
von Looney&Soey
Neville stand in Gewächshaus 1 und kümmerte sich um die Pflanzen. Sprout stand am anderen Ende des Tisches und zupfte einer höchst gefährlich aussehenden Kaktee welke Blütenblätter ab.
Neville summte höchst zufrieden eine x-beliebige Melodie vor sich hin. Das Problem dabei war nur, dass das ziemlich scheiße klang (Stimmbruch und so) und den Pflanzen so gar nicht wohlbekam.
Das bemerkte man daran, dass sie plötzlich alle welkten, vertrockneten und zu Staub zerfielen. Sprout sah gaaaanz langsam, mit ziiiemlich verkniffenem Gesicht hoch und schien Neville mit ihren Blicken ermorden zu wollen. Diesen überkam plötzlich der Drang sich hinter den inzwischen zu Staub zerfallenen Pflanzen verstecken zu wollen.
„Wissen Sie, was sie da gerade kaltblütig umgebracht haben?“, wollte die Kräuterhexe, die gerade, ganz zufällig natürlich, ein seeeehr scharfes Messer in der Hand hielt, wissen.
„Ähm“, piepste Neville und beäugte mit berechtigtem Misstrauen das Messer.
„Die hyperultramegaseltene Gattung der Mimosa?“
„Oh ja“, antwortete Sprout und legte zu Nevilles Erleichterung das Messer beiseite.
„Verlassen. Sie. Sofort. Mein. Gewächshaus“, sagte Sprout mit zusammengebissenen Zähnen, jedes Wort einzeln betonend.
Gerade als Neville ihren äußerst klaren Anweisung Folge leisten wollte, packte die Professorin ihn am Hals und versuchte Neville mit einer Teufelsschlinge mehr oder weniger sanft ins Jenseits zu schicken.
Neville, dem wohl bewusst war, dass er bald nicht mehr auf diesem bezaubernden Fleckchen Erde existieren wĂĽrde, lieĂź noch einmal sein Leben vor seinem inneren Auge ablaufen.
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Er war elf Jahre alt und saß in einem Boot, das ihn zum Schloss bringen sollte, als Hagrid sich auf ihn setzten wollte und ihn beinahe zermatschte. Neville fiel aus dem Boot und ein verärgertes Irgendetwas mit langen glitschigen Tentakeln packte ihn und schmiss ihn zurück ins Boot.
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Snape jagte ihn durchs Schloss, da er sein Klassenzimmer verwüstet hatte, und dem allseits beliebten Zaubertränkemeister mit seinem explodiertem Trank pinke Haare verpasst hatte, was diesen ziemlich verärgert hatte.
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Im zweiten Schuljahr, Snape lieĂź ihn Schnecken ausnehmen, Rattenhirne putzen und jagte ihn durch die Korridore.
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Im dritten Schuljahr, hatte Neville wieder einmal das Klassenzimmer in die Luft gejagt und wurde von Snape mit einem Cruciatus durch die Gänge gescheucht.
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Im vierten Schuljahr ließ Neville ausversehen den Ungarischen Hornschwanz frei, und dieser zerstörte Snapes Büro und versengte seinen Umhang. Folge: Neville wurde von Snape durch die Gänge gejagt und bekam die ehrenvolle Aufgabe, sämtliche schleimigen Geschöpfe, die in zersplitterten Gläsern auf dem Boden lagen einzusammeln, und wieder neu in irgendwelche Gläser stecken.
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Jaaa, er hatte ein schönes Leben gehabt, und nun sollte es beendet werden! Na ja, was soll’s, zumindest war sein Leben so erfüllt, wie es nur sein konnte.
Als Nevilles Gesichtsfarbe schon das bezaubernde dunkelviolett eines Frühjahr-Krokuses erreichte, das ein Vorzeichen des bald eintretenden Todes sein sollte, stürzte Hermine ins Gewächshaus, da sie im Gryffindorgemeinschaftsraum unter Dauerkreischen festgestellt hatte, dass sie ihr Buch vergessen hatte und blieb verblüfft vor dem Fast-toten und der durchgeknallten Professorin stehen.
„Ähm“, meinte sie hermineuntypisch ungeistreich, schien aber dann zu dem Schluss zu kommen, ihrem Haus alle Ehre machen zu müssen, in dem sie sich mutig ins Gefecht stürzte um Neville zu retten. Dies tat sie auf folgende Weise: Sie packte ihren dicken Kräuterkundewälzer und ließ ihn Sprout auf den Kopf krachen. Sie zog ihren Zauberstab, zauberte ein Messer hervor und hackte die Teufelsschlinge in Stücke, obwohl ein einfacher ‚Lumos’ auch genügt hätte, denn wie wir alle wissen hassen Teufelsschlingen Sonnenlicht. Aber was soll’s, mit einem Messer sieht’s eben um 33,7% cooler aus. Dann holte sie Dumbledore, und ließ sich „Besondere Auszeichnungen für Verdienste um das Wohl der Schule“, verpassen, und das nicht weil sie Neville gerettet hatte, sondern weil Sprout durch den Schlag auf den Kopf so bedusselt war, dass sie für eine lange Zeit im St. Mungo ihre Gehirnerschütterung heilen lassen musste, und Dumbledore sie so für lange Zeit los war.
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