
von hbr_01
A/N: Hallo Leute. :) Hier ist ein neues Kapitel für euch und ich weiß, dass ich nach langer Zeit erst wieder ein neues Kapitel gebracht habe und ich hätte vor, die FF noch zu beenden, aber ich weiß nicht, ob es einen Sinn hat, weil ich das Gefühl habe, dass sie sowieso niemand wirklich ließt. Also es würde mich sehr freuen jegliche Art von Rückmeldung zu erhalten. Das würde mich wirklich sehr motivieren und ja :) Viel Spaß beim Lesen.
@ GuardianXS: Danke für dein Review :) Das mit Ron wird bestimmt noch komplizierter und Ron wird später nicht das einzige Problem sein, soviel kann ich dir sagen :)
Kapitel IX - Einen Schritt Näher
Es war eine Stunde. Nein, vielleicht zwei. Okay es waren drei. Na gut, Hermine wusste es nicht. Sie hatte ihr Zeitgefühl komplett verloren. Sie konnte nicht glauben, wie naiv sie eigentlich war. Die ach so kluge Hermine, fiel auf jemanden wie Emilia rein.
Sie saß am Mädchenklo und wischte sich die Tränen aus ihrem Gesicht. Es war sicher schon Abend und ihre Freunde machten sich bestimmt schon Sorgen um sie. Ihr Verhalten war untypisch für die junge Hexe und sie selbst war überrascht, dass sie so sensibel auf die ganze Situation reagieren würde.
Natürlich war es nicht gerade einfach. Sie belog Harry, Ginny und Ron und sie hatte Gefühle für ein Mädchen. Es würde sich aber regeln lassen – es lässt sich alles regeln, wenn man sich bemüht. Es gibt immer einen Ausweg aus einer Situation, auch wenn dieser nicht einfach zu erreichen ist.
Hermine atmete tief ein und aus. Ihre Tränendrüse war überlastet und auch wenn sie noch weinen hätte können, es funktionierte einfach nicht. Am liebsten wäre sie für das restliche Jahr in der Mädchentoilette sitzen geblieben. Sie schämte sich für ihr Verhalten. Es war ein Gefühlsgemisch, so wie schlechtes Kochen ohne Rezept.
Die junge Hexe schreckte hoch und stellte ihr Schluchzen ein, als sie hörte, wie sich die Toilettentür öffnete. Vor ihr stand Emilia und Hermines Magen verkrampfte sich schlagartig.
„Hab dich endlich gefunden“, sagte sie und lehnte sich gegen den Türrahmen.
„Was willst du?“, fragte Hermine forsch und ihre Miene verfinsterte sich schlagartig. Sie wollte einfach nur Ruhe von diesem Mädchen. Wäre sie nicht gewesen, hätte sie jetzt bestimmt keine Probleme und alle Zweifel an ihrer Beziehung mit Ron wären niemals hochgekommen. Aber Emilia war da. Seit der Zugfahrt war das Mädchen da. Hermine wurde sie nicht los.
„Reden“
„Hört, hört. Emilia möchte reden“, verhöhnte Hermine sie.
Das Mädchen veränderte keine Miene, während sie einen Schritt in Hermines Richtung wagte. Sie jedoch trat einen zurück, um mehr Abstand von Emilia gewinnen zu können.
„Hör zu“
„Mich interessiert es nicht, was du zum Sagen hast“
„Doch das tut es“
„Was macht dich da so sicher?“
„Sonst wärst du schon gegangen“, erwiderte Emilia selbstsicher und machte erneut einen Schritt auf sie zu. Dieses Mal wich Hermine nicht zurück. Sie blieb stehen und verschränkte bloß schützend ihre Arme vor ihrer Brust. Sie hatte Recht, sie wollte wissen, was sie zum Sagen hatte. Sie hoffte, dass sie das Richtige sagte. Oh bitte, sag das Richtige.
„Ich glaube du hast das am See falsch verstanden“, fing sie an und kam Hermine noch etwas näher. Es trennte sie bloß noch ein Schritt voneinander. Hermines Atem beschleunigte sich und sie spürte wie ihr Herz gegen ihre Brust pochte. Ihre Knie fühlten sich an wie Wackelpudding. Auch wenn sie wollte, könnte sie nicht mehr weggehen. Sie fühlte sich gefangen. Gefangen im Mädchenklo, mit der Person die sie gleichzeitig zum Glücklisten, aber auch zum jämmerlichsten Menschen machte. Emilia Moon.
„Du bist eine Ablenkung – ja“, fuhr sie fort und dieser Satz versetzte Hermine einen Stich im Herzen. Reichte es nicht, dass sie ihr das am See gesagt hatte? Musste sie das unbedingt noch einmal wiederholen? Hermine kämpfte mit ihren Gefühlen, aber dennoch kullerten einzelne Tränen ihre Wange hinunter. Anscheinend schien ihre Tränendrüse wieder blendend zu funktionieren.
Emilia hob ihre Hand und strich ihr vorsichtig die Tränen aus ihrem Gesicht. Ihre Berührung war wie ein elektrischer Schlag und Hermine zuckte reflexartig zurück.
„Du bist eine gute Ablenkung. Die beste Ablenkung… Du lässt mich meine Sorgen vergessen. Wenn ich bei dir bin, fühle ich mich wie eine bessere Person. Du lenkst mich vom Tod meiner Eltern ab. Du lenkst mich von meiner Schwester ab. Du lenkst mich von meinen… von meinen Problemen ab“
Hermine schluchzte und versteckte ihr Gesicht hinter ihren Händen.
„Ich bin kein Mädchen großer Worte… Ich… Ich vergrabe mich lieber in meinen Gedanken. Aber du… verdammt Hermine du machst mich verrückt. Du lenkst mich ab, aber du machst mich gleichzeitig verrückt… Ergibt das Sinn? Ergibt hier eigentlich irgendetwas einen Sinn?“
Emilia nahm Hermines Hände und führte sie langsam von ihrem Gesicht nach unten. Das Mädchen weinte und selbst Emilia war kurz davor ihre Fassung zu verlieren. Danach strich sie ihr sanft über die Wange und gab ihr einen leichten Kuss auf den Mund. Es war der simpelste aller Küsse und in Hermine brach innerlich alles zusammen. Eine Welle aus Gefühlen überrannte sie und sie wusste nicht was sie tun sollte. Sie stand wie angewurzelt da und ließ die Welle über sich herabbrechen.
xxx
Es war nicht einfach damit klar zu kommen, was Hermine gerade erlebte. In einem Moment stand sie mit Emilia noch im Mädchenklo und im anderen, saß sie plötzlich mit Ron im Gemeinschaftsraum. Es war unfair ihm gegenüber, aber sie wusste nicht, was sie machen sollte.
Nachdem Emilia sie geküsst hatte, ist sie aus dem Mädchenklo gelaufen, weil sie es einfach nicht mehr ausgehalten hatte, in ihrer Nähe zu sein. Sie brauchte Klarheit. Sie konnte nicht einfach herumlaufen und Ron sowohl emotional als auch physich betrügen. Außerdem war es auch falsch ihre Freunde zu belügen, aber was sollte sie ihnen sagen? Leute, ich glaube ich habe mich in Emilia verliebt, in das komplizierteste und interessanteste Mädchen der ganzen Schule. Und ach ja, ich finde Mädchen neuerdings wahnsinnig attraktiv. Hermine schnaubte bei diesem Gedanken.
Auch wenn sie mit Emilia auf der Mädchentoilette hätte reden sollen, sie konnte es nicht. Ihr ging einfach viel zu viel durch den Kopf. Es kam ihr vor wie ein böser Albtraum - außer, dass es irgendwie doch kein Albtraum war, sondern eher mehr ein Traum, von dem sie manchmal aufwachen wollte und sie manchmal auch wünchte, für immer in ihm gefangen zu sein. Jetzt gerade, wünschte sie sich jedoch endlich aufwachen zu können.
"Meine Mom hat vorgeschlagen, dass du mit uns im Fuchsbau Weihnachten feierst. Harry kommt auch mit, das wird bestimmt lustig", sagte Ron und setzte ein schiefen Grinsen auf. Hermine nickte bloß abwesend, zwang sich dann jedoch ein Lächeln auf ihre Lippen.
"Hört sich toll an, Ron", sagte sie dann schließlich und Ron legte den Arm um sie. Es fühlte sich nicht an, wie es sich anfühlen sollte. Vielleicht deswegen, weil sie gerade mit allen Mitteln versuchte ihre Schuldgefühle zu bekämpfen. Hermine war eigentlich eine verantwortungsbewusste Hexe und sie hätte niemals von sich gedacht, dass sie jemals in so einer Sitaution stecken würde.
Am Abend gingen sie nach unten in die Große Halle und Hermine setzte sich neben Ginny nieder, die gerade den Tagespropheten laß. Hermines Blick fiel reflexartig auf den Slytherintisch und sie beobachtete, wie Emilia sich gerade mit Blaise unterhielt. Ihr Magen verkrampfte sich und sie versuchte sich mit der Zeitung abzulenken. Doch das Problem war, dass ihr eine Seite unsinniger vorkam als die andere und sie wieder zu Emilia aufsah. Ihre Augen trafen sich und Emilias Mundwinkel zuckte leicht nach oben. Es war nicht das gehässige Lächeln, dass das Mädchen eigentlich immer trug, sondern ein ganz normales und Hermine wusste, dass dieses speziell an sie gerichtet war. Zumindest hoffte sie das. Sie hoffte es wirklich sehr.
Hermine wandte ihren Blick wieder ab und strich sich ihre Haare hinter ihre Ohren. Im Hintergrund hörte sie Ron und Harry etwas über Quidditsch reden und Seamus und Dean unterhielten sich über die neusten Schlagzeilen des Tagespropheten. Es war eigentlich typisch für Hermine sich in solche Gespräche einzulinken und ihren Senf dazu zu geben, aber das Einzige was sie in diesem Moment nur machen konnte war es, Emilia zu beobachten. Sie hatte ihre Haare heute wieder einmal zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden. Ihre dunkelblauen Augen funkelten wie schon lange nicht mehr und sie hatte seit kurzem auch keine Augenringe mehr. Danach fiel Hermines Blick auf ihre Lippen. Auf ihre vollen roten Lippen und sie wollte sie küssen. Sie wollte es unedingt. Verflixt Hermine.
"Warum starrst du eigentlich zum Slytherin Tisch?" Rons vorwurfsvolle Stimme holte sie wieder in die Realität zurück. Sie hatte in ihrem Trance komplett vergessen, wo sie eigentlich war. Für sie gab es für den kurzen Moment nur das Mädchen und sie. Oh Gott, wie sich das anhörte. Wie in einem schlechten Liebesroman. Hermine musste endlich wieder ihren Kopf klar bekommen, denn so wie es jetzt war, konnte es nicht weiter gehen. Sie brauchte jemanden zum Reden, aber mit wem sollte sie über so etwas eine Unterhaltung führen? Ron, Harry und Ginny kamen auf gar keinen Fall in Frage. Genau so wenig, wie jemand aus der damaligen DA.
"Ich hab mich nur umgesehen, Ronald, soweit ich weiß ist das nicht verboten", erwiderte Hermine schnippisch und nahm einen Bissen von ihrem Toast.
"Was du gemacht hast, war nicht umsehen, sondern hinstarren", konterte Ron.
"Gut, dann habe ich eben hingestarrt. Ich verstehe immer noch nicht, wo jetzt das Problem liegt"
Ron zuckte daraufhin nur mit den Achseln und drehte sich wieder zu Harry um, der das Geschehen mit einer fragenden Miene beobachtete.
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Es war der nächste Tag, der Licht in Hermines Situation brachte.
Emilia setzte sich wie gewohnt neben Hermine und lächelte sie kurz an, bevor sie wieder anfing etwas in ihr kleines Notizbuch zu kritzeln. Danach merkte sie, wie Emilia ihr einen kleinen Zettel zuschob und sie faltete ihn vorsichtig auseinander. Snape war zu Hermines Glück noch nicht da, weil sonst hätte sie den Zettel natürlich irgnoriert. Sie wollte auf keinen Fall einen Punkteabzug für Gryffindor bekommen, obwohl ironischerweise sie es war, die die meisten Punkte für das Haus holte.
Komm nach Zaubertränke mit mir zum See.
Es war keine Frage, es war mehr eine Aufforderung und Hermine schüttelte sofort den Kopf. Nach Zaubertränke fand doch noch Unterricht statt. Wer weiß was ihnen blühte, wenn sie beim Schwänzen erwischt werden würden. Bestimmt nichts Gutes.
Nein.
Sie schob den Zettel zurück.
Warum nicht?
Schonmal daran gedacht, dass wir danach noch Unterricht haben?
Ja und?
Hermine verdrehte die Augen und steckte den Zettel in ihren Umhang. Sie würde auf gar keinen Fall wegen Emilia die Schule schwänzen. Mag schon sein, dass sie unerklärliche Gefühle für dieses Mädchen hatte, aber so weit würde sie nicht gehen. Es hörte sich vielleicht komisch an, aber Schule war für Hermine immer noch beinahe wichtiger als alles andere. Ron hatte öfter gemeint, dass sie einmal ihre Prioritäten sortieren sollte. Das hatte sie auch getan. Schule stand trotzdem immer noch an der ersten Stelle.
Ein süßer Duft stieg in Hermines Nase und sie zuckte leicht zusammen, als sie merkte, dass Emilia sich ganz nah zu ihr gelehnt hatte.
"Bitte", flüsterte das Mädchen in ihr Ohr und Hermine schauderte. Emilias Atem an ihrer Haut versetzte sie beinahe in Trance, und als sie dann auch noch sanft ihre Hand auf Hermines Oberschenkel legte, war es um sie geschehen. Sie konnte nicht glauben, dass es für jemanden möglich war, sie so sehr aus der Fassung zu bringen.
"Es ist wirklich wichtig, Hermine", flüsterte sie dann.
Ohne noch einmal darüber nachzudenken, nickte sie und hoffte, dass niemand im Raum dieses Schauspiel beobachtete hatte.
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