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Fanfiction

Partners in Crime - Ganz allein in Blacks Bude

von Kraehenfeder

An dieser Stelle möchte ich euch gern die "Missing Scene(s)" ans Herz legen, die Dr. S zu Terry/Harry geschrieben hat! Danke dir, für diese wunderbare Ergänzung! :D *mit Keks abwerf*
Ihr findet "The Auror and the Whore" hier:
http://harrypotter-xperts.de/fanfiction?story=10608

Kapitel 16 – Ganz allein in Blacks Bude

Der brennende Schmerz, den Blacks rücksichtslose Behandlung verursacht hatte, war am nächsten Morgen fast vollkommen verschwunden, was wohl auch an diesem Bad gelegen hatte. Draco wurde nicht von Sonnenlicht geweckt. Black musste die Vorhänge doch noch irgendwann zugezogen haben…
Oder gerade eben…
Als Draco sich herumdrehte war da nämlich niemand mehr. Sich die Augen reibend richtete Draco sich auf und geriet arg ins Schwanken, als er merkte, dass er auf der Hängematte lag, einen flauschigen Schlafanzug tragend. Verwirrt fuhr Draco sich über die Brust, schnupperte an seinem Ärmel und fühlte seine Mundwinkel von ganz allein zucken, als er feststellte, dass Black ihm etwas zum Anziehen geborgt hatte. Nicht einmal mehr Sand war in Dracos Haaren. Anscheinend hatte Black wirklich mehr schlechtes Gewissen, als man ihm zugetraut hätte.

Unbeholfen versuchte Draco sich aus der Hängematte zu befreien. Black hatte schlimmere Stimmungsschwankungen, als Pansy einmal im Monat. Vom wilden Raubtier zum verschreckten Reh in wenigen Minuten. Draco hatte das Opfer sein soll, aber – genau als er den Sand, der Blacks Boden bedeckte, zwischen den Zehen spürte – schoss ihm in den Kopf, dass Black wohl am ehesten sich selbst damit hatte verletzen wollen. Jedenfalls hatte er das getan. Draco war raue, äußerst brutale Behandlung gewohnt, auch wenn er nie mit physischen Schmerzen hatte umgehen können. Weinerlich war er deswegen geworden…
„Black?“ Draco steckte den Kopf durch die Tür und rechnete schon damit, einfach wieder rausgeworfen zu werden. Wer wusste schon, wie oft Black sich innerhalb einer Nacht umentscheiden konnte. Er nicht. Draco konnte nur versuchen, dass Black sich nicht allzu große Vorwürfe machte. Auch wenn das nicht zu ihm passte. Hauptsache Sirius ging es gut.

Archie schwamm einen Looping, als Draco an ihm vorbeiging.
„Morgen, Fisch“, sagte Draco, winkte kurz und schaute sich um. Keine Spur von Sirius. Die Badezimmertür stand offen, weshalb Draco davon ausging, dass Black auch nicht dort vorzufinden war. Stattdessen fand er auf dem Küchentresen ein merkwürdig perfekt aussehendes Frühstück vor. Magisch warmgehaltene Spiegeleier, Schinken und ein so großes Sandwich, dass er wohl kaum abbeißen können würde. An dem Glas mit dem Orangensaft war ein zusammengefalteter Zettel gelehnt. Draco entfaltete das Pergament und erkannte Blacks wunderschön geschwungene Handschrift. Ohne Begrüßung fing Sirius gleich an…
Ich wollte dich nicht wecken, Draco, aber ich musste zu meinem Auslandstermin, falls du dich erinnerst. Wenn du nicht bleiben möchtest, dann sag Terry Boot Bescheid und gib ihm die Schlüssel. –
Draco bemerkte den silbernen Schlüssel, der unter dem Zettel gelegen hatte.

–Archie würde sich aber bestimmt freuen, wenn du ihm Gesellschaft leistest, bis du etwas Eigenes gefunden hast. Solltest du meine Bitte für unangebracht halten, dann dreh den Zettel gar nicht erst um. –
Was Draco sofort tat und die Anweisungen fand, wann er Archie zu füttern hatte und wie oft er die Pflanzen gießen musste. Draco hob die Augenbrauen und versuchte mit zusammengekniffenen Augen den immer wieder durchgestrichenen Satz zu entziffern, aber das konnte er wohl vergessen.

–Außerdem bin ich dir ein Dach überm Kopf schuldig… Ansonsten… Freitag bin ich wieder da. Man sieht sich. Oder auch nicht.
Sirius

Draco seufzte enttäuscht. Er hatte gehofft, dass wenigstens Mitleid Sirius bei ihm bleiben lassen würde, irgendwann vielleicht mehr daraus werden würde, aber da hatte er wohl falsch gedacht. Black mochte ihn eben nicht so. Draco hatte seine Nerven überstrapaziert und das zu spüren bekommen. Diesem… Anfall sollte Draco mehr Beachtung schenken, erst Recht nicht anfangen die Drastik zu verdrängen, und Black in Ruhe sein Leben leben lassen. Black brauchte wenn schon jemand, der dominanter war…
Trotzdem. Draco würde hierbleiben. Er sollte gar nicht erst anfangen Angst vor Blacks Bett zu bekommen. Oder sich dessen bewusst werden, dass es wirklich nah dran an Ver… Nein. Draco schüttelte den Kopf und lauschte Archies Blubbern, während er das für ihn, hoffentlich, liebevoll zubereitete Frühstück genoss. Was sollte er jetzt tun? Er brauchte einen Job… Damit sollte er anfangen.

Draco prustete in seinen Orangensaft, als er laute Stimmen von oben hörte. Neugierig geworden stand er auf und lugte in den Hausflur, die Treppe hoch und hob eine Augenbraue, als er Potter fast manisch an Boots Tür hämmern sah.
„Terry, mach auf!“, rief er fast flehend.
„Na, Potty? Ehekrach?“, raunte Draco, lehnte sich gegen den Türrahmen und winkte lässig, als Harry ihn bemerkte. Augenblicklich weiteten die grünen Augen sich.
„Was… Trägst du Sirius‘ Pyjama?“, fragte Potter.
Draco schaute an sich herunter und errötete, als er noch immer nur einen Pyjama trug. Scheiße, blamiert. Er räusperte sich. „Ich wohn hier.“ Potter rutschte die Brille von der Nase. „Vorrübergehend.“
„Ach?“ Noch einen Blick auf Terrys schiefe Wohnungstür richtend stieg Potter zu ihm herunter und marschierte einfach in Blacks Wohnung. „Und warum trägst du seine Sachen?“ Er musterte im Vorbeigehen Dracos Kofferstapel, bevor er sich auf Archie… auf Archies Couch setzte und den Fisch zur Begrüßung anstupste.

Draco folgte, zögerte aber, bevor er sich dazusetzte und sich sofort wieder erhob, als der Fisch ihn anlutschte. Potter gluckste und bekam dafür einen bösen Blick geschenkt. Betont lässig setzte Draco sich wieder hin, was ihm immer noch leichte Schmerzen bescherte.
„Ernsthaft, Malfoy, was ist das zwischen dir und meinem Paten?“, wollte Potter wissen, die Arme vor der Brust verschränkend. „Wir sind doch erwachsen und können da normal drüber reden, oder?“, fügte er hinzu, als Draco nur die Mundwinkel verzog.
Was wollte der denn hören? Dein Pate hat mich entjungfert und lässt mich aus Mitleid jetzt hier ein paar Tage schmarotzen. „Kümmer dich um deine eigenen Sachen, Potter. Boot wollte dein Gold wohl nicht mehr, was?“
Harry verdrehte die Augen. „Das zwischen Terry und mir ist… was Ernstes. Sirius hat niemals etwas Ernstes. Und erst Recht nicht mit Jungfra…“
„Ey!“, unterbrach Draco ihn, hochrote Wangen demonstrierend. „D-Das… Ich… Wir sind nur Freunde. Dein Pate und ich. Sowas in der Art… In romantischer Hinsicht wird da nie was laufen. Jetzt zufrieden?“

„Freunde? Freunde mit Zusätzen?“ Potter stand auf und bediente sich gezielt am Kühlschrank. Er brachte Draco seinen Orangensaft mit, als er sich wieder setzte, ein Butterbier am Morgen für sich.
Draco trank lieber einen großen Schluck, als zu antworten. Freunde mit Zusätzen? Vielleicht… könnte da etwas… Nein, das wollte er auch nicht. Richtiger Sex war widerlich schmerzhaft. Das in der Winkelgasse oder Blacks Entschuldigung… Ja, das würde er schon gerne wiederholen. Black konnte so sanft sein, wenn er wollte. Oder er war einfach nur vorsichtig gewesen.
„Ich bin nicht blind“, sagte Potter.
„Ja, aber nur wenn du die fetten, abtörnenden Gläser zur Schau trägst“, gab Draco zurück. Mit weit aufgerissenen Augen wich er zurück, als Potter ihm den Kragen herunterzog und die Bissspuren musterte. „Das war was anderes! Begrabsch mich nicht, Potter!“
„Malfoy, sei nicht so peinlich“, seufzte Potter und fuhr sich durch die Haare. „Selbst wenn ihr’s nicht hier irgendwo wie die Wilden getrieben habt, die Details interessieren mich auch gar nicht. Jedenfalls in dieser Richtung… Geht ihr aus?“

„Was?“
„Ob du dich mit Sirius triffst.“
„Ich?!“
„Nein, Archie…“ Potter stöhnte entnervt. „Du weißt schon, was ein Date ist?“
Draco rollte mit den Augen. „Das, was du mit Boot nicht hattest, was?“
„Sehr witzig…“, murmelte Potter.
„Black findet das auch nicht sehr witzig.“ Jetzt horchte Potter auf. „Hat deinen… Freund wunderbar angeblafft, gestern. Er solle die Finger von dir und deinem Geldbeutel lassen. Sowas eben“, sagte Draco grinsend. „Tja, anscheinend hat Boot noch genug Grips in der Birne um sich daran zu halten. Das könnte sonst böse enden…“
„Oh, nicht wirklich, oder?“ Anscheinend ging irgendwo hinter den leuchtend grünen Augen ein Lichtlein auf. „Deswegen kommt er schon wieder mit „Ich bin nichts für dich, Harry“ an.“

„Ach?“ Lustig. Er saß hier mit Potter und redete… fast normal. „Natürlich ist er was für dich. Da konntest… kannst du den Helden spielen und ihn von der Straße holen, was? Mehr ist das doch nicht für dich, Potter.“
„Am Anfang war’s das vielleicht wirklich…“, sagte Potter. Anscheinend dachte er, Draco würde ihm von ihm und Black erzählen, wenn er die Terry-Harry-Lovestory vorgesetzt bekam. „Aber Terry hat mir viel gegeben. Ich hab das nicht wahrhaben wollen und mir wieder ein Mädchen geschnappt, was ihn sicher sehr verletzt hat. Aber dann hat’s Klick gemacht und jetzt werd ich nicht noch einmal so blöd sein…“
Draco blinzelte schnell hintereinander. Vielleicht wollte Black es tatsächlich nicht wahrhaben, dass er sich ein bisschen verguckt hatte. Am Ende wollte er Dracos Leben nicht versauen oder… sowas. Nein, dafür war Black doch zu egoistisch. Immerhin hatte es ihm gefallen Draco zu quälen, egal ob er es hinterher bereut hatte, oder nicht. Draco hatte noch ganz genau das lustvolle Stöhnen im Ohr, konnte sich das vor Verzückung verzogene Gesicht bildlich vorstellen und versuchte es ganz schnell nach hinten zu schieben.

„Warum hockst du dann hier herum? Du solltest da hochgehen und dein Happy End einfahren, Potter“, murmelte Draco, zog die Beine an und umklammerte seine Knie, das Zittern unterdrückend. Da gab es nichts, weswegen er zittern sollte. „Und deinem Paten will ich nichts Böses. Wirklich.“ Er schenkte Potter einen Blick, der den wohl überzeugte.
„Schließ die Tür hinter dir!“, rief Draco, bevor er sich ganz allein in dieser… irgendwie unheimlichen Wohnung wieder fand. Archie stupste ihn an und Draco atmete tief durch. Hier brauchte er sich nicht fürchten. Nun wirklich nicht…

*

Ohne Black schien jeder Tag wie ein Jahr. Draco kümmerte sich fürsorglich um Sirius‘ Pflanzen und Archie, der jetzt schon immer betrübt in seinem Sofa herumglitt, wenn Draco nur kurz einkaufen ging. Im nahgelegenen Supermarkt traf er zum Glück oft genug Terry Boot, der ihm mit dem Muggelgeld, das Sirius ihm da gelassen hatte, half. Ohne Potters vielleicht Freund oder auch nicht, wer wusste das schon so genau, wäre Draco vollkommen aufgeschmissen gewesen. Aber nach einer Weile fand er sich sogar in der miesen Gegend ganz gut zurecht. Auch wenn er vor den meisten Kerlen lieber noch Reißaus nahm, anstatt die wie Terry anzupampen… oder abzuschleppen. Black sähe es sicher nicht gern, wenn Draco Orgien in seiner Bude feiern würde.
Was er auch nicht tun würde, so wie er Sirius vermisste. Er hatte nie geglaubt, dass man tatsächlich so deprimiert am Fenster saß und Bonsais goss, wenn etwas im Leben fehlte. Oder jemand.

Er versuchte sich abzulenken und dazu gab es wahrlich genug. Für jemanden, der sich mit Pflanzen und Fischen nicht auskannte, war das eine ganz schön anstrengende Arbeit und dann hatte Black auch keinen Hauselfen, der für ihn putzte. Das Gröbste konnte er per Magie machen, aber aufräumen half ihm dabei zu vergessen. Dass Black nicht da war. Dass Black alles tun würde, um ihn loszuwerden. Gut, vielleicht war er wirklich zu naiv und verstand einfach nicht, was Black getan hatte, aber so fand er es nicht… allzu schlimm. Wenn Black einfach immer so, wie danach sein würde… Das war doch schön gewesen. Auch für Sirius, oder? Wenn er ihn nur besser verstehen würde…

Baff!
Draco schreckte zusammen, als die merkwürdig verschnörkelten Regalbretter unter dem Gewicht des einen Buches, das Draco noch hinein gestellt hatte, nachgaben. Jedesmal wenn er ein weiteres, polterndes Geräusch hörte, kniff er die Augen wieder zusammen. Irgendwann war es still und als Draco die Augen öffnete, da flog vor ihm, wie magisch, ein abgerissenes Stück Pergament, das wohl aus einem Buch gefallen war. Es musste am Windhauch, der durch das offene Fenster kam, liegen, dass es solange in der Luft schwebte, dass Draco es richtig greifen konnte, anstatt es aufzufangen. Der Anfang war abgerissen, ebenso wie das Ende. Black musste den Brief zusammengeknüllt haben und durch das Buch versucht haben, das Pergament wieder zu glätten.

Ohne genauer darüber nachzudenken, fing Draco an, die nicht sehr ordentliche, leicht verschmierte Schrift zu lesen…

…so verschieden. Egal, wie ähnlich er dir sieht… Harry ist so wenig wie du, James. Trotzdem kann ich nicht anders, als jedesmal zu denken, ich würde mit dir reden. Mit meinem besten Freund. Aber er ist es nicht. Ich hab keinen besten Freund mehr. Remus kann ich nicht mehr ansehen. Jedesmal kommt wieder Askaban in mir hoch. Der alleinige Gedanke, dass er daran geglaubt hat, ich hätte dich verraten, macht mir zu schaffen. Sicher hat das was mit der Sache in der 5. zu tun, als ich Snape in den Geheimgang gelockt habe, oder? Deswegen hat er mir nie wieder richtig vertraut und geglaubt ich… Ausgerechnet ich in Voldemorts Reihen? Du hättest das nie… Aber sag mir einen Menschen, der mir jetzt noch so bedingungslos vertraut? Niemand. Nicht mal der dämliche Fisch, den ich mir besorgt habe, will hinter diesen… Algendingern in seinem Aquarium rauskommen. Ich muss mir was überlegen, oder? Warum sollte ich… Ich ertrag das nicht mehr. Ich will keinen Fisch. Ich will… Ich weiß es auch nicht. Im Grunde gehör ich hier einfach nicht hin. In Askaban bin ich so gut wie gestorben. Alles, was noch übrig ist, ist ein drogenabhängiger Alkoholiker, der sich Liebe kauft! Dabei sind sie mir mal alle zugeflogen… und das tun sie immer noch. Wie Motten zum Licht. Und ich nutz das schamlos aus. Warum kann ich nicht einfach jemanden finden und glücklich werden? Wieso ist da keiner, der mir mal in den Arsch tritt und sagt, was für ein Arschloch ich geworden bin? Molly hat diese Blicke drauf, aber das ist mir egal. Harry ist nicht hartnäckig genug und was soll ich ihn belasten? Der Junge soll’s wie du machen. Sich ein nettes Mädchen suchen und glücklich werden. Du hättest das an meiner Stelle geschafft. Du hast immer mehr alleine geschafft. Eigentlich hätte ich sterben müssen… Ich war Harry nie ein guter Pate und jetzt bin ich so… verdammt alt! Ich hab’s verbockt. Wiedermal. Weil du mich allein gelassen hast! Wie sie’s alle tun werden… Wer will schon bei sowas wie mir bleiben. Nicht mal der Fisch! Nicht mal der… Der macht’s nicht mehr lang, wetten? Alle sterben und ich muss hier bleiben, darauf warten, dass ich euch alle irgendwann wiedersehen werde. Vielleicht schneller, wenn ich mich an die richtig harten Drogen trauen würde, aber… das will irgendein, kleiner, romantischer Teil von mir nicht. Aber lange ist der au…

Draco ließ das Pergament sinken. Der Schrift und dem Geraspel nach zu urteilen musste Black da einiges getrunken haben, aber der Kern der Sache war klar und deutlich. Sirius konnte seine Vergangenheit nicht bewältigen, verglich alle mit irgendjemand und fand deswegen nicht heraus, wie sehr er Draco Malfoy liebte! Oder er hatte Angst, Draco könnte sterben, wenn sie etwas Ernstes anfangen würden. Black musste einsam sein, verdammt einsam. Und richtige Freunde fand er nicht, wenn er sich durch halb London vögelte. Er wollte also Freunde, aber dann doch wieder nicht, weil er sich nicht gut genug für sie fühlte. Weil er es nicht richtig fand, das ausgerechnet er lebte, während sein bester Freund hatte sterben müssen.
Vermutungen. Draco würde da genauer drauf achten müssen oder Black einfach zum Psychiater schleppen müssen. Er hatte sein Leben noch und sollte es unter diesen Umständen erst Recht nicht derartig wegwerfen!
Für spätere, genauere Informationen steckte er das Pergament in die Innentasche seines Umhanges. Vielleicht bei einem Eis in der Winkelgasse darüber nachdenken? Er hatte ein Vorstellungsgespräch bei Florean Fortescues Eissalon und konnte…

Die Tür wurde gerade ins Schloss gezogen und Draco fuhr herum. Er wurde mit jedem Schritt, den er hörte röter. Oh, was sollte er sagen? Wie sollte er sich verhalten?
Sirius linste etwas nervös ausschauend um die Ecke, die schwarzen Haare fielen ihm vor die Augen und er pustete sie weg, lächelte leicht, als er Draco sah. Sein Blick fiel auf das eingekrachte Bücherregal. „Was hast du da denn gemacht?!“ Bevor Draco antworten konnte, zückte Sirius den Zauberstab und reparierte sein Regal. Draco duckte sich, um die Bücher einzuräumen und knallte mit der Stirn gegen Sirius‘ Kinn, als der wohl etwas Ähnliches vorgehabt hatte.
„Au…“ Draco hob den Blick, versank einen Moment in den dunkelgrauen Augen von Sirius und starrte dann grinsend zur Seite. „Hallo.“
„Hi.“ Mit einem weiteren Schlenker seines Zauberstabes räumte Sirius die Bücher wieder ein.
„Oh, sorry, Black“, sagte Draco und deutete auf das Regal. „Ich wollte nur… Deine Einrichtung ist etwas… unpraktisch, manchmal.“ Er steckte die Hände in die Hosentaschen und warf einen Blick zu Sirius. Röte schoss ihm wieder ins Gesicht, als er daran dachte, wo dieser verführerische Mund gewesen war. „Wie… Wie war dein Auslandstrip?“
„Ganz okay…“

„Hm…“ Draco nickte, atmete tief durch und drehte sich zu Sirius um. „Black, weißt du…“ Er räusperte sich. „Nach allem, was passiert ist, wird das sicher nie was zwischen uns, aber… ich würde gerne… dein… Freund sein.“ Sich die schwitzige Hand an der Hose abwischend hielt er sie Black hin, der für einen Moment aussah, als hätte ihn das verletzt. „Mach dein Patenkind nicht nach, Black. Ich bin doch ganz… nett.“
„Du bist ein verrückter, verzogener Bengel, Draco Malfoy“, sagte Black. Er musterte Draco, als würde er ihn das erste Mal sehen, ignorierte seine Hand aber einfach.
Draco senkte den Blick und seine Hand. „Entschuldige…“
„Das ist mein Satz. Sollte es sein…“, gab Sirius zurück.
„Nein!“ Draco schüttelte den Kopf. „Das hatten wir doch schon. Du hast… Oh, bei Merlin, das ist doch gar nicht mehr wichtig.“
„Du solltest das nicht verdrängen, abtun oder sonst was. Ich habe…“

„Ich habe einen Termin!“, unterbrach Draco Black hastig und starrte auf seine Uhr, die er sich ganz dreist von Sirius ge…borgt hatte.
„Wo… willst du denn hin?“, fragte Sirius verwirrt, als Draco an ihm vorbeihastete.
„Oh, ich hab ein Jobangebot, damit ich hier raus kann und dann treff ich mich mit Pansy“, ratterte Draco hastig herunter. „Archie hab ich schon gefüttert. Lass dir nichts von dem Fresssack einreden. Bis dann!“ Und damit schlug Draco hinter sich die Tür zu.


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Ich wünsche Joanne Rowling, dass sie es schafft, nach den sieben Potter-Bänden eine andere Art von Literatur zu schreiben und dass die jugendlichen Leser mit der Lektüre mitwachsen werden.
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