
von Ron-la-Mione
In den nĂ€chsten Tagen war es regnerisch und Hermine legte sich eine ErkĂ€ltung zu. Ron, der ohne hin schon besorgt um seine junge Freundin war, da diese sich stĂ€ndig ĂŒbergab und ihre Ăbelkeit nicht vortĂ€uschen zu schien, war davon alles andere als begeistert. Sie hustete laut und schniefte. "Schatz?", hauchte Ron, setzte sich auf ihren Bettrand und umklammerte ihre eiskalte Hand. "Kann ich dir etwas gutes tun?" Hermine war leichenblass und hatte tiefdunkle Augenringe. Ihre Augen selbst hatten nicht mehr das fröhliche Strahlen, sondern waren blutunterlaufen und mĂŒde. Auch ihr Atem klang, als wĂŒrde sie gleich ersticken und ihr Gesicht brannte. "Schatz?", hakte Ron nach, doch Hermine sah ihn nur krĂ€nklich an und schĂŒttelte sachte den Kopf. Die dunklen Augenlider senkten sich und die junge Gryffindor fiel in unruhigen Schlaf."Geht es ihr besser?", fragte Harry, der auf dem Sessel in Mitte des Zeltes stand und in Die MĂ€rchen von Beedle dem Barden blĂ€tterte. Ron schĂŒttelte den Kopf, ohne den Blick von Hermine abzuwenden. "Ron, du sorgst dich um sie, dass ist klar, aber ich denke, dass sie auch Ruhe braucht. Nimm doch erst einmal Abstand von ihr." - "Was willst du damit sagen?", giftete Ron zurĂŒck und sah Harry mit funkelnden Augen an. "Ich meine nur -" - "- Du bist doch nur eifersĂŒchtig -", unterbrach Ron ihn. "- Das du nicht mit meiner kleinen Schwester rummachen kannst, wie es dir lieb ist! Nur weil ich mit Hermine zusammen bin, machst du stĂ€ndigen Aufstand, und willst stĂ€ndig, dass wir uns auseinander leben! Wenn du es nicht akzeptierst dann geh, aber lass Hermine und mich damit zu frieden!", unkontrolliert hatte Ron seine Stimme angehoben und als er geendet hatte, bemerkte er, wie die zuvor noch schlafende Hermine wach in ihrem Bett saĂ und Harry und Ron abwechselnd ansah.
"Nein Ron, dass denke ich nicht!", versuchte Harry zu erklĂ€ren, doch als Ron sich dreist umdrehte und ihm volles Desinteresse zeigte, stĂŒrmte er aus dem Zelt. "Ron, Harry meinte es bestimmt nicht so er -" - "- Willst du mich auch noch dumm an machen, Granger?!", Hermine fuhr zusammen. Granger... Klar war dies ihr Name, aber doch keine Anrede, die sie von ihrem Freund hören wollte. Es dauerte nicht lang, da bemerkte Ron schon, dass er sie weiter gekrĂ€nkt, und vermutlich auch verletzt hatte. "Oh, entschuldige bitte das...", seine Stimme versagte.
Am nĂ€chsten Morgen wachte Ron neben Hermines Bett auf. Was war passiert? Ist er ohnmĂ€chtig geworden? Wurde er aus dem Bett geschmissen oder hat er es vorgezogen lieber Wachhund als Geliebten zu spielen? Es kam ihm nicht in den Sinn, als er sich schlieĂlich an die letzte Nacht erinnerte. Ach ja... Plötzlich sprang er wie von der Tarantel gestochen auf und sah in das Bett. Hermine lag in etwa Vier Decken gehĂŒllt im Bett und lugte ĂŒber deren Rand. "Is was?", krĂ€chzte sie und hob den Kopf. "Ăhm.. wie gehts dir?" - "Den umstĂ€nden entsprechend, dir?" - "Nicht anders als dir, denke ich mal." - "Mine hör mal, was gestern war, tut mir leid. Ich wollte dich nicht so... so... " - "Ich versteh schon was du meinst.", beendete Hermine und schmunzelte so fern es denn möglich war. Schwach rĂŒckte sie weiter nach hinten und klopfte auf ihr Kissen um Ron anzudeuten, dass er nicht auf dem Boden liegen und in ihr Bett steigen sollte.
Er zögerte nicht und legte sich neben sie. LĂ€chelnd legte er einen Arm um sie und strich ĂŒber ihre glĂŒhende Wange. Sie zitterte, ihr war kalt, sie hatte Hunger und wollte nichts essen. Sie genoss Rons ZĂ€rtlichkeit und FĂŒrsorge sehr, doch seine Finger brannten auf ihrer Haut und der Schmerz zog durch ihre Muskeln. Es waren die StromschlĂ€ge, die sie schon immer bei seinen BerĂŒhrungen empfunden hatte, doch sie waren zuvor immer so zart und herlich gewesen, jetzt brannten sie und schienen sich in ihr Fleisch zu bohren. "Ron... ich Ă€hm... ich muss dir etwas sagen!", flĂŒsterte Hermine nach langer Stille. "Was denn?", fragte Ron und sah sie an. "Ich bin...", sie sah ihn tief in die Augen und zum ersten Mal seit Tagen strahlten diese wieder, unerkennbar jedoch vor Schmerz, Kummer oder Fröhlichkeit und Stolz. "... bin... Wirklich dafĂŒr das wir zu Xenophilius Lovegood gehen.", Ron sah sie verdutzt an. Oh Hermine was redest du da?!, dachte sie und verzog das Gesicht als hĂ€tte sie auf eine Zitrone gebissen. "ĂÀÀÀhm... okay! Warum denn auch nicht? Harry?!", der Schwarzhaarige Junge, der sich gerade ein RĂŒhrei briet schaute auf. "Ja?" - "Wir wollen zu Mr Lovegood. Das hatten wir ja gestern abgesprochen." - "Ja.", erwiderte Harry trocken und setzte einen mĂŒden Blick auf. Nach dem sie gefrĂŒhstĂŒckt und sich ausgesprochen hatten, schmiedeten sie PlĂ€ne fĂŒr den Besuch bei Xenophilius Lovegood. Noch am selben Abend packten sie ihre Sachen ein und apparierten.
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