Forum | Chat | Galerie
 
Startseite | Favoriten
Harry Potter Xperts
Harry Potter Xperts
Startseite
Newsarchiv
Link us
Sitemap
Specials
Shop
Buch 7
Buch 6
Buch 5
Buch 4
Buch 3
Buch 2
Buch 1
Lexikon
Lustige Zitate
Gurkensalat
Hörbücher
Harry, A History
Steckbrief
Biographie
Werke
Erfolgsgeschichte
Interviews
Bilder
Harry Potter & Ich
JKRowling.com
Film 7, Teil 1 & 2
Film 6
Film 5
Film 4
Film 3
Film 2
Film 1
Schauspieler
Autogramme
Galerie
Musik
Videospiele
Downloads
Lesetipps
eBay-Auktionen
Webmaster
RSS-Feed
Geburtstage
Gewinnspiele
Twitter
Fanart
Fanfiction
User-CP
Quiz
Währungsrechner
Forum
F.A.Q.
Über uns
Geschichte
Impressum

Fanfiction

Alkoholiker - Der Erste Akt

von Sev

Es waren Monate vergangen seit Severus seinem Großvater das erste Mal begegnet war. Es war keine schöne Begegnung gewesen, gewiss nicht. Er hatte sich seinen Opa und auch seine Oma ganz anders vorgestellt. Nicht nur äußerlich waren sie ganz andere Menschen als Severus es sich gewünscht, ja erwartet hatte. Auch ihre Seelen waren finster... Er hatte schnell gemerkt, dass sie ihn nicht mochten, wobei er sich doch solche Mühe gegeben und sogar gebadet hatte.

Die Großeltern der Kindergartenkinder waren allesamt nett! Severus saugte die Geschichten förmlich in sich auf und behauptete steif und fest, sein Opa würde auch mit ihm in den Zoo fahren und ihm dann Eis kaufen, auch wenn er nicht ganz wusste, was überhaupt ein Zoo war.

Seine Mutter hatte ihm erklärt, dass es ein Ort voller fremder Tiere war aus allen Länder dieser Welt. „Gibt es denn keine Hunde in Manchester?“
„Aber, Severus, Manchester ist doch kein anderes Land! Es gibt noch viel mehr Länder auf der Welt als England. Und da gibt es auch andere Tiere.“
Severus erstaunte es sehr, dass es andere Tiere als Hunde, Katzen, Pferde und Eulen gab, doch noch mehr erstaunte es ihn, dass England nicht das einzige Land war und dass die Menschen aus den fernen Ländern auch anders sprachen als sie

Seine Mutter erzählte ihm von Giraffen, riesige Tiere mit einen Hals so groß wie ein kleiner Baum, und von Elefanten, graue, dicke Tiere mit einen Rüssel.
Severus, der noch nie das Wort „Rüssel“ gehört hatte, fand es sehr amüsant und auch Eileen begann zu lachen. „Die sehen aus wie der Schlauch von dem Staubsauger, nur größer.“

Severus konnte ein Tier, das so schwer und dick war wie vier Autos partout nicht mit einem Staubsauger vergleichen.
Er wollte unbedingt in den Zoo, doch wie immer war für so etwas kein Geld da...

Sein Opa hatte sicher sehr viel Geld. Immerhin wohnte er mit seiner Oma in einem riesigen Schloss mit komischen Wesen die ihm alles brachten,was er wollte.
Er aß Speisen, die Severus höchstens zu Weihnachten und zu Ostern essen konnte, und das mitten in der Woche!
Da fand er es schon sehr unfair, dass sein Opa ihnen nichts von seinem Geld abgab oder wenigstens mit ihm in den Zoo ging...

Unmotiviert stocherte er in dem lauwarmen Mittagessen herum. Es gab Kartoffelbrei mit Gemüse und einer braunen Soße, die viel zu salzig für seinen Geschmack war.
Das gab es eigentlich immer im Kindergarten zu essen. Und wenn alle Kinder brav aufaßen, dann würden sie zum Schluss einen Überraschungsnachtisch bekommen.
Severus fand den Nachtisch gar nicht so überraschend und so war er nicht sonderlich erpicht darauf, heraus zu finden, welche Nachspeise es diesmal geben würde.
Es war immer dasselbe und es wechselte sich immer ab. Am Montag gab es Schokopudding, am Dienstag Äpfel und am Mittwoch drei Gummibärchen...

Heute würden wieder die Gummibärchen dran sein, und da die Erzieherinnen sowieso immer die weißen Gummibärchen selbst aßen, war ihm der Nachtisch herzlich egal.
„Severus“, hörte er die etwas zu glückliche Stimme von Tanja, die auf einem viel zu kleinen Stuhl kauerte und einem Kind eine Gabel in den Mund schob. „Wieso isst du denn nicht auf, hast du gar keinen Hunger mehr?“

Severus schwieg, stütze seinen Kopf auf seine Hand, den Ellenbogen auf den Tisch und stocherte weiter in dem Püree herum, das weniger nach Kartoffeln schmeckte als nach Papier.
„Also, du musst schon aufessen, wenn du den Nachtisch haben magst!“, versuchte sie es erneut, doch wusste Tanja genauso gut wie Severus, dass sie diesen Krieg verloren hatte, denn Severus schwieg weiter.
Zu Hause war es ganz egal,wie er saß, und aufessen musste er nie. Zwar versuchte seine Mutter ab und zu konsequent zu sein, doch wenn er genug maulte, schob ihm sein Vater schon genervt ein Stück Schokolade in Mund.

Der Tag im Kindergarten endete wie er angefangen hatte hatte, in einem lauten Streit.
Severus entriss Julia, einem Mädchen mit langen blonden Haaren und einer entzückende Schleife im Haar, die Schaufel und haute mit einer solchen Wucht auf ihren Hinterkopf, dass ihr ohnehin schon wackelnde Schneidezahn herausfiel und auf dem Sandboden landete. Blut rann ihr über die Mundwinkel und tröpfelte leise gen Boden...

Es war so, als würde die Welt untergehen. Ein Schrei, der selbst Severus die Haare zu Berge steigen ließ, ertönte aus dem kleinen Mund des Mädchens.
Severus wusste genau, was er getan hatte und er wusste, dass es tierischen Ärger geben würde. Schnell schmiss er die Schaufel beiseite und rannte hinter den kleinen Schuppen, in dem die Spielsachen für den Garten, inklusive Buddelzeugs, über die Nachtt eingeschlossen wurden.

Gerade noch rechtzeitig, denn sofort kam Tanja herbeigeeilt. Und– Severus blieb fast die Spucke weg – die Mutter von Julia.

Severus Herz schlug so laut, dass er befürchtete, es würde sein Versteck verraten. Starr blickte er zu einer großen Spinne, die durch ihr Netz krabbelte und eine Fliege mit einer weißen Spinnwebe einwickelte.

„Oh, meine Süße! Nicht weinen, was ist denn passiert, hast du dir weh getan?“

„Der ... der... der S... S... Severus hat mich... hat mich gehauen.“ Blöderweise ließ das Blut, welches aus dem Mund der Kleinen sickerte, alles um einiges dramatischer wirken.
Severus hatte sie nicht verletzen wollen. Wie konnte er den wissen, dass dieser Zahn sofort herausfiel, wenn man einmal auf ihren Kopf haute. Weder ihm noch seiner Mutter war das schon einmal passiert. Vielleicht hatte sie einfach nur schlechte Zähne?

Auch Severus begann zu weinen; er hatte Angst, und so war es nicht sein laut pochendes Herz, sondern das gedämpfte Schluchzen, das seinen Aufenthaltsort verriet.

„Mrs Martin! Wie kann es passieren, dass dieser Snape mein Kind derart schlägt, dass meiner Julia ein Zahn heraus fällt! Sie stehen unter Aufsichtspflicht! Die Kinder sind doch nicht mehr sicher seit dieses... dieses Kind hier in den Kindergarten geht! Ich möchte sofort, dass er sich entschuldigt!“

„Es tut mir Leid, Mrs Carsend. Schrecklich Leid. Ich war drinnen beschäftigt ich... - SEVERUS! Komm sofort her, sonnst komm ich und hole dich!“ Severus hatte Tanja noch nie so schreien hören. Reumütig wie ein kleiner Hund kam er angelaufen, den Kopf zum Boden gesenkt, die Tränen noch in den Augenwinkel glitzernd.

Als Tanja energisch zu ihm geschritten kam, zuckte er heftig zusammen. Wie aus einem Reflex heraus legte er die Hände schützend über den Kopf und ließ sich auf den Boden fallen, machte sich so klein wie möglich um seinen Körper vor dem größten Schaden zu retten.

Es war ein bedrückender Anblick, der sich den beiden Frauen bot. Julia weinte wie ein Kind , doch der kleine Junge vor ihnen lag da, wimmernd, wie ein Gefangener, der die Peitschenhiebe seines Peinigers erwartete.

Langsam, um das Kind nicht noch mehr zu verschrecken, ging Tanja auf die Knie und zog ihn mit einigen Mühen auf die Beine. „'schuldigung! 'schuldigung!“ Tanja schluckte. Sie konnnte Severus nicht so einfach davon kommen lassen, egal, wie weh es ihr selber tat.
„Severus. Warum hast du Julia so weh getan? Sie hat dir doch gar nichts getan!“
„Nein!", jammerte Severus. „Nein, aber wir haben Mama, Papa, Kind gespielt und ich hab ihr ge... gesagt 'Jetzt kochst du essen!' - und sie... sie... sie hat 'nöö', ge-gesagt. M...mach doch selber!'Undich hab ihr noch einmal gesagt 'Wenn du das nicht machst, dann hau ich dir eine, du doofe Hure.' und dann... dann hat Julia mir d-die Zunge raus gestreckt und ich hab sie gehauen!“ Betroffenes Schweigen trat unter den Frauen ein; selbst Julia hatte aufgehört zu weinen und betastete nun das neue Loch in ihrem Mund.

Nur Severus Schluchzen und das ferne Lachen der Kinder durchbrach die Stille... es wirkte fast so, als wäre der Rest der Welt stumm geworden.

Mrs Martin hatte schrecklich lange auf Severus und Julia eingeredet, und selbst Julias Mutter schämte sich für ihre Worte und begnügte sich mit einer Entschuldigung von Severus und dem Versprechen, ihn nie wieder hauen zu sehen.

Sie beide beschlossen, dass es wohl besser wäre, dass die Familie Snape nichts von diesem Vorfall erfahren sollte....

Tanja saß da und starrte in den Fernseher, der munter verkündete „Strahly – wirkt gegen alle Flecken und lässt ihre Wäsche wieder Strahlen!“

Schon lange hatte sie die Vermutung, das irgendetwas in der Familie Snape nicht stimmen konnte. Severus war nun schon ein halbes Jahr lang in dem Kindergarten und noch nie hatte sie Tobias Snape kennen gelernt.
Auf eine Art war sie ganz froh drüber. Tanja war nicht blöd. Die Ausreden von Mrs. Snape, wenn sie wieder einmal ein Veilchen zur Schau stellen musste, waren lachhaft.
Keiner war so dumm und lief jeden Monat einmal gegen eine Schranktür oder stieß sich an einer Tischkante.

Es war ihr klar gewesen, dass im Hause Snape häusliche Gewalt zur Tagesordnung gehörte, doch niemals hatte sie die Vermutung gemacht, dass ihr Kind selbst Handgreiflichkeiten über sich ergehen lassen musste.
Aber heute... Severus Reaktion war zu Eindeutig gewesen...

„Süße, du schaust so nachdenklich aus!?“Die warme Stimme von Mr. Martin ließ sie aus ihrer Trance erwachen.
„Mhhh. Weißt du, ich hab ein paar Probleme mit einem Kind aus meiner Gruppe.“
„Wieso? Will es sich nicht nach dem Essen die Zähne putzen?“
„Wenn's das mal wäre. Wobei ich bezweifle, dass er sich zu Hause überhaupt die Zähne putzt!“ Sie schilderte ihrem Mann die Situation, die erste Begegnung mit Severus und seinen völlig falschen Vorstellungen über die Frauen. Von Eileen, die immer wieder neue Wunden aufzeigen konnte und immer dünner wurde. Von Tobias und Severus Andeutungen von einem Getränk, das nur er trank.

„Oh weh“, machte Michael Martin und schaute nun genauso bedrückt wie seine Frau. „Glaubst du, dieser Sebastian wird geschlagen?“
„Er heiß Severus, Schatz, und ja! Ich denke schon. Aber das sind schwere Vorwürfe und ich würde mich in Teufels Küche bringen, wenn nichts an den Anschuldigungen dran sind.“
„Sieht dieser Vater von dem Kleinen denn aus wie ein Schläger?“

„Keine Ahnung“, schnaubte Tanja entrüstet, „ich habe ihn ja noch nicht einmal gesehen. Der Herr ist sich ja zu fein, um ihn mal im Kindergarten abzugeben, obwohl der arbeitslos ist. Das weiß ich wegen den Papieren. Der Staat zahlt Severus' Kindergartenplatz.“
„Dann solltest du das Jugendamt einschalten, bevor etwas Schlimmes passiert.“

Wenige Tage später saß Mrs. Martin mit Severus und seiner Mutter, sowie einer anderen Person in einem kleinen ungemütlichen Raum.

„...Ich möchte Sie damit nicht beschuldigen, irgendetwas Unrechtes getan zu haben, aber manchmal hilft es, eine außenstehende Person Einblicke in sein Leben zu geben.
Mr. Henderson ist ein sehr kompetenter Mitarbeiter des Jugendamts.“

„Oh, nennen sie mich doch bitte Eliseus! Ich mag dieses Förmlichkeit nicht als zu sehr.“ Der besagte Mann streckte Eileen die Hand hin, die diese nur widerwillig ergriffund sie schüttelte.

Eliseus war ein kräftiger Mann mittleren Alters, der blonde Haare hatte, und in dessen dunkelblauen Augen man die Begierde eines kleinen Kindes, das auf Abenteuer und Spaß aus war, sehen konnte. Dennoch wirkte er schlau, gepflegt und auch seine tiefe Stimme strahlte Freundlichkeit und Wärme aus.

„Schade, dass ihr Mann nicht dabei sein konnte, es ist immer schön, die Familie zusammen kennen zu lernen.“

„Er ist beschäftigt“, log Eileen und verschwieg, dass ihr Mann just in diesem Moment völlig betrunken über dem Klo gebeugt kotze....

Das Gespräch verlief außergewöhnlich positiv und Eliseus wollte in zwei Wochen das erste Mal ihre Familie besuchen.



Die übelkeiterregende Wut machte sich in Tobias Magen breit. Brennende Magensäure suchte den Weg über seine Speiseröhre in die Freiheit und Tobias musste alle Willenskraft aufbringen, um nicht sofort, hier vor den Füßen seiner Frau, den Drang nach zugeben und sich zu übergeben.

„Sag das noch einmal“, zischte er leise und stellte die leere Flasche des billigen Whiskys auf den wackligen Wohnzimmertisch.
Selbst Severus, der bis eben noch friedlich mit seinem Teddy gespielt hatte, blickte nun auf seinen Vater, den er die ganze Zeit belauscht hatte, um besser hören zu können, was seine Eltern redeten.

„E-ein F-F-Familienhelfer will übernächsten Mittwoch zu uns kommen. Oh Tobias – bitte – reg dich nich a-“

„ICH SOLL MICH NICHT AUFREGEN?“, schrie die aufgebrachte Stimme von Tobias ihr entgegen.
Plötzlich klebte Speichel in ihrem Gesicht, klebte in ihren Haaren und in ihren Wimpern. Tobias musste sie angespuckt haben, doch anstatt es weg zu wischen, schluchzte sie nur und drückte sich Schutz suchend an die Wand.

„Was hast du, Schlampe,der Kindergartentussi erzählt? Dass ich ein schlechter Vater bin? Oder hast du gelogen, wie du es sonst auch immer tust? 'Ohhh, der böse böse Tobias schlägt mich und vergewaltigt mein Kind. Ich bin ja sooo bemitleidenswert!'“

„Nein, Tobias, glaub mir! Ich würde niemals, wirklich niemals, solche Lügen verbreiten.“ Unterwürfig fie lsie auf ihre Knie und vergrub ihr Gesicht zwischen ihren Händen. Sie machte sich klein, ganz klein. Doch nichts schien Tobias zu besänftigen. Der viele Alkohol, der seinen Körper befahl, jeden einzelnen Knochen dieser Schlampe zu brechen, gewann die Oberhand. Wie ein wildes Tier prügelte er auf die wimmernde, viel zu dürre Frau ein, die versuchte, ihren Körper vor den wilden Händen zu schützen, die ihr solche Schmerzen bereiteten.
Das schwarze, strähnige Haar, das Eileen von ihrer Mutter geerbt hatte, wurde grob gezogen, so dass Eileen unwillkürlich den Kopf hob und wenige Sekunden den Schmerz des Faushiebes zu spüren bekam.
Abermals holte Tobias aus...

„Nein! Papa, nicht hauen! Mama nicht hauen! Du tust Mama weh!“ Schützend stellte Severus sich zwischen sie und Tobias, die Ärmchen weit ausgestreckt, der kleine Teddybär achtlos liegen gelassen.

„Verpiss dich, du kleine Ratte! Ich und Mama führen ein Erwachsenengespräch!“ Schonungslos schubste er seinen Sohn zur Seite, der auf den Po fiel; doch anstatt zu weinen, erhob er sich und breitete seine Arme abermals aus, um Tobias am Schlagen zu hindern.

Eileen kniff die Augen zu, wohl wissend, dass Severus sie nicht beschützen konnte. Dieser kleine Junge, der so viel tapferer war als sie es je sein könnte.
Gleich würde sich Tobias Faust wütend in ihr Bauch rammen, doch nichts geschah. Ängstlich öffnete sie ihre Augen.
Das Bild, was sich ihr bot, sollte sich ewig in ihr Gedächtnis einnisten und jedes schöne Gefühl verscheuchen, wie ein ständig wachsender Tumor.

Tobias hatte von Eileen abgelassen und schlug nun auf das kleine Köpfchen des Jungen ein. Nun war es Severus, nicht Eileen, der sich vor der Wut seines Vaters versuchte zu verstecken.
Immer wieder trommelten die Fäuste auf Severus ein. Blut quoll ihm aus seiner Nase, rann hinein in seinen Mund.

Irgendwann war Severus Gesicht nicht mehr genug. Fäuste bohrten sich in seinen Magen und Unterleib. Wie ein wildes Tier verprügelte Tobias sein Kind, ohne mit der Wimper zu zucken. Sein Gesicht verzog sich zu einer hässlichen Grimasse...

Erleichterung machte sich breit, als sie sah, wie dieser Verrückte von dem Kind abließ. Doch nur wenige Sekunden später lief ein Schauer über ihren Rücken als Tobias den Gürtel aus der Hose zog.

Heißes Blut würde über den leichenblassen Körper des Kindes laufen. Tiefe Narben sich auf Ewigkeit in seinen Rücken und in seine Seele einbrennen.

Noch bevor Eileen wirklich denken konnte, noch bevor Tobias den Gürtel um sein Handgelenk gewickelt hatte, schnappte sie ihren heulenden Sohn und wog ihn sicher in ihren Armen hin und her.

„Denkst du, mir macht es etwas aus, euch beide zu schlagen? Severus ist doch genauso krank wie du! Es war schon ganz Recht, dass euer Gesindel verbrannt wurde! Wie schade, dass das wohl nun als Mord gilt!“Das bittesüße Lächeln auf Tobias Mund... Wieso war er nur so? Wo war der Mann geblieben, den sie einst geheiratet, einst geliebt hatte?

Mit dem letzten Rest Würde und Selbstvertrauen erhob sich Eileen und klammerte ihren Severus so fest an ihren Körper, dass sie befürchtete, ihm sämtliche Knochen zu brechen.
Der Junge schien nur noch weinen zu können und sich dankbar an seine Mutter zu klammern...

Tobias hob den Gürtel, doch ehe er die Haut von ihr oder Severus berühren konnte, zog sie ihren Zauberstab. Wärme durchflutete ihren ganzen Körper als sie das Stück Holz berührte, wohl wissend, jenen Gegenstand gleich benutzen zu können.
Wieder den Rausch der Magie in sich zu spüren, die Macht, die reine Überlegenheit, vor der Tobias sich so fürchtete. Wie lange hatte sie nicht mehr gezaubert, obwohl es ihr vieles erleichtert hätte?
Sie trug 'das Ding', wie Tobias es nannte, immer mit sich, ohne es zu benutzen...
Entsetzt wich Tobias zurück. „Du wagst es nicht...! Du Hexe!“

„Lass Severus zufrieden!“
„LEG DAS DING WEG!“
„Lass Severus zufrieden!“

In Panik geraten ließ Tobias den Gürtel schnellen. Bevor der Gürtel Severus berühren konnte, drang ein roter Lichtblitz in die Brust des Mannes ein.
Ein weiterer roter Strahl folgte.
„STUPOR, STUPOR, STUPOR.“

Plötzlich war Totenstille in das Haus der Snapes eingekehrt. Zum ersten Mal seit ihrer Hochzeit hatte Eileen es gewagt sich zu verteidigen.
Sie war es sich und ihrem Kind, das sich so mutig vor seinen Vater gestellt hatte, schuldig.

Erst jetzt nahm sie wahr, wie sehr ihr Kind weinte. „Pscht, kleiner Severus. Nicht weinen, alles ist gut. Mama ist ja bei dir.“ Gemeinsam mit ihrem Sohn ließ sie sich auf das Sofa fallen, ihren Mann achtlos liegen lassend.

„Mein kleiner tapferer Severus.“ Sanft legte sie ihren Zauberstab auf Severus Nase, murmelte, und die Blutung stoppte sofort.
„Stupor“, hauchte er und schloss die Augen.

„Magst du was essen, Schatz? Ich kann dir Fischstäbchen machen oder Bratkartoffeln, die isst du doch so gerne!“

„Fischstäbchen... mit Bratkartoffeln..!“, murmelte Severus und legte seinen Kopf auf den Busen seiner Mutter.

Stunden später lag Severus in seinem Bett und starrte hoch zur Decke. In seinen Armen lag der kleine Bär, der ihm tröstende Wärme spendete. Die Schläge waren noch lange nicht vergessen und brannten sich tief in sein Langzeitgedächtnis ein.

Es war kurz nach Mitternacht als Severus endlich in den Schlaf gefunden hatte. Wilde Träume von bösen Monstern, die das Herz seiner Mutter verspeißten, welches so schwarz war wie ihr Haar. Seine Mutter saß neben den Bestien und streichelte ihre Köpfe, in der Brust ein klaffendes Loch.
Sie war nicht viel mehr als ein Skelett, überzogen mit weißer Haut und schwarzen Haaren.

Sein Vater hielt die Monster an einer großen Leine fest, die Severus an den Gürtel erinnerte. Tobias forderte die Tiere auf, weiter zu fressen und immer mehr Innereien aus dem Leib des Skelettes zu ziehen.

Tobias Gesicht war dem eines Geiers gewichen und seine lange Nase war nur noch ein Schnabel.
Seine Arme waren Flügel und Hände zugleich, nur sein Rumpf und seine Beine waren wie eh und je.
Tobias blickte auf und sah den kleinen Jungen mit den überlangen Haaren.

„Komm her, mein Kind“, hauchte die bizarre Gestalt. Severus gehorchte und ging über den Boden, der ein riesiger Spiegel war, zu seinem Vater.
Doch Severus würdigte den Boden keines Blickes und achtete nur auf seine Mutter, die den Tieren half, ihren langen Darm aus ihrem Körper zu zerren.

Severus blieb vor seinem Vater, dem mächtigsten aller Monster, stehen. Aus dem Nichts entstand ein weiterer Spiegel umhüllt von einem Tuch.
Doch ein Windhauch ließ das Tuch vom Spiegel gleiten und Severus sah sich mit der Wahrheit konfrontiert.

Er war ein...

... bevor er begriff,was er war, riss ihn die Angst aus dem Schlaf. Schweiß rann ihm über die Stirn und der unangenehme Geruch von Urin drang in seine Nase ein.

Nicht die Angst vor sein Ich hatte ihn aufgeweckt, sondern die lauten Schreie, die er erst jetzt richtig vernahm.
Schrie das Skelett denn nun doch? Hatte es nun doch Schmerzen?

„TOBIAS – NEIN! Bitte du tust mir weh.“ Es war die Nacht, in der sie ihre Zauberkräfte für immer verlor.



„Sie werden mich in zwei Wochen Empfangen, Julius“, raunte die tiefe Stimme Eliseus. Sanft streichelte er sich über den Arm.
„Was denkst du wie lange es dauert, bis du deinen Auftrag erfüllt hast?“
„Ich kann es nicht sagen. Vielleicht ein paar Wochen, vielleicht ein Jahr.“
„Wenn du es in 3 Monaten schaffst, Eliseus, möchte ich dir noch einmal tausend Galleonen schenken.
Sozusagen als...freundschaftliche Geste...“


Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.

Zurück zur Übersicht

Top-News
Suche
Updates
Samstag, 01.07.
Neue FF von SarahGranger
Freitag, 02.06.
Neue FF von Laurien87
Mittwoch, 24.05.
Neue FF von Lily Potter
Zitat
Solche Menschen gibt es viele: Äußerlich sind sie ausgesprochen charmant, aber unter der Oberfläche brodelt es. Für mich als Schauspielerin eine schöne Herausforderung. Ich bin überzeugt, dass Dolores ihr Vorgehen für absolut korrekt hält. Sie tut, was sein muss, und das sind die Schlimmsten, denn sie haben kein Verständnis für die andere Seite. Kompromisse gibt es nicht.
Imelda Staunton über Umbridge