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Fanfiction

Remember yesterday - Remember yesterday

von Dracodormiens

Sirius starrte benommen auf die Trümmer des Kinderzimmers und wiegte Harry in den Armen. Neben ihm lag die äußerlich unberührt scheinende Leiche von Lily Potter. Er war zu spät gekommen. Knapp zu spät hatte er erkannt, dass Peter der Verräter war. Peter, von dem sie es zuallerletzt erwartet hatten. Peter, den er selbst als Geheimniswahrer vorgeschlagen hatte, weil Sirius als James' bester Freund ein zu naheliegender Gedanke für die Todesser gewesen wäre – und weil er Remus misstraute. Remus, nach James sein bester Freund. Und ein Werwolf.

Peter, diese Ratte. Hass wallte in Sirius auf. Langsam begann er zu begreifen, dass James tot war. James und Lily. Dann erwachte er aus seiner Trance. Harry hatte überlebt, aus welchem Grund auch immer. Er war sein Pate, er musste sich um ihn kümmern. Aber Peter –

In diesem Moment hörte Sirius ein Gepolter von unten. Alarmiert sprang er auf und zog seinen Zauberstab. „Du nicht auch noch, Harry”, presste er zwischen den Zähnen hervor und stellte sich vor den kleinen Jungen. Doch als das Gepolter näher kam und ein riesiger Schatten den Türrahmen ausfüllte, entspannte er sich wieder. Hagrid schniefte laut und wischte sich mit einem Taschentuch von der Größe einer Tischdecke über die Augen. Sirius ließ den Zauberstab sinken. „Hagrid...”, seufzte er erleichtert. Hagrid streckte die Arme aus. „Professor Dumbledore schickt mich”, sagte er unter Schluchzen, „ich soll Klein-Harry zu seinen Verwandten bringen.” Sirius schüttelte den Kopf. „Ich bin sein Pate, ich werde mich um ihn kümmern!” Dann dachte er an Peter. „Aber Hagrid... ich muss etwas erledigen. Etwas Dringendes. Nimm Harry, bring ihn in Sicherheit, ich hole ihn später. Nimm mein Motorrad!” Er drückte Hagrid ohne Umschweife den Schlüssel in die Hand und rannte los, die Treppe hinunter. Verwirrt sah Hagrid ihm nach, dann auf den Zündschlüssel in seiner Hand. Er hob das Baby hoch und wiegte es in seinen riesigen Händen. Fast augenblicklich beruhigte Harry sich. Hagrid lächelte, während eine gewaltige Träne auf Harrys Bauch tropfte. „Klein-Harry...”, flüsterte er. „Du hast deine Eltern verloren, aber du wirst in einer Welt ohne Du-weißt-schon-wen aufwachsen... Und jetzt bringe ich dich zu Professor Dumbledore!”

Nur einen Tag später hatte Sirius Peter Pettigrew ausfindig gemacht. Doch schnell stellte er fest, dass er Peters Heimtücke unterschätzt hatte. Im direkten Duell wäre Peter ihm hoffnungslos unterlegen gewesen, doch der Verräter kannte keinerlei Skrupel mehr. Ohne zu zögern sprengte er die Hälfte der belebten Straße in die Luft, nachdem er, bevor Sirius überhaupt etwas sagen konnte, gerufen hatte: „James und Lily, Sirius, wie konntest du!” Dann musste Sirius zusehen, wie Peter sich mit schmerzverzerrtem Gesicht, aber grinsend, rasch einen Finger abtrennte und dann zur Ratte geschrumpft in der Kanalisation verschwand. Wie versteinert sah er in den Gully, bis die Auroren kamen, um ihn zu holen. Da begriff Sirius, was geschehen war. Peter Pettigrew, der kleine, dickliche, dumme, von ihnen meist belächelte Peter, hatte ihm nicht nur seinen besten Freund und dessen Frau genommen, er hatte auch noch dafür gesorgt, dass Sirius selbst für diesen Mord, den Mord an ungefähr einem Dutzend Muggeln und nicht zuletzt an Peter selbst verantwortlich gemacht werden würde. Sirius starrte auf Peters blutigen Finger zu seinen Füßen und begann hysterisch zu lachen. Der kleine, unterschätze Peter. Er lachte noch, als die Auroren ihn abführten. Er hörte erst damit auf, als er in seine Zelle in Azkaban geführt wurde und die Tür hinter ihm zuschlug.


Can you tell me why
It seems so hard to carry on
When you hear a voice
From long ago, so bittersweet


Seine Zelle war kalt und klein, zwei mal drei Meter im Quadrat. Tag um Tag stand Sirius am Fenster und sah auf die Nordsee hinaus. Das Meer schien stets und ständig sturmgepeitscht an die Felsen zu schlagen, doch Sirius wusste, dass die Kälte der Dementoren eine Zone des Schlechtwetters um das Gefängnis herum schuf. Es war ihm egal. Er sah auf die Wellen mit ihren Schaumkämmen und sah sie doch nicht. Immer wieder hörte er Peters Stimme: „James und Lily, Sirius, wie konntest du!“ Und immer wieder kamen die Dementoren an sein Fenster und versuchten, ihm glückliche Gedanken zu entlocken, doch der einzige Gedanke, der Sirius beherrschte, war Rache. Peters Stimme und der Anblick seiner toten Freunde verfolgte ihn Tag und Nacht, und der Gedanke an Rache hielt ihn am Leben.
Manchmal schlich sich eine glückliche Erinnerung an James, Remus und ihre Streiche ein. Doch Sirius lernte schnell, diese Gedanken zu verdrängen. Zu groß war der Schmerz. Schnell drängte sich wieder Peters Stimme vor diese Erinnerungen, und Sirius schrie seine Wut und seine Schuldgefühle über die tosenden Wellen.

Even though I try, I cannot
Read between the lines
You know I tried,
Oh, yes, I tried, what's wrong
Too late to turn back time
To look over my shoulder
Maybe one day I'll return again


Warum hatte er Peter vorgeschlagen? Warum hatte er Remus nicht vertraut? Warum, warum nur?
Peter Pettigrew. Er war ein Rumtreiber gewesen, aber hatte er jemals richtig dazugehört? Es hatte James und ihn amüsiert, wie er sie bewundert hatte. Mit der Zeit war der Mitläufer, der ständig in ihrer Nähe gewesen war, irgendwie automatisch ein Rumtreiber geworden. Oh ja, Peter hatte auch seine guten Seiten gehabt, seine netten Seiten. Er war hilfsbereit, stets freundlich zu seinen Freunden. Sie mochten ihn, aber sie nahmen ihn nicht ganz für voll.
Remus Lupin. James und Sirius hatten bereits bei ihrer ersten Fahrt im Hogwarts-Express beschlossen, Freunde zu werden, aber Peter und Remus kamen erst später dazu und bildeten mit ihnen die eingeschworene Clique, die als Rumtreiber einen fragwürdigen Ruf errangen. Remus war das Gegenteil von Peter gewesen, er hatte freiwillig die Einsamkeit gesucht, sich von allen abgeschottet, während Peter sich überall – meist erfolglos – versuchte anzubiedern. James und Sirius fanden Remus interessant. Irgendwann entdeckten sie sein Geheimnis und fanden es cool.
Damit waren die Rumtreiber komplett. Sie wurden ein eingeschworenes Team, der Schrecken aller Professoren in Hogwarts, und auch nach dem Abschluss blieben sie Freunde. Sirius hätte jedem seiner Freunde bedingungslos sein Leben anvertraut, bis – ja, bis sich das Misstrauen gegen Remus begann in seinem Herzen breitzumachen. Der Dunkle Lord scharte mehr und mehr Anhänger um sich, und mehr und mehr Werwölfe liefen auf die dunkle Seite über. Sirius begann Remus zu beobachten. Kleine Auffälligkeiten in seinem Verhalten, die er sonst übersehen hätte, bekamen plötzlich große Bedeutung. Erst in jener verhängnisvollen Nacht in Godric's Hollow begriff er, dass Remus sich von ihnen zurückgezogen hatte, um sie zu schützen. Hätte er der richtigen Person misstraut, wären James und Lily vielleicht noch am Leben! Jedesmal, wenn Sirius in seinen Grübeleien an diesem Punkt angekommen war, schallte ein unmenschlicher Schrei über die Weite des Meeres und wurde verschluckt von den Schreien der anderen Gefangenen und von den dunklen Wolken über der Gefängnisinsel.

Remember yesterday and think about tomorrow
But you have to live today
Oh, lonely yesterday
Don't leave me with the sorrow
Cause I have to live today

Irgendwann, als Sirius feststellte, dass die Dementoren ihm nichts anhaben konnten, begann er ernsthaft über eine Flucht nachzudenken. Das tägliche Überleben in Kälte und Hunger kostete ihn viel Kraft, aber wenn er eins im Überfluss hatte, dann war es Zeit. Selbstverständlich hatten sie ihm seinen Zauberstab genommen. Ganz langsam entwickelte Sirius einen Plan, und er begann sich in zauberstabloser Magie zu üben. Das war nichts völlig Unbekanntes für ihn, denn bei der Rückverwandlung von seiner Animagusgestalt in einen Menschen hatte der Hund selbstverständlich keinen Zauberstab dabei, aber dennoch dauerte es mehrere Jahre, bis er auch die Verwandlung in den Hund ohne Zauberstab beherrschte.

Every morning I awake
To see the newborn day
To carry on the flame
Until the end of time


Den Tag, an dem er das erste Mal in Azkaban als Hund den Sonnenaufgang mit einem Heulen begrüßte, würde er nie vergessen, und er blieb sicherheitshalber ein Hund, bis die erste Euphorie über seinen Erfolg sich ein wenig gelegt hatte, denn Tiere blieben von den Dementoren unbeeinflusst.
Von nun an verwandelte Sirius sich in einen Hund, so oft es nur ging, denn so war Azkaban leichter zu ertragen.
Jedoch dauerte es weitere drei Jahre, bis sich dem Hund die Gelegenheit zur Flucht bot. Der Zaubereiminister besuchte ihn, da er von seiner merkwürdigen Resistenz gegen den Einfluss der Dementoren gehört hatte, und Sirius brachte tatsächlich das Unmögliche fertig – er folgte dem Minister dreist als Hund, als dieser sich umwandte, um die Zelle zu verlassen. Der Minister sah gerade noch einen dunklen Schatten um die nächste Ecke des Ganges verschwinden, aber er hielt diesen für einen Dementoren und maß ihm keine Bedeutung bei.
Sirius hatte großes Glück gehabt, dass er seinen Ausbruch im Sommer bewerkstelligte. In Azkaban waren alle Jahreszeiten gleich kalt, und hätte er seinen Versuch zufällig im Winter gemacht, wäre er trotz seines Fells in der eisigen Nordsee erfroren. Trotzdem war er halbtot, als er endlich an Land kroch und dort schwer hechelnd liegenblieb.

Too late to turn back time
To look over my shoulder
Maybe one day I'll return


Als er wieder ruhig atmen konnte und die Sonne sein schwarzes Fell wieder gewärmt hatte, stellte er sich schwankend auf seine vier Beine und schickte ein minutenlanges triumphierendes Kläffen über das Meer. Nein, niemals würde er dorthin zurückkehren, eher würde er sterben wollen.

Remember yesterday and think about tomorrow
But you have to live today - Oh, lonely yesterday
Don't leave me with the sorrow
Cause I have to live today
Oh, oh, oh, don't you step aside
And pretend about the future
Oh, oh, oh, never live a lie
Don't you know tomorrow never comes

Drei Jahre später fiel er im Ministerium durch den Schleier.


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