
von Kraehenfeder
Hier kommt das nächste Chap. :) Leider mit einiger Verzögerung, weil die letzte Woche mich schon wieder an den Rande eines Nervenzusammenbruchs gestresst hat =P Aber jetzt ist es ja da.
Hauself: Vielen Dank für dein Kommi :o) Draco ist unschuldig und von Sirius gegen die Wand gedrückt, eben doch immer am niedlichsten, oder? *g* Schön, dass du die Story verfolgst.
Kapitel 3 – Bad Trips, Grünzeug und lauter Blondinen
Sirius klopfte Harry auf die Schulter.
„Immer langsam, Sirius, nicht jeder hat Knochen aus Stahl“, beschwerte sich sein Patensohn ächzend und deutet dann mit einem Lächeln auf dem freien Stuhl gegenüber seines Tisches. „Molly kann echt nicht genug von dir kriegen, oder?“
„Nicht wirklich“, seufzte Harry. „Dabei habe ich ihre Tochter damals sitzen lassen.“ Beide verzogen das Gesicht in Erinnerung an den letzten Abend. Bei Harry geriet das zu einer schmerzlichen Grimasse, wobei Sirius vollkommen entzückt schien.
„Du bist so was wie ihr Sohn.“
„Ich freue mich auch darüber. Ich liebe Molly, als sei sie wirklich meine Familie… Aber mit ihrer Fürsorge übertreibt sie es manchmal ein Bisschen. Findest du nicht auch?“
„Ach, was. Überhaupt nicht…“, kam es ironisch von Sirius. Molly stürzte jedes Mal wie ein wildes Tier auf Harry zu, nur um dann festzustellen, dass er zu dünn war, zu viel arbeitet, übernächtigt aussah oder Urlaub brauchte. Meistens alles auf einmal.
„Aber“, fuhr Sirius bedächtig fort und fasste seinen Patensohn scharf ins Auge, „Ginny hat mir da etwas von einer kleinen Blondine erzählt, mit der du in letzter Zeit außerordentlich oft herum hängst.“
„Naja“, meinte Harry gedankenverloren. „Caroline ist… ganz nett.“
„So, so.“
Stille.
„Mh, ja…“ Harry blickte seinen Paten aus den Augenwinkeln an. Sirius betrachtete hingegen interessiert die Speisekarte des Cafés und nickte abwesend.
„Ich meine“, fuhr Harry schließlich fort, „vielleicht ist es diesmal… was ernstes. Glaubst du, das ist zu früh?“
Grinsend hob Sirius den Blick. „Mach dir keinen Kopf, Kleiner. Bei deinen Eltern stand schon viel früher fest, dass es etwas Ernstes ist.“
„Und jetzt sind sie tot.“
Der Ältere runzelte die Stirn und stützte die Ellenbogen auf die Tischplatte. „Du glaubst doch nicht immer noch an deine „Ich-bringe-meinen-Mitmenschen-Pech“-Theorie, oder?“
„Nein,… Naja, weiß nicht. Ich mach’ mir halt Sorgen.“
„Harry-Schätzchen…“
„Hör auf damit. Das klingt schwul. Du weißt, dass ich das nicht mag.“
„Lenk nicht vom Thema ab. Voldemort ist tot. Die Todesser sind zerschlagen. Wer also soll dich und deine Nächsten noch bedrohen?“
„Du weißt doch wie es ist…“
„Eben. Deshalb verstehe ich nicht, worüber du dich sorgst… Ich persönlich fände es fabelhaft, bald Gast auf deiner Hochzeit zu sein.“
Harry musste grinsen, wie Sirius zufrieden feststellte.
„Du hast Recht, Sirius.“
„Wie immer, Kumpel.“
Wieder herrschte kurzes Schweigen zwischen den beiden Männern.
„Und bei dir?“
Sirius zuckte mit den Achseln. „Same procedure as every year, James.“
Der junge Mann ihm gegenüber lachte auf. „So kann man es auch ausdrücken.“
„Ich hatte gestern auch etwas Blondes… War aber eher ’n Quickie.“
Harry zog eine Augenbraue hoch. „Männlich oder weiblich?“
„Es hält sich gern für Männlich, würde ich sagen, aber manchmal kann es echt putzig sein.“
„Aber nichts ernstes? Wie immer?“
„Wohin denkst du, mein Freund? Nein, aber ich stand hinter dieser großen Pflanze – weißt du, Harry, so was könntet ihr mir zum Geburtstag schenken, die würde perfekt zu meinem Wohnzimmer passen – betrachtete dieses blonde Geschöpf…“
„Und dachtest dir: Es glitzert, es ist sinnlos… ich will es!“
Sirius beugte sich vor und versetzte seinem Patensohn einen Schlag auf den Hinterkopf. „Blödmann.“ Grinsend ließ sich der Ältere zurücksinken und beschloss, Harry nicht zu verraten, mit wem er gestern in dieser Seitengasse ein wenig gespielt hatte. Er war ja kurz davor gewesen, aber wenn der Sohn seines besten Freundes nur dumme Sprüche bringen konnte… Entschlossen winkte er einer Bedienung.
Als die mürrische Frau kurz darauf mit zwei Milchkaffees wieder kam, nahm ihr Sirius mit einem charmanten Lächeln die Aufgabe ab, die Tassen auf den Tisch zu stellen. Am Eingang des Cafés stand auch eine sehr interessante Pflanze, vielleicht sollte er sich mal erkunden, … Merlin. Hatte er gerade Draco Malfoy gesehen, der seinen Kopf hinter eben jenem Grünzeug verbarg?
„Sirius!“
Sein Kopf ruckte herum und der Griffreflex seiner Hand setzte wieder ein. Die zweite Tasse wäre ihm beinahe aus der Hand gerutscht. Hastig stellte er das Porzellan auf den Tisch.
„Alles klar bei dir, Mann?“, fragte Harry skeptisch.
„Sicher… ich muss mal kurz… Bin gleich wieder da.“ Sirius sprang auf und hechtete auf die Pflanze zu. Langsam beugte er sich darüber, erblickte aber nichts außer staubigem Boden. Als er nach oben sah, erhaschte er gerade noch den Blick auf wallende, schwarzgrüne Roben, die um die Ecke verschwanden.
Jeder verfickte Zauberer in London, kann schwarzgrüne Roben tragen und blonde Haare haben, dachte Sirius bei sich und ignorierte die kleine Stimme, die in seinem Kopf fragte, wie viele von denen sich hinter einer Pflanze in seiner Nähe verstecken würden.
Nachdem er sein Treffen mit Harry beendet hatte – der ihn seit jenem kleinen Zwischenfall wachsam beobachtet hatte – schlenderte Sirius durch London. Er war auf dem Weg ins Ministerium, als er bei zwei blonden Frauen anhielt, die scheinbar den Inhalt ihrer Einkaufstüten über die Straße verteilt hatte.
Nicht wenig davon, schien gerade aus der Dessous-Abteilung eines großen Kaufhauses zu kommen. Grinsend bückte sich Sirius um den beiden zu helfen, die ihm strahlend dankten. Gerade als der Schwarzhaarige das letzte Kleidungsstück in eine Tüte fallen ließ und sich dabei aufrichtete, fiel sein Blick auf blondes Haar. Blondes Haar das irgendwie zu kurz war, um zu den beiden Frauen an seiner Seite zu gehören. Blondes Haar, das hinter einer Glasscheibe zwischen zwei Schaufensterpuppen aufblitzte.
Sirius machte einen Satz nach vorn, überhörte die verdutzten Kommentare seiner beiden Bewunderinnen und hechtete in den Laden. Sobald er jedoch die Tür aufgerissen hatte, sah er ein, dass es sinnlos war. Eine riesige Menschenmenge blickte ihm entgegen und Sirius versuchte erst gar nicht, sich in diesem Gewühl zu Recht zu finden.
Den Rest seines Weges ĂĽber behielt er jeden blonden Mann, der ihm begegnete misstrauisch im Auge, bis er zweifelsfrei feststellen konnte, dass es nicht Draco war. Im BĂĽro angekommen atmete er erleichtert auf und widmete sich seiner Arbeit. Da diese, wie so oft, innerhalb weniger Stunden erledigt war, flĂĽchtete er schon am frĂĽhen Nachmittag aus der Enge des Ministeriums in die Sonne.
Gerade wollte er die Zigarette, die er sich in den Mundwinkel geklemmt hatte, anzĂĽnden, als vor ihm eine Gestalt erschien. Blond, blass, schwarz gekleidet. Draco.
„Was zur Hölle…?“
„Hey…“, stammelte der Jüngere.
„Hi.“ Sirius nahm die Zigarette aus dem Mund und zog eine Augenbraue hoch.
„Ich… uhm, also… Du warst gestern so schnell weg. Und da wollte ich dich fragen, ob du nicht vielleicht… Also.“ Draco schien sich einen Moment zu sammeln, als ihm klar wurde, wie bescheuert sein Auftreten war.
„Ich wollte dich fragen, ob wir vielleicht zusammen einen Kaffee trinken wollen, Black.“ Er versuchte scheinbar mühsam die typische Malfoy-Ader wieder hoch kommen zu lassen. Sirius hingegen, ungerührt von der offenkundigen Bedrängnis des jungen Mannes, steckte sich in aller Seelenruhe seine Zigarette an, nahm einen tiefen Zug
„Also, Malfoy… Draco. So heißt du doch, nicht? Nimm’s mir nicht übel, aber ich glaub überbewertest die Sache von Gestern ein Bisschen. Freut mich, dass es dir gefallen hat, aber für weitere Experimente bezüglich deiner Sexualität solltest du dir jemand geeigneteren suchen.“
„Du bist geeignet. Für meine Zwecke jedenfalls.“
„Ich glaube, das sollte der entscheiden, der erfahrener ist…“
„Nur weil ich Jungfrau bin, heißt das ja noch nicht, dass… -“
„Stopp!“, unterbrach Sirius ihn entgeistert und bließ energisch den Rauch aus. „Jungfrau?“
„Und? Es vögelt sich nicht jeder quer durch London, so wie du.“
Sirius begann laut zu lachen. „Das find ich klasse. Wäre ich so ein Arschloch wie du, würde ich dich jetzt schnappen und irgendwo hier in der Nähe vernaschen.“
„Tu nicht so, als ob du das einfach könntest.“
„Draco-Boy, ich könnte. Und du weißt das auch. Aber wie dem auch sei, schließen wir alle Eventualitäten aus, kommt unterm Strich heraus, dass ich leider kein so großes Arschloch bin. Geh spielen und schenk deine Jungfräulichkeit dem Richtigen. Ach ja, ich hoffe für deine Nerven, dass du inzwischen dieses biestige Weib losgeworden bist. Ansonsten solltest du dich auf einige peinliche Szenen einstellen. Naja, C’est la vie, mein Freund.“
Draco öffnete den Mund um etwas zu entgegnen. Sirius schob ihm kurzerhand seine halb gerauchte Zigarette zwischen die Lippen.
„Machs gut, Draco – tief einatmen…“ Damit verschwand er und hört noch an der nächsten Ecke das Husten, das jeder Nicht-Raucher an den Tag legte, wenn er versehentlich jede Menge Rauch eingezogen hatte.
Sirius atmete erst auf als er in Muggellondon angekommen war und weit und breit keinen Draco Malfoy mehr erblickte. Vielleicht war das gestern doch keine so gute Idee gewesen. Wenn er gewusst hätte, dass der Kleine so ein Anhängsel war. Sicher, er wusste ja selbst, wie unbestritten sexy er war... Sirius grinste und betätigte die Klingel an der heruntergekommenen Haustür. Aber so sehr, dass sich kleine Jungs auf den ersten Blick in ihn verliebten? Das war eine eher zweifelhafte Ehre.
„Sirius.“ Er blickte auf als eine kleingewachsene Gestalt im Hauseingang erschien.
„Ich habe heute nicht viel Zeit.“
„Du hast nie viel Zeit“, meinte der Mann und zeigte ein zahnloses Lächeln.
Sirius hob abwartend eine Augenbraue. Sein GegenĂĽber seufzte theatralisch auf und zog ihn ein StĂĽck hinein, ehe er ihm ein kleines TĂĽtchen in die Hand drĂĽckte.
„Tu nicht immer so geheimnisvoll. Du verkaufst mir kein Heroin und diesen Job würde dir eh keiner abkaufen“, meinte Sirius spöttisch, ehe er dem Mann, der offensichtlich trotz seiner Unterkunft ein Zauberer war, ein paar Geldscheine in die erwartungsvoll geöffnete Hand zählte.
Sirius betrachtete die kleinen Pillen in seiner Hand prüfend. Das Zeug war nichts schlimmes, wenn auch Molly wieder einmal nicht begeistert wäre, wenn sie davon wüsste. Vorallem wenn sie herausgefunden hätte, dass ihre eigenen Söhne diese kleinen Pillen produzierten. Fred und George waren wohl eher versehntlich auf das Rezept gestoßen, hatten sich aber entschieden das Zeug nur inoffiziell unter der Hand zu verkaufen. Man wusste ja nie, ob das Ministerium es verbieten würde. Sirius machte sich keine falschen Vorstellungen. Diese Pillen machten abhängig. Seelisch abhängig.
Aber ansonsten hatten sie keine Nebenwirkungen und hier legte Sirius seine bewährte Lebensphilosophie an den Tag, die besagte, einfach alles auszuprobieren und mitzunehmen was man kriegen konnte.
Im Angesicht dieser Ăśberzeugung schob er sich eine der kleinen, grĂĽnen Pillen zwischen die Lippen und schluckte sie.
Sofort setzte die Wirkung ein, die im großen und ganzen Ähnlichkeit mit einem Rausch hatte. Man fühlte sich so, wie man sich immer fühlte, wenn man noch nicht betrunken war, der Alkohol die Stimmung aber schon gelockert hatte. Praktischerweise aber ohne schwere Zunge, Kontrollverlust oder nachfolgenden Kater.
Sirius hob zum Gruß die Hand und verließ das Haus dann wieder, weit aus beschwingter als er gekommen war. Jeder Gedanke an einen gewissen blonden Schönling war vergessen. Jedenfalls bis er wieder in der Winkelgasse angekommen war.
Das erste Mal, dass er Draco sah, war vor einem Laden, der Besen verkaufte. Er ging rasch weiter, aber kaum fünf Minuten später stand Draco am Schaufenster eines Buchladens. Dann saß er auf einer Bank. Lehnte an einer Hauswand. Und immer ruhten diese kalten, grauen Augen auf ihm.
Sirius war kurz vor dem Durchdrehen. Wäre er sich nicht der Menschen um sich herum bewusst gewesen, hätte er sich die Haare gerauft. War er jetzt verrückt geworden oder sah er wirklich überall Draco? Vielleicht war etwas mit dem Stoff nicht in Ordnung gewesen. Vielleicht hatten die Pillen heute eine Nebenwirkung. Vielleicht war das so etwas wie ein Bad Trip.
Merlin, er musste sich abreagieren. Ruckartig änderte Sirius die Richtung und steuerte auf die Nocturngasse zu. Als er in einem der heruntergekommensten Bordellen von allen verschwand, hatte er Draco endgültig abgehängt. Er hatte keine Lust sich mit einem von den Mädchen hier zu vergnügen, die alle – Merlin bewahre – reichlich fertig aussahen. Aber die Besitzerin dieses... nun ja, nicht gerade angesehenen Etablissments hatte nichts dagegen, wenn er sich die Zeit im Vorraum vertrieb und ein hohes Trinkgeld bei jedem Whiskey gab, den er trank. Schließlich – es war unmöglich, dass da draußen noch immer irgendwo ein blonder Junge lauerte – machte sich Sirius auf den Weg in seine Wohnung. Eine Nacht schlaf und die Welt sah morgen früh vielleicht schon ganz anders aus.
Er fischte gerade nach seinem Zauberstab, als eilige Schritte neben ihm zum Stehen kamen und er in das Gesicht des Malfoy-Sprößlings blickte, der augenscheinlich ziemlich außer Atem war.
„Nicht schon wieder du, bitte, ihr Götter...“, meinte Sirius verzweifelt und starrte den Kleineren an.
„Black, tu mal nicht so“, meinte Draco und klang dabei etwas beleidigt. „Ich lasse mich von dir nicht einfach so abfertigen.“
Sirius seufzte. Schade, dass die Wirkung dieser Pillen schon wieder abgeklungen war. Er öffnete seine Wohnungstür, machte eine kurze Handbewegung und schloss die Tür sofort wieder, als Draco eingetreten war.
„Okay, Sportsfreund.“ Sirius entledigte sich seiner Jacke, legte die Pillen auf die Anrichte in seinem Flur und plazierte seinen Zauberstab daneben. Diese kleine Wohnung war für seine Zwecke perfekt. Er hatte sich nach seinem Freispruch entschieden, nicht mehr in dem Haus zu wohnen, mit dem er so viele schlechte Erinnerungen verband. Außerdem wäre es ohnehin zu groß gewesen für ihn allein.
„Black...“, meinte Draco bedächtig und als Sirius aufsah, bemerkte er, dass der Blick des Jungen an den Pillen hing. Merlin, bitte lass nicht zu, dass er auch einer dieser moralisch vollkommen perfekten Spinner ist. Merlin ignorierte seine Bitte wie immer gekonnt. „Das sind doch nicht etwa Drogen?“
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