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Fanfiction

Die Boxershorts am Fahnenmast - Das menschliche Versagen

von Sev

Ein neuer Tag brach an. Die Vögel waren die Ersten, die ihre Köpfe gen Himmel reckten, um die Sonne, die an diesem Tag von Wolken bedeckt war, zu begrüßen. Die lauten Gesänge hätten Severus sicherlich gestört, würden nicht eine schalldichte Mauer und zudem noch 20 Meter und ein tiefschwarzer See zwischen ihm und der Erdoberfläche liegen.

Severus hatte das Gefühl, er würde nichts anderes mehr machen, außer Schlafen, Essen und zur Schule zu gehen, da war das Hogsmeade-Wochenende doch eine willkommene Abwechslung.
Er besuchte gerne das Dorf, war es doch neben der Schule und der Zaubererbank in der Winkelgasse, für ihn der magischste Ort in England. Kein Wunder, immerhin lebten nur Hexen und Zauberer in dem Dörfchen vor Hogwarts.
Noch nie war es ein Muggel gelungen näher als 10 Kilometer an das Dorf herangekommen und dies würde sich die nächsten Jahrhunderte so schnell auch nicht ändern.
Unweigerlich musste Severus an seinen Vater denken, der alles hasste, was nicht seiner Norm entsprach. Und seiner Norm entsprach Severus, sein eigener Sohn, wohl am wenigsten. Nach Tobias Meinung musste ein Junge mit 16 Jahren mindestens so groß sein wie er selbst, muskulöse Oberarme besitzen und kurz geschorene Haare haben. Natürlich stand es außer Frage, dass er sich für Formel 1 und Fußball interessierte und schon mindestens einmal Sex gehabt haben musste.
Severus war das genaue Gegenteil. Mit seinen knappen 165 Zentimetern überragten ihn selbst die Viertklässler und sein mangelndes Interesse an Sport und Frauen ließen ihn für seinen Vater wahrscheinlich völlig anormal wirken.

Nun, wobei er gerne heimlich die Mädchen beobachteten, die nur eine Tür weiter im Duschraum ihre nackten Körper einseiften.
Das leise Prasseln des Wassers, das Tropfen für Tropfen auf den Boden fiel und das laute Gekicher der Mädchen, die gerade über einen Jungen namens Peter Mayer lästerten, regten Severus Fantasie an …

Die Zahnbürste im Mund und die Ohren gespitzt musste er reichlich bescheuert ausgesehen haben. Jedenfalls nahm er es an, da John Taylor, einer seiner Mitschüler, laut bei seinem Anblick zu lachen begann.
„Was is’n so lustig, hmm?“, nuschelte Severus an seiner Zahnbürste vorbei und zog die Brauen hoch. „Du bist und bleibst ein alter Spanner“, entgegnete ihm John, griff sich seine Zahnbürste und die Paste und drückte ordentlich etwas von dieser hinauf.
„Gehst du heute auch nach Hogsmeade?“
„Ja, wieso?“
„Ach, ich wollte fragen, ob du mitkommen magst. Emily hat für heute abgesagt und ich will nicht alleine gehen.“
Severus griff nach dem Becher, füllte ihn randvoll mit Wasser und spülte seinen Mund aus.
„Klar, wieso nicht. Aber ich wollte jetzt gleich los. Ich zieh mich nur noch schnell fertig an.“
„Jaja, dann sehen wir uns in ’ner halben Stunde vorm Tor?“
Severus nickte …

Es war komisch mit jemandem ins Dorf zu gehen. Für gewöhnlich erledigte er seine Sachen selbst, ohne dabei großartig mit den anderen herumzulungern. John zählte zu einem seiner wenigen Freunde, aber seit er seine neue Freundin hat, war er einfach nur noch unerträglich gewesen.
Seit knapp einem halben Jahr drehte es sich bei ihm nur um Emily und ihr Talent, John in den Himmel zu blasen.
Wobei Severus bezweifelte, dass sie das jemals getan hatte, war sie doch einer der wenigen Menschen auf der Welt, die noch prüder in Sachen Sex waren, als er selbst.

Trotzdem freute er sich, wieder etwas mit John unternehmen zu können. Viele hielten ihn für dumm, was sicher daran lag, dass seine Ausdrucksweise nicht gerade der feinen englischen Art entsprach.
Severus scherte sich nicht drum. Er wusste, dass John alles andere als dumm war. Er war neben ihm sicherlich einer der besten im Jahrgang, wenngleich er auch ein außerordentlicher Volltrottel in Zaubertränke war. Aber wer war das schon nicht …

Mit etwas Verspätung trudelte Severus vor dem riesigen Tor des Schlosses ein. Auf dem Rücken seine Schulmappe, die er vollständig auf dem Bett ausgelehrt hatte, um dort seine Einkäufe zu verstauen.
„Also, ich will nur in den Schreibwarenladen und zu Zonko, meine Federn sind schon wieder alle kaputt.“
„Du solltest einfach aufhören, daran rumzunagen, Sev, dann würden die auch mal länger als zwei Wochen überleben.
Ich bin übrigens nachher noch verabredet. Aber du kannst mitkommen … Dauert sicher nicht so lange.“

Severus war überhaupt nicht davon begeistert, dass er mit zu Johns Verabredungen gescheucht wurde. Ungewöhnlich schnell erledigten sie ihre Einkäufe und kaum hatten es sich die Jungs versehen, stiefelten sie auch schon einen kleinen Feldweg entlang, der zu einem der wohl heruntergekommensten Kneipen in ganz Europa führte.
Ja – Severus Unlust, auf diese Verabredung zu treffen, stieg ins Unermessliche an.

Sie betraten gemeinsam das Lokal und der vertraute Geruch von Schnaps und Erbrochenem stieg ihm in die Nase. Zum zweiten Mal an diesem Tag kam ihm Tobias in den Sinn, wie er am Boden einer Kneipe lag, die Nase blutig gehauen und über ihm er, Severus, keine 8 Jahre alt, wie er seinem Vater versuchte auf die Beine zu helfen und als Dank nur ein wütendes Schnauben von Tobias erntete.

Hingegen seiner Vorstellung, nun auf einen völlig heruntergekommenen Mann zu treffen, sah er eine ganze Gruppe von Männern, alle im Alter seines Vaters. Ihre Umhänge waren fein und von tiefer Schwärze.
Die 5 Männer blickten einander an, als sie Severus sahen. Sie alle schienen zu wissen, dass der schmuddelige Junge vor ihnen nicht der war, den sie sehen wollten. Der Mann, der in der Mitte der Gruppe stand, ließ ein kleines Räuspern hören und ein Blick auf ein Stück Pergament schien ihm etwas über Severus zu verraten, jedenfalls verdunkelte sich seine Miene.

„John … ich glaube, ich sollte gehen!“
„Warte Junge!“, die dunkle Stimme des Mannes, der die Liste hielt, ließ auf Severus’ Körper eine Gänsehaut entstehen. Die Stimme wollte einfach nicht zu dem Mann passen. Der Mann war ein halber Riese. Sicherlich konnte er Hagrid Kongruenz machen … Seine Stimme war hingegen sanft und sie erinnerte Severus dunkel an einen Mann, dem er vor vielen Jahren begegnet war.
Damals musste Severus noch ein Kleinkind gewesen sein, vielleicht 3 oder 4 Jahre alt … Die Stimme machte etwas mit ihm. Es waren keine Worte mehr nötig. Severus würde hier bleiben.
„Du bist Severus Snape, richtig?“
„Ja, woher -“
„Du bist ein Halbblut!“
„Ja, aber –!“
„Deine Noten sprechen für dich … In allen wichtigen Fächern Bestleistungen“
„Woher wissen Sie das?“, langsam aber sicher bekam Severus Angst vor diesem Mann. Im Gegensatz zu John, der fast schon fasziniert von ihm schien.
„John, du warst der Letzte. Dann können wir ja anfangen. Folgt mir“, obwohl Severus Beine ihn regelrecht, nun doch endlich zu verschwinden, siegten seine Neugierde und das Verlangen, mehr über diese Stimme zu erfahren. Woher hatte dieser Kerl so viele Informationen über ihn? Woher wusste er, dass er kein reines Blut besaß?

Die Männer führten sie in einen Nebenraum, in dessen Innerem etliche Stühle in einem Halbkreis aufgestellt waren und auf jedem der gut 15 Stühle ein Schüler saß. Allesamt Slytherins, bis auf einen Gryffindor, der garstig in die Gegend herum blickte.
Mit einem Schwung vom Zauberstab des Fremden erschienen zwei Stühle, die sich in der Reihe der Schülerschar einordneten. Mit einer leichten Handbewegung wies er den beiden Jungen ihre Stühle zu und ohne sie noch einmal zu betrachten, drehte er sich zu der Gruppe, die neugierig auf ihren Stühlen saß:

„Wie ihr vielleicht wisst, leben wir in schwierigen Zeiten. Schaut euch nur die hohe Arbeitslosigkeit an. Kaum verlasst ihr die Schule, werdet ihr auch schon zu Hause rumsitzen … Keiner der Arbeitgeber will mehr richtigen Hexen und Zauberer einen Arbeitsplatz bieten … und warum?
Oder die hohe Kriminalität … Und diese wird teilweise ohne Zauberstab ausgeführt. Es wird aufeinander eingedroschen, bis das Opfer auf dem Boden liegt. Männer schlagen Frauen ins Gesicht, nehmen ihnen den Zauberstab weg.
Männer betrügen ihre Frauen und Frauen suchen sich einen muggelstämmigen Mann. Und kaum ist das Kind gezeugt, verschwindet der Kerl auch schon … Auf Nimmerwiedersehen. Wir wollen nicht mehr! Uns reicht es.
Es reicht uns, dass Arbeitgeber sich nicht mehr trauen, Reinblüter einzustellen und Schlammblüter bevorzugen, nur weil sie sich davor fürchten, als Rassisten abgestempelt zu werden.
Wir fragen uns, was hat das mit Rassismus zu tun? WIR, die magische Gesellschaft, werden von jeher unterdrückt, verfolgt und wie viele von euren Vorfahren wurden getötet? Getötet durch Muggel, die Angst vor uns haben?
Nicht nur im Mittelalter wurden Hexen aufs Grausamste verbrannt. Nein – erst neulich wurde eine 14 jährige Hexe, deren einziges Verbrechen es war, in Schuluniform nach Hause zu laufen, von einer Horde Jugendlicher verfolgt, verprügelt, missbraucht und anschließend mit Spiritus übergossen.
Ein Einzelfall hieß es als öffentliche Erklärung des Ministeriums! Ein tragischer Einzelfall. Und was ist mit Tobias Pamly? Letztes Jahr wurde er wegen Missbrauchs seiner Zauberkräfte zu 5 Jahren Azkaban verurteilt!
Und weshalb?
Weil er seine 1 jährige Tochter mit dem Zauberstab verteidigt hat.
Aber vom Rassismus der Muggel will man nichts hören! Sie sind arme Wesen. Geschöpfe, denen durch einen Erbfehler nicht nur das Zauberergen fehlt, sondern auch Intelligenz.
Uns reicht es. Wir wollen Gerechtigkeit und wir sind bereit dafür zu kämpfen!!!“

Noch über Stunden ging die Hasspredigt. Wie hypnotisiert hatte Severus jedem einzelnen Wort gelauscht, jeden einzelnen Schritt des Mannes verfolgt, der mit seiner ruhigen Stimme immer lauter und immer eindringlicher geworden war.
Die ganzen Dinge begannen einen Sinn zu ergeben.
Sie hatten recht. Sein Vater war kein Schläger, nur weil er dem Alkohol verfallen war. Er hatte Spaß am Quälen. Ein Gendefekt, den Severus glücklicherweise nicht geerbt hatte, veranlasste ihn dazu, immer grausamer auf seinen Sohn und seine Frau einzuschlagen.
Schweigend gingen sie zurück ins Schloss. Keiner hatte es gewagt, den Mann zu unterbrechen und noch immer tosten die Worte in ihren Ohren wider.

Erst als das Abendessen den Weg in seinen Magen gefunden hatte, konnte Severus wieder klarer denken.
Ohne es mitzubekommen, hatte er den ganzen Tag einen mörderischen Hunger gehabt. Allerdings war sein Kopf einfach nicht dazu in der Lage gewesen, dieses Gefühl zu deuten. Viel zu sehr beschäftigte ihn die Frage, ob er nicht vielleicht doch etwas von seinem Vater geerbt hatte.
Er wollte kein Sohn eines Muggel mehr sein. Er schämte sich dafür … Ja, ab dem heutigen Tage würde niemand mehr erfahren, aus welchem Erbgut er entstanden war.
Niemand würde mehr von seinem Vater reden. Dafür würde Severus schon sorgen.

Das Essen im Schloss war schon immer sehr gut gewesen. Lieblos sortierte er das Schweinefleisch aus, welches er schon als Kleinkind verschmäht hatte.
Zurück blieben Kartoffeln, ein Tropfen brauner Soße, ein paar Karotten und ein Haufen Erbsen.
„Ey, musst du das eigentlich immer machen?“, Connors Stimme riss ihn aus seinen Gedanken. Wie immer hatte er sämtliche Lebensmittel in die Mitte des Tellers geschoben, um sie dann zu zerquetschen. Zurück blieb eine unansehnliche Masse, die er völlig desinteressiert auf seine Gabel schaufelte und sich in den Mund steckte.
„Guck halt nicht hin!“, antwortete er knapp und präsentierte Connor beim Sprechen den zerkauten Brei in seinem Mund.
Dieser drehte sich nur angewidert von ihm weg und ließ sein Besteck klirrend auf den riesigen Tisch fallen.
„Wenn man dich beim Essen beobachtet, vergeht einem echt jeglicher Appetit. Du bist die beste Diät, Mann.“
Severus konnte nicht anders als zu grinsen. Schon oft hatten sie über sein schlechtes Benehmen am Tisch diskutiert und kamen zu dem Schluss, dass Connor sich einfach woanders hinsetzten sollte, wenn es ihn störte.
Doch Connor war Connor. Konnte er sich nicht über Severus‘ Fehlverhalten beklagen, ging es ihm einfach nicht gut.
„Na dann will ich dich mal von der Last befreien. Ich bin eh satt“, Severus erhob sich, klopfte ihm noch einmal auf die Schulter, bevor er aufstand und die Halle verließ.
Wie dumm konnte man nur sein?

„Snape!“, fauchte eine wohlbekannte Stimme. Sirius Black, dessen Haare unnatürlich glänzend über seine Schulter fielen und den Eindruck eines jungen Mannes erweckten, der gerade aus einem Schundroman entsprungen war, kam mit selbstbewussten Schritten auf ihn zu.
Das breite Grinsen, das sicherlich nur dazu diente seine perfekten Zähne zu präsentierten, schlug Severus’ fast aus dem Gesicht.
Ja – bis eben war er noch froh gewesen.
„Hier. Das sind meine Hausaufgaben für Zaubertränke. Ich bauch die bis Mittwoch.“
„Aha.“
„Und du wirst sie mir machen …“


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