„Hm…“ Sirius schien sich für eine Antwort zu schade zu sein, was Remus die Hände zu Fäusten ballen ließ.
„Sag mir, dass ich mich irre, dass ich irgendwas falsch verstanden habe.“ Er sah seinen Freund an, aber der starrte nur seine Knie an, seit Draco ihn zusammengestaucht hatte. „Sirius, du hast ihn nicht vergewaltigt, oder?“
Ein kurzes Zucken, aber Sirius wollte wohl nicht mit ihm sprechen.
Sich durch die Haare fahrend fuhr Remus hoch und warf dabei fast den Stuhl um. „Ich will das nicht glauben. Du hast so viel Scheiße in deinem Leben gebaut, aber du würdest doch nie… Sirius.“
„Was willst du hören, Moony?“ Sirius klang resignierend. „Es steht doch in der Zeitung. Lies es einfach.“
„Ich will sowas nicht lesen! Ich bin dein Freund, verdammt nochmal!“, blaffte Remus nach hinten. „Warum hast du mir nicht einfach gesagt, dass du Probleme hast? Wir hätten sowas verhindern können. Wir…“
„Es gibt kein wir mehr“, sagte Sirius matt. Er wirkte, als wolle er einschlafen und nie wieder aufwachen, aber Remus würde nicht zulassen, dass noch ein Freund ihn verlassen würde. „Wie lange haben wir uns nicht mehr gesehen, Remus? War denn noch was anderes drin, als höfliche Weihnachtskarten? Nein. Du siehst doch… Ohne James und Peter sind wir gar nichts.“
„Und du denkst damit kannst du rechtfertigen, was du getan hast?“ Remus lugte über die Schulter, nur um festzustellen, dass Sirius ihn noch immer nicht ansah. „Ich versteh nicht, wie du sowas aus Draco Malfoy machen konntest. Er war mein Schüler, Sirius. Ich kenne ihn und er hätte nie auch nur ansatzweise so viel daran gesetzt, wenn es nicht um ihn gehen würde. Es ist erbärmlich, dass du dich mit deiner sinnlosen Existenz rausreden willst.“
„Ja, das weiß ich auch“, brummte Sirius.
„Warum tust du dann nichts?!“, brüllte Remus. Wenigstens kriegte er Sirius so endlich dazu ihn anzusehen. „Warum tust du nie etwas? Immer siehst du nur zu, wie dein Leben auseinanderbricht. Als sie dich nach Askaban gebracht haben, da hast du nur gelacht und keine Sekunde daran gedacht um ein Verhör zu bitten. Wenigstens bitten, Sirius! Wenigstens etwas versuchen! Aber nein, dir war ja nach James‘ Tod alles egal. Oder hast du einmal daran gedacht, wie ich mich gefühlt habe? Welche Leere sich in mir ausgebreitet hat, nachdem ich erfahren musste, dass alle meine Freunde tot sind und du daran schuld gewesen sein solltest? Nicht mal ein Brief, Sirius.“
„Hättest du mir denn geglaubt?“ Sirius fehlte die Kraft um richtig laut zu werden und er sackte in seinem Sessel zusammen. „Ich hatte das verdient, das weißt du. Es war meine Schuld… Ganz allein meine…“
„Gerade hasse ich dich, wie noch nie zuvor“, sagte Remus mit heiserer Stimme. „Du bist nicht der Mittelpunkt der Welt.“
Sirius schloss die Augen und drehte den Kopf wieder weg.
„Du warst vielleicht der Mittelpunkt von Dracos Welt, aber das musstest du natürlich auch wieder kaputt machen. Und sowas wie dich hab ich in die Nähe meines Sohnes gelassen.“
Die Augen weit aufreißend starrte Sirius die Wand an. „Ich würde nie…“
„Du würdest nie jemanden wehtun, Sirius. Natürlich.“ Remus lachte auf. „Merlin, du denkst nicht, dass ich dir noch vertraue, nachdem du deinen Ex vergewaltigt hast, ihm sogar weiterhin nachstellst, oder? Und dann sitzt du hier und machst gute Mine zum bösen Spiel! Lächelst ihn an und planst wahrscheinlich schon, wann du ihn wieder –“
„Das ist nicht wahr!“, unterbrach Sirius ihn. „Das ist nicht wahr! Ich wollte doch nicht… Ich hab… Ich wollte…“
„Was wolltest du? Was, Sirius? Sag’s mir, denn ich versteh es nicht.“ Remus ließ sich wieder auf den Stuhl sinken. „Ich wünschte jemand wäre in der Lage mir zu erklären, was in deinem Schädel vorgeht. Ganz neutral. Nicht mit diesem rosaroten Blick, den Draco draufhat.“
Sirius schaute ihn zaghaft an und schluckte leicht.
„Das hast du gar nicht verdient“, sagte Remus kalt. „Draco hat auch jemand verdient, der ihn aufrichtig liebt. Wie Dean. Oder was weiß ich, was da zwischen ihm und seinem Arzt läuft, aber du solltest dich einfach fernhalten und erst einmal dein Leben in den Griff kriegen.“
Sirius nickte überraschenderweise. „Ich weiß… aber…“ Er schluckte hörbar und verstummte.
„Aber du musst da nicht alleine durch“, sagte Remus. „Sirius, bitte…“ Er blickte eindringlich in die grauen Augen, die sich auf ihn fixierten.

***

Draco wärmte sich die Finger an einer heißen Schokolade mit einem großen Sahnehäubchen und Schokosplittern oben drauf. Cedric saß ihm gegenüber und starrte aus dem Fenster des Cafés, das sie aufgesucht haben. Es war bereits dunkel draußen und schneite. Dicke, weiße Flocken tanzten vor der Scheibe und legten sich auf die Eisschicht der Themse. Weihnachtliche Lichterketten erleuchteten die beinahe romantische Szenerie. Draco dachte an Dean, der ihm erst heute Morgen von dem Weihnachtsmarkt in Bristol erzählt hatte, um ihn aufzumuntern. Immerhin war es noch nicht einmal vierundzwanzig Stunden her, dass Sirius ihn in dieser dunklen Gasse…
„Kannst du verstehen, warum Pansy das getan hat?“, unterbrach Cedric Dracos Gedankengänge.
Wehmütig lächelnd nickte Draco leicht. „Aber ich hab gedacht, sie würde verstehen… Ich meine, ich hab ihr nie was vorgemacht, sondern mir selbst. Als Sirius mir vor ein paar Monaten begegnet ist, da hat es einfach Klick… na ja, eher Wumm gemacht, da kann ich doch nichts für. Eigentlich war es für mich am Schlimmsten. Ich musste akzeptieren, dass ich was für Männer übrig habe.“ Draco drehte seine Tasse zwischen den Fingern und schaute hoch, hob verwundert eine Augenbraue, als Cedric rot geworden war. Aber das wurde der ja häufiger.
„Wumm, aha.“ Cedric räusperte sich. „Das erste Mal?“
Draco spürte wie er jetzt errötete und zögerte einen Moment, bevor er leise antwortete: „Ich… ähm, bis vor ein paar… Ich war noch Jungfrau, okay? Seit der fünften Klasse war ich mit Pansy zusammen und… es hat eben nie… Der Moment war irgendwie nie da…“ Nach sieben Jahren war das so offensichtlich gelogen, dass Dracos Wangen noch heiser wurden. Dieses Thema war ihm einfach furchtbar unangenehm. „Ist ja auch egal.“
„Mhm… Und Sirius war dein erstes Mal?“ Anscheinend suchte Cedric nach irgendwas Bestimmten und da Draco hoffte, dass es Sirius helfen würde, beantwortete er einfach mal jede Frage. Auch wenn es den leichten Anschein hatte, dass Cedric sich nur unterhalten wollte.
„Mein…“ Draco atmete tief durch. „Mein erstes Mal war nicht wirklich… angenehm.“ Cedric setzte diesen nervtötenden, verständnisvollen Blick auf. „Eher gesagt war es die Hölle. Mein Vater hatte mich rausgeworfen, weil ich ihm von meiner… Zuneigung für Sirius erzählt habe und… Sirius hat mir noch was geschuldet, weshalb ich bei ihm unterkommen konnte.“
„Was er ausgenutzt hat?“
Draco schüttelte heftig den Kopf. „Nein, so war das nicht“, sagte er schnell. „Ich hab ihn ständig angemacht. Ich wollte, dass er mit mir schläft und dann erkennt, dass wir zusammengehören. Aber… Ich hatte eben gehofft, es würde schön werden.“ Er lächelte melancholisch und seufzte. „Du weißt schon… Wenigstens mit einem längeren Blick in die Augen. Wenigstens…“ Draco hörte auf, seine Tasse zu drehen und drehte den Kopf, um aus dem Fenster auf die Themse sehen zu können. Ein paar kleine Gestalten schlitterten auf dem Eis umher und hatten ihren Spaß an der kalten Jahreszeit, was Draco wieder lächeln ließ.
„Hat er dir wehgetan?“, fragte Cedric behutsam.
„Kann man sich das nicht denken?“ Draco lachte hohl auf. „Er ist nicht der sanfte Typ.“ In der Fensterscheibe sah er Cedrics mitleidigen Blick und schnaubte. „Es war nicht der pure Horror. Das erste Mal ist immer scheiße, oder?“
„Es sollte wenigstens die richtige Atmosphäre haben“, sagte Cedric leise und senkte den Blick. „Du hast das öfter mit dir machen lassen?“
„Ich wollte nicht gehen“, sagte Draco. „Ich lie…“ Er schüttelte den Kopf und trank einen Schluck seines Kakaos. „Du verstehst das nicht, Diggory. Das ist was anderes als mit einer Frau. Ich kann doch als Mann keinen anderen Mann wegen… Misshandlung verurteilen.“
„Das hättest du vielleicht tun sollen“, sagte Cedric. Seine Hand zuckte in Dracos Richtung, aber er traute sich nicht ihn zu berühren und seufzte beinahe frustriert, als wäre das seine Schuld.
„Es war schön. Hinterher. Eine Weile…“ Draco zuckte mit den Schultern. „Wir hatten schöne Stunden zusammen.“
„Aber die haben nicht überwogen, oder?“
Draco schüttelte den Kopf. „Wenn ich zurückdenke, dann ist da nur… Schmerz. Vor allem im Gegensatz zu jetzt.“
„Mit Dean?“
„Nein, mit Teddy Lupin.“
Cedric gluckste tatsächlich.
„Natürlich mit Dean, du Vollidiot. Er ist ein netter Kerl, gar nicht so bescheuert, wie ich immer gedacht habe und er hat Talent was aus seinem Leben zu machen. Außerdem ist er gut zu mir“, erzählte Draco. „Vielleicht zu gut.“
„Was meinst du damit?“
„Manchmal… Manchmal nervt mich dieses Beschützer-Ding“, gab Draco zu. „Ich bin auch ein Kerl, ja? Ich fühl mich aber oft wie ein Mädchen. Wahrscheinlich fehlt nicht viel und er trägt mich über die Schwelle.“ Während Draco resignierend seufzte gluckste Cedric. „Du findest das lustig, was? Ich trag dich auch mal ins Bett und warte deine Reaktion ab.“
Cedric errötete schon wieder und senkte den Blick. „Er liebt dich wohl, also…“
„Nein.“ Draco schüttelte den Kopf und erntete einen verwunderten Blick von Cedric. „Soweit sind wir noch nicht. Ich will nie wieder etwas überstürzen.“
Die Hand fest um seine Tasse schließend nahm Cedric einen kleinen Schluck und atmete tief durch. „Du solltest aber keine Chance verstreichen lassen“, sagte er und schaute Draco an, der ebenfalls die Tasse zu seinen Lippen führte. „Etwas zu bereuen ist schlimm, glaub mir. Manchmal denkt man zu oft darüber nach, was hätte sein können, wenn man einen bestimmten Schritt gewagt hätte.“ Cedric streckte die Hand aus, als Draco seine Tasse abstellte und wischte ihm etwas Sahne vom Mundwinkel. Ein Lächeln legte sich auf seine Lippen und Draco konnte nicht anders als den Blick zu senken. „Wenn du etwas oder jemanden haben willst, dann nimm es dir. Es gibt nichts Schlimmeres, als nur von Weitem einen Arsch anstarren zu können.“
Draco lachte auf und lehnte sich vor, um Cedric gegen den Oberarm zu boxen. „Du… Also wirklich!“ Glucksend ließ er sich wieder in seinen Stuhl sinken und vermied Cedrics festen Blick. „Aber wenn ich das so gemacht hätte, dann wäre ich jetzt nicht in der Situation Pansy morgen meine Meinung zu sagen. Ich verliere meine beste Freundin und dann… hab ich niemanden mehr.“
„Außer Dean.“
„Ja, Dean…“
„Lupin ist auch besorgt um dich.“
„Lupin sorgt sich auch um die Fliege, die in seiner Suppe gelandet ist.“
„Ich hab dir gesagt, dass ich für dich…“
„Du bist doch genau wie Lupin, Cedric“, sagte Draco und seufzte laut. „Außer, dass du nichts hast, dass dich davon abhalten würde engeren Kontakt mit menschlichen Individuen einzugehen.“
Cedric hob die Augenbrauen und räusperte sich verhalten. „Wie dem auch sei… Wenn ich Black heute noch ins Krankenhaus kriegen will, dann sollten wir mal wieder zurückgehen.“ Draco nickte und stand gleichzeitig mit Cedric auf, der ein paar Pfund auf den Tisch legte, bevor er das Café verließ. „Das mit der Zeitung wird sich wieder einrenken. Meistens glaubt eh keiner, was die schreiben“, sagte Cedric und lotste Draco zu seinem Wagen. Wo genau er den abgestellt hatte, war Draco schon längst wieder entfallen. Für ihn sahen die auch alle gleich aus.
„Wieso hast du jetzt eigentlich die Hexenwoche abonniert?“, fragte Draco mit neckendem Unterton. Kurz darauf zuckte er zusammen, als das Auto ein piependes Geräusch von sich gab, bevor Cedric die Tür öffnete. Er hielt Draco die andere nicht auf, was der aber erst realisierte, als er schon im Inneren saß.
„Hat man mir angedreht“, sagte Cedric seufzend und schloss die Tür. „Irgendwie komm ich bei der vielen Arbeit nicht dazu sie abzubestellen.“ Er lehnte sich quer über Draco und sorgte dafür, dass der Jüngere ordentlich angeschnallt war. Draco nutzte das aus, um die Eisblumen am Fenster zu beobachten, sich irgendwie davon abzulenken, dass die braunen Haarspitzen ihn am Kinn kitzelten. Merlin, er war wirklich zu lange Jungfrau geblieben. Und Cedric achtete eben nicht darauf, dass er bei einer verdammten Schwuchtel auf seine Finger aufpassen sollte! Draco biss sich fest auf die Unterlippe und kniff die Augen zusammen, als lange Finger seine Hüfte streiften.
„Oh, hab ich dir wehgetan?“, fragte Cedric. „Morgen früh sollte alles wieder verheilt sein, aber wenn du willst kann ich mir das gleich nochmal ansehen.“
Draco winkte ab. „Ist schon gut.“
„Der Gurt ist nicht zu fest?“
Draco schüttelte den Kopf.
„Bist du sicher? Ich kann…“
„Es ist gut, Diggory“, sagte Draco und öffnete die Augen wieder vorsichtig. Langsam drehte er den Kopf und grinste Cedric an. „Du willst nur von der Hexenwoche ablenken.“
Cedric verdrehte die Augen. „Sie haben da manchmal ganz praktische Zauber drin. Ich hab einen für meine Haare, der lässt es ganz nett duften.“
„Nach Zitrone. Durfte ich merken, nachdem du dich an mich rangeschlichen hast.“
Hochrot hustete Cedric, sprach dann leicht heiser. „Ich wollte dir nicht zu nahe treten. Entschuldige.“
„Merlin…“, stöhnte Draco und wandte sich dem Fenster zu, zuckte wieder leicht zusammen, als Cedric den Motor startete. „Ich bin kein verängstigtes Mädchen, das… vergewaltigt wurde und keinen Körperkontakt mehr abkann.“
„Interessant, dass du auf keinen Fall… nun ja…“
„Natürlich will ich nicht für ein Mädchen gehalten werden. Ich bin keines.“
Cedric musterte ihn mit erhobenen Augenbrauen.
„Oh, komm mir nicht mit dem weiblichen Part. Du hast doch keine Ahnung von Homos.“
„Du aber?“, grinste Cedric.
„Blödmann.“ Die Arme vor der Brust verschränkend unterdrückte Draco ein Zittern, trotzdem schaltete Cedric Heizung an, bevor er endlich losfuhr. Draco mochte das auch nicht. Cedric fuhr mit diesem merkwürdigen Vehikel, weil er gemerkt hatte, dass Draco nicht gerne apparierte. Cedric hielt ihm nicht die Tür offen, weil er wusste, dass Draco das nicht mochte und er bemerkte viel zu schnell, wenn etwas nicht stimmte oder was Draco dann brauchte.
Oder überdramatisierte er das wieder? Jedenfalls tat er das wohl bei Dean. Der wollte nur nett zu ihm sein und es war verständlich, dass er es im Moment übertrieb oder zu vorsichtig war. Immerhin konnte keiner verstehen, wie Draco fühlte. Er tat sich ja selbst schwer damit. Einerseits wollte er Sirius am liebsten in den Arm nehmen, wenn er ihn so völlig fertig sah, andererseits wurde er immer noch nicht die Stimme los, die ihm einflüsterte, wie man einen Avada Kedavra richtig anwendete.
„Deine Gefühle für Sirius“, fing Cedric an, „…müssen mehr als zwiespältig sein, nach allem, was passiert ist.“
Draco antwortete nicht. Er tat so, als würden ihn die vorbeirasenden Silhouetten der Häuser faszinieren und vollkommen einnehmen.
„Ich will nur, dass du das nicht in dich reinfrisst, Draco“, fuhr Cedric fort. „Du hast gesehen, was dann passiert. Sirius hat jahrelangen Schmerz angesammelt und zu verdrängen versucht. Das bricht jetzt alles langsam wieder hervor. Dass die Presse euch im Auge behalten wird macht das Ganze nicht unbedingt leichter. Wir fahren übrigens gerade an dem Gebäude vorbei, indem sie die Hexenwoche pressen. Oder heißt es drucken? Herstellen. Wo sie das Magazin herstellen. Wenn du Pansy also morgen fertigmachen willst, dann bist du dort genau richtig.“ Cedric nickte aus dem Fenster, weshalb Draco sich vorlehnte. Gerade unterwarf sich Cedric diesem dämlichen roten Licht – Draco wusste schon immer, dass Grün die Menschen glücklicher machte – weshalb Draco einen ausgiebigen Blick auf das Gebäude hatte. Besonders auffällig war es mit seiner braunen Fassade nicht. Wahrscheinlich wäre jeder Muggel einfach daran vorbeigelaufen, ähnlich wie beim St. Mungos. Aber im Moment sammelte sich eine kleine Menschenmenge vor dem Gebäude und starrte nach oben, wo Draco ein helles, flackerndes Licht durch ein Fenster bemerkte.
„Was ist das?“, fragte er, stützte sich auf Cedrics Schulter ab und versuchte einen besseren Ausblick zu haben, indem er sich so weit vorlehnte, wie der wirklich etwas enggeschnallte Gurt es zuließ.
„Was?“ Cedric drehte ebenfalls den Kopf, konnte aber nichts sehen, weil Draco ihm die Sicht nahm. Glück für ihn, denn keine zwei Sekunden später implodierte das Gebäude mit einem gewaltigen Knall. Die Druckwelle sprengte die Fenster des Wagens und ein regelrechtes Scherbenmeer grub sich in Dracos Haut, was er aber kaum bemerkte, als er kurz darauf vollkommen die Orientierung verlor, weil der Wagen beschlossen hatte einen neuen Weltrekord im Salti schlagen aufzustellen. Draco war kotzübel, als er schließlich nicht mehr herumgeschleudert wurde, sondern einfach in seinem Sitz hängenblieb.
Kurze Zeit später packten ihn zwei Hände und zogen ihn aus dem Ding – in sowas würde er nie wieder steigen.
„Alles okay?“, drang Cedrics Stimme irgendwann dumpf zu ihm durch. Draco nickte etwas bedröppelt und hoffte dabei, dass er auch so heil davon gekommen war, wie Diggory, dessen Platzwunde an der Schläfe nur wieder angefangen hatte zu bluten. „Seh ich anders. Das schau ich mir gleich an. Warte hier.“
„Was?“ Draco schüttelte den Kopf und griff reflexartig Cedrics Arm. „Wo willst du hin?“
„Da rein“, sagte Cedric und deutete auf das brennende Gebäude, das Draco erst jetzt richtig auffiel.
„Was?!“, fiepte Draco. „Warte, warte, du kannst mich doch jetzt nicht du weißt schon was und da drinnen dann einfach das andere das eben.“
Cedric nahm sich die Zeit verwirrt zu blinzeln, legte dann die Hände auf Dracos Schultern und lächelte ihn ganz freundlich an. „Du wartest hier. Ich bin sofort zurück. Rühr dich ja nicht von der Stelle.“ Damit rannte er einfach in diese Feuerhölle und Draco hastete ihm wie ein alleingelassener Welpe seinem neuen Herrchen hinterher.
„Hier ist ja niemand!“, rief er, als er sich in der qualmenden und mit Trümmern übersäte Halle umsah.
„Hab ich nicht gesagt, du sollst warten?“, schleuderte Cedric ihm beinahe wütend entgegen.
„Ich kann schon auf mich aufpassen!“, gab Draco zurück. Cedric hob die Hand und einen Moment glaubte Draco, er wolle ihn schlagen. Stattdessen hielt er ihm ein Taschentuch vor die Nase.
„Damit du den Qualm nicht einatmest“, erklärte er und winkte Draco hinter sich her. „Wir müssen nach oben.“
Draco nickte, presste sich das Stück Stoff vor den Mund und rannte Cedric nach, der schnurstracks und ziemlich zielstrebig die Treppe nahm. Die Tür zum ersten Stock kickte er ganz Actionheld-like auf, was Draco fast die Augen verdrehen ließ.
Cedric fand tatsächlich die Zeit sich zu rechtfertigen. „Der Türknopf hätte heiß sein können.“
Draco verdrehte jetzt doch die Augen und schob sich an Cedric vorbei. Sofort schlugen Flammen nach ihm aus und er wich zurück, prallte gegen Cedric, der seinen Zauberstab zückte und das Feuer zum Gefrieren brachte.
„Hallo?“, rief er und schaute sich um. Draco tat es ihm gleich, aber bei dem ganzen Qualm sah er nur Schemen. „Ist hier jemand?“ Die Augenbrauen zusammenziehend trat Cedric in den Raum und wurde prompt von einer unsichtbaren Macht gegen die nächstliegende Wand geschleudert. Draco kniff bei dem gänsehautverursachenden Knirschen die Augen zusammen.
„Draco, Draco… Spielst du jetzt auch noch Held?“
Fassungslos ließ Draco das Taschentuch sinken, atmete so jede Menge Rauch ein und musste davon husten. Trotzdem würgte er ein mickriges „Vater?“ heraus und starrte den Umriss von Lucius Malfoy an, der sich von dem stillstehenden Inferno abhob.
„Irgendwer muss sich ja um die Folgen deiner Eskapaden kümmern“, sagte Lucius und richtete tatsächlich den Zauberstab auf seinen Sohn. „Hast du vor, das zu ändern?“
Entsetzt wich Draco zurück, aber hinter ihm viel sofort die Tür ins Schloss und versperrte ihm die einzige Fluchtmöglichkeit. „Wie meinst du das?“
„Du hast die Chance zurückzukommen und mir zu beweisen, dass du endlich erwachsen geworden bist“, sagte Lucius, schwang den Zauberstab und richtete ihn auf das stöhnende Etwas von Diggory, das versucht hatte sich aufzurichten. „Ein Malfoy muss Verantwortung tragen.“
„Verantwortung in Form eines gesprengten Gebäudes?!“, blaffte Draco. Er versuchte zu ignorieren, was genau Lucius mit Cedric tat, aber die Schmerzenslaute ließen nichts Gutes verheißen.
„Niemand schreibt einen derartigen Artikel über meine Familie“, sagte Lucius kalt. „Und ob ich will oder nicht, du bist mein einziger Sohn. Das heißt du wirst irgendwann alles bekommen, das mir gehört und fortführen, was ich beginnen werde.“
Draco verstand nicht, was sein Vater da von sich gab. Er drehte den Kopf und bereute das sofort, als er den blutüberströmten Körper am Boden liegen sah.
„Was ist nur aus dir geworden, Draco? Blutsverräter, Schlammblüter, Werwölfe…“ Lucius schüttelte enttäuscht den Kopf. „Du kommst zurück, oder ich zwinge dich auf die harte Tour.“
„Wie meinst du das?“
„Ich kann dir deine Freunde auf viele Arten nehmen“, sagte Lucius lächelnd. „Geh ein paar Schritte weiter und du findest deine Ex-Verlobte so, wie sie mir ehrlich gesagt am besten gefällt. Das kann ich auch mit ihm machen.“ Er deutete auf Cedric, der gerade keuchend versuchte sich aufzurichten. „Oder mit Dean Thomas? Ein Schlammblut weniger macht auch nichts. Damit nähern wir uns nur wieder unserer reinblütigen, perfekten Gesellschaft an.“
Draco beachtete seinen Vater nicht weiter und hastete zu Cedric, versuchte irgendeine nicht blutende Stelle zu finden, um ihn zu stützen.
„Du kannst es dir überlegen, Draco. Ist dir das Leben oder die Zukunft deiner Freunde wichtig, dann komm endlich nach Hause.“
„A-Alles okay?“, fragte Draco Cedric. Eine Hand auf die blutbeschmierte Wange legend hob er Cedrics Gesicht vorsichtig an und starrte in ein Paar schon matt werdende Augen. „Scheiße, mach das wieder rückgängig!“, wollte er seinen Vater anbrüllen, aber der war verschwunden. Mit zittrigen Händen suchte Draco seinen Zauberstab, zückte ihn und suchte die Verletzung. „Sag mir, wie ich das heilen kann. Mach schon, Cedric.“
„Ich mach das selbst“, presste Cedric hervor. „Geh schon mal vor…“
„Ja, sicher!“ Draco schnaubte ungehalten. „Du kannst mich mal, du Möchtegernheld.“ Ächzend zog er den bescheuerten Hufflepuff mit hoch und umklammerte seinen Zauberstab fester. Es war gefühlte Jahrhunderte her, dass er selbst appariert war und dann mit noch jemanden? Jemanden, der wahrscheinlich lieber hier verreckt wäre, wenn er denn dann wenigstens noch irgendeinen anderen Menschen retten könnte? Wie auch immer, Diggory musste immer noch Sirius helfen und wenn Lucius persönlich hier vorbeigekommen war, dann gab es sicher auch nichts mehr zu retten.
Draco kniff die Augen zusammen und disapparierte mit einem ohrenbetäubenden Knall. Als er die Lider wieder aufschlug starrte er direkt in Remus Lupins entsetztes Gesicht. Cedric blutüberströmt und Draco ebenfalls mit tiefen Kratzern am ganzen Körper musste auch wirklich kein schöner Anblick sein.
Der einzige, der sich wohl vernünftig um diese Verletzungen kümmern konnte, sackte gerade auf den Boden und zog Draco mit sich herunter.
„Was ist passiert?!“, rief Remus und kniete sich gleichzeitig mit Sirius in Dracos Blickfeld.
Schwer schluckend warf Draco einen Blick zu Cedric und versuchte dem ohne Worte zu verstehen zu geben, dass er ja nichts über Lucius Malfoy sagen sollte.


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