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Fanfiction

Die Boxershorts am Fahnenmast - Der Beginn des Unheils

von Sev

„Na, Snape! Bleibst du doch hier? Schade, ich hab eigentlich gedacht, ich hab jetzt ein Einzelzimmer!“
„Ach, halt die Fresse, Conner!“ Langsam öffnete er den Koffer, welchen er erst Tags zuvor mit der Ankündigung, er würde morgen das Schloss für immer verlassen, gepackt hatte. Wieso hatte er es auch an die große Glocke hängen müssen? Es war doch sonst nicht seine Art, jedem X-Beliebigen von seinen Plänen zu erzählen. Severus hätte sich bewusst sein müssen, dass, falls irgendetwas geschah, er sofort den Spott seines Hauses ertragen musste. Sicherlich würden es bald nicht nur sein eigenes Haus, sondern auch die drei anderen Häuser erfahren, dass er mal wieder seinen Mund zu weit aufgerissen hatte und nun nicht für das gerade stand, was er erst Tags zuvor gesagt hatte.
Doch um was sollte Severus fürchten? Um seinen guten Ruf an der Schule? Musste er Angst haben, dass er nicht mehr als das gesehen wurde, was er eigentlich war?
Der langweilige Streber aus dem schlechten Elternhaus, dessen einziges Talent es war, schwarzmagische Flüche auswendig zu lernen und Tränke zu brauen?

Nun, einige Talente besaß er vielleicht schon. Denn wie konnte ein Mensch auf dieser Welt soviel Pech haben, wenn er nicht schon als talentierter Fettnäpfchentreter und Pechvogel zur Welt gekommen war?

„Na ja“, säuselte Conner und blätterte eine Seite seines Buches um, „Was soll man auch anderes erwarten, von einem Halbblut wie dir?
Haben immer was zu sagen, aber am Ende ziehen sie eh nur den Schwanz ein!“

Das breite Grinsen, welches das Gesicht seines Zimmergenossen umspielte, hätte Severus am liebsten eingeschlagen.
Er hasste es, wenn dieser arrogante Schnösel so über ihn sprach. Severus wusste genau, dass Conner nicht viel besser war als er selbst! Er hatte einen Squib in seiner Familie, welchen er immer versuchte zu verheimlichen!
Aber Severus hatte schon lange sein Geheimnis herausgefunden; vielleicht war dies der Grund, wieso er ihn so hasste.

Arthur Conner war sein 20 jähriger Halbbruder und besaß ungefähr soviel magische Kräfte, wie Severus‘ heiß geliebter Vater!
Der Kerl war noch nicht einmal in der Lage, einen Hauselfen von einem Dementor zu unterscheiden und das, obwohl die Conners doch eine ach so reinblütige Familie waren!
Kein Wunder, dass sich der jüngere der Brüder dafür schämte, einen Squib in der Familie zu haben.

Es war eher ein Zufall als alles andere gewesen, dass Severus von diesem kleinem Familiengeheimnis erfuhr.
Eine vertauschte Eule, ein Blick zu wenig auf den Briefumschlag und schon hatte er den Beweis für Conners Unreinheit.
Ein Brief von dessen Bruder, in welchem drin stand, wie sehr er ihn doch vermisste und wie sehr er sich es wünschen würde, wenn er ihn wenigstens diese Ferien besuchen kommen könnte, wo er bei ihren Eltern doch nicht mehr willkommen war, seit sie wussten, dass er nur ein Squib war.

„Wer im Glashaus sitzt…“, sagte Severus nur knapp und legte die ausgewaschenen Handtücher zurück in den Schrank.
Zwar war alles aus zweiter Hand, doch es erfüllte seinen Zweck. Allerdings war er im vergangenen Jahr fast 10 Zentimeter gewachsen, so dass kaum noch eine der beiden Hosen anständig passte.
In den Ferien würde er wohl wieder jobben müssen, denn seine nutzlosen Eltern, die wohl noch mitleidserregender waren als er selbst, hatten für solchen „Luxus“ kein Geld übrig.
Nein, viel lieber wurde in neue Schlaftabletten und Alkohol investiert!

Mit einem Blick auf seine Uhr stellte Severus fest, dass er nur noch 4 Stunden und 22 Minuten Zeit hatte, bevor er üblicherweise ins Bett ging und das bedeutete, dass in 5 Stunden und 22 Minuten auch sein letztes Stündchen schlagen würde.

„Ach, halt doch die Fresse!“
Völlig irritiert schaute Severus nach oben. Gott – er hatte schon völlig verdrängt, dass dieser Vollidiot noch bei ihm war.
„Ich geh jetzt essen.“
„Wen interessiert’s?“, höhnte Conner als Severus den Raum verließ. Die Blicke seiner Mitschüler bohrten sich in seinen Rücken.
Er hasste es, durch den vollen Gemeinschaftsraum zu laufen...

Schnurrstracks marschierte er zu dem Stillleben, kitzelte die Birne und öffnete die Tür, welche sich offenbarte, wenn man es lang genug tat.
Die Hauselfen quietschten vergnügt als sie Severus sahen. Ja – es waren wohl die einzigen Wesen in ganz Hogwarts, die sich gerne mit ihm abgaben, gab er ihnen doch eine Aufgabe.

„Severus, Sir“, quietschte ein ganz besonders vorlauter Hauself namens „Tinky“. „Wir dachten, wie würden Sie nie wieder sehen!
Jetzt haben wir gar nichts zu essen vorbereitet.“ Traurig ließ der Hauself seine Ohren sinken, aber Severus winkte ab. „Ach, das ist doch nicht schlimm! Aber, ehm, könntet ihr mir vielleicht Eierkuchen machen?“
„Aber natürlich!“

Der Elf verschwand und Severus hatte die Möglichkeit sich umzusehen. Alles war wie sonst. Nichts, was daran erinnerte, dass er sich noch einen Tag zuvor von den kleinen Elfen verabschiedet hatte…
Was hatte er denn auch anderes erwartet? Ein lebensechtes Portrait von sich und seinen Namen auf die kleinen Schürzchen gestickt?

Den Stich in seinem Herzen ignorierend, wartete Severus auf sein Abendbrot, was wie immer in einer Geschwindigkeit zubereitet wurde, dass es nur von Zauberei strotzte.
Doch als er die dampfenden Eierkuchen aß, kam es ihm vor wie eine Henkersmahlzeit.
Was würde ihn wohl erwarten, wenn er in die Höhle des Löwen stiefelte?

Die Eulerei war weit genug vom Schloss entfernt, um keine Schreie zu hören, ob vor Lust oder vor Schmerz war den Gemäuern ganz gleich!
Zwar wusste Severus von den Liebeleien, die sich dort oftmals abspielten, er hatte jedoch nie eine Nacht mit einer Frau verbracht. Ihn, mit seinem mickrigen Körper und seinem noch mickrigeren kleinen Freund, der nur von ein paar feinen Härchen versteckt wurde.
Wer würde ihn denn auch anfassen wollen?

Aber wenn er darüber so nachdachte, waren die abenteuerlichen Geschichten seiner, meist männlichen, Klassenkameraden nicht mehr als pubertäre Hirngespinste. Severus konnte sich einfach nicht vorstellen, dass es ein Mädchen, welches gerade erst seine Sexualität entdeckt hatte, so erregend fand, von einem Halbwüchsigen gegen die kalten, und zumeist mit Vogelkot verdreckten Wänden gedrückt zu werden.
Ja – Severus würde soweit gehen und behaupten, dass die Eulerei ein gar nicht so schmutziger Ort war, wie alle es immer behaupteten.

Zum Liebesspiel hatten ihn die Jungs sicher nicht bestellt... Gut, für einen Masochisten würden diese Stunden sicherlich ein sexuelles Highlight werden, aber war Severus weder masochistisch veranlagt, noch sehnte er sich nach irgendeinem sexuellen Kick. Viel lieber würde er die Nacht in seinem Bett verbringen, sich die Decke bis über den Kopf ziehen und nie wieder aufwachen.
Natürlich stand es Severus frei, dort hinzugehen.
Er konnte es beenden, indem er zu seinem Lehrer ging und ihm alles erzählte. Über die ständigen Hänseleien und die Schläge, die er Tag für Tag einstecken musste.
Es war nicht so, als hätte Severus noch nie darüber nachgedacht, aber hingegen aller Vorurteile war er keine Petze, die bei jedem Wehwehchen zur Krankenschwester oder zum Lehrer seines Vertrauens rannte und alles berichtete.
Nie hatte er einen der Rumtreiber verraten! Viel lieber ließ er sich die fantasievollsten Geschichten über Schranktüren und verschwindende Treppenstufen einfallen als zu petzen und damit noch mehr Spott auf sich zu ziehen. Ob er aus Angst oder Stolz schwieg, konnte er nicht sagen.

Nur war es etwas anderes, unvorbereitet in eine Schlägerei zu geraten, als im wahrsten Sinne des Wortes hinzurennen!
„Ist Ihnen nicht gut, Severus, Sir?“, fragte Tinky und schaute besorgt zu dem Jungen herauf, der nachdenklich in seinen Eierkuchen stocherte.
„Ach nichts“, murrte Severus, legte sein Besteck beiseite und lächelte kurz der Hauselfe zu. „Tinky…“, begann er und strich sich die Falten aus seinem Hemd. „Sei mir nicht böse, aber ich geh jetzt schon wieder.“
Ohne auf die fragenden Augen des Elfen zu achten, erhob Severus sich und ließ Tinky mit seinem halbvollen Teller allein zurück…

Die restlichen Stunden vergingen wie im Flug. Es kam ihm so vor, als hätte Severus erst vor einigen Minuten die Küche verlassen, doch tatsächlich waren es schon mehrere Stunden.
Die Nacht war von einer so tiefen Schwärze, dass selbst der Halbmond es nicht schaffte, das Schloss in mattem Licht erstrahlen zu lassen.

Für gewöhnlich war Severus einer der ersten, die nachts zu Bett gingen und einschliefen. Heute war es anders. Schon seit zwei Stunden lag er unsicher im Bett und lauschte dem Schnarchen seines Mitschülers.

Der Wecker piepte leise. Sein Zeichen, dass es höchste Eisenbahn wurde, loszugehen. Leise, denn er wollte Conner nicht wecken, schlug er die Bettdecke weg, hüpfte aus dem Himmelbett und zog sich schnell seine Jeans über.
Auf seinen Umhang verzichtete er.

Severus war ein Meister darin, sich wie unsichtbar zu bewegen. Er kannte das Schloss besser als die meisten anderen.
Hatte Geheimnisse gelüftet, die selbst Dumbledore nicht kannte. Aber es war was anderes, sich am Tag lautlos zu bewegen als in der Nacht.

Jeder Schritt kam Severus vor wie eine Bombe, die auf die Erde herab knallte. Jeder Atemzug wie ein Orkan.
Wieso, um Himmelswillen, mussten Potter und seine ‚coole’ Gang sich nur diese Zeit für ihre lächerlichen Spielchen ausdenken?

Die kalte Luft schlug Severus ins Gesicht, als er die Tore der Eingangshalle aufstieß und in die kalte Nachtluft schritt.
Obwohl der Sommer noch immer am Tag die Überhand hatte, begann der Herbst sich langsam, wie ein unbemerktes Krebsgeschwür, durch England zu fressen.
Immer dann, wenn die Menschen schliefen, wehte der kalte Wind und ließ die Blätter zu Boden sinken.
„Lumos“, hauchte Snape und lief schnellen Schrittes über den feuchten Rasen.

Die Eulerei war knapp 10 Minuten vom Schloss entfernt. Auf einem kleinen Hügel stand der Turm, der, laut der Legende, einst der geheime Treffpunkt zweier Liebenden war, die sich als geheime Botschaft zahme Eulen zuschickten. Erst, als die verbotene Liebe aufflog und die beiden hingerichtet wurden, wurde der Turm zur Heimat der Posteulen Hogwarts‘.

Mit unsicheren Schritten lief Severus die schmale Wendeltreppe hoch, die Hände fest an das Geländer geklammert.
Es war bereits nach 12 und Severus hoffte schon fast, James und Sirius wollten ihm nur einen gewaltigen Schrecken einjagen, als es laut knackte.

Natürlich hätte Severus sich vormachen können, es wäre nur eine Eule gewesen, allerdings besaß er eine gewisse Intelligenz, die ihm unbarmherzig erklärte, dass keine Eule der Welt ein solches Geräusch verursachen konnte.

„Na sieh einer mal an. Schniefelus“

Wie aus dem Nichts erschien Potter; neben ihm sein ständiger Begleiter Sirius Black. Die anderen beiden waren nicht dabei.
Sicher, Remus Lupin lebte in dem Glauben „Was ich nicht sehe, passiert auch nicht!“. Der Anstandswauwau vom Dienst hatte nicht den Mumm, gegen seine eigene Freunde auszusagen, wie zuwider ihm auch die Streiche seiner ach so tollen Gang waren.

Und Peter? Ja, er hatte wahrscheinlich Angst gehabt, durch das Schloss zu spazieren. Sicherlich lag er jetzt wach im Bett und ärgerte sich, nicht zuschauen zu können, was jetzt mit Severus passierte.
Ja – er liebte es, andere leiden zu sehen. Wahrscheinlich war er heilfroh nicht selber das Opfer zu sein!
Nicht viel hätte gefehlt. Peter war nichts weiter als ein Mitläufer, der vom Ruhm anderer zehrte und immer versuchte, so zu profitieren. Wie sonst hatte er die ZAGs geschafft? Besonders talentiert war der Knabe nicht!

„Scheinst ja doch ein bisschen Arsch in der Hose zu haben.“
Spottend lief Black wie ein Hund, der vor dem Essen mit seiner Beute spielt, um Severus herum, betrachtete seine hagere Gestalt, seine hängenden Schultern, die deutlich von der Angst zeugten, und seine fettigen Haare.

Grinsend blieb er stehen, streckte seine Hand aus und berührte mit angeekelten Gesichtsausdruck Severus.
„Echt, wie kann ein Mensch so widerlich sein? Schon mal was von Duschen gehört?“

„Pass lieber auf, Sirius! Nicht dass du dir noch irgendeine Krankheit einfängst.“

Gackernd schubste Black den Jungen in James‘ Arme, der sofort das Spielchen aufnahm und angeekelt an der abgetragenen Hose herum zupfte.
„Weißt du Schnify, man sollte öfters als einmal im Monat die Jeans wechseln. Hat dir das deine Mama nicht beigebracht?“

„Lass meine Mutter aus dem Spiel, Potter“, schnaubte Severus bissig und versuchte sich aus den Klammergriff des Gryffindors zu ziehen, der, umso heftiger sich Severus gegen ihn stemmte, seinen Griff verstärkte, so dass er Probleme hatte, nach Luft zu schnappen.

„Uhhh, kommt da jetzt plötzlich so etwas wie Familienstolz auf?“, James‘ hämische Stimme war wie ein Schlag in sein fahles Gesicht.
Zwar hatte Severus wahrlich nicht das beste Verhältnis zu seinen Eltern, aber hasste er es, wenn ein ach so toller Quiditchheld, der höchstwahrscheinlich noch nie einen Streit seiner Eltern mitbekommen hatte, so über seine Familie sprach!
Er hatte doch keine Ahnung wie es war, im Bett zu liegen und seine Mutter vor Zorn schreien zuhören.

„Aber weißt du, Schniefelus. Es geht mir gar nicht um deine Eltern. Es ist deine Hose, die mich stört!
Sie ist dreckig und stinkt ziemlich. Sirius, komm, hilf mir doch mal!“

Es war, als wäre Severus in einer Trance gefangen. Er spürte, wie Sirius sich an seinen Schuhen zu schaffen machte, ehe er mit einem Ruck an seinen Hosenbeinen zog.
Der enge Hosenbund rutschte unangenehm an seiner Hüfte herunter und hinterließ rote Spuren auf weißer Haut.

Ohne Vorwarnung fiel Severus auf den harten Steinboden, nur noch bekleidet mit seinem grauen Hemd und einer ausgewaschenen Unterhose, die an den Seiten kleine Löcher hatte.
Schamesröte stieg in ihm auf. Am liebsten hätte er sein Gesicht verborgen, doch hinderte ihn, wie immer, sein Stolz daran.
Die Blicke der beiden Jugendlichen bohrten sich in sein Selbstbewusstsein wie eine Made in morsches Holz.

James hob seinen Zauberstab und ohne, dass er ein Wort sprach, wurde der Raum von einem unangenehm grellen Licht erhellt.
Nun, wie hatte Severus auch denken können, dass die Gnade der Dunkelheit ihm lange erhalten blieb?
Wo war seine Intelligenz geblieben? Weder James noch Sirius waren Menschen, die verständnisvoll waren, oder gar mitfühlend!

Das laute Lachen der beiden drang in sein Bewusstsein. Es war wie ein Signal, welches sein Gehirn wieder zum Laufen brachte.
Severus wollte nicht, von den beiden geschlagen werden, wollte nicht, dass sie wussten wie er nackt aussahen, nicht schon wieder!
Er schämte sich für seine dürren Beine, seine hervorstehende Rippen und seine viel zu roten Brustwarzen.
Er wollte nicht noch mehr von sich preisgeben!

„Verpisst euch!“, schrie Severus ihnen entgegen und stellte sich auf seine wackligen Beine, um wenigstens nicht mehr zu ihnen aufblicken zu müssen.

„Jetzt kommt doch erst der schöne Teil, Snape! Weißt du, James und ich haben uns gedacht, weil du ja immer so verklemmt bist, dass wir dir mal was Gutes tun!“ Grinsend drehte sich Black um.
Etwas klirrte laut und einen Moment später hatte Severus eine Flasche vor der Nase: „Feuerwhiskey?“.
„Genau, Feuerwhiskey!“ Ohne das Grinsen aus seinem Gesicht zu verbannen, schraubte Sirius langsam die Flasche auf, roch an der bräunlichen Flüssigkeit und trank einen Schluck, so als würde er ihm beweisen wollen, dass kein Gift in der Flasche war.

„Hier“, Black drückte ihm die Flasche in die Hand und beobachtete Severus. Als dieser keine Anstalten machte, den Alkohol zu trinken, stöhnte Sirius genervt auf: „Hey, das ist Ogdens Old Feuerwhiskey. Hast du ’ne Ahnung wie teuer der ist?
Trink schon!“

Severus war kein dummer Mensch! Er wusste, wie die Menschen auf ihn reagierten und meistens war dies nicht positiv. Aber was hier gerade ablief, überforderte ihn völlig. Er war hier hingekommen, in der Erwartung, grün und blau geschlagen zu werden, doch anstatt ihm sämtliche Knochen zu brechen, boten ihm Sirius und James eine Flasche teuren Whiskey an, den er sich wahrscheinlich nicht einmal in 20 Jahren leisten könnte.

Es passte einfach nicht zusammen. Wieso hatten sie ihn dann hier herbestellt? Unsicher hob er die Flasche an seinen Mund und trank einen kleinen Schluck. Als die heiße Flüssigkeit seine Kehle herunterlief, spürte er ein unangenehmes Brennen und den widerlichen Geschmack von Alkohol.

„Sag bloß, es schmeckt dir nicht? Tja, der Kerl hat echt keinen Geschmack“.
„James, was erwartest du auch von so einem komischen Kauz? Hey! Hab ich was von Aufhören gesagt? Trink weiter!“

Es dauerte nicht lange, da spürte Severus, wie sich seine Sinne vernebelten. Nie zuvor hatte er so viel Alkohol getrunken wie in dieser Nacht, doch immer, wenn er die Flasche von den Lippen nahm oder es gar wagte, sie auf den Boden zu stellen, knurrte Sirius bedrohlich.

Als die Flasche fast geleert war, überkam ihn das bekannte Gefühl der Übelkeit, das so stark an seinen Magen zog, dass er die Befürchtung hatte, gleich zu implodieren.
Ohne auf Blacks wütenden Aufschrei zu achte, stand er auf und verschüttete dabei den letzten Rest des heißen Alkohols.
Es entsetzte ihn, wie wenig ihm sein Körper gehorchen wollte. Taumelnd lief er zum Fenster, beugte sich hinüber und übergab sich in einem Schwall.

„Das ist so widerlich!“

Natürlich, Potter und seine klugen Kommentare. Stöhnend wischte Severus sich über die Stirn, welche, trotz des Kalten Wetters, vor Schweiß glänze.
Er hatte keine Ahnung, wieso er sich nicht gewährt hatte. Wieso hatte ihn schon allein die Drohung, sie würde ihn schlagen, tränke er nicht aus, so zugesetzt, dass er, brav wie ein kleiner Junge, den Feuerwhiskey austrank?

„…ape… SNAPE. Hörst du mir überhaupt noch zu? Ich hab gesagt, du wirst uns ab jetzt ein bisschen unterstützen, kapiert?“

„Unterstützen?“

„Ja. Guck, mein Schuh ist offen, mach ihn zu!“

„Vergiss es, Potter!“ Der Hass in Severus Stimme war unüberhörbar. Er würde Potter niemals den Gefallen tun und sich vor ihm so erniedrigen. Schlimm genug, dass Severus schon vor den ach so coolen Jungs gekotzt hatte, da würde er doch sicher nicht den Diener für Potter und seinen tollen Freund spielen.

Vielleicht war es der Alkohol, der Severus Gehirn regelrecht lahm legte. Er hatte es einfach nicht kommen sehen. Plötzlich waren da Fäuste, die immer wieder auf sein Gesicht trommelten und Severus einen Moment den lächerlichen Gedanken von Regentropfen, die auf den Boden niederprasselten, brachten.

Keuchend versuchte er seine Arme um seinen Kopf zu legen, wollte er doch schlimmere Verletzungen vermeiden. Es war fast unmöglich, gegen die zwei Jungs anzukommen!
„Mach mir die Schuhe zu, Snape, sonst hört das hier nie auf!“



Der Nächste Morgen brach an. Obwohl die Nacht erschreckend kalt gewesen war, brannte die Sonne schon früh auf das Schloss nieder. Es würde wohl der letzte schöne Tag im Jahr gewesen sein, denn die Zauberwoche meldete schon wieder, dass Wahrsager und Astrologen sich einig wären und der Herbst einer der schlimmsten seit Jahren werden würde.
Severus graulte es vor dem Winter. Nicht nur, dass er nun eine Hose weniger besaß, nein, auch seine Pullis waren nicht wirklich dick.

Severus lag im Bett und starrte an die Decke. Die Kopfschmerzen waren bestialisch und auch die Übelkeit wollte einfach nicht verschwinden.
Noch immer waren seine Augen rot und der Geruch von Alkohol wollte einfach nicht aus seinem Atem verschwinden, ganz gleich, wie oft er sich nun schon die Zähne geputzt hatte.
So hatte er entschieden, den heutigen Tag ganz mit sich und der warmen Decke zu verbringen. Morgen würde er sich dann wieder der Schule stellen müssen und mit ihr auch den gehässigen Blicken der Rumtreiber…


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